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Posent
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Beitragvon Posent » 12.02.2013 19:06 Uhr

Hallo. Wir planen ein Haus zu bauen. Nach langer Suche haben wir den passenden Bauträger gefunden und sind jetzt bei der Haus Zusammenstellung. Es wurde noch kein Vertrag oder Absichtserklärung unterschrieben Ich selber bin ein Bürohengst der keine Bauerfahrung vorweisen kann. Aber ausgezeichnet darin ist sich Wissen anzueignen ;-)

Die folgenden Voraussetzungen sind gegeben bzw. gewünscht :
- Neubau
- 150 bis 165m2 (stehen 2 Gebäude noch zur Debatte)
- SSO Ausrichtung
- Fußbodenheizung
- Be - und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
- Kamin
- Putzfassade anfangs gewünscht (siehe Text)

Hier mal ein Eckdaten die auf der Homepage des Betreibers genannt werden:

Die folgenden U-Werte werden bei der Standard/Basic Variante erreicht

REGEL-DACHDÄMMUNG IM SCHRÄGDACH
Gipskartonplatte 12,5 mm
4 cm Luftschicht (ruhend)
Dampfbremse (Folie)
24 cm Sparrenvolldämmung WLG 040
Konterlattung - Dachlattung
Unterspannbahn
Dachhaut
U-Wert = 0,19 W/m²K

REGEL-WANDDÄMMUNG MIT WÄRMEDÄMMVERBUNDSYSTEM
1,2 cm Gipsputz
17,5 cm Poroton-Mauerwerk (0,42 W/(mK))
16 cm EPS-Dämmplatte (WLG 035)
3-5 mm Strukturputz
U-Wert = 0,19 W/m²K

Fenster Ug 0,6 W/m²K und Uw 1,1 W/m²K
Bodenplatte U-Wert 0,30 W / m² K


Das Ziel meinerseits war:
Gute Dämmung und nur eine Gasbrennwerttherme !!

Warum "nur" eine Gasbrennwerttherme?
Weil der Aufpreis zu einer Luft-Wärmepumpe oder Erdwärmepumpe außerhalb unsere Budget liegt und wir unsere wenig vorhandenen Mittel erst einmal in Dämmung legen möchten. Außerdem verlangt unser Bauträger einen viel zu hohen Aufpreis für seine Luft-Wärmepumpen (>9.000€ Aufpreis zur Gasbrennwertherme).

Also hab ich folgende Extras eingeplant gehabt:
60mm Unterdachdämmung unterhalb der Sparren für 3.000€ Aufpreis
Lastabtragende Wärmedammumg unter Fundamentsohle für 3.000€ Aufpreis
Heizkreispumpe Klasse A (paar € Aufpreis)

Bis hierhin hatte mir Bauträger/Generalunternehmer vertraglich zugesichert das es ein KFW 55 Haus werden würde.
Nach diesen Angebot wollte ich allerdings noch eine Verblenderfassade/Klinker haben. Der Bauträger teilte mir nun mit, dass wir so kein KFW 55 mehr erreichen würden und wir ansonsten auf Poretonsteine/Ytong wechseln müssten. Da der Schallschutz für mich persönlich hohe Priorität hat möchte ich dies aber eigentlich nicht.

Als Laie hatte ich den Bauträger gefragt/empfohlen den Planziegel zu ändern. Ein 17,5 Porotonstein mit einem Lambda-Wert von 0,42 ruiniert meines Laienhaften Wissens die ganze Dämmung. Ich hatte hier einen Plan-T14-24,0 L mit einen 0,14 Lambda-Wert empfohlen. Laut http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/ komme ich so vom U-Wert 19 auf U-Wert 15. Die Empfehlung/Wunsch hatte ich per E-Mail gesendet. Das Ergebnis steht noch aus.

Nun hab ich aber mal ein paar Fragen und würde mich über jede Menge ausführliche Antworten oder auch eure allg. Meinung sehr freuen !
1.) Lohnt es sich finanziell für 12.500€ von KFW 70 auf KFW 55 zu kommen (10.000€ nach Abzug der KFW Förderung) ?
2.) Sind die gewählten Dämmextras meinerseits empfehlenswert ?
3.) Ist mein Vorschlag einen besseren Porotonstein zu wählen der richtige Weg gewesen um bessere Dämmwerte für das Haus zu erzielen ? Dämmmatten sind wesentlich günstiger und habe bessere Dämmwerte ?
4.) Sinken die U-Werte wenn man von einer Putzfassade auf einer Verblenderfassade/Klinker wechselt ?

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 12.02.2013 20:39 Uhr

Die U-Werte von Außenwand- und Dachflächen sollten idealerweise unter 0,15 W/m² liegen. Wir streben bei unseren Bauvorhaben einen U-Wert von 0,12 W/m² an. Bei der Bodenplatte sollte man die gleichen Werte ansetzen. Damit haben wir bei unseren Bauvorhaben keine Energie-Diskussionen mit dem Auftraggeber. Und der Komfort ist zusätzlich erhöht. :wink:

Der Aufpreis seitens deines Anbieters für die Wärmepumpe ist Taktik. Hier ist nachzuverhandeln! Wenn die von mir genannten Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine Wärmepumpe das Optimum. Der Mehrpreis für die Luft-/Wasser-Wärmepumpe muss insgesamt betrachtet werden. Man muss den Hausanschluss für Gas und den Mehrpreis für die thermische Solaranlage berücksichtigen. Auch bei einer Energiepreissteigerung von 100 % lohnt sich eine thermische Solaranlage nicht! :(

Übrigens - In der Regel favorisieren Anbieter mit minder guten U-Werten die Gastherme, weil hierüber der höhere Wärmeverlust besser kompensiert werden kann. Ein 150 m² Gebäude benötigt beispielsweise bis -5° C. Außentemperatur überschlägig 8 kW. Ein kleine Gas-Brennwert-Therme kann bis 18 kW abgeben, wenn es mal kälter sein sollte.

Bei den von dir genannten Regel-U-Werten könnte der Einsatz der Wärmepumpe suboptimal sein. Direktelektrischer Betrieb ist nicht auszuschließen!

Übrigens - Die Solaranlage dient einzig und allein der Bilanzierung beim Wärmeschutz, da die Gastherme eine ungünstig hohe Anlagenaufwandszahl hat.

Klinker-Verblender ist aus energetischer Sicht Nonsens und ist mit einem hohen Mehrpreis verbunden. Mindestens 100 € pro m² Außenwandfläche für Klinker ist die aktuelle Preissituation. Da kommen schnell 20 - 30.000 € für die Klinkerung zusammen! :shock:

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Posent » 12.02.2013 21:04 Uhr

Thomas Heufers hat geschrieben:

Klinker-Verblender ist aus energetischer Sicht Nonsens und ist mit einem hohen Mehrpreis verbunden. Mindestens 100 € pro m² Außenwandfläche für Klinker ist die aktuelle Preissituation. Da kommen schnell 20 - 30.000 € für die Klinkerung zusammen! :shock:
s


Vielen Dank für deine Antwort. Ist Klinker nun sogar "schädlich" für die U-Werte der Außenwand und der Bauträger hatte recht ? Hast du auch eine Meinung/Antworten zu meinen gestellten Fragen ?
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Beitragvon bernhard geyer » 12.02.2013 23:02 Uhr

Es ist nicht schädlich, sondern es ist nur aufwändig ihn anzubringen. Es werden nicht alle Dämmaterialien für eine Verklingerung geeignet sein bzw. es muss aufwändiger die Unterkonstruktion gewählt werden wenn man eine stabile Befestigung will.

Der Hochlochziegel ist schon OK. Er soll ja die Statik und denn Schallschutz übernehmen für die Wärmedämmung ist ja EPS-Dämmplatte vorgesehen. Wenn dir der Dämmwert nicht reicht einfacher 20 cm statt 16 cm nehmen.
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Beitragvon Pappnase276 » 05.02.2014 14:05 Uhr

Ich möchte von einer EPS Dämmung dringend abraten, weil 1. sorgt es für Bunkerklima 2. ist es feuergefährlich. EPS ist das schlechteste was man einem Haus antun kann, den es ist weitgehend diffusionsdicht, es absorbiert keinen Schall. Du hast einen wunderbaren Stein der feuchteregulierend wirkt und vergewaltigst ihn mit EPS, da wären Betonfertigteile günstiger!! Das nur als Denkanstoß, Steinwolle z.B hat in Schall und Wärmedämmung hervorragende Werte und ist diffusionsoffen.
Der andere Nachteil von EPS ist, Stoße ich mit einem Gegenstand gegen die Fassade ist ein Loch drin. Ich habe Holzfaserplatten als Aussenhaut verputzt, da passiert nichts, wenn es nicht gerade ein Hammer ist.

Nun zu deinen U-Werten, lasse dich nicht blenden von U-Werten, sie sind relativ. Das wichtigste zur Energieeinsparung sind gute Fenster und ein gut gedämmtes Dach. Bei mir habe ich Passivhaus Fenster in RAL Einbau und ein Dach, welches ein U-Wert von 0,14 hat, also ebenfalls Passiv.
Ganz einfache Erklärung dazu, liegst du im Bett und es ist ein Loch in der Decke, merkt man das es da zieht. Oder wo kühlt der Mensch am meisten aus? Am Kopf, deshalb ziehen wir Mützen auf!! Wärme zieht nach oben und das Dach ist das wichtigste von allem.
Meine Devise ist, nicht an Fenster und Dach sparen, eher kann man sich die Dämmung sparen und viel Masse ins Haus um einen Wärmespeicher zu haben.

Jetzt mal so in den Raum geworfen. Welcher Irrsinn eigentlich EPS ist. Man Dämmt sich sein Haus um weniger Energie zu Verbrauchen. Was man aber wirklich erreicht hat, ist das man sich einen Bunker geschaffen hat, der gelüftet werden muss, weil er sonst schimmelt. Also planen wir Lüftungsanlage und wenn nicht vorhanden sollte 3 mal am Tag gelüftet werden. Wo ist hier die Ersparnis, wenn ich die Energie sowieso wieder zum Fenster rausblase oder die Kosten für eine WRG inkl. Einbau?

Plane ich eine gedämmte Fassade soll sie doch ihren Zweck erfüllen. Ich will nicht im Lüftungszwang sein und will lüften wenn draußen Temperaturen dazu sind ohne das ich Angst auf Schimmelbefall haben muss.
Im Extremfall komme ich 2-3 Wochen ohne Heizung aus, wenn draussen um 0 Grad sind. Schafft man das im Styroporbunker wenn er auch Passiv ist????
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Beitragvon Pappnase276 » 05.02.2014 14:11 Uhr

Die Brennwerttherme hatte ich vergessen. Wenn du keine Wandheizung oder Fussbodenheizung geplant hast, würde ich keine Wärmepumpe nehmen. 1. laufen sie bei minusgraden unwirtschaftlich und mit normalen Heizkörpern erst recht. Ich würde eher zu Brennwert mit Solarerheizungsunterstützung mit Wand und Bodenheizung tendieren. Denn dies ist langfristig wirtschaftlicher als eine Wärmepumpe.



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