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Heinz

Beitragvon Heinz » 12.01.2006 15:19 Uhr

Hallo Unsterblich,

Geld zu leihen, um es dann in einem Sparvertrag anzulegen wäre ja kompletter Blödsinn. Das ist auch nicht gesagt worden. Also nochemal

1) Finanzierung mit Eigenkapital: 4500€, von mir aus von der Oma geschenkt, PVA gekauft.
In 20 Jahren 8806€ eingenommen, also 8806-4500=4306€!

2) Finanzierung mangels Oma mit Kredit (3%, 10 Jahre): PVA gekauft und 5275€ an die Bank zurückgezahlt, in 20 Jahren 8806 eingenommen: also 8806-5275=3531€!

3) Omas 4500 aufs Sparbuch gelegt zu 2,5%: In 20 Jahren 7374€ auf dem Sparbuch:

Ergebnis in 20 Jahren 1) Minus 194€, zu 2) Minus 969€, zu 3) Plus 2874€

Was nach 20 Jahren geschieht, steht in den Sternen. Aber nehmen wir mal an, dass es noch eine Einspeisevergütung in Höhe des Strompreises gibt: 17 ct/KWh heute bei jährlicher Preissteigerung von 3% ergibt in 30 Jahren 41 ct/KWh. Rechnen wir also mal weiter, als ob es nach dem Ende der Einspeisevergütung ab 20 Jahren (bereits) schon 45 ct/KWh gibt.

Ergebnis in 30 Jahren:
zu 1) Einnahmen: 12.631€ - 4.500€ = 8.131€,
zu 2) Einnahmen: 12.631€ - 5.275€ = 7.356€,
zu 3) Sparbuch: = 9.439€.
ohne Reparaturen, Versicherungen etc.

Selbst wenn die jetzigen 51,8 ct/KWh weiterbezahlt werden, ist das Sparbuch noch rd. 1.500€ besser. Außerdem wird die Einspeisevergütung ja nun jährlich um 5% für neue Anlagen gemindert. Man muß schon einen strahlenden Optimismus haben, wenn man glaubt, dass eine Anlage die 20 oder 30 Jahre lang Sonne, Regen, Schnee, Hagel und Frost ausgesetzt war, dann noch was wert ist.
Zu Ihren ersten Ausführungen: Wieviele PVA müssten denn gebaut werden um z. B. das 1.400 MW KKW Emsland zu ersetzen?

Gruß Heinz

Unsterblich
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Beitragvon Unsterblich » 12.01.2006 16:52 Uhr

Hallo Heinz!

Sie fuschen:

1) Finanzierung mit Eigenkapital: 4500€, von mir aus von der Oma geschenkt, PVA gekauft.
In 20 Jahren 8806€ eingenommen, also 8806-4500=4306€!

...

3) Omas 4500 aufs Sparbuch gelegt zu 2,5%: In 20 Jahren 7374€ auf dem Sparbuch:

...



Wieso ziehen Sie im ersten Fall die 4500 Euro ab? Sie hatten 4500 Euro, haben sich dafür ne Anlage gekauft, also haben Sie am Anfang 0 Euro! Wenn Sie jedes Jahr die erwirtschafteten 440 Euro auf ein Sparbuch geben, dann haben Sie nach 20 Jahren mehr als 9000 Euro auf dem Sparbuch, ich sehe das Problem nicht!

Zu Ihren ersten Ausführungen: Wieviele PVA müssten denn gebaut werden um z. B. das 1.400 MW KKW Emsland zu ersetzen?


Unser Dach in ziemlich genauer südliche Ausrichtung hat in etwa 50qm Fläche bei 35 Grad Dachneigung. Der jährliche Stromverbrauch des kompletten Haushaltes liegt bei etwa 7000KWh. Alleine mit dem eigenen Dach könnte man das Haus also zu mehr als 50% mit Solarstrom versorgen! Und das ist doch schonmal was! Auch wenn ich das überhaupt nicht abschätzen kann und noch nichts zu gelesen habe: im Schnitt sollte jeder Privathaushalt zu 50% seinen eigenen Strom abdecken können oder nicht? Und damit ist dann doch schonmal ne Menge an fossilen Brennstoffen gespart, oder? Rechne ich das auf den ProKopfVerbrauch in Deutschland von 6330 KWh um, dann macht das immerhin schon um die 18% aus! Und irgendewann bzw. irgendwomit muß man doch mal anfangen! :)
Heinz

Beitragvon Heinz » 12.01.2006 18:34 Uhr

Hallo Unsterblich,

Die 4500 sind ausgegeben, weg, die hat die Oma nicht mehr und ich auch nicht mehr. Sonst könnte ich doch auch sagen mein Auto hat nichts gekostet, weil ich es geschenkt bekam. Oder Sie könnten mit Ihrer Argumentation sagen, Wasser kostet nichts, weil das meine Oma für mich zahlt. Deswegen der Abzug. Geschenkt ist schön für Sie und mich, geht aber an einer Billanz vorbei. Lege ich die 440 jährlich auf das Sparkonto, habe ich nach 20 Jahren 11.521€ abzüglich des investieren Geldes von 4500€ ergibt 7.021€ und das ist ebenfalls weniger als das Sparbuch in 20 Jahren, nämlich 7.374€. Ich darf doch nicht nach Belieben Kosten für welche Anlage auch immer außer acht lassen und sagen das war billig, das ist doch Selbsttäuschung.

Bei 50 qm Dachfläche können Sie bei idealen Solarzellen (8m²/1KWp) eine 6,25 KWp-PVA errichten. Die bringt Ihnen im Jahr unter optimalen Bedingungen vielleicht bis zu 1.000 KWh je 1KWp, also 6.250 KWh. Um die Deckungsrate von 50% zu erreichen, müssen Sie aber den Strom der PVA speichern können. Und das ist mit immensen Kosten verbunden. Forschen Sie mal nach, was Sie dafür für Batterien brauchen, auch beachten z. B. wenn Sie den Herd oder einen Durchlauferhitzer anschalten. Ich schätze mal, dass die Kilowattstunde dann locker über 2 € kommt. Das würde bei Ihrem Verbrauch 14.000€ im Jahr machen und dürfte gut das 10-fache sein, was Sie jetzt bezahlen. Den Atomstromersatz versuche ich heute Abend mal nachzurechnen.

Viele Grüße Heinz
Uwe Hallenga
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Beitragvon Uwe Hallenga » 12.01.2006 21:11 Uhr

Wieviel "Wert" haben die Toten, Verletzten und Behinderten nach Tschernobyl ?
Wieviel "Wert" hat das jetzt unbrauchbare Land um Tschernobyl gehabt ?
Wieviel "Wert" hat das angstfreie Leben in Deutschland vor einem neuen Tschernobyl ?

Es geht nicht um den Gewinn von irgendwas irgendwann, sondern um den vermiedenen Verlust von Lebensqualität jetzt und für unsere Zukunft

Bei dieser ganzen Wirtschaftlichkeitsdiskussion werden andere Punkte vollständig ausser Betracht gelassen: Steuerabschreibung, Versicherungskosten, Mehrkosten bei Wartung (Dach), Schäden nach Ablauf von Garantien, Firmenkonkurse ..... Eine Kalkulation wie hier mehrfach vorgeführt ist gar nicht möglich und unsinnig ohne die individuellen Parameter zu kennen.
Es ging beim EEG und der Einspeisevergütung nicht darum das der Eine oder Andere damit auch Geld verdient, sondern darum eine durchschnittliche "kostendeckende" Vergütung zu installieren und damit der Technik und deren Weiterentwicklung Rückenwind zu verschaffen.




Übrigens:
Leider kann ich die Quelle nicht mehr finden, aber der Inhalt betreffs "energetische Rücklaufzeit" war sinngemäß:

Ein modernes Solarmodul benötigt je nach Typ etwa 1 - 2,5 Jahre um seine bei der Herstellung verbrauchte Energie (incl. aller Einzelteile, anteilige Transport, Montage etc..) zu produzieren
Eine moderne Windanlage etwa 2,7 Jahre.
Ein modernes Atomkraftwerk etwa 80 Jahre!

Bei den zu erwartenden Laufzeiten haben die Atomkraftwerke ein erhebliches Problem mit ihrer Energiebilanz.
Besucht doch mal die Internetseite: Kleinwindanlagen (siehe mein Profil)
Elektron

Beitragvon Elektron » 12.01.2006 21:32 Uhr

Übrigens:
Leider kann ich die Quelle nicht mehr finden, aber der Inhalt betreffs "energetische Rücklaufzeit" war sinngemäß:


Du sprichst hier den Energieaufwand und Energierückzahlzeit an. Auch genannt als "Energy Payback Time"

Aus einer Studie von "Energie Technology Division, MTI" Titel " Grundlagen der Photovoltaik" errechnet sich eine Energierücklaufzeit bei
mono-Si von 8 bis 9 Jahre
poly-Si von 3 bis 4 Jahren
a-Si von 1 bis 2 Jahre.

Desweiteren gibt es eine Studie des Bayerischen Landesamt für Umweltschutz unter der Überschrift " Photovoltaik- und Solarthermieanlagen" hier wird eine Payback Time von 1 bis 3 Jahre genannt abhängig von der Waferstärke.

Genau nach zu lesen unter http://www.bayern.de/lfu/bestell/photovoltaik.pdf

Solche Payback Time kann an eine Atomkraftwerk bzw. Kohlekraftwerk gar nicht gestellt werden, da es ja zu einem zur Herstellung des Kraftwerks Energie benötigt wurde, als auch ständig Energie in Form von Kohle oder Uran zur Stromherstellung benötigt wird.
Es gibt also bei diesen Arten der Stromherstellung nie eine Energierückzahlzeit. Hier fragt keiner nach dem ökologischen Gedanken.

Gruß Elektron
http://www.photovoltaikforum.com
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Beitragvon Stephan Ostermann » 12.01.2006 21:43 Uhr

Man kann hier nun aber nicht alles kaputt reden!

Abschreibungen sind bilanziell zwar Verluste, aber im Falle der PV-Anlage eine Minderung des zu versteuernden Einkommens! D. h. steuern sparen!

Und jetzt rechnet doch alle mal neu...

Und bitte das Sparbuch mit 0,- € Einzahlung auf 20 Jahre

und bei der PV-Anlage die Abschreibungen weg lassen und die MwSt. Erstattung als Einlage ansehen ...

Grüße vom

AS Solar Kundendienst
Heinz

Beitragvon Heinz » 12.01.2006 23:41 Uhr

Hallo Umberto,

zur Wirtschaftlichkeit: Restwert bei 20 Jahren Abschreibung (gibt das Finanzamt vor) nach 10 Jahren = 2250€, aber nur Buchwert, versuchen Sie die 10 Jahre alte Anlage zu dem Preis zu verkaufen, ebay ist ja voll davon.
Wir kommen alle für alle Risiken auf, sei es Straßenverkehr, Bahn, Bergwerke, Haushaltsreiniger, Hobby, Sport usw..
Ich beschwere mich ja auch nicht, dass ich höhere Krankenkassenbeiträge wegen Fetten und Raucher bezahle.
Der Salzstock ist nach Angaben des BMU (sogar Trittin) geignet, aber politisch verschleppt. Und ehrlich wo ist die Glaubwürdigkeit den Atommüll im ganzen Lande verteilt zu lagern, anstatt ihn endlich unter die Erde zu schaffen? Ich bin beileibe kein Freund des Atomstroms, aber da wir 30% Anteil haben, bedeutet ein Ausschalten der AKWs eine Vernichtung unseres Industrielandes mit dem gewohnten Lebensstandard. Mit Winetou-Lagerfeuerromantik kommen wir nicht weiter.
zum Uran: Mit Brüter und HTR Technologie läßt sich Uran auf das 60 fache strecken. Also mit den von Ihnen zitierten Jahren = 40 mal 60 = 2400 Jahre. Wir werden diese Dinger wohl noch eine weile nutzen können und auch brauchen.

Hallo Herr AS Solar Kundendienst (Ostermann),

Sicher kann man Steuern sparen, wenn das Finanzamt die PVA nicht als Spielerei sondern den Betreiber als Kleinunternehmer anerkennt. Und das Sparbuch zum Vergleich mit der Investition eben nicht auf null setzen oder warum scheuen Sie den Vergleich? Klar damit verdienen Sie Ihre "Kohle". Dr. Marlboro: Rauchen ist gesund.
Und falls Anerkennung als Kleinunternehmer müssen die Einspeisevergütungen versteuert werden. Letzlich nach Einkommen vielleicht ein Nullsummenspiel. Verdienen tut der Solateur und der Steuerberater.

Hallo Elektron,

welchen Wert haben die zig-Millionen Malariakranken, die seit dem Verbot von DDT verreckt sind?
welchen Wert haben die 10.000 Straßenverkehrstoten? uvm. Auto verbieten! Domestos verbieten (zig tote Kinder jedes Jahr nur in D),
Wenn man einen sowjetischen Militärreaktor mit der zivilen Nutzung vergleicht, sollte man ehrlich bleiben, in Tschernobyl sind etwa 50 Menschen verreckt,
aber es gab viele Schilddrüsenkrebserkrankungen, die fast alle geheilt werden konnten. Tschernoby war eine Katastrophe und zwar eine kriegerische mit unendlich kommunistischem Überheblichkeitswahn, Schlamperei und Kommandowirtschaft. Weshalb bringen die Zeitungen nichts über in Getrieben eingequetschte oder im Windrad abgestürzte Windanlagenmonteure, wieviele Solateure sind bei der PVA-Montage abgestürzt, wieviele Arbeiter sind in Biogasanlagen erstickt?.
Und: Rückenwind verschaffen 20 Jahre lang, kann man wohl nicht mehr als Anschubsubvention bezeichnen. Mir fällt da nur Abzocke ein.

Und an alle,

ein großen Lob an dieses Forum, die Teilnehmer und deren Betreiber. Nur durch Gedankenaustausch kann man lernen. Ich hoffe es bleibt alles oberhalb der Gürtellinie.
Und jetzt wollte ich eigentlich wegen der Größenordnnung des Ersatzes von Atomstrom was rechnen, aber das mache ich dann morgen. Ich hoffe ich habe keine Antwort vergessen.

Viel Grüße an alle
Heinz
Stephan Ostermann
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Beitragvon Stephan Ostermann » 12.01.2006 23:46 Uhr

Schön geschrieben Heinz...

Grüße vom

AS Solar Kundendienst
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