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GESBB
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Beitragvon GESBB » 15.01.2019 10:15 Uhr

Hallo,
Stone, post: 97914, member: 4918 hat geschrieben:...Sobald die Temperaturen runter gehen, schaffe ich nich noch 20° im Haus...., dass die Ist-Vorlauftemperaturen der Anlage nicht an die Soll-Temperaturen herankommen.

Ein geradezu typisches Problemabbild derartiger Anlagen.
Stone, post: 97914, member: 4918 hat geschrieben:In jedem Winter aus Neue telefoniere ich mit dem Service von Stiebel Eltron.

SE ist lediglich nur der Hersteller des Geräts, nicht jedoch verantwortlich für das Anlagekonzept insgesamt bzw. für dessen bestimmungsgemäße Verwendung!
Eine wesentliche Bedeutung, die vielen Bauherren/ Anlagenbetreibern absolut nicht bewußt ist!
Hier vermute ich deutlich ein GU/GÜ Bauvorhaben. :wink:
Stone, post: 97914, member: 4918 hat geschrieben:Um den hier geäußerten Verdacht nachzugehen, habe ich den Wärmebedarfsnachweis herausgesucht, der für den Bau erstellt wurde. Leider sagt mir dieser nicht so viel. Kann mir hier vielleicht jemand aufgrund des Dokuments sagen, ob die Anlage grundsätzlich richtig dimensioniert ist?

Ein EnEV Nachweis hat absolut nichts mit tatsächlichen Begebenheiten zu tun (Energieausweis) => lediglich buntes Papier, was leider von völlig Ahnungslosen/ Unbedarften kaum verstanden wird.
Stone, post: 97914, member: 4918 hat geschrieben:Laut Energieausweis besteht ein Primärenergiebedarf von 56,9kWh.

Für tatsächlich, reale Bedingungen keinerlei rechtlich belastbares Vergleichskriterium.
Allerdings können Sie einen GU/GÜ bei Defiziten in die rechtliche Verantwortung nehmen.
Ob die realisierte Anlagenkonfiguration (Hersteller/Gerät) tatsächlich zu den realen Anforderungen passt, wofür ein Gesamtanbieter rechtlich haften muß, ist völlig ungeklärt.
Ich habe gutachterlich zahlreiche, meist SE, Nibe...etc. Problemfällen nicht nur aus diesem Forum, erfolgreich begleitet.
Warum sich diese Hersteller im Vertrieb mit GU/GÜ, wegen der inzwischen vielfachen Negativmeldungen, überhaupt noch einlassen, ist mir ein absolutes Rätsel.

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Beitragvon kreuzundkwer » 16.01.2019 15:30 Uhr

Unser haus wurde von einem Architekten geplant. Er hat auch die Koordination der einzelnen Gewerke vorgenommen.
Die Heizungsanlage wurde durch das Sanitärgewerk installiert und gemeinsam mit Stiebel Eltron in Betrieb genommen.

Bedeutet vermutlich für mich, dass ich mich zunächst an das Architekturbüro wenden sollte?

Welche Dokumente müsste ich denn auftreiben um mit etwas mehr Gewissheit beurteilen zu können, ob die Anlage passend ausgewählt/dimensioniert wurde?
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Beitragvon energieprojekt » 16.01.2019 15:52 Uhr

nun es sollte eine verlässliche Heizlastberechnung und eine vernünftige TGA-Planung zu Grunde liegen.
Diese sollte der Heizungsbauer oder Architekt (Bauleiter) haben, es wird bestimmtvon einem TGA-Büro erstellt worden sein....
Hat der Architekt dieses Bauvorhaben koordiniert und den Verlauf gutschterisch dokumentiert oder ist er als Generalunternehmer aufgetreten ?
Du schreibst "es wird die Solltemperatur nicht erreicht"
Woher kennst du die wenn keine verlässlichen Unterlagen parat liegen ?
Meinst du damit die Temperatur der Wärmepumpe oder des Heizungsvorlaufes ?
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Beitragvon kreuzundkwer » 16.01.2019 16:21 Uhr

Der Architekt ist nicht GU aufgetreten. Er hat die Ausschreibungen erstellt und für uns beauftragt sowie den Bau überwacht. Jedes Gewerk wurde einzeln vergeben.

Die Werte der Anlage lese ich über das ISG ab. Dort sehe ich Ist- und Sollwerte unter anderem auch von der Vorlauftemperatur.
Meine Denkweise ist ganz einfach: Von der Heizkurve und der Außentemperatur werden die Sollwerte vorgegeben. Diese sollten erreicht werden, damit das Haus wohl temperiert ist. Hier beobachte ich regelmäßig, dass die Ist-Werte der Vorlauftemperatur weit entfernt von den Soll-Werten sind. Somit st es logisch, dass ich im Haus nicht die gewünschte Temperatur habe. Weiter ergibt sich für mich als Laien daraus die Frage, warum die Temperatur nicht erreicht wird. Zu den Zeitpunkten, an denen ich diese Differenzen festgestellt habe waren alle Ventile der Fußbodenheizung zu 100% geöffnet.

Sowas wie eine Heizlastberechnung kann ich in meinen Unterlagen nicht finden. Zumindest nicht mit diesem Titel. Da werde ich wohl mal beim Architekten nachfragen.
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Beitragvon energieprojekt » 16.01.2019 16:45 Uhr

Ja die Denkweise ist soweit richtig, wenn die geforderte Temperatur nicht erreicht wird kann die Flächenheizung natürlich auch nicht genügend Energie an die Räume abgeben.
Was mich etwas erstaunt ist das dies schon bei so milden Temperaturen passiert..... was soll erst sein wenn mal Winter wird (von den Temperaturen her nicht von der Jahreszeit)?
Da es bei dir zu kalt ist gehe ich mal davon aus das, zum Glück, der E-Heizstab nicht in Betrieb geht.
Momentan würde ich den Fehler mal an der Wärmepumpe vermuten, erst wenn di genügend Energie liefert kannst du schauen ob es mit der errechneten Vorlauftemperatur auch zu einer ausreichenden Wärme in den Räumen kommt.
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon GESBB » 17.01.2019 06:16 Uhr

kreuzundkwer hat geschrieben:....Meine Denkweise ist ganz einfach: Von der Heizkurve und der Außentemperatur werden die Sollwerte vorgegeben. Diese sollten erreicht werden, damit das Haus wohl temperiert ist.
Diese Denkweise ist grundsätzlich korrekt. Trifft aber nur zu, wenn die Anlage fachgerecht dimensioniert wurde und eine korrekte Einstellung der Regelung entsprechend der spezifischen Notwendigkeiten des Gebäudes erfolgt ist.
Die LWZ303 ist nur für sehr gut gedämmte Gebäude ca. ab KfW 55 geeignet/ sinnvoll (thermische Qualität der Außenhülle).Für EnEV Standardgebäude ist sie nicht geeignet.
kreuzundkwer hat geschrieben:Hier beobachte ich regelmäßig, dass die Ist-Werte der Vorlauftemperatur weit entfernt von den Soll-Werten sind.

Eine junge Beobachtung oder seit Beginn der Inbetriebnahme?
kreuzundkwer hat geschrieben: Zu den Zeitpunkten, an denen ich diese Differenzen festgestellt habe waren alle Ventile der Fußbodenheizung zu 100% geöffnet.

Wenn Heizbedarf besteht, sind die Stellantriebe stets zu 100% geöffnet. Die Durchflußmesser der Teilheizkreise sind dabei auf die l/min entsprechend der Heizflächendimensionierung eingestellt.
kreuzundkwer hat geschrieben:Da werde ich wohl mal beim Architekten nachfragen.
Da der Architekt hier nicht als GU/GÜ tätig war, dürfte der Anlagenbauer der verantwortliche Ansprechpartner sein.
Vielleicht primär mit einem Profi die Regelungseinstellungen durchexerzieren!

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Beitragvon kreuzundkwer » 17.01.2019 17:35 Uhr

Danke für eure Hinweise. Ich habe den Architekt angeschrieben und nach den Dokumenten bzw. Berechnungen gefragt, aufgrund derer man sich für diese Anlage entschieden hat.

Unser Gebäude hat die KfW 55 leider nicht geschafft, weil wir zu viele Fenster wollten.

Die Beobachtungen mit dem Delta wischen Soll und Ist Vorlauftemperatur beobachte ich von Beginn an bis heute.

Wie gesagt, wenn es draußen kalt wird (Minusgrade) und wir auch keine Sonneneinstrahlung haben, haben wir Tage auch schon bei 19° Innentemperatur verbracht.

Ich bin sehr gespannt, was der Architekt bzw. dann das Sanitärunternehmen sagt.
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Beitragvon GESBB » 18.01.2019 06:44 Uhr

kreuzundkwer hat geschrieben:....Wie gesagt, wenn es draußen kalt wird (Minusgrade) und wir auch keine Sonneneinstrahlung haben, haben wir Tage auch schon bei 19° Innentemperatur verbracht.

Bei einer fachgerechten Anlagendimensionierung werden die gewünschten Raumtemperaturen im Formblatt V der DIN 12831 vereinbart. Ist das nicht erfolgt, gelten die Raumtemperaturen der DIN 12831. Für Wohnzimmer z.B. 20°C.

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Beitragvon willy » 25.01.2019 23:36 Uhr

guten Abend Kreuz und Quer,
ich habe mal das sogenannte Schaltbild, sowie ein Bild mit der Kupferwanne für die Käseherstellung gesehen. Mir graust sonst vor gar nix. Die EVU-Steuerung ist ja auch kriminell, da wird von der EVU Steuerspannung einfach ein Schütz angesteuert, der den Verdichter + 2.Wärmeerzeuger 3-phasig abgeschaltet, Was mit dem Ventilator passiert steht in den Sternen. Da wird von der Stiebel geschwärmt, dachte schon, das wäre dann der Ersatz für meine Dimplex.

Also wie Vorredner schon erwähnt haben, mit einer 5KW-Pumpe noch Warmwasser für mehrere Badewannen voll zu füllen, das kann mal schon gar nicht gut gehen, insbesondere bei Minusgraden um 10°C. Meine Erfahrungen mit 20kW Elektrospeicherheizung dto. mit Gasheizungen: Nie mehr eine Kombination Heizung + WW , ausser Spesen nichts gewesen. Schaff Dir einen Durchlauferhitzer an, kostet nicht alle Welt und trenne den WW-Teil von der WP.
Und für eine Dreizimmerwohnung reichen 5kW bei AT - 1°C sicher. D.h. bei dieser Wohnfläche kommst Du ab -Graden nicht ohne Unterstützung durch einen Heizstab aus. Jedoch Du darfst nicht erst den Heizstab zuschalten, wenn die Bude schon bald auf Aussentemperatur abgesunken ist. Das muss automatisch mit dem zur WP-Heizleistung gehörenden sog. Bivalenzpunkt bei mir mit einer 11kW Pumpe um-5°CAT nach max. 1 Stunde heizen eingeschaltet werden. Habe ausgerechnet, dass ohne bald dauernd abgetaut wird, deren Verluste dann irgendwann nicht mehr nachgeheizt werden können. Viel Glück wünscht Dir Willy
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Beitragvon GESBB » 27.01.2019 07:28 Uhr

willy hat geschrieben:....haben, mit einer 5KW-Pumpe noch Warmwasser für mehrere Badewannen voll zu füllen, das kann mal schon gar nicht gut gehen, insbesondere bei Minusgraden um 10°C.
Bei fachgerechter Anlagendimensionierung geht das schon :wink:
willy hat geschrieben:D.h. bei dieser Wohnfläche kommst Du ab -Graden nicht ohne Unterstützung durch einen Heizstab aus.

Die Normheizlast ist bisher unbekannt! Bei fachgerecht dimensionierten Anlagen liegt der Bivalenzpunkt meist bei -7...-10°C. Oberhalb derer ist eine energetische Mithilfe des Heizstabes nicht notwendig.

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