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hanashra
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Beitragvon hanashra » 22.02.2013 15:37 Uhr

Hallo an das Forum. Ich würde gerne in Verbindung mit der Bafa-Förderung und dem ab 01.03.2013 verfügbaren Programm 167 (gefördert werden Wärmepumpen und Biomassenanlagen bei Anlagentausch für Geräte, die vor 2009 installiert wurden) meine aktuelle Ölheizung durch eine Luft/Wasser-Wärmepumpe ersetzen.

Luft/Wasser deshalb, weil Sole/Wasser oder Grundwasser bei mir nicht möglich ist. Für Sole/Wasser fehlt der Platz und Grundwasser habe ich nicht hier.
Ich habe mir mehrere Luft/Wasser-Wärmepumpenanlagen von IDM und Novelan angesehen und war sehr beeindruckt, sowohl von der Lautstärke als auch von der Leistung bei den Gebäuden, die ich sehen durfte. Aufgebaut waren alle Anlagen mit 1000L Puffer ohne Solarthermie.


Zu meinem Gebäude:

Gebaut 2003 nach ENEV 2002
Netto-Gebäudeheizlast: 12,1kW
Heizlast beheizte Fläche: 39,4W/m2
Heizlast beheiztes Volumen: 15,4 W/m3
zu beheizende Gebäudefläche: 307qm

Heizölverbrauch jährlich: ca. 2200L
Holzverbrauch: jährlich ca. 2,5rm Buche
4 Personen

Zwei hydraulisch getrennte Heizkreise:

Kreis 1 versorgt mit Fußbodenheizung ca. 75qm (fester Vorlauf von 30°C bei -10°C Außentemp reicht locker aus)
Kreis 2 versorgt mit Heizkörpern ca. 232qm von welchen 49qm gar keine Heizung haben (Kellerraum, Speisekammer, Kellertreppe) und 23qm noch eine RTL-FBH haben. (hier ist der Vorlauf durch mich nicht klar ersichtlich. Ich würde schätzen, dass mit 75° gearbeitet wird)

Warmwasser läuft über Zirkulation


Aktuelle Heizung: Viessmann Calorond 050 mit 22kW Leistung von 2003 und 200L Warmwasserspeicher.


Ich habe schon mitbekommen, dass man mit Heizkörperkreise nicht sinnvoll mit einer Wärmepumpe versorgen kann. Mein Ziel ist es also, die insgesamt 10 Heizkörper durch Jaga DBE zu ersetzen, welche auch mit 35° Vorlauftemperatur noch genügend Leistung bringen. Dadurch kann ich also überall eine niedrige VL-Temperatur fahren.

Meine Heizungsidee ist nun eine Außenaufstellung einer Luft/Wasser-Wärmepumpe mit einem 1000L Puffer (da die HBs zumindest sagen, dass dies die richtige Größe ist) mit Frischwasserstation.



Folgende Fragen an die Mannschaft hier:

1. ist dieses Projekt sinnvoll oder eher ein Groschengrab?
2. wie sieht es mit der Auslegung der Wärmepumpe aus? Der Betrieb sollte meiner Meinung nach bis -7°C ohne Heizstab möglich sein. Ist das sinnvoll oder ein guter Ansatz?
3. Wie plant man eine solche Anlage passenderweise? Also ein Heizungsbauer selbst ist ja immer eher nach dem Motto "eher zuviel als zu wenig" unterwegs, wie ich befürchte.
4. Kann man eine Wärmepumpe (im Sommer) sinnvoll mit einer Photovoltaikanlage kombinieren? Ich habe eine gut 18kWp-Anlage auf dem Dach und die Leistung kann man doch im Sommer ganz gut abgreifen.

Ich danke euch für eure Eingebungen :)

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 23.02.2013 10:55 Uhr

Nachdem ich kurz deinen Beitrag quergelesen habe, komme ich zu dem Résumé, dass die Wärmepumpe in deinen Fall ziemilich sicher ein Groschen- bzw. Eurograb werden wird. Besonders ungeeignet für den Betrieb der Wärmepumpe ist die Vorlauftemperatur über die Heizkörper von 75° C..

Folgernde technische Rahmenbedingungen sollten bei einer Wärmepumpe gegeben sein:
- niedrige Vorlautemperatur, bspw. kleiner 35° C. (Maximaltemp.)
- möglichst Flächenheizungen, bspw. Decken-, Wand-, Fußbodenheizung
- niedrige Heizlast, bspw. Obergrenze von 40 W/m²
- Gebäude und Wärmepumpe müssen gut aufeinander abgestimmt sein.
- das Haus sollte gut gedämmt sein und die Wärmeverteilung über eine Fußboden-oder Wandheizung erfolgen.
- die Heizlast des Gebäudes sollte entsprechend den Regeln der Technik genau berechnet werden.
- die Warmwasserbereitung sollte ebenfalls über die Wärmepumpe erfolgen.
- Warmwasser-Zirkulation ist zu vermeiden oder ist mit einer bedarfsabhängigen Steuerung zu versehen; Zeitsteuerung oder Impulsgeber.
- bei Bohrungen ist vorab eine Genehmigung bei der unteren Wasserbehörde einzuholen. Bei Erdkollektoren reicht meist eine Mitteilung.
- Bohrfirmen sollte man nach DVGW-Zertifizierung und Referenzobjekten fragen.
- eine ausführliche Dokumentation der Bohrung sollte erfolgen.
- auf eine genaue Planung und Auslegung bestehen.
- einen hydraulischen Abgleich für die Wärmequelle und die Wärmeverteilung durchführen lassen.
- auf jeden Fall einen Wärmemengenzähler einbauen und eine Jahresarbeitszahl vertraglich zusichern
lassen.
- nach dem Einbau die Jahresarbeitszahl durch regelmäßiges Zählerablesen prüfen.
- bei allen Fragen im Vorfeld die unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentralen nutzen.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon bernhard geyer » 23.02.2013 11:10 Uhr

Thomas Heufers hat geschrieben:Besonders ungeeignet für den Betrieb der Wärmepumpe ist die Vorlauftemperatur über die Heizkörper von 75° C..[/color]


Du hast was überlesen (hatte ich auch beim ersten überfliegen nicht gesehen):
ein Ziel ist es also, die insgesamt 10 Heizkörper durch Jaga DBE zu ersetzen, welche auch mit 35° Vorlauftemperatur noch genügend Leistung bringen.

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Beitragvon Thomas Heufers » 23.02.2013 11:58 Uhr

35° C. Vorlauftemperatur ist halt auch am Limit. Wenn es dann mal kälter wird, kann das schon eng werden. Ein direktelektrisches Zuheizen mit dem Nachheizstab ist dann nicht unbedingt ausgeschlossen.

Besser ist es in jedem Fall die Kombination der Wärmepumpe mit einem Flächenheizsystem, die Niedertemperatur-Heizkörper sind nur ein Kompromiss.

Wie stimmig ist die Heizlastberechnung? Wenn die Berechnung nicht hundertprozentig war, geht anschließend die Diskussion los.

Es gibt ja eventuell auch auch die Möglichkeit, dass bestehende Heizsystem zu optimieren. Stichworte: Einstellung der Heizungsanlage, hydraulischer Abgleich, optimale Pufferung, Reduzierung der Kaltsstarts etc.

Optimales Einstellen der Heizung - Fusspunkt und Heizkurve
http://www.ecotec-energiesparhaus.de/fi ... eizung.pdf

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon bernhard geyer » 23.02.2013 12:51 Uhr

Thomas Heufers hat geschrieben:Besser ist es in jedem Fall die Kombination der Wärmepumpe mit einem Flächenheizsystem, die Heizkörper sind der Kompromiss.

Jedoch bei einem 10 Jahre alten Haus auch noch eine Flächenheizung zu installieren wäre wohl sowas wie wirtschaftlicher Unsinnsinvestition. Vermutlich ist das Haus nicht mal komplett abbezahlt

Thomas Heufers hat geschrieben:Wie stimmig ist die Heizlastberechnung?

Sowie der prognostizierte Stromverbrauch.

Bei den obigen Daten (2200 Liter Ölverbrauch/Jahr) sind das aktuell 2000 € Jahr.
WP wird vermutlich Stromkosten von bestenfalls ca. 1000 € verursachen.

Wenn die WP-Umrüstung nur 10.000 € ausmachen würde (vermutlich mehr), wären das bei aktuellen Preisen bei 2% Zinsen es nach 14 Jahren abbezahlt Bei 15.000 € wären es schon 20 Jahre bis der Umbau bezahlt ist.

Übrigens: Falls noch Kredit läuft. Die Kfw-Kredite haben hier Aussschlusskriterien!
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Beitragvon machtnix » 23.02.2013 16:18 Uhr

Da will aber einer sein Geld zwanghaft loswerden.
So einen Kunden wie dich hätte ich auch gerne.

1) 1000 Liter Puffer?Viel zu viel.
2) Groschengrab?Ja!
3) Bei 12kW Heizlast würde ich mindestens eine 18kW Luft-WP nehmen.
Am besten vom Kälteklausi eine Doppelanlage zusammenschrauben lassen.
4) WP und Photovoltaik?Wie soll das gehen?Entweder wird der Strom verkauft oder man baut noch ein zusätzliches Speichersystem mit Batterien im Haus ein.

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Beitragvon hanashra » 23.02.2013 21:38 Uhr

Danke für die Antworten. Flächenheizsysteme stehen nicht zur Debatte, da mit verhältnismäßigem Mittelaufwand nicht realisierbar. Das wurde bereits richtig vermutet.
Die 35 Grad VL Temperstur beziehen sich übrigens auf die Leistungsdaten der Heizkörper. Meine FBH läuft bei einem fest voreingestelltem Wert von 30 Grad auch bei -10Grad noch locker so, dass die Räume die Temperatur halten. Von daher ist es wahrscheinlich, dass überwiegend weniger ausreichen.
Wie berechnet man denn die ideale Größe des Pufferspeichers? Wenn 1000Liter zu groß sind, warum?
Wärmepumpe und Photovoltaik gehen ganz gut zusammen. Die PV-Anlage kann so ausgestattet werden, dass diese eine Wärmepumoe ansteuert und dafür sorgt, dass immer dann, wenn Strom gratis vom Dach zur Verfügung steht, der Puffer geladen wird.
Zudem kann man Gegenrechnen. Strom verkaufen im Sommer abzgl Zukauf im Winter. Dadurch kostet aufs Jahr gesehen eine kWh Strom für die WP nur etwa 7Cent.

Hydraulischer Abgleich der Anlage ist übrigens gemacht. Optimieren lässt sich da so einfach nichts mehr.
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Beitragvon machtnix » 23.02.2013 22:07 Uhr

Zunächst einmal ist die FBH der Puffer,bzw. der Estrich der FBH.
Dann sollten ca.300-500 Liter Puffer vollkommen ausreichen.
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Beitragvon hanashra » 23.02.2013 22:12 Uhr

Ok, aber die FBH existiert nicht im ganzen Haus und wird es auch nie. Das muss man natürlich mt einbeziehen. Der größere Teil der Wohnfläche wird auch in Zukunft mit Heizkörpern versorgt werden. Wie rechnet man das dann?
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Beitragvon bernhard geyer » 24.02.2013 10:16 Uhr

hanashra hat geschrieben:Wärmepumpe und Photovoltaik gehen ganz gut zusammen. Die PV-Anlage kann so ausgestattet werden, dass diese eine Wärmepumoe ansteuert und dafür sorgt, dass immer dann, wenn Strom gratis vom Dach zur Verfügung steht, der Puffer geladen wird.

Und mal ausgerechnet wieviel das ausmachen würde. Dezember/Januar/Februar sind die drei Monate bei denen am wenigsten Sonnenschein vorhanden ist, aber am meisten Wärme benötigt wird. Ob sich diese extra-Kosten rechnen hier eine extra Schaltung bereit zu stellen? Auch wird die PV das nur schafffen wenn die Frequenz/Spannungsstabilität vom Netz bereit gestellt wird. Rein PV-Technisch wird die WP in solchen Fällen wegen Frequenz/Spannungsabfälle oft beim Anlauf in Störung laufen.
Auch noch was: Wenn du sowas machen willst darfst du keinen speziellen Wärmepumpentarif verwenden sondern musst die WP über Haushaltsstrom betreiben! Bei meinen Anbietern wären das 4 Cent/kWh mehr.


hanashra hat geschrieben:Zudem kann man Gegenrechnen. Strom verkaufen im Sommer abzgl Zukauf im Winter. Dadurch kostet aufs Jahr gesehen eine kWh Strom für die WP nur etwa 7Cent.
Das ist eine Milchmädchenrechnung. PV muss man/muss sich so rechnen. Dieser saisonale Verrrechnen wird zwar oft gerne gemacht aber ist ein reine "grüne Gewissen" Rechnen.

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