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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Eigenheim2015
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Beitragvon Eigenheim2015 » 16.02.2014 19:00 Uhr

Hallo zusammen,

habe mich jetzt auch bei euch angemeldet da ich Hilfe für meinen Neubau benötige. Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Infos geben damit ich mich hoffentlicht entscheiden kann :-)

Zuerst einige Infos zu meinem geplanten Haus.

Efh für 4 Personen ca 185m2 Wohnfläche, ohne Keller
Soll ein KFW 70 Haus werden (Mauerwerk, Fenster und Dämmung wäre auf jedemfall auch KFW 55 möglich)

EG: Offener Ess- Wohnbereich und Küche mit Kaminofen(ist gesetzt) dazu ein separates Arbeitszimmer
OG: Schlafzimmer, 2Kiz, Büro, Bad
Nebengebäude: Heizraum sowie ein beheizter Hobbyraum (ca 25m2 welcher auch beheizt werden muss)
Lüftungsanlage: Zentrale WRL kommt definitiv nicht in Frage
Haus wird täglich mehrmals über Fenster belüftet, eine Abluftanlage in Küche Bad/WC als Vorsorge vor Schimmel ist geplant evtl. auch eine Dezentrale WRL
Als Heizung ist im ganzen Haus FBH und im Wohnbereich der Kaminofen geplant, wobei ich mit dem Gedanken spiele in den Räumen im OG separate Leitungen zum verlegen um evtl. Heizkörper nachrüsten zu können.
PV Anlage mit ca 3KW für Eigenverbrauch ist ebenfalls geplant.

Ich gehe jetzt einmal alle mir bekannten Heizarten Punkt für Punkt durch:

- Ölheizung: Obwohl aus finanzieller Sicht garnicht so abwegig, absolut nicht mehr gewünscht

- Gasheizung: Nicht gewünscht und auch kein Gasanschluss vorhanden

- Holzheizung: Wir besitzen ein kleines Waldgrundstück, haben das nötige Werkzeug und Spass an der Arbeit um einen, vor allem von meiner Frau gewünschten, Kaminofen zu befeueren.
Das Waldgrundstück liefert pro Jahr ca 5 bis 10 srm Holz und wir sind auch gewillt täglich zu feuern. Evtl. lässt sich das ganze in die Heizung mit integrieren.
Für einen Holzvergaser ist das Holz mMn zu wenig und zukaufen möchte ich nicht.

- Pelletsheizung: Nicht abgeneigt momentan sogar mein Favorit, viele Bekannte mit Pelletsanlagen sind bisher sehr zufrieden. Der vergrößerte Raumbedarf spielt keine Rolle da dieser ohnehin geplant ist um später flexibel zu bleiben. Ansonsten wird Stauraum ohne Keller immer benötigt.

- Luftwärmepumpe: Laut meinen Infos schlechte Arbeitszahl aber aufgrund günstiger Anschaffungskosten in Kombination mit Kaminofen evtl. eine Option???

- Grundwasserwärmepumpe / Tiefenbohrung Erdsonde / Flächenkollektor
Wenn dann kommt nur Flächenkollektor in Frage. Freie Gartenfläche von ca 300m2 steht zur Verfügung, und Flächenkollektor könnten im Vergleich zur Bohrung komplett in Eigenleistung vorgenommen werden.
Erdwärme mit Flächenkollektoren finde ich sehr interessant.


Zusammenfassend kommen für mich also nur Erdwärme /Fläche sowie Luftwärempumpe als auch Pellets in Frage.
Mit welchem System kann ich am Effektivsten meinen Kaminofen nutzen?
Welches System überzeugt im Paket (Anschaffungskosten, Verbrauchskosten, Verschleiss,..) auch im Hinblick auf Warmwasser Bereitung?

So das war viel Text, ich hoffe ihr könnt mir ein wenig Hilfestellung geben!

Vielen Dank

Energie2020
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Beitragvon Energie2020 » 18.02.2014 10:02 Uhr

Hallo Eigenheim 2015,

Fangen wir oben an.

Wenn Sie schon bauen dann würde ich ein KfW. 55 bauen es kostet kaum mehr, bringt Ihnen aber über die Jahre einen enormen Geldwertevorteil. Die Baukosten sind Fix. Die Energiekosten werden mit den Jahren steigen. Bei durchschnittlich 7 % p a sind es in 10 Jahren das Doppelte an Kosten für die Energie.

Beim Kamin würde ich darauf achten das er Wasserführend ist. Dadurch wird das Holz Energieneffizienter genutzt, weil die Abluft das Wasser in den Wassertaschen erhitzt und so dem Heizkreislauf über einen Wärmetauscher zugeführt wird.

Heizung:
Wie wäre es mit einer Propangasanlage nur für die Spitzenzeit wenn der Kamin es nicht mehr schafft.

Sollten Sie über Wärmepumpen nachdenken, bitte auch an eine VP- Anlage denken, damit der Stromverbrauch teilweise durch selbst erzeugten Strom gedeckt werden kann. Natürlich werden Sie den erzeugten Strom auch für Ihren Hausverbrauch nutzen können.

Wenn ich mir Ihre Favoriten so ansehe, würde ich mich für die Luftwasserwärmepumpe entscheiden. Sie nimmt wenig Platz weg, ist günstig in der Anschaffung und in Verbindung mit Kamin und VP-Anlage. Eine ordentliche Dreierkombination. Sie sparen Platz und Arbeitszeit.

Da Sie neu bauen gehe ich davon aus, das Sie eine Flächenheizung einbauen lassen werden. Die hat wie Sie wissen den Vorteil, dass die Vorlauftemperatur geringer ist als wenn Sie Heizkörper nehmen. Was natürlich wieder bedeutet, weniger Energie also weniger Kosten.

Da ich davon ausgehe, dass Sie noch in der Planungsfase sind, bitte daran denken das die Beleuchtung im Haus gleich auf LED-Leuchtkörper eingerichtet wird.

Auch bitte an die Elektrogeräte denken Energieeffizienzklasse A+++

Ich hoffe ich konnte helfen.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 18.02.2014 19:49 Uhr

Ich stelle bei der Diskussiion fest, dass es irgendwie immer um die Wärmetechnik geht. Das ist überhaupt nicht zielführend!

Beim Neubau ist es relativ einfach eine Bausubstanz zu erstellen, die nur einen sehr geringen Energiebedarf hat. Im Vordergrund sollte also die bestmögliche Dämmung der Gebäudehülle stehen. dann ist die Wärmetechnik ziemlich egal. Für das bisschen Wärme, was dann erforderlich ist, kann man fast jedes System ökonomisch einsetzen. Es ist so, dass man bei sehr energieeffizienten 1- bis 2-Familien-Gebäuden aus wirtschaftlicher Sicht eigentlich nur eine Wärmepumpe empfehlen kann. Bei sehr niedrigem Heizwärmebedarf pro Quadartmeter (kleiner 30 Watt pro m²) ist der Einsatz einer Wärmepumpe die optimale Lösung, egal ob Luft- oder Sole-/Wasser-System.


Wie sind denn die geplanten U-Werte von Dach, Wand, Boden und Fenster?

Und wenn dann noch ein Holzofen gewünscht ist und dieser nicht mit einem wasserseitigen Anschluss ausgestattet ist, dann kann man zur Not bei Stromausfall immer noch im Warmen sitzen.

Natürlich kann man auch eine PV-Anlage installieren, einen leistungsstarkes Akku für den zeitversetzten Stromabruf integrieren und eine Steuerung für die optimale Nutzung des PV-Stroms im Tagbereich einplanen. Das ist alles nur eine Frage des Geldes!

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon LilaLaunebär » 27.02.2014 21:05 Uhr

Hallo zusammen,

Ich bin ganz neu hier im Forum. Finde es toll das es so viele Mitglieder gibt die sich wirklich Gedanken machen und versuchen die Fragen bestmöglich zu beantworten.

Ich möchte nicht direkt eine neue Topic erstellen, da ich es für wenig sinnvoll halte, für jedes Projekt (Neubau) das Thema " Was für eine Hz.-Tech. für einen Neubau " neu zu gründen.
Sollte ich da falsch liegen, bitte ich um Hinweise seitens der Moderatoren ;).

Nun zu meinem Anliegen.
Wir planen dieses Jahr ein Wohn und Geschäftshaus (zu 90% Geschäftshaus) zu bauen. Es soll die Energiestandards eines KFW55 Hauses erfüllen. Leider fehlt mir wirklich die Erfahrung um zu sagen, welche Heizungstechnik sinnvoll ist. Deshalb wollte ich euch um Rat fragen.

Kurze Eckdaten:
Wohnfläche ca. 1800qm über 4 Stockwerke.
Grundstück ca- 3000qm.

Mir ist klar das dies ziemlich wenig Informationen sind. Bodengutachten liegt noch nicht vor. Der Bauort befindet sich jedoch im Mittelgebirge im schönen Sauerland. Tiefenbohrungen sind aus Erfahrungen mit anderen Häusern kein Problem.
Nun die Frage, zu welcher Heizungstechnik für ein so großes Projekt würdet Ihr tendieren? Erdwärme? Luftwärmepumpe? BHKW? PV oder Solar? Vielleicht ein Mix?

Das Projekt befindet sich aktuell noch in der Planung und wir würden jetzt schon gerne die Heizungstechnik mit einfließen lassen.

Ich bedanke mich im Voraus.

Mit freundlichem Gruß
LilaLaunebär
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Beitragvon Thomas Heufers » 28.02.2014 09:52 Uhr

Wenn eine Wärmepumpe zum Einsatz kommen sollte, dann würde ich bei dieser Größenordnung nur ein Sole-/Wasser-System empfehlen.
Dieses System sollte dann in jedem Fall in
Kaskade aufgebaut sein. Bei geringem Wärmebedarf wird beispielsweise eine Wärmepumpe die Wärmebereitstellung abdecken. Mit steigendem Bedarf werden eine oder mehrere Wärmepumpen zugeschaltet.

Bei der Größe des Objekts bietet es sich sehr gut an, mit einer kompakten Architekturplanung den Energiebedarf so niedrig wie möglich umzusetzen. Passivhausstandard prüfen!


- Optimales Verhältnis vom Gebäudevolumen zur Gebäudehülle
- Bestmögliche Dämmeigenschaften der Außenbauteile (Dach, Wand, Fenster, bodenberührende Teile)
- Solare Planung mit passiven Wärmegewinnen über sonnenorientierte Fensterflächen und selbststeuerndes, lichtsensorgeführtes Verschattungsystem für die optimale Arbeitsplatzbeleuchtung (optimale Tageslichtdurchflutung!) und Temperaturführung im Gebäude, sowie Warmwasser-Solaranlage (Bei hoher Nutzerzahl ist der Einsatz einer Solarthermie aus wirtschaftlicher Sicht sehr gut!)


Auch sollte bei der Planung eine Alternativnutzung des Gebäudes berücksichtigt werden, beispielsweise durch besonders flexible, statisch unabhängige Innenwandsysteme und eine ebenso flexible Planung der Versorgungstechnik.

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 02.03.2014 10:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon machtnix » 28.02.2014 18:06 Uhr

@Lilalaunebär,

für deine Größenordnung sollte man das ganz genau planen.
Vielleicht ein BHKW oder ob doch eine WP-Anlage in Frage kommt.
Bei einer WP würde ich mal die Firma IDM mit ins Boot holen;
http://www.idm-energie.at/de/
Bei einem BHKW solltest du dich mal im BHKW Forum schlau machen.
Eventuell könntest du dich auch mal bei www.aermec.de erkundigen ob die dir weiterhelfen können.
Du solltest dir außerdem einen erfahrenen Bauingenieur,keinen Architekten,mit ins Boot holen.

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Beitragvon machtnix » 28.02.2014 18:17 Uhr

@Eigenheim 2015,

da Pellets bzw. Holz deine Favoriten sind,solltest du dir mal den Therminator von Solarfocus anschauen: Biomasseheizung/kombikessel/">http://www.solarfocus.at/pr odukte/bioma ... mbikessel/
Ein Kombikessel der Pellets und Holz verfeuern kann.
Bei Pellets und Holzfeuerung sollte man eine Solaranlage einfach mal im Hinterkopf haben.
Mußt halt mal schauen ob es dir wert ist.
Sonst vielleicht folgender Vorschlag:
Wärmepumpe mit Erdkollektor,einen Holz-oder Pelletofen im Wohnzimmer,natürlich wasserführend,wenn's geht.
So kann bei bei entsprechender Regelungsstrategie die WP aus bleiben wenn der Holz-bzw- Pelletofen zufeuert.
Hierfür empfehle mal die Seiten von http://www.mcz.it/de/ zu besuchen.

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