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Heinz
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Beitragvon Heinz » 03.02.2006 21:06 Uhr

En garde,

Beim Verwenden der Begriffe wie Wirtschaftlichkeit und Nutzen sollte man sehr aufpassen und unterscheiden. Dazu ein Beispiel:

Eine 10.000 Einwohner-Stadt hat zur Wasserversorung einen ergiebigen Brunnen. Ein Landgemeinde mit 5.000 Einwohnern verteilt auf 5 Dörfer hat auseinanderliegend zwei Brunnen und drei Quellen. Die Stadt kann das Wasser zu einem günstigen Preis verkaufen, da sie einen ergiebigen Brunnen, nur einen Wasserbehälter und ein kurzes Leitungsnetz hat Die Landgemeinde hat ungefähr den 5-fachen Aufwand und muß daher ihr Wasser teurer verkaufen. Beide sind durch die Kommunalabgabengesetze verpflichtet ihre Wasserversorgung kostendeckend zu betreiben. Wasserversorgung, das sieht wohl jeder ein, gehört zur kommunalen Daseinsvorsorge. Hier könnte der Staat mit Subvention eingreifen, um gleiche Chancen und gleiche Kosten für die Stadt- und die Gemeindebewohner zu schaffen, was er auch zum Teil tut (wie, ist ein anderer Schuh). Da hätte wohl niemand was dagegen? Einfacher wäre es, wenn ein sehr großer zentraler Brunnen vorhanden wäre, der Stadt und Dörfer versorgen könnte. Das geht naturbedingt in der Praxis leider kaum. Aufwand für Subvention und deren Verwaltung wären beim zentralen Brunnen also nicht nötig.

Mit Energie verhält es sich genauso, wie mit dem Wasser, sie dient in erster Linie der Daseinsvorsorge und sollte meiner Meinung nach auch nicht Privat sein. Je nach Typ von Kraftwerk, kann man dies aber fast überall hinbauen im Gegensatz zu einem Brunnen. Subvention usw. ist überhaupt nicht erforderlich. Solar- und Winderzeugung werden aber wie in der Landgemeinde in die Fläche verteilt, was naturgemäß ja auch nicht anders geht. Die Kosten werden zwangsläufig höher als bei einer zentralen Lösung. Jetzt könnte der Staat subventionsmäßig eingreifen, was er auch tut (jetzt kommt der linke Schuh).

Die Landgemeinde kann sich mit ihrem vermeintlich teurerem Wasser rund um die Uhr versorgen im Gegensatz zu Solar und Wind. Das geht bekanntermaßen nicht, da der Wind nicht immer weht und nachts ja keine Sonne scheint. Das zentrale Kraftwerk wird trotzdem gebraucht. Und im Gegensatz zur Landgemeinde trägt der EEG-Subventionsempfänger nicht zur Daseinsvorsorge bei, die allen zu Gute kommt, sondern ausschließlich seinem eigenen Profit. Das ist der Unterschied.

Somit kommen wir zum Zweck. Wasserversorgung muß zu allererst seinen Zweck erfüllen. Wie groß ist das Geschrei, wenn sie eingeseift unter der Dusche stehen und das Wasser bleibt aus? Hat mancher sicher schon mal erlebt. Warum ist man bereit mit Energie so ein Risiko einzugehen?

Zwischen Energie- und Wasserversorgung bestehen keine großen Unterschiede. Gerne wird privatisiert, aus welchem Grund? Ein Kugelschreiberhersteller muß um Kunden werben, damit er was verkauft. Die Gebühren für Wasser und Energie sind aber sichere und ergiebige Einnahmequellen für Private. Das was er dem einen Kunden gibt, holt er vom anderen und für Politiker sind ein paar zusätzliche Pöstchen drin oder Spenden für für eine Umweltgruppe.......

MfG
Heinz

Heinz
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Beitragvon Heinz » 07.02.2006 22:40 Uhr

Hallo Fachplaner Passivhaus,

heute ist wieder ein Dach eines DIN-EN geplanten und gebauten Gebäudes eingeknickt.
Ich will ja nicht maulen, aber ein Baumeister der 2. ägyptischen Dynastie hätte deswegen Selbsmord begangen.
Irgendwo in einer Tageszeitung habe ich auch gelesen, dass ein Architekt der Messehalle in Kattowitz den ägyptischen Harakiriweg ging.

Mfg
Heinz

-Statt MLK zu zitieren, selber denken, Ingenieure und Architekten sind für den Menschen da, und nicht für eine bürokratische Norm, auch wenn sie gefördert wird-
sosel

Beitragvon sosel » 08.02.2006 04:50 Uhr

es ist schon spät, aber eine kurze Antwort:

Ein Grund für Subventionen ist gegeben bei "Enfant-Industries"
Hierbei springt der Staat ein um kurzfristig unrentable Technologien zu stützen, die langfristig rentabel werden. Eigentlich wäre dieses auch durch Unternehmen zu decken, aber leider denken diese nicht in solchen Kategorien.

Als Beispiel wähle ich unser Recyclingsystem. Volkswirtschaftlich eine riesige Geldverschleuderung müssen nun durch die european landfill directive unsere Nachbarn nachziehen. Man muss nicht raten, aus welchem Land die Maschienen dafür stammen.
Ähnliches steht uns bei der Energiegewinnung vor. Langfristig ist Atomkraft draußen, weil nicht regenerativ. Deswegen werden in Zukunft riesiger Bedarf an regenerativen Energien (sei es Wind, Geo, Solar oder Kernfusion) entstehen. Jede Mark Subvention ist also eine Investition in den Standort.

Gruß

Sönke
Novak Dimon

Beitragvon Novak Dimon » 12.02.2006 00:48 Uhr

Hallo!
Ich hab mir dieses Thema aufgrund der Anfangsfrage (kosten einer Photovoltaikanlage) durchgelesen.
Der Grund ist folgender: Ich möchte auf meinem Dach eine PV-Anlage mit 4KPV installieren und die Anlage zu 90-100% finanzieren.
Ich frage mich nun ob es realistisch ist daß sich die Anlage in 10 Jahren "von selber" bezahlt um danach (oder vielleicht sogar währenddessen) Gewinn für mich abzuwerfen. Am Ende der Förderungszeit sollte die Anlage danach noch ca. 20 Jahre meine Stomrechnung zahlen.

Bisher habe ich meist gehört/gelesen daß Photovoltaik nur was für "Umweltfreaks" ist und Gewinn nicht möglich ist. Ein Arbeitskollege wusste nun das Gegenteil zu berichten. Daher hab ich heute einige Anfragen an diverse Firmen geschickt. Allerdings interesieren mich auch die Erfahrungen von Leuten die bereits PV-Anlagen betreiben, daher meine Frage hier.

Also lohnt sich die Anschaffung?

Um das gleich zu sagen: Ich bin nicht soweit Umweltfreund um dabei draufzahlen zu wollen. Ich will in erster Linie Geld einsparen und verdienen. Daher soll mich die Anlage nichts extra kosten (abgesehen von 10 oder vielleicht 20% Eigenkapital für die Installierung), sich also selber abbezahlen und soll mich am Ende von der Geissel der ewigen Strompreiserhöhungen befreien.

Gruß
Novak
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Beitragvon Stephan Ostermann » 12.02.2006 01:04 Uhr

Hallo Novak,

eine PV-Anlage in 10 Jahren zu armortisieren gelingt vielleicht in Spanien, aber nicht bei uns in Deutschland.

Bei einer 100%igen Finanzierung und Anlagenkosten von rund 5.500 € je kWp (bei Kleinanlagen zw. 4-6 kWp realistisch) liegt der BEP bei Jahr 15-16.

Hier ist natürlich ein Ziegeldach mit 30° und 100% Südausrichtung im Standort Hannover.

Sanyo HIP!

Wenn umfangreiche Arbeiten an den Hausinstallationen vorgenommen werden müssen, dauert das Ganze natürlich länger.
Grüße vom

AS Solar Kundendienst
Novak Dimon

Beitragvon Novak Dimon » 12.02.2006 01:32 Uhr

Hallo Stephan!

Danke erstmal für Deine schnelle Antwort zu so später Stunde!

Ok, 10 Jahre sind vielleicht ein wenig zu optimistisch. :wink:

10% des Preises wollte ich auf jeden Fall aus Eigenmitteln bestreiten.

Dachneigung ist ca. 20 Grad und die Ausrichtung SSO 30Grad Ostwärts in Jever, an der Küste.

Wie gesagt ist mir wichtig daß die Anlage sich selbst tilgt und mir danach den Strom zahlt. Ist das nach den Erfahrungen von Bereibern möglich kommt mir sowas aufs Dach.

Gruß
Novak

Heinz
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Beitragvon Heinz » 12.02.2006 11:18 Uhr

Hallo Novak Dimon,
Mit folgenen Parametern sollten Sie ein überschlägige Kalkulation durchführen:
Anlagekosten (4KWp u. 5.500€ je 1KWp): 22.000€ abzgl. evtl. Zuschüsse (Land, Stadt).
Vollfinanzierung mit günstigem KfW-Kredit, 10 Jahre zu 3,4%
Einspeisevergütung 2006, 51,8 ct/KWh (Dachanlage)
etwa 150 € p.a. für Versicherung, Wartung (Nachfragen)
Stromertrag: 850 KWh je 1KWp (beim Solarenergieförderverein kann man für seinen PLZ-Bereich Ertragswerte bestehender Anlagen nachlesen)

Obige Zahlen ergeben in den ersten 10 Jahren: jährliche Kosten 2.762€, jährlicher Ertrag 1.761€ (-1.021€ p.a.).
Im Jahr 11 bis 20: jährliche Kosten 150€ und 1.761€ Einnahmen (+1.611€ p.a.).
Unterm Strich haben Sie nach 20 Jahren ein Plus von 5.904€ zu verzeichnen. Berücksichtigen Sie aber noch evtl. Mehrkosten bei Dachrepararturen und Entsorgung der Anlage bei Defekt. Erfragen Sie die Kosten für einen neuen Wechselrichter. Evtl. höherer Heizbedarf des Dachgeschosses durch die Verschattung. Ob es nach 20 Jahren noch eine Einspeisevergütung gibt weis niemand.

Mfg
Heinz
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Beitragvon Stephan Ostermann » 12.02.2006 20:22 Uhr

Bei www.kfw.de gibt es einen Tilgunsrechner, dort kannst du direkt das entsprechende Programm auswählen und auch deine 10% Eigenmittel angeben.
Grüße vom

AS Solar Kundendienst
simar

Beitragvon simar » 15.06.2006 03:28 Uhr

Was mache ich falsch bei meine Ertragsrechnung

Sparbuch mit 4500€ 2,5% Zins gibt nach 20 Jahren ca. 7200€
PV Anlage mit 1KW ergibt einen jährlichen Ertrag von 450 € ergibt nach 20 Jahren 9000 € ohne Verzinsung. Mit 2,5% jährlicher Verzinsung komme ich auf ca. 11500 €
Stephan Ostermann
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Beitragvon Stephan Ostermann » 15.06.2006 20:35 Uhr

Sicher sind 4.500 € so gut angelegt.

Aber zu bedenken gebe ich und dabei wird es in diesem Beitrag eine Wiederholung sein, aber:

PV-Anlage kein Eigenkapital = Rendite
Sparbuch kein Eigenkapital = keine Rendite


Grüße vom

AS Solar Kundendienst
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