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wernerseinsohn
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Beitragvon wernerseinsohn » 20.06.2014 17:05 Uhr

Hallo zusammen,

wir bauen ab Januar 2015 ein freistehendes Einfamilienhaus im Ruhrgebiet. Der Vertrag mit der Baufirma ist soweit unterzeichnet und sieht im Preis eine LWW-Pumpe vor.

Meine Eltern sind große Fans von Erdwärmepumpen und haben aus diesem Grund angeboten uns den Aufpreis (ca. 10.000 €) zu sponsorn.

Mit den 10.000 € könnte man aber doch sicher noch mehr anfangen, wenn man eine Photovoltaikanlage auf's Dach bringen würde, oder sehe ich das falsch?

Meine Überlegung lautet wie folgt: Die Luftwärme hat ihre Schwächen in kalten Zeiten und zieht dann viel Strom. Bei der Erdwärme ist das nicht so, sie braucht immer gleich viel Strom. Ergo hat die Erdwärme im Winter einen Vorteil. Eine Photovoltaikanlage hingegen könnte dieses Problem jedoch schnell ausgleichen, da die Sonne ja das ganze Jahr über (mehr oder weniger) scheint. Die beste Kombination wäre also LWW-Pumpe und Photovoltaik.

Daten zu unserem Haus:
150 m² - zwei Geschosse - 2-3 Personen - Kamin im EG - KfW 70

Ich würde mich sehr über einige Anregungen zu dem Thema freuen.

Euch allen ein schönes Wochenende und schöne Grüße.

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Beitragvon energieprojekt » 20.06.2014 18:22 Uhr

Hallo Wernerseinsohn und willkommen auf Energieportal24.
Zu deinen Fragen Gedankengängen,
es stimmt mit einer Erdwärmepumpe hast du Vorteile gegenüber einer Luft-Wärme Pumpe. Was ich allerdings nicht unterschreiben kann ist der Vorteil der Photovoltaikanlage. Diese wird im Winter (dann wenns drauf ankommt) nicht genügend Strom produzieren um die Wärmepumpe zu bedienen. Ergo du kaufst teuren Strom ein. Die Alternative ist ein Stromspeicher der aber in der benötigten Größe sicherlich mehr wie die 10.000 € kostet.
Im Sommer produzierst du mit deiner PV-Anlage mehr Strom als du benötigst und verkaufst ihn dann für ganz kleines Geld.
Eine Alternativ sehe ich in Systemen die auch in der kalten Zeit bedingt durch Ihre Technik noch mit den Temperaturen auskommen.
Hier mal 2 Hersteller die sich damit beschäftigen:
http://www.isocal.de/188/einfamilienhau ... eizen.html
http://www.consolar.de/produkte/solare_ ... laera.html
Schau dir das mal an und frag mich ruhig.
Nach deinen Schilderungen wird der WW Bedarf ja nicht so übermäßig sein, und den Kachelofen kannst du ja in wassergeführter Ausführung nehmen. Eine weitere Möglichkeit ist über den Dämmstandard nachzudenken.
Ansonsten dir auch ein schönes Wochenende, Udo vom Energieprojekt
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Beitragvon bernhard geyer » 22.06.2014 09:19 Uhr

Wärmpumpe und PV sollte man immer als vollkommen unabhängige Projekte betrachten. Wenn hier von Vorteilen gesprochen wird dann Primär vom Umsatzvorteil des Heizungsbauers. Bei PV sollte man nur (und auch) nur die Kosten der PV-Installation gegenüber der EEG-Vergütung sehen. Übrigens: PV-Betreiber werden in Zukunft auch EEG-Umlage zahlen müssen.

Bei Eisspeicher sollte man vorsichtig sein. Wird das falsch Projektiert hat man statt einer günstigen WP-Anlage schnell eine Stromdirektheizung wenn der Speicher schon im November vollkommen vereist ist. Für ein gut gedämmtes EFH sollte man keine solchen Experimente machen. Investier das Geld in bessere Dämmung für ein Kfw55 oder Kfw40-Haus.

Den Kachelofen solltest du nur als Komfortmerkmal ansehen und diese nicht in die Heizung einbinden. Sowas macht das System unnötig kompliziert (und teuer) und verschlechtert fast immer den Betrieb der WP (wenn entsprechend Pufferspeicher nötig ist).
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Beitragvon energieprojekt » 22.06.2014 10:08 Uhr

bernhard geyer hat geschrieben:Wärmpumpe und PV sollte man immer als vollkommen unabhängige Projekte betrachten. Wenn hier von Vorteilen gesprochen wird dann Primär vom Umsatzvorteil des Heizungsbauers. Bei PV sollte man nur (und auch) nur die Kosten der PV-Installation gegenüber der EEG-Vergütung sehen. Übrigens: PV-Betreiber werden in Zukunft auch EEG-Umlage zahlen müssen.Hallo Berhard da gebe ich dir völlig recht, leider werden solche Konzepte immer noch schöngerechnet. Ausserdem kann es passieren das vom Finanzamt der Teil des zu erwartenden Eigenstromanteils (und daraus resultierend der MwSt-Anteil nicht erstattet wird !

Bei Eisspeicher sollte man vorsichtig sein. Wird das falsch Projektiert hat man statt einer günstigen WP-Anlage schnell eine Stromdirektheizung wenn der Speicher schon im November vollkommen vereist ist. Für ein gut gedämmtes EFH sollte man keine solchen Experimente machen. Investier das Geld in bessere Dämmung für ein Kfw55 oder Kfw40-Haus.Eine vernünftige Planung im Vorfeld gilt für alle Anlagen das hat wenig mit einem Eisspeicher zu tun Auch im Bereich "gut gedämmtes Haus" kann man sehr viel falsch machen so das die Dämmung wieder runter muß. Ich plädiere nicht nur hier für vernünftige Planung und Überwacheung, zwei Punkte die sich die Bauherren gerne sparen. Aktuell habe ich gerade solch einen Fall vor mir WP Kfw-40 haus prognose 400 € Energiekosten/a nach einem Jahr sind es 2400 € also Ziel ganz knapp verfehlt....
Ursache hier fehlerhafte Planung, genauso gute Ausführung und niemand der auch nur im Ansatz etwas überwacht hat.


Den Kachelofen solltest du nur als Komfortmerkmal ansehen und diese nicht in die Heizung einbinden. Sowas macht das System unnötig kompliziert (und teuer) und verschlechtert fast immer den Betrieb der WP (wenn entsprechend Pufferspeicher nötig ist).
Ich sehe einen Kachelofen nicht als ausschließliches Komfortmerkmal er kann eine vernüftige Heizung sein wenn richtig geplant. Der CO2 Ausstoß eines guten Kachelofens wird nicht höher sein als der des Kraftwerkes in dem der Strom mit bis zu 70% Verlust produziert wurde

Also nochmal im Vorfeld gründlich nachdenken (macht wernerseinSohn ja hier) dann eine Entscheidung treffen und die vernünftig geplante Anlage in der Bauphase auch überwachen lassen
So jetzt ein schönes Wochenende geniesst die Sonne, Udo vom Energieprojekt
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Beitragvon bernhard geyer » 22.06.2014 11:28 Uhr

energieprojekt hat geschrieben:Ich sehe einen Kachelofen nicht als ausschließliches Komfortmerkmal er kann eine vernüftige Heizung sein wenn richtig geplant.

Zusammen mit einer WP wird das aber ein sehr teures Heizungssystem. Die tausende € die man für eine heizungsintegrierten Kachelofen mehr investieren muss kann man schon 10 Jahre und mehr in einem gut gedämmten Haus heizen

[quote="energieprojekt"]Der CO2 Ausstoß eines guten Kachelofens wird nicht höher sein als der des Kraftwerkes in dem der Strom mit bis zu 70% Verlust produziert wurde[/color]
Da müssen sie schon ältere Kohlekraftwerke ohne Nahwärmeanbindung hernehmen.
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Beitragvon wernerseinsohn » 06.07.2014 09:10 Uhr

Zunächst einmal vielen Dank für die Anregungen. Im Folgenden nochmal kurz etwas zum aktuelle Stand der Planung:

Alternative Heizungsarten, wie die genannte Eisheizung kommen für uns nicht in Frage.

Wir haben in den letzten Tagen Termin bei Heizungsbauern wahrgenommen und die einhellige Meinung war, dass Erdwärme zwar in den laufenden Kosten am günstigsten ist, der Unterschied zur LWW-Pumpe jedoch nicht mehr so groß ist wie er mal war. Aus diesem Grund würde sich die Mehrinvestition für die Bohrung in der Nutzungsdauer nicht amortisieren.

Könnt ihr das bestätigen? Ist die Nutzungsdauer denn bei beiden Systemen identisch?

Danke im Voraus und schöne Grüße


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