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Beitragvon Ötzi » 16.09.2014 18:09 Uhr

Hallo ins Forum,

im Juni 2011 ließ ich eine thermische Solaranlage installieren.
Es handelt sich um 4 Stück Premium Plus Hochleistungs Flachkollektoren (2.86 W Bruttofläche 2,86 qm Abmessung).
Im Herbst 2012 fiel die Anlage das erste Mal aus. Die Kollektoren waren stark überhitzt und der Speicher wurde nicht mehr erwärmt. Die Pumpe schaltete nicht mehr ein. Die Ursache war wohl Luft im System und die Anlage musste mit neuer Solarflüssigkeit befüllt werden.
Im September 2014 wieder exakt das gleiche Problem und Fehlerbehebung. Die Kosten sind nicht unerheblich und fressen einen schönen Teil des „Gewinns“ weg.
Mein Installateur meint, dass man da nichts machen könne.
Mir erscheinenen diese Ausfälle zu gehäuft. Ist es normal, dass eine 15000€ teure Anlage ständig ausfällt?
Wenn ja, dann werde ich mir überlegen ob ich die Anlage stilllege, da das nächste Ungemach schon droht (Alle zwei Wochen müssen die Siebe der Wasserhähne vom Kalk befreit werden).

Ich freue mich über jede Antwort!

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Beitragvon energieprojekt » 16.09.2014 20:32 Uhr

Guten Abend Ötzi, willkommen im Forum.
Was mit deiner Solaranlage passiert ist finde ich ärgerlich und überhaupt nicht normal. Das Luft in den Kollektorkreis kommt kann einmal passieren. Gründe können verschiedene sein Häufig liegt es an den (leider) immer noch verbauten Automatiklüftern auf dem Dach direkt am Kollektor. Diese sollten eigentlich direkt nach dem befüllen verschlossen werden was oft vergessen wird. Geht die Anlage dann in Stagnation( Abschaltung durch Übertemperatur) entweicht der entstehende Dampf durch den Lüfter und die Anlage verliert Druck. Wenn dann die Anlage wieder abkühlt zieht es Luft über die Lüfter ins System und ich erreiche genau das Gegenteil von dem was ich eigentlich wollte. Ich habe in meinen Anlagen schon vor über 10 Jahren auf diese Lüfter verzichtet!
Wenn die Solarflüssigkeit nicht geckrakt( also durch zu hohe Temperaturen zerstört wurde) braucht sie auch nicht gewechselt werden sondern die Anlage muss nur nachgefüllt und entlüftet werden.
Bei zwei Ausfällen würde ich aber noch nicht von ständig reden, allerdings hätte dem Solarteur das bei der jährlichen Wartung auffallen sollen und er hätte es beheben können.
Zu deinen anderen "Ungemach" der Kalk in der Hausinstallation hat wenig mit der Solaranlage zu tun nur dann wenn die Regelung nicht richtig eingestellt ist könnte es durch zu hohe Temeraturen im Puffer mit Durchlaufschlange oder integriertem Boiler zu einer verstärkten Kalkbildung kommen.
Das Problem liegt meines Erachtens eher bei dem Trinkwasserversorger, dieser müsste dir den Härtegrad des Wassers nennen können. Gegebenenfalls ist hier eine Enthärtungsanlage notwendig, es gibt verschiedene Systeme Anlagen die mit Salz arbeiten, solche die mit Magneten oder auf natürliche Weise dem Kalkproblem Herr werden. Hierüber kann ich dir dann auch Auskunft geben.
Sollte deine Heizungsanlage aber mit diesem (zu harten) Wasser gefüllt worden sein droht dir da größerer Ärger. Frag den Ersteller der Anlage ob er diese nach der VDI2035 befüllt hat und las dir dies bestätgen (am besten mit einer Wasseranalyse)!
Gruß Udo vom energieprojekt
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Beitragvon FredMuller » 17.09.2014 07:39 Uhr

Hallo Udo,

Eine Nachfrage zu deiner ausführlichen und interessanten Antwort:

Zu deinen anderen "Ungemach" der Kalk in der Hausinstallation hat wenig mit der Solaranlage zu tun nur dann wenn die Regelung nicht richtig eingestellt ist könnte es durch zu hohe Temeraturen im Puffer mit Durchlaufschlange oder integriertem Boiler zu einer verstärkten Kalkbildung kommen.


Was bedeutet denn das in der Praxis? Muss ich meine Anlage so regeln, das ich max. 60° im Speicher habe? Oder darf die Vorlauftemperatur der Solarflüssigkeit 60° nicht überschreiten?
In beiden Fällen beschneide ich ja durch die Regelung die Leistungsfähigkeit der Anlage. Ich habe an guten Tagen 120°C Vorlauf und 400l 85° heißes Wasser - nicht in diesem Sommer allerdings : :cry:

Und/oder sind diese Werte von der Wasserhärte abhängig? Ich selbst betreibe eine (Salz-) Enthärtungsanlage (von 22 auf 8°dH).

Danke & Gruß
Fred
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Beitragvon energieprojekt » 17.09.2014 09:04 Uhr

guten Morgen Fred, mal ein paar Basics.
Wenn du einen reinen Puffer- oder Schichtenspeicher hast kannst du diesen ruhig auf 95°C fahren. Solltest du einen Puffer mit integrierter Warmwasserbereitung haben kommt es bei Temperaturen über 60°C zu erhöhtem Kalkausfall. In diesen Fällen sollte man die Regelung auf 60°C begrenzen. Die verringert allerdings das Speichervolumen deutlich. 400 ltr halte ich bei 4 Kollektoren(also über 10m², Bafa schreibt hier als Mindestgröße 40ltr/m² vor also~450 ltr) für sehr klein dimensioniert. Wenn ich solche Anlagen gebaut haben sind dabei Pufferspeicher mit 800-1000 ltr eingesetzt worden. Das zeigt sich auch durch die hohe Vorlauftemperatur, hier geht die Anlage schnell in Stagnation und die Solarflüssigkeit wird über Gebühr belastet und wird eher kaputt gehen.
Die Wasserhärte ist einer der Faktoren, je höher der Kalkanteil umso mehr wird bei hohen Temperaturen ausscheiden.
Wenn du bei deinen Armaturen ein Kalkproblem trotz Enthärtungsanlage hast solltest du diese mal überprüfen lassen.
Werden alle deine Anlagenkomponenten regelmäßig gewartet ?
Ich hoffe ich konnte dir einwenig helfen,
Udo vom Energieprojekt

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