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Dominic7483
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Beitragvon Dominic7483 » 28.03.2013 00:02 Uhr

Hallo liebe Forengemeinde,

ich bin auf dieses Forum hier gestoßen und bin sehr erschlagen von der Menge an Informationen!
Ich habe nach meiner Frage bereits gegoogelt, bin aber nicht auf eine passende Antwort gestossen und hoffe nun, dass ich hier einige Anregungen und Hilfestellungen erhalte.

wir fangen in 4Wochen mit dem unserem Bau an. Es wird ein KfW 70 Neubau, aufgrund der Wärmeberechnung und KfW-Förderung ist eine Luftwasser-Wärmepumpe vorgeschrieben (1. Wahl wäre eine gasbrennwerttherme mit Solarthermie und wasserführender Kaminofen gewesen, geht aber leider nicht :-( ).

jetzt ist meine konkrete Frage: kann ich eine LW Wärmepumpe durch eine Photovoltaik-Anlage und/oder einen Kaminofen (evtl. Wasserführend) ergänzen?
macht diese Investition auch unter finanziellen Aspekten mittelfristig Sinn?

vielen dank bereits für eure antworten!
beste grüße
Dominic

machtnix
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Beitragvon machtnix » 29.03.2013 17:14 Uhr

Für einen Neubau ist eine Luft-WP leider nicht so prickelnd.
Wahrscheinlich baut ihr mit einem bautrüger und müst so wieder mal das allerbilligste akzeptieren.
Eine Wärmepumpe mit Erdkolektor oder eine Wasser-Wasser WP ist viel effektiver und spart in den nächsten Jahren mehrere tausen Euro an Energiekosten wieder ein.
Für eine Wärmeberechnung und KfW Darlehen ist es sicher nicht notwendig eine Luftpumpe zu wählen.Diesen Schmarrn kannste gleich mal knicken.
Eine Heizlastberechnung nach EN 12831 macht der Heizungsbauer und der sagt dir sicher nicht welche Heizung du einbauen mußt.
Auch die KfW schreibt dir nicht vor welche Heizung du einbauen mußt.
Eine Heizlastberechnung kannst du hier machen lassen: http://www.heizlast.de/

Also konzept nochmal überdenken und nicht über den Tisch ziehen lassen.
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Beitragvon Dominic7483 » 30.03.2013 12:56 Uhr

Oh, ok. Das mit der KfW-Förderung habe ich nicht gewusst.

Wir bauen mit Architekt, ohne Bauträger, sondern Einzelgewerkevergabe.

Wieso komme ich auf LW-WP?
Also: Im Rahmen der Energieausweiserstellung (war für das Programm KfW 153 im Vorfeld bereits notwendig und hat das Statikerbüro mit gemacht) ist auf dem Antwortbogen bei Wärmepumpen nur LW-WP angekreuzt. Von daher bin ich ausgegangen, dass wir dass nun nehmen müssen. 1. Wahl war ja wie bereits oben geschrieben eine Gasbrennwert-Heizung mit Solarthermie und wasserführender Kaminofen, das würde aber nicht (aufgrund der Anteile an fossiler Energie der Gas-Heizung) nicht hinhauen.

Welche Möglichkeiten hab ich denn jetzt nun? Und wer ist da der Fachmann für?
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Beitragvon bernhard geyer » 30.03.2013 14:41 Uhr

Dominic7483 hat geschrieben:Wieso komme ich auf LW-WP?
Also: Im Rahmen der Energieausweiserstellung (war für das Programm KfW 153 im Vorfeld bereits notwendig und hat das Statikerbüro mit gemacht) ist auf dem Antwortbogen bei Wärmepumpen nur LW-WP angekreuzt. Von daher bin ich ausgegangen, dass wir dass nun nehmen müssen.

Musst du nicht. Du musst nur die vorgaben bezüglich Primärenergiebedarf einhalten. Wenn nun statt einer WP ein Gastherme verwendet wird musst du mit anderen Mitteln die notwendigen Vorraussetzungen erfüllen wie zB. bessere Dämmung. Einzige die blödsinnigerweie jetzt geforderten 15% regenerative Energie könnte eine Reine Gasthermenheizung unmöglich machen.
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Beitragvon Dominic7483 » 31.03.2013 10:23 Uhr

Achso, ok.
wer istda jetzt eigent'ich der Fachmann für?
Soll uns das unser Architekt planen oder ist es besser, mehrere Angebote/Ratschläge von Heizungsbauern einholen?
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Beitragvon Thomas Heufers » 01.04.2013 20:35 Uhr

Auf jeden Fall solltest du deine Unterlagen in einer Bau-/Energieberatung bei einer regionalen Verbraucherzentrale zur Prüfung vorlegen. Das kostet dich gerade mal 5 Euro und ein bisschen Zeit.

Wie
machtnix schon angedeutet hat, kann es durchaus ein Rohrkrepierer werden, wenn dass Haus nicht zur Wärmepumpe passt.

Die Wärmepumpe kann die optimale Lösung sein. Aber nur, wenn die Bedingungen für deren Einsatz geeignet sind.


Gruß

Thomas Heufers


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Beitragvon Dominic7483 » 08.04.2013 23:11 Uhr

Hallo mal wieder,
so ich war heute bei der Energieberatung der Verbraucherschutzzentrale. Naja, die gute Frau hat sehr oberflächlich Bescheid gewusst und ansonsten nur über Atom- und Kohlekraftwerke und vor allem über LW WP geschimpft, was mir ja konkret nicht geholfen hat...
Ist es grundsätzlich möglich, eine LW WP mit einem wasserführenden Kamin zu kombinieren? Wie sieht sowas aus, wieviele Pufferspeicher etc benötige ich dabei und muss man da uaf irgendwas besonderes achten?
besten dank für die bisherigen Tips!
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Beitragvon Thomas Heufers » 10.04.2013 18:58 Uhr

@ Dominic7483 - Hast du einen Termin für eine Energieberatung vereinbart oder bist du direkt ohne Termin zur Verbraucherzentrale gegangen?

In einer speziellen Bauenergieberatung wirst du ausführlich über die Schwachstellen bei deiner Planung informiert. Mir scheint, du bist direkt ohne Termin dort hingegangen.

Vielleicht hilft dir dieses Dokument weiter.
http://www.verbraucherzentrale-energieb ... 1365624318

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Dominic7483 » 11.04.2013 13:09 Uhr

Ich hatte einen Termin extra vereinbart. Es gab die "Auswahl" zwischen einer allgemeinen Energieberatung und einer Beratung für konkrete Angelegenheiten.
Ich bin zu zweiterem gegangen, hätte mir aber die Zeit und die 5EUR sparen können. Alles, was die Tante mir sagte, war, dass LW WP ganz schlecht sind, weil die vorgerechnete Energiebilanz so nicht stimmt, da die ganz schlechte Atom- und Kohleenergie ja darin steckt. Als Ratschlag gab sie mir mit, dass ich leider eine Heizkessel-Generation zu früh baue, in 20 Jahren gebe es nämlich nur noch grünen Strom und das Problem der Energiespeicherung privater Haushalte ist evtl gelöst.
Das ist kein Witz! Die gute Frau sah ein Energie- bzw. Geldsparen immer im großen geostrategischen Rahmen, was mir persönlich ja weniger was bringt...
Wie dem auch sei, unser Architekt hat sich gefreut, dass er wieder mal bestätigt wurde :D

Der meinte dann aber auch - zurückbesinnend auf meine Eingangsfrage - dass es Sinn machen würde, zur LW WP einen wasserführenden Kaminofen zu wählen mit einem ca 500l großen Puffer.
Wie ist eure Meinung dazu?
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Beitragvon Thomas Heufers » 11.04.2013 20:43 Uhr

Schlechte Beraterin :( Es ist wie mit Ärzten.
Ich würde den Sachverhalt an deiner Stelle auch nochmal an den Bundesverband weitergeben. Du hast ein Anrecht auf eine gute und zielführende Beratung.

Bezüglich der Stromgestellung gibt es aus meiner Sicht keine Bedenken. Wir beziehen unseren Strom bei naturstrom.de, also 100 % aus regenerativen Quellen. Wenn es nach mir ginge, sollte Ökostrom ohne Biogas hergestellt werden, aber das ist wohl bei keinem Ökostromanbieter gegeben.


Energieeffizienz ist das A und O.
Weder die Wärmepumpe, noch die Photovoltaik, noch der Holzofen sind Indikatoren für ein energiesparendes Baukonzept.
Einzig die sehr gut gedämmte Gebäudehülle vermeidet jede unnötige Energieverschwendung.


Hat das Gebäude einen guten Kälteschutz, verliert die Wärmetechnik zunehmend an Bedeutung. Im besten Fall, wie beim Passivhaus, ist es vollkommen egal wo man die Restwärme herholt, weil der Energiebedarf so minimal ist.

Rechne für dich aus, wie weit du es ausreizen kannst. Welche Dämmstärke du dir finanziell leisten kannst? Im Gegenzug fallen die Kosten für Wärmebereitstellung und für Wärmetechnik.

Wir haben bei unserem Hausbau in 2004 teilweise die Mindestparameter für das Passivhaus bei der Gebäudehülle (Dach, Wand) unterschritten. Mit dem Ergebnis, dass die Energiekosten für Warmwasser und Heizung nur einen Bruchteil unseres Haushaltseinkommens ausmachen.

Siehe folgende Verbrauchsstatistik zu unserem Energiesparhaus KfW 40.
http://www.ecotec-energiesparhaus.de/en ... istik.html

Aus heutiger Sicht würde ich noch mehr dämmen, weil sich diese Investition mittelfristig amortisiert und der Wert des energieeffizienten Gebäudes stabiler ist. Energiesparobjekte werden stärker nachgefragt. Thema - Gebäude-Energiepass! 8)

Gruß

Thomas Heufers


Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 12.04.2013 17:24, insgesamt 1-mal geändert.
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