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Frenky 2013
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Beitragvon Frenky 2013 » 09.08.2013 10:40 Uhr

Sehr Geehrte,

Wir haben im letzen Jahr ein Passivhaus gebaut und habe dazu etwas zu sagen besonders wenn es sich um die Heizungsanlage geht. Ich hoffe anderen könnten davon gebrauch machen. Wir haben unglaublich lange gebraucht an diese Daten zu kommen.

Ein passivhaus verbraucht sehr wenig Energie, die auch wenig kostet. Es wird häufig aber nicht in die Rechnung genomen:

a.) Was kostet die Wartung pro Jahr.
b.) Was kostet der Gasanschluss ohne vebrauch jährlich.
c.) Wie hoch sind die Investition kosten.
d.) Was kostet die Lieferung von Pellets.
e.) Desto mehr Technik, desto höher ist die Warscheinligkeit das etwas kaputt geht.

Ein Passivhaus braucht im ideal Fall für wenig Heizkosten auch wenig Investition, weniger Wartung und niedrige Laufkosten. Ein passivhaus verbraucht 15kWh/m2/Jahr. Das bedeuted für ein 200m2 grosses Haus 3000kWh pro Jahr und weil mann auch Sanitärwasser braucht noch 2000kWh dazu. Das Haus wird mit Luft oder mit Bodenheizung beheizt. Ok, wir wassen alle was wir wollen, aber wie kommt mann dran? Was kostet 5000kWh pro Jahr?

Strom: 700 EUR (1000 EUR in DE, weniger anderswo in EU)
Gas: 300 EUR + (120 EUR Anschluss) = 420 EUR
Pellets: 300 EUR (Inklusive Steuer, Liefern und Einblassen)

a.) Die Wartung von teuren Anlagen wie zum Beispiel Wärmepumpen kann bis 500 EUR pro Jahr betragen.
b.) Ein Gasanschluss ohne Verbrauch pro Jahr ungefähr 120 EUR.
c.) Die Lieferung von Pellets kostet cca 20% von dem Preis und wird dazu verrechnet.
d.) Mann kann volkommen problemlos 20.000 EUR für eine Anlage mit Wärmepumpe ausgeben.

1.) Wenn mann mit Strom heizt, kostet der Kessel etwa 1000 EUR. Innerhalb von 20 Jahren verbraucht mann 20.000 + 1000 = 21.000 EUR für die Heizung. Wartung: so wie keine Kosten. Preis kann anderswo in EU so cca 15.000 EUR.

2.) Wenn mann die Pellets benutzt haben wir: 15.000 EUR (Investition) + 20*300 (Pellets) + 10*300 (Wartung jedes 2. Jahr + Schornstein-Reinigung) = 24.000 EUR in 20 Jahren.

3.) Mit Gas bekommt man: 6000 EUR (Investition kosten: 2500 EUR Kessel, 500 EUR inbetriebnahme, 500 EUR Anschluss, Gas leitungen, ohne Schornstein) + 420*20 = 14 400 EUR. Schornstein kann bis 1500 EUR Kosten und der Anschluss bis 3000 weitere EUR.

4.) Mit eine Luftwärmepumpe haben wir: 15000 EUR (Investition) + 1000/3 (COP = 3) * 20 + 300*10 (Wartung) = 25.000 EUR.

Man rechnet aus, es ist nur Sinvoll mit Strom zu Heizen, weil man beim Anfang keine grosse Investition hat und und bekommt so ein Kredit auf 20 Jahre. Und wer denkt das die Pelletanlage oder die Wärmepumpe 20 Jahre überlebt? Vieleicht heizen wir mit Brennzellen nach 20 Jahren.

Das war der Bild den wir Bekommen haben. Sehr enttäuschtend.
Es gibt aber auch einen Aber. Haben Sie gewusst das:

1.) Bei Pellets und Wärmepumpen wird immer auch ein Energiespeicher mitverkauft der die Kosten für die Investition um etwa 5000 EUR höher treibt. Für ein Passivhaus braucht mann diesen Energiespeicher nicht und es gibt auch Hersteller von Pelletkessel, die das nicht verlangen, weil die eine bessere Steuerung haben. Bei Wärmepumpen gibt es auch als Split Anlagen mit Inverter technik, die den Verbrauch genau anpassen un brauchen deshalb auch keine Zwischenspeicher. Ein Zwischenspeicher oder ein Energiespeicher erhöht die Energieverluste um 10% mindestens wenn es sich um ein Passivhaus handelt.

2.) Ein Passivhaus braucht eine Vorlauftemperatur für Bodenheizung von nur 25 Grad. Manchmal 27 Grad, aber nur bei Aussentemperatur von -10 Grad. Das ist sehr zu günsten von Luftwärmempen mit Inverter-technik. Ein Leistungszahl bei A2/W35 kann mit 1.4 multipliziert werden um den Wert bei A2/W25 zu bekommen. Klar, das wäre auch zu günsten anderen arten von Wärmepumpem (Sole, Wasser/Wasser) aber nur wenn kein Zwischenspeicher benutzt wird. Der Leistungszahl bleibt damit sehr hoch und im Durhschnit pro Jahr bei etwa 4.3.

3.) Eine Luftwärmepumpe mit Inverter technik ist kaum mehr kompliziert als eine Klima-anlage. Und die Klima-anlagen kosten so um 2000 EUR für ein 6kW gerät. Die brauchen keine besondere jährliche Wartung.

4.) Luftwärmepumpen kosten in England von dem gleichen Hersteller 25% weniger als in Deutschland. Vieleicht damit Verbunden, das es in England die Subsieden nur für neue Häuser gibt and erst ab 2011 oder so.

5.) Die Hauptanbieter von Luftwärmepumpen mit Inverter Technik sind Japaner: Daikin, Mitsubishi, Panasonic,.... Deren Preise liegen in Deutschland bei etwa 50% von dem Preisen von: Viessman, Weishaupt usw... Weishaupt zum Beispeil hat zwei modele mit Inverter technik, die technisch schlechtere Werte haben, kosten aber fast doppel so viel aber noch immer 30% weniger als die Wärmepumpen ohne Inverter technik. Es scheint als ob Weishaupt Angst häte mit eigenen Produkten die höhe von eigenen durchschnit Preisen zu gefärden.

6.)Viele Heizungsfirmen bieten für ein Passivhaus Anlagen an, die eigentlich nur für Altbau vorgesehen worden waren.

Und was sind die Preise für Split-Luftwärmepumpe mit Inverter für ein Passivhaus für monovalentes Betrieg (bis 7kW)? England 3500 EUR mit MWST, Deutschland 4800 EUR mit MWST. (UVP für dieselbe Anlage von dem Hersteller).

Auch der Preis in England von Luftwärmepumpen ist noch immer deutlich höher von der Klima-anlagen. Das zeigt, das beim Verkauf in Deutschland auch 100% bis 200% verdient wird.

Was die Subsieden für Luftwärmpumpen in Deutschland geschaffen haben, ist keine schone Ansicht.

Nach unserer Erfahrung gibt es kaum eine vernüftigere Heizung für ein Passivhaus als eine Luftwärmepumpe mit Inverter Technik:

Pro Jahr: (5000kWh/4.2)*0.2 = 240 EUR
Gesamt in 20 Jahren: 5000 (Investition) + 240 * 20 = 10.000 EUR

Mfg.

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Beitragvon bernhard geyer » 09.08.2013 12:35 Uhr

Frenky 2013 hat geschrieben:a.) Die Wartung von teuren Anlagen wie zum Beispiel Wärmepumpen kann bis 500 EUR pro Jahr betragen.

Ein Glück das meine Anlage nicht so teuer war/ist. Habe seit 2007 0€ für Wartung ausgegeben.
Das dürfte für den großteil der Nutzer zutreffen da ein WP i.d.R. Wartungsfrei ausgelegt ist.

Frenky 2013 hat geschrieben:Man rechnet aus, es ist nur Sinvoll mit Strom zu Heizen, weil man beim Anfang keine grosse Investition hat und und bekommt so ein Kredit auf 20 Jahre. Und wer denkt das die Pelletanlage oder die Wärmepumpe 20 Jahre überlebt?

WP halten i.d.R. länger. Meine Schwiegereltern haben ein 30 Jahre alte WW-Luft-WP in betrieb.

Frenky 2013 hat geschrieben:Vieleicht heizen wir mit Brennzellen nach 20 Jahren.

Und wo kommt der Wasserstoff her?

Frenky 2013 hat geschrieben:1.) Bei Pellets und Wärmepumpen wird immer auch ein Energiespeicher mitverkauft der die Kosten für die Investition um etwa 5000 EUR höher treibt.

Eigentlich nicht. Habe hier nur einen kleinen WW-Speicher.

Frenky 2013 hat geschrieben:6.)Viele Heizungsfirmen bieten für ein Passivhaus Anlagen an, die eigentlich nur für Altbau vorgesehen worden waren.

Ich höre eigentlich immer vom umgekehrten Fall. Ein WP die nur für Passivhäuser geeigent ist und in normalen Neubau eingebaut wird. Hier ist die berühmte Stiebel 302/3 zu nennen.
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Beitragvon moderne.heizung » 26.08.2013 10:18 Uhr

Hallo,

das bestätigt den oftmaligen Rat, dass die Planung einer Haustechnikanlage bzw. auch des gesamten Hauses von einem Fachmann und vor allem ganzheitlich erfolgen soll. Neben der Betrachtung der einmaligen Kosten sind die laufenden Kosten aus Betrieb und Wartung oftmals wesentliche Kostentreiber.
Aber generell zu sagen, dass nur eine Heizungsart für einen Gebäudetyp die beste ist, denke ich ist nicht richtig, hier kommt es auch immer auf die speziellen Umstände an. Wenn ich nicht plane eine Gebäude 20 Jahre oder länger zu nutzen, dann kann sich das Ergebnis auf Grund des veränderten Betrachtungszeitraums recht schnell ändern.
Und so kann auch eine Gas-Brennwertheizung mit niedrigen Anschaffungskosten einen Preisvorteil bieten.
Daneben sind sicherlich persönliche Präferenzen, Umwelteinflüsse (wie Lärmentwicklung), Platzbedarf und auch die Intensität der Anlagenbetreuung ausschlaggeben.

Beste Grüße
Erik von moderne-heizung
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Beitragvon Thomas Heufers » 27.08.2013 10:50 Uhr

Speziell bei Passivhaus-tauglichen Gebäuden ist die Anforderung an die Wärmetechnik sehr gering, weil der Wärmebedarf so extrem niedrig ist. Eigentlich ideale Voraussetzungen, aber... Nicht immer kann man sich für die kostengünstige wartungsarme Technik beim PHPP-zertifizierten Passivhaus entscheiden, weil so strenge Vorgaben bezüglich der Komponenten gelten.

Fakt ist, dass im Rahmen einer strengen Passivhaus-Projektierung nur zertifizierte Komponenten zugelassen sind. Das führt dann zu überteuerter Erbsenzählerei für den Bauwilligen.

Ökonomisch macht es mehr Sinn, eine Passivhaus-taugliche Gebäudehülle herzustellen und dann auch bewährte Komponenten ohne Zertifizierung mit annähernd guten Werten zu verbauen. Die Preistreiberei für PHPP-zugelassene Gerätschaften und Baukomponenten ist eine unnötige Kostensteigerung, die sich i.d.R. über den gesamten Nutzungszeitraum nicht bezahlt macht.

Interessant ist hierbei, dass viele Hersteller mit energieeffizienten Techniken die auch dem PHPP-Standard entsprechen, keine Zertifizierung ihrer Produkte ausführen, weil die Kosten für die Erst- und Folgezertifizierung viel zu hoch sind.
Zertifizierung ist eine Dienstleistung, die dem Zertifizierer Einnahmen sichert und vom Hersteller und letzlich vom Bauherrn teuer bezahlt werden muss.

Gruß

Thomas Heufers


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