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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
Romy85
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Beitragvon Romy85 » 05.03.2013 18:54 Uhr

Hallo

Ich bin neu hier und hoffe es kann uns jemand helfen:

Unsere Erdwärmesole ist zu kalt seit unserem Einzug im November 2012. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Heizung in Betrieb genommen. Der Estrich wurde nur elektrisch aufgeheizt , ohne den Sonden. Wir können nicht nachvollziehen, ob beide Sonden a 100 Meter (250 m² Neubau) gleichmäßig oder gar nur eine arbeiten.

Spreizung wie Viessmann angegeben bei 2 Grad, Solevorlauf bei 3 Grad, nach unserer Meinung viel zu wenig.

Auszuschließen waren folgende Ursachen:
- Luft in den Sonden
- Temperatursensoren kaputt

Da wir keine Tachosetter oder Abstellhähne am Verteiler haben, haben wir uns nun entschlossen, die Erdsonden und den Verteiler freizulegen um zu überprüfen, ob jede Sonde durchströmt.

hat jmd sonst irgendwelche Ideen wo der Fehler liegen könnte?

Viele Grüße

Romy85

bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 06.03.2013 07:43 Uhr

3 Grad ist nicht kalt (wenn es zu kalten Zeiten am Ende eines WP-Laufes anliegt).

Wie hoch ist den der Stromverbrauch November bis jetzt? Wie hoch ist die Heizlast des Hauses bzw. nach welchem EnEV-Standard ist es gebaut?
Romy85
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Beitragvon Romy85 » 06.03.2013 16:32 Uhr

Hallo,

Der Stromverbrauch seit 19. November (Tag des Einzugs) bis heute liegt bei 4500 KW. Wir haben einen guten Wärmedämmstein (T9 von Wienerberger, Poroton). Fensterdämmwert 1,1. Dach isoliert mit 200 mm Mineralwolle. Die Heizlast des Hauses kann ich jetzt so nicht genau sagen. Wenn ich mich nach meinen Bruder richte (selbe Hausgröße 1999 gebaut, ein wenig schlechteren Dämmstein als ich), dann kann ich sagen, er verbraucht ca 4000 Liter Heizöl im Jahr mit Warmwasseraufbereitung. ich schätze ich liege bei 35000 KW / Stunden jährlich

Wie kann man prüfen, ob beide Bohrungen funktionieren? Wir haben am Anfang der Heizperiode versäumt, danach zu schauen, wieviel Grad der Boden am Anfang , ohne das die Wärmepumpe lief, hatte.

Meiner Meinung nach müssten es doch wenigstens 10 Grad im Erdreich gewesen sein. Doch mein Betriebstagebuch der WP zeigt mir seit der ersten Woche 0 Grad im Vorlauf und - 2 Grad im Rücklauf an.

Unser Haus ist warm zu jeder Zeit , der Verdichter lief jedoch 1300 Stunden seit November.

In der jetzigen Kalenderwoche ist die Vorlauftemperatur -1 Grad und die Rücklauftemperatur - 3 Grad. Jedoch war vorgestern die Bohrfirma da und hatte die Leitungen gespült und wir hatten mit dem Thermometer eine Temperatur im Spülfass von knapp 4 Grad.

Wieso zeigt mein Betriebstagebuch dann die nierigen Temperaturen an ?
bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 06.03.2013 20:10 Uhr

> Der Stromverbrauch seit 19. November (Tag des Einzugs) bis heute liegt bei 4500 KW.

Ist ziemlich viel. Ein Neubau in 2012 sollte das maximal als Jahresverbrauch haben.


> Wir haben einen guten Wärmedämmstein (T9 von Wienerberger, Poroton).

So toll ist ein T9 für 2012 auch wieder nicht. T8/T7 und dann noch mit größeren Wandstärken als 36 - Diese sind gut was monolithischen Wandaufbau betrifft

> Fensterdämmwert 1,1

Fenster oder nur Glas? 2 oder 3fach verglast? Wie groß ist die Fensterfläche?

> Dach isoliert mit 200 mm Mineralwolle

Welche Wärmeleitzahl hat das Dämmaterial? Sollte 035er sein.

> Die Heizlast des Hauses kann ich jetzt so nicht genau sagen. Wenn ich mich nach meinen Bruder richte (selbe Hausgröße 1999 gebaut, . ... er verbraucht ca 4000 Liter Heizöl im Jahr mit Warmwasseraufbereitung.

4000 (!) Liter pro Jahr für ein nicht mal 15 Jahre altes Haus? Das ist ja schon fast wieder ein Sanierungsfall!


> ich schätze ich liege bei 35000 KW / Stunden jährlich

Wenn du wirklich diesen Wert hast hätte dein Haus gar nicht gebaut werden dürfen. Es würde nicht der gültigen EnEV entsprechen. Dein Stromverbrauch wäre geschätzt bei 10.000-12.000 kWh (und nicht kW/h) was dir aktuell ca. 1.800-2.300 € kosten dürfte.

> Wir haben am Anfang der Heizperiode versäumt, danach zu schauen, wie viel Grad der Boden am Anfang , ohne das die Wärmepumpe lief, hatte.

Da braucht man nicht prüfen. Sind ca. 10-11 Grad. Im Rheingraben 1-2 Grad mehr.

> Doch mein Betriebstagebuch der WP zeigt mir seit der ersten Woche 0 Grad im Vorlauf und - 2 Grad im Rücklauf an. 0 bis -2 Grad sind zu niedrig. Ich erreiche bei Kälteperioden knapp über 0 Grad (2*60m, 7,7 kW WP).


Welche Wärmepumpe mit welcher Leistung hast du?
Wo erfolgt die Aufteilung der Zuleitung auf die beiden Sonden. Bei mir erfolgt das im Haus und ich kann optisch mit einem Durchflussmesser kontrollieren ob beide Sonden gleichmäßig durchflossen sind.
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Beitragvon Romy85 » 06.03.2013 20:27 Uhr

Hallo Herr Geyer

Wir haben eine Wärmepumpe mit 13 kw (Viessmann Vitocal 200 G) mit Warmwasser und Pufferspeicher. Bohrungen wurden 2 Stück gemacht a 99 Meter. Gestein: Größtensteils Basalt/Schiefer.

Der Heizwärmebedarf nach der Meinung meines Mannes (Maurermeister, hatte auch Wärmebedarfsberechnung in Ausbildung vor 3 Jahren) ist folgende: Er kommt auf eine maximale Heizlast von 12 KW , Heizwärmebedarf 15673 KWh/a. Ausgerechnet im Onlinerechner von uwert.net. berücksichtigt Außenwände, Fensteranteil nach Himmelsrichtungen, Dachdämmung Dachfester, Übergang Erdreich Keller und Lüftungsverlusten bei Raumtemperatur von 20 grad und - 16 Grad im Winter. Heizperiode von 01.10 - 18.04.

Wärmeschutzglas 2 Fach Verglasung mit 1.2 W/m²K.
Außenwand: U wert 0,23 W/m²K

035er Dämmwolle : berechnet 0,15 W/m²K (nach Aufbau Obergeschossdecke zum Dachboden ungeheizt)

Einige sagten zu uns, dass die Bohrung nicht ausreichen würde. Andere hingegen widerlegen dies. Nach der Berechnung 50 watt (Durchschnitt) pro Bohrmeter Entzugsleistung würde dies doch aber ausreichen (10 kw, restlichen 3 kw aus der WP)

In unseren Haus ist es nicht kalt. wir haben in den Räumen in denen wir uns aufhalten ca. 22 Grad und in den übrigen Räumen ca. 19 Grad.

Wenn wir die WP auf 19 Grad einstellen, ist es angenehm warm (22 Grad)

Wir wohnen in einer Gegend die mit 750 Metern recht hoch liegt und auch lange winter sind und kalte dazu. Dennoch kommt uns der Stromverbrauch recht hoch vor. Wir vemuten weiterhin, dass nur eine Bohrung arbeitet. Oder sind die Werte völlig normal?

Der Vor - und Rücklauf vom Sondenverteiler ist direkt an der WP im Heizungsraum angeschlossen und sitzt mittig von den 2 Sonden. Leider sind keine Durchflussmengenzähler bzw. irgendwelche Einrichtungen, die zur Überprüfung der Durchflussmenge aller 2 Sonden Aufschluss geben, vorhanden.
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Beitragvon bernhard geyer » 06.03.2013 22:57 Uhr

> Wir haben eine Wärmepumpe mit 13 kw (Viessmann Vitocal 200 G) mit Warmwasser und Pufferspeicher. Bohrungen wurden 2 Stück gemacht a 99 Meter. Gestein: Größtensteils Basalt/Schiefer.

Bohrung passt Überschlagsmäßig zu WP, aber WP dürfte zu groß für das Haus sein wenn es ein gut gedämmtes Haus ist. Habe hier ca. 200 m2 (mit Hauswirtschafts/Hobbyraum im Keller) und habe ich 7,7 kW WP und uns ist noch nicht Kalt geworten.

> Der Heizwärmebedarf nach der Meinung meines Mannes (Maurermeister, hatte auch Wärmebedarfsberechnung in Ausbildung vor 3 Jahren) ist folgende: Er kommt auf eine maximale Heizlast von 12 KW

Hab ich auch ungefähr Aber diese 12 kW wären nur nötig wenn es dauerhaft sehr sehr Kalt wäre (Kalte Gebirgstäler, ...). Wenn Ihr an gemäßigter Wohnt (Rheingraben/Norddeutsches Tiefenland) reihen kleinere WP's aus.


> Heizwärmebedarf 15673 KWh/a.

ist schon ein ganz andere Zahl als die 35.000 von davor. Damit sollten grob 4000 kWh Strom für das ganze Jahr reichen.


> Wärmeschutzglas 2 Fach Verglasung mit 1.2 W/m²K.

Wieso nicht 3fach? Hätte nicht die Welt gekostet und es angenehm gar kein kaltes Gefühl von den Fenstern zu spüren.


> Außenwand: U wert 0,23 W/m²K

Hab ich auch (schon ein paar Jahre). Ist nicht überragend aber geht.


> Einige sagten zu uns, dass die Bohrung nicht ausreichen würde. Andere hingegen widerlegen dies. Nach der Berechnung 50 watt (Durchschnitt) pro Bohrmeter Entzugsleistung würde dies doch aber ausreichen (10 kw, restlichen 3 kw aus der WP)

Sollte bei Basalt/Schiefer genügen (Siehe http://www.stmwivt.bayern.de/uploads/me ... hermie.pdf, Seite 11. Aber wie gesagt ist eher die Wärmepumpe zu groß als zu klein.


> Der Vor - und Rücklauf vom Sondenverteiler ist direkt an der WP im Heizungsraum angeschlossen und sitzt mittig von den 2 Sonden. Leider sind keine Durchflussmengenzähler bzw. irgendwelche Einrichtungen, die zur Überprüfung der Durchflussmenge aller 2 Sonden Aufschluss geben, vorhanden.

Die Durchflussmengenzähler sieht man normalerweise nicht. Damit im Keller keine Tropfsteinhöhle entsteht sind die Zuführungen ja dick mit Dämmaterial ummantelt. Probier mal aus ob an einer stelle diese Ummantelung dicker ist und sich verschieben/drehen lässt. darunter wäre der Durchflussmesser.


Aber zu WP größe. Der Heizwärmebedarf soll ca. 16.000 kWh/a sein. Bei einer 13 kW WP wären das 1200 Betriebsstunden/Jahr. Normalerweise wird die WP auf 1800-2400 Stunden/Jahr ausgelegt. D.h. es hätte auch eine 9-10 kW WP genügt.


Jetzt wären noch folgende Daten relevant um evtl. zu sehen was falsch ist:

Wie viele Einschaltungen des Verdichter sind seit Einzug erfolgt?
Wie ist die Soletemperatur am Beginn eines Verdichterlauf und wie am Ende? Diese Messung wird vermutlich erst sinnvoll möglich sein wenn es etwas Kälter ist/Nachts.
Wurde ein hydraulischer Abgleich gemacht? Es ist für einen effektiven Betrieb der WP nicht sinnvoll wenn der größte Teil der Heizkreisläufe immer geschlossen ist (Räume mit 19Grad). Hier wäre ein dauerhafte geringerer Durchfluss der Fußbodenheizung anzustreben.

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Beitragvon machtnix » 06.03.2013 23:14 Uhr

Einzug November 2012 und keine Tacosetter verbaut?Na ganz toll.
Solche Hirnis würde ich aber mal schleunigst antraben lassen und diese Dinger mal einbauen lassen.
Vielleicht ist ja auch die Sole/Umwälzpumpe zu klein und schaft nicht mehr.Wie soll man das kontrollieren ohne Tacosetter?
Diese kleinen Dinger kosten nicht Welt und sollten in jeder Heizungsanlage verbaut sein.
Ach ja die Sonden bzw die Verteiler sollten draußen in einem Schacht zugänglich gemacht werden.Dort sitzt dann der Verteiler mit den eingebauten Tacosettern.
Nix Tropfsteinhöhle im Keller.
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Beitragvon Romy85 » 07.03.2013 18:26 Uhr

Hallo

Was kostet denn ein Taccosetter mit Einbau ungefähr?


zu den sonstigen Fragen:

Ein Wärmemengenzähler wurde nicht verbaut. In den Sondenleitungen zur WP im Heizungsraum sind lediglich 3 Wegehähne zum Abstellen (z.B. beim Spülvorgang) und ein Anschlussstutzen dafür vorgesehen.

Anzahl der Betriebsstunden Verdichter: 1336 Stunden seit Mitte November bis heute.

Anzahl Einschaltungen Verdichter 1008 Stunden

Temperatur am Anfang einer Heizphase: 3 Grad Vorlauf, Rücklauf kein Termostat vorhanden.

Am Ende einer Heizphase (wir schauten nach 45 Minuten erneut nach: 1 Grad . Temperatur sackte eigentlich nie unter Null Grad. - 1 Grad stand nur einmal oder ganz selten auf der Anzeige

Ein Auszug aus unserem Betriebstagebuch:

KW T. in T out Stunden

9 -0,8 -2,8 86
8 -0,9 - 2,9 94
7 - 1,4 - 3,4 116
6 - 0,6 - 2,6 92
5 - 0,9 - 2,9 80
4 - 1,4 - 3,4 105
3 - 0,8 - 2,8 88
2 - 0,2 - 2,2 76
1 - 0,2 - 2,2 77
52 - 0,2 - 2,2 72
51 - 0,8 - 2,8 83
50 - 0,8 - 2,8 93
49 - 0,2 - 2,2 96
48 einzug - 0,2 - 2,2 86
2012

Wieso ist in der ersten Woche des Einzugs der Vor und Rücklauf trotzdem so kalt wenn es im unberührten Erdreich ca. 10 Grad sind? Der estrich wurde ja ohne die Erdwärmesonden aufgeheizt.

Folgendes noch dazu: Wieso stehen im Betriebstagebuch im Vorlauf - 0,2 bis - 1,4 wenn im Fühler eigentlich immer 0 bis 3 Grad angezeogt werden?

Was ist ein hydraulischer Abgleich? wir wissen damit nichts anzufangen. Ich kann aber sagen, dass die Bohrungen parallel geschaltet sind vom Soleverteiler. Somit müssten sie gleichmäßig durchströmt werden. Der Abstand zwischen den Sonden beträgt 6 Meter.

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