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Günter Dölz

Beitragvon Günter Dölz » 31.08.2005 16:32 Uhr

Lieber Sven Geitmann,
Wasserstoff ist doch eine wunderbare Sache. Seit hundert Jahren wissen wir, dass unser fossilen Brennstoffe einmal verbraucht sein werden. Wenn die Zeit kommt, schalten wir eben um auf Wasserstoff, kein Problem. Von dem Rohmaterial Wasserstoff herzustellen ist ja genug da, nämlich Wasser. Leider ist es so, dass wir zur Herstellung von Wasserstoff, der Elektrolyse, eine menge Elektrizität brauchen. Nun sind wir ja, Dank unserer grünen Freunde dabei, die nuklearen Kraftwerke abzuschalten.
Wenn nun die fossilen Brennstoffe alle sind, oder wenigstens beginnen zur Neige zu gehen, brauchen wir eine Menge Elektrizität um Wasserstoff herzustellen. Unsere fossilen Kraftwerke haben dann auch keinen Brennstoff mehr und die nuklearen sind bis dahin abgeschaltet und vielleicht schon verschrottet.
Bleibt uns nur übrig schnellstens neue nukleare Kraftwerke zu bauen. Das wird wenigstens eine Menge neuer Arbeitsplätze schaffen.

Als Alternative könnten wir aber auch alle die Grünen, mit Herrn Jürgen Trittin an der Spitze, heranholen um die Generatoren von Hand zu drehen!
Das würden die doch sicher gerne tun.

Sehe ich das falsch?

MfG
Günter Dölz.

PS: eingefügt von Sven Geitmann mit Erlaubnis von Günter Dölz

Sven Geitmann

Beitragvon Sven Geitmann » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Dölz,

vielen Dank für Ihre Mail, aber leider ist mir nicht ganz klar, was Sie mit dieser Mail bezwecken.

Soweit ich Ihren Bemerkungen entnehmen kann, versuchen Sie auf ironische Weise Ihren Unmut über die politische Marschrichtung der Regierung zum Ausdruck zu bringen. Was ich bei Ihren Überlegungen allerdings vermisse, ist die Berücksichtigung der erneuerbaren Energien.

Ich denke, es ist allen Entscheidungsträgern bewusst, dass zur Herstellung von Wasserstoff Energie notwendig ist, wenn dieser per Elektrolyse aus Wasser hergestellt wird. Es gibt allerdings auch noch andere Möglichkeiten, die Ihnen anscheinend nicht bekannt sind. Übergangsweise wird beispielsweise Erdgas herangezogen werden. Damit der Verbrauch dieses fossilen Energieträgers jedoch nicht weiter die natürlichen Ressourcen reduziert, wird langfristig auf Biogas, Klärgas, Deponiegas gewechselt werden. Diese Gase enthalten ebenso wie Erdgas große Mengen Methan, das wiederum über einen hohen Wasserstoff-Anteil verfügt.

Der Strom für die Elektrolyse wird langfristig nicht aus neu errichteten Kernkraftwerken kommen, was in der Tat etwas widersinnig wäre, sondern mit Hilfe von regenerativen Energieträgern erzeugt werden (Solarenergie, Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme, Bioenergie). Das Potential dieser Energieträger ist groß genug, um einen adäquaten Ersatz zu liefern.

Gleichzeitig mit dem Wechsel auf erneuerbare Energien wird nämlich auch eine Effizientsteigerung anvisiert. Es muss erreicht werden, den weltweiten Gesamtwirkungsgrad bei der Energieerzeugung, der derzeit bei mageren 10% liegt, zu erhöhen, so dass insgesamt weniger Energie benötigt wird (trotz des weiteren Bevölkerungswachstums).

Soweit meine Ausführungen zu Ihren Bemerkungen.

Mit Ihrer Einwilligung würde ich diesen Gedankenaustausch gerne im Diskussionsforum von www.energieportal24.de veröffentlichen, damit auch andere Leser Ihre Meinung dazu sagen können. Wären Sie damit einverstanden?


Mit freundlichen Grüßen,

Sven Geitmann
Günter Dölz

Beitragvon Günter Dölz » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Geitmann,
Zunächst möchte ich mich für Ihre Antwort bedanken, die ich eigentlich gar nicht erwartet hatte. Es war nicht meine Absicht Sie in eine unnütze Diskussion zu verwickeln. Sie haben natürlich richtig erkannt, daß meine Bemerkung hochgradig ironisch ist. Dazu hat mich das Verhalten einiger unserer Politiker verleitet und darüber könnte ich auch noch so manches sagen.

Natürlich sind mir die andern Energiequellen auch bekannt, aber da sehe ich doch erhebliche Probleme. Allerdings würde ich Erdgas nicht als Alternative ansehen, denn das haben wir auch bald verbraucht. Windenergie hat sich als sehr teuer erwiesen, wird von vielen Leuten abgelehnt und wie weit wollen wir unser Land "verspargeln"? Kann man in unsern Breiten überhaupt von Sonnenenergie in großem Stil reden? Und sind die andern von Ihnen angeführten Möglichkeiten nicht alle nur einen Tropfen auf einen heißen Stein? Natürlich werden alle zusammen schon etwas bringen, aber nach meiner Meinung eben nur einen geringen Teil.

Man war lange davon ausgegangen, daß die fossielen Brennstoffe noch weit bis über die Hälfte dieses Jahrtausends reichen würden. Es gibt aber auch neuste Schätzungen nach denen schon in den nächsten dreißig Jahren eine deutliche Verknappung eintreten könnte. Wenn das geschieht, wird es für uns sehr eng werden.

Man kann argumentieren, daß nukleare Kraftwerke eine Gefahr darstellen, aber wir haben sie nun mal und ich meine wir müssen damit leben. Deshalb finde ich es besonders schade, die Anlagen in Deutschland die wahrscheinlich den höchsten Sicherheitsansprüchen genügen, als erste abzuschalten, während man uns eine Zeitbombe vor die Haustüre setzt (Tschechei). Andere Nachbarn reiben sich die Hände und bereiten sich vermutlich schon darauf vor, uns mit nuklear Strom zu beliefern.

Natürlich müssen wir an den andern Energieformen weiterarbeiten, sie verbessern, versuchen die Effizienz zu steigern und Umweltverschmutzung so weit wie möglich reduzieren.

MfG
Günter Dölz

PS: eingefügt von Sven Geitmann mit Erlaubnis von Günter Dölz
Gast

Beitragvon Gast » 28.12.2005 12:03 Uhr

Sven Geitmann hat geschrieben:Sehr geehrter Herr Dölz,

vielen Dank für Ihre Mail, aber leider ist mir nicht ganz klar, was Sie mit dieser Mail bezwecken.

Soweit ich Ihren Bemerkungen entnehmen kann, versuchen Sie auf ironische Weise Ihren Unmut über die politische Marschrichtung der Regierung zum Ausdruck zu bringen. Was ich bei Ihren Überlegungen allerdings vermisse, ist die Berücksichtigung der erneuerbaren Energien.

Ich denke, es ist allen Entscheidungsträgern bewusst, dass zur Herstellung von Wasserstoff Energie notwendig ist, wenn dieser per Elektrolyse aus Wasser hergestellt wird. Es gibt allerdings auch noch andere Möglichkeiten, die Ihnen anscheinend nicht bekannt sind. Übergangsweise wird beispielsweise Erdgas herangezogen werden. Damit der Verbrauch dieses fossilen Energieträgers jedoch nicht weiter die natürlichen Ressourcen reduziert, wird langfristig auf Biogas, Klärgas, Deponiegas gewechselt werden. Diese Gase enthalten ebenso wie Erdgas große Mengen Methan, das wiederum über einen hohen Wasserstoff-Anteil verfügt.

Der Strom für die Elektrolyse wird langfristig nicht aus neu errichteten Kernkraftwerken kommen, was in der Tat etwas widersinnig wäre, sondern mit Hilfe von regenerativen Energieträgern erzeugt werden (Solarenergie, Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme, Bioenergie). Das Potential dieser Energieträger ist groß genug, um einen adäquaten Ersatz zu liefern.

Gleichzeitig mit dem Wechsel auf erneuerbare Energien wird nämlich auch eine Effizientsteigerung anvisiert. Es muss erreicht werden, den weltweiten Gesamtwirkungsgrad bei der Energieerzeugung, der derzeit bei mageren 10% liegt, zu erhöhen, so dass insgesamt weniger Energie benötigt wird (trotz des weiteren Bevölkerungswachstums).

Soweit meine Ausführungen zu Ihren Bemerkungen.

Mit Ihrer Einwilligung würde ich diesen Gedankenaustausch gerne im Diskussionsforum von www.energieportal24.de veröffentlichen, damit auch andere Leser Ihre Meinung dazu sagen können. Wären Sie damit einverstanden?


Mit freundlichen Grüßen,

Sven Geitmann


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