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Neopren
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Beitragvon Neopren » 09.05.2013 19:50 Uhr

Hallo,

unsere Eigentumswohnung soll komplett auf Vordermann gebracht werden, wodurch wir auch über die Wärmedämmung nachdenken.
Das Gebäude wurde in der DDR der 70er Jahre mit Ziegeln erbaut und hat Anfang der 90er Jahre eine Sanierung erfahren. Die Außenfassade wurde jedoch nicht mit einer zusätzlichen Wärmedämmung versehen. Die Wand besitzt mit Innen- und Außenputz eine Dicke von ~44cm ... d.h. 36cm Ziegelwand + Innen-/Außenputz.

In einem Zimmer hat sich in einer Ecke der Außenwand ein recht großer Schimmelfleck gebildet, womöglich da die Wand in diesem Bereich vom Boden bis zur Decke durchweg mit Holzpaneelen verkleidet war und die Luft dahinter bestimmt kaum zirkulieren konnte.

Den Putz im Bereich des Schimmelfleckes will ich großflächig entfernen und neu verputzen lassen. Dem aufgebrachten Schimmel-Entferner vertraue ich nicht so recht, demnach lieber runter mit dem alten Baumaterial...

Nun wurde uns allerdings empfohlen die Außenwände noch mit zusätzlichen 6mm Selitron - Styroporplatten innen zu verkleiden, um die Wärmedämmung zu erhöhen.

Ist das sinnvoll? ... v.a. angesichts dieser Außenwandstärke?
was spricht dafür, was dagegen?
Oder ist es aber sinnvoll diese Platten nur in kaum/wenig beheizten Räumen, wie z.b. dem Schlafzimmer anzubringen oder andersrum eher in den stärker beheizten Bereichen (z.B. Wohnzimmer)? ... schließlich halten diese Platten ja die Wärme stärker im Raum, verlagern somit allerdings auch den Taupunkt in der Wand nach innen.
Andererseits dürften die Platten ja jegliche Feuchtigkeit von der Außenwand abhalten, infolge der Kondensation auf der Rauminnenseite ... ?!

Hinter den Heizkörpern, welche KEINE nische in der Wand haben, soll auf jeden Fall gedämmt werden - was kann man hierfür verwenden? Alu-Styropor-Platten?

Ich freue mich über und danke im Voraus schonmal für jegliche Antworten! :)

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 10.05.2013 14:41 Uhr

Wenn du von innen mit Styropor dämmst, dann wird es zu Problemen mit Tauwasser kommen.

Ein kleiner Einstieg in die Bauphysik. Temperatur und Taupunktverlauf dürfen sich nicht überschneiden.
Ich habe die Daten für den Wandaufbau mit Innendämmung und Außendämmung mit Styropor unter http://www.u-wert.net exemplarisch eingegeben. Die Diagramme zeigen im Beispiel mit Innendämmung die überlappenden Verlauflinien von Temperatur und Feuchtigkeit.
Das ist eindeutig nicht zulässig und führt zu Baufeuchteschäden.
Im Beispiel mit Außendämmung überschneiden sich die Verlauflinien nicht. Das ist gutmütig, bauphysikalisch einwandfrei und entspricht der Norm.

Bei den beschriebenen Holzpanelen kann die Ursache auch in der mangelden Diffusionsoffenheit liegen. Je nachdem was für ein Schutzanstrich aufgebracht wurde. Eine wasserdampfundurchlässiger Anstrich kann zu Schimmelbildung führen. Ein normale Holzvertäfelung von innen stellt kein Problem dar. Und mit einem diffusionsoffenen Anstrich sollte es auch keine Auffälligkeiten geben.

Grundsätzlich ist in Räumen für eine gute Hinterlüftung von Mobilar etc. zu den Außenwänden zu sorgen. Ein Schrank sollte nicht direkt an der Wand stehen, sondern mit 5 cm Abstand zur kalten Außen- oder Innenwänden aufgestellt werden. Andernfalls steht die Luft und es kann sich in diesem Bereich u.U. Feuchtigkeit anreichern. Schimmelgefahr!

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 12.05.2013 09:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Thomas Heufers » 10.05.2013 15:10 Uhr

Dämmung grundsätzlich und von innen, aber wie?

6 mm Styropor ist ein Witz und lohnt nicht den Aufwand. Einsparungen wird man nicht feststellen. Es muss schon wesentlich mehr sein. Minimum 100 mm, je mehr desto besser.

Ein praktikable Lösung könnte eine Steinwollplatte, für Innendämmung zugelassen, mit Mörtelauftrag sein,
http://www.rockwool.de/produkte/u/1630/aussenwand/rp-x
Bild
oder eine Holzweichfaserplatte für den Innenbereich mit Klebemörtel aufgetragen.
http://www.gutex.de/Service/Presseinfos ... endaemmung
Bild
Beide Systeme können von innen verputzt werden, die Diffusionsoffenheit ist hierbei gegeben.

Gruß

Thomas Heufers


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