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Heinz

Beitragvon Heinz » 10.01.2006 16:18 Uhr

Hallo Elektron,

Die Anlagenhersteller werben doch mit Renditeversprechen. Da vergleicht man doch, wo die bessere rausspringt.
Sie rechnen aber, dass die Bank ohne Sicherheit den Kredit gibt und verbuchen die 3.531 Euro als Gewinn, den Sie sonst nicht gehabt hätten, wenn ich das richtig verstanden habe.
Heißt das nicht, dass schlicht staatliche Gelder (KfW-Kredit u. Einspeisevergütung und damit Steuern) nur umgeschichtet werden: Aus der einen Tasche raus in die andere Tasche rein?
Die Anlagenhersteller werben doch mit Renditeversprechen.
Wenn es wenigstens den Zweck erfüllt, Atomkraftwerke zu ersetzen, wie viele PV-Anlagen müssten denn dann gebaut werden?

Gruß Heinz

Stephan Ostermann
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Beitragvon Stephan Ostermann » 10.01.2006 19:52 Uhr

Hallo an alle...

bei einer Fläche von 150 - 200 m² PV-Module sehen alle immer der riesen Umsatz - schon geht das rumgebuhle los.

Frei heraus kann niemand eine Ertragsrechnung erstellen!

Was ist, wenn die Sparren morsch sind und das halbe Dach erneuert werden muss...

Was ist, wenn es die Halle nur 10° Neigung hat...

Man kann halt immer nur sagen was ein kWp geliefert kostet ...

Natürlich noch keine Lieferkosten. Eventuell muss aber das Montagesystem verändert werden - je nach Dacheindeckung.

Meine halbwegs neutrale Empfehlung ist, von mehreren Elektroinstalltionsunternehmen vor Ort ein Angebot unterbreiten zu lassen.
Es ist darauf zu achten, dass im Angebot der detailierte Modul- und Wechselrichtertyp aufeführt ist. Zu dem wird in einer Vor-Ort-Besichtigung festgestellt welche Montageart geeignet ist.

Erfahrenen PV-Installateure haben PV-Simulationsprogramme. Dort ist es möglich die örtlichen Gegebenheiten sowie die Angebotenen Komponenten mit einfließen zu lassen. Wenn für die Anschaffung ein Darlehen aufgenommen wird, ist der Zinssatz und die Tilgung mit einzubeziehen.

All das führt zu einer Wirtschaftlichkeitsberechnung. Die sollte dann die Entscheidung leichter machen.

Wenn du einen nicht ganz so erfahrenen Installateur unterstützen willst, goolst du dir bzw. ihm einen entsprechenden Händler heraus. Geeignete Module und Wechselrichter gibt es unter www.photon.de im Testvergleich.
Grüße vom

AS Solar Kundendienst
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Beitragvon ariba » 10.01.2006 22:34 Uhr

Hallo Gast Heinz,

du hast 4500€ bar in deiner Hand.

Fall 1: trägst sie zur Volksbank 2,5% Zinsen 4 Jahre fest, angenommen der Zinssatz bleibt 20 Jahre so erhälst du nach 20 Jahren 7374 €

Fall 2: du montierst eine PV Anlage bekommst für 850 kwp (ist kein guter Ertrag aber egal) * 0,518€ * 20 Jahre 8806€

lege ich den jährlichen Ertrag von 440€ jedes Jahr auf dein Sparbuch mit 2,5 % dann ergibt dies nach 20 Jahren 11.390€ plus den Ertrag der PV Anlage wenn ich diese noch verkaufen würde.
Oder plus den Ertrag den die PV Anlage ab dem 20 bis zu ihrem Ende noch an Strom erzeugt.

Aber Heinz auf alle Fälle besser wie dein Sparbuch. Mit dem Argument wirst du wohl keinem hinter dem Ofen hervor locken.

sonnige Grüße
Jürgen
Heinz

Beitragvon Heinz » 11.01.2006 10:17 Uhr

Hallo Umberto,

Wenn Sie 4.500 aufnehmen, dann müssen Sie auch Zinsen zahlen und zwar von Anfang an. Die 4.500 zahlen Sie bei 3% und 10 Jahren Laufzeit zu jährlich 528 an die Bank zurück. D. h. nach 10 Jahren und 440€ Einnahmen haben Sie 872 Miese. Der Restwert der Anlage auf dem Dach beträgt 2.250. (Abschreibung nach Afa 20 Jahre). Nach weiteren 10 Jahren nehmen Sie noch 4.400 ein, abzgl. 872 haben Sie dann 3.531.
Nach 10m Jahren könnten Sie sicher die 440 jährlich ansparen, das ergäbe dann 5.053 Euro abzgl. 872 ergibt 4.181. Auf jeden Fall hat man die ursprünglich 4.500 vermindert, also Verlust gemacht.

Dass Rohstoffe endlich sind, weiß man. Bereits in den 40er Jahren sagte man, dass das Erdöl in 40 Jahren ausgehe, ebenso in den 70er. Diese Aussagen dienen denke ich nur dazu den Preis hochzuhalten. Zum Uran: www.energiefakten.de/pdf/uranvorraete.pdf.

Gruß Heinz
Heinz

Beitragvon Heinz » 11.01.2006 10:26 Uhr

Hallo Ariba,

850 KWh werden vom Solarenergieförderverein als mittlerer Wert angegeben. Die Anlage meines Kollegen hatte 2004 890 KWh.

Zu Fall 2, die 440€ Einnahme jedes Jahr angelegt ergibt nach 20 Jahren die ca. 11.390€ (11.521 nachschüssig verzinst) aber abzgl. der 4500€ = 6890€, das Geld ist doch ausgegeben und aufs Dach geschraubt. Ob man die Anlage nach 20 Jahren noch verkaufen kann oder ob man sie als Sondermüll entsorgen muss, kann heute niemand sicher prognostizieren. Man kann spekulieren, was eine 20 Jahre alte Anlage noch wert ist. Ob es dann noch Subvention gibt, kann auch niemand jetzt sagen.. Und wie Stephan Ostermann gesagt hat, was ist mit Dachreparaturen, es muss immer eine Zellenleiste der Anlage auf ganzer Länge abgebaut werden, also erhöhter Reparaturaufwand, Ertragsausfall usw. Auf alle Fälle geht man ein sehr hohes Risiko ein.

Gruß Heinz
Heinz

Beitragvon Heinz » 11.01.2006 10:27 Uhr

Hallo Ariba,

850 KWh werden vom Solarenergieförderverein als mittlerer Wert angegeben. Die Anlage meines Kollegen hatte 2004 890 KWh.

Zu Fall 2, die 440€ Einnahme jedes Jahr angelegt ergibt nach 20 Jahren die ca. 11.390€ (11.521 nachschüssig verzinst) aber abzgl. der 4500€ = 6890€, das Geld ist doch ausgegeben und aufs Dach geschraubt. Ob man die Anlage nach 20 Jahren noch verkaufen kann oder ob man sie als Sondermüll entsorgen muss, kann heute niemand sicher prognostizieren. Man kann spekulieren, was eine 20 Jahre alte Anlage noch wert ist. Ob es dann noch Subvention gibt, kann auch niemand jetzt sagen.. Und wie Stephan Ostermann gesagt hat, was ist mit Dachreparaturen, es muss immer eine Zellenleiste der Anlage auf ganzer Länge abgebaut werden, also erhöhter Reparaturaufwand, Ertragsausfall usw. Auf alle Fälle geht man ein sehr hohes Risiko ein.

Gruß Heinz

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Beitragvon Unsterblich » 11.01.2006 20:39 Uhr

Heinz, Du rechnest wirklich komisch:

erstmal sollte in beiden Fällen von gleichen Voraussetzungen ausgegangen werden wie hier einige schon angesprochen haben. Also haben wir erstmal nicht!

Nun gehen wir hin und nehmen IN BEIDEN FÄLLEN nen Kredit auf:

3% müssen wir Zinsen zahlen, das Sparbuch bringt 2,5% macht eindeutig 0,5% Verlust ohne Tilgung und was weiß ich was, oder nicht? Also Gewinn ist hier NIE absehbar :wink:

3% von 4500 Euro sind 135 Euro die Anlage bringt aber etwa 400 Euro! Wir können also 265 Euro für die Tilgung verwenden. Im Gewissen Sinne ist das doch schon Gewinn! Wir haben ne Anlage mit 4500 Euro Wert (der ändert sich nun wirklich nicht so schnell und gravierend, daß man den hier kürzen müßte) und der dazugehörige Kredit wird kleiner! :)

In diesem Fall haben wir also mittels Sparbuch aus nichts noch weniger gemacht! Mit der Anlage haben wir aber schon einen Teil davon gewonnen!

Und hier der zweite Fall, wir haben die 4500 Euro und brauchen keinen Kredit:

Sparbuch mit 2,5% Zinsen kommt im ersten 20 Jahren auf 7374 Euro

Die Anlage erwirtschaftet in der Zeit 20*400 Euro also 8000 Euro. Das ist schon so mehr als das Sparbuch aber vergessen wir nicht, daß die Anlage mit einem Wert von 4500 Euro nicht plötzlich verschwunden ist! :wink:

Längerfristig:

Sparbuch mit 2,5 Zinsen kommt nach 40 Jahren auf 12082 Euro

Die Anlage erwirtschaftet in der Zeit 40*300 (sind schon große Leistungsverluste, oder und Solarenergie wird immer wichtiger werden, ich glaube nicht, daß die Förderung in 20 Jahren mit einem mal verschwunden ist) Euro also 12000 Euro. Erst nach 40 Jahren hast also langsam nen Vorteil beim Sparbuch. Da ich hier Effektivitätsverluste nur grob geschätzt habe und von vorneherein nur mit 400 Euro gerechnet habe dauerts eher noch ein wenig länger.

Über die 40 Jahre könnt Ihr Euch ja nun aufregen, allerdings reichen die 20 Jahre ja auch: nach 20 Jahren nehm ich die 8000 Euro, die die Anlage erwirtschaftet hat und pack die zusammen mit 82 Euro aufs Sparbuch. Hat meine 4500-Euro-Anlage nur 82 Euro gekostet und produziert von da an kostenlos Strom für mich selbst, wenn den niemand mehr kaufen mag! Jeder kann sich bei der aktuellen Entwicklung überlegen, was der da wert sein mag...
Heinz

Beitragvon Heinz » 11.01.2006 21:35 Uhr

Hallo Unsterblich,

warum nutzen Sie eigentlich nicht gleich die Anlage für Ihren eigenen Strom?
Warum müssen alle Stromverbraucher die PV finanzieren? Wenn die Sache doch so optimal ist, kann man doch auf die Spritze des Staates verzichten, oder nicht?
Wenn Sie ein Auto oder sonst was kaufen verliert es doch an Wert und der Wert nimmt nicht zu! Nicht verstanden habe ich Ihre Aussage "Gewinn ist nie absehbar. Vielleicht liegt es an meinem Alter, dass ich das nicht verstehe.
Aber wenn ich mir die Relationen anschaue:
für 3 ct wird Strom gehandelt und an der Börse verkauft
Fast 52 Cent muss der Stromlieferant bezahlen.
Das ist doch so , als ob ich Sie zwingen würde von mir einen VW-Golf für 260.000€ abzukaufen.
Vergessen Sie nicht ausgegebenes Geld ist weg. Das müssen Sie bei Ihrer Betrachtung beachten.

Gruß Heinz
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Beitragvon Unsterblich » 12.01.2006 12:26 Uhr

Hallo Heinz.

Das ist doch ganz einfach: ohne Förderungen macht das keiner aber wir brauchen diese Alternativen!
Atomkraft hat sich wohl erledigt! Die Allgemeinheit will keinen Atomstrom haben also müssen die AKW weg. Fossile Brennstoffe werden auch immer wertvoller und man stelle sich mal vor was passiert, wenn in Asien, speziell China, auch mal europäische Verhältnisse beim Energieverbrauch eintreten. Ich denke, daß das gar nicht mehr so lange dauert. Was machen wir dann? Die Fossilen Brennstoffe werden erheblich teurer sein als heute, und da stellt sich halt die Frage, wie lange warten sollte, ehe man alternative Energiequellen etabliert.
Eigentliches Problem sind doch die Kosten der PVA. Immer wird versucht, einen noch höheren Wirkungsgrad zu erreichen. Sehr wenige Promille Leistungssteigerung bringen enorme Preissteigerungen bei den Modulen mit sich. Ist das wirklich so sehr nötig? Vielleicht würde die 4500-Euro-PVA heute nur noch 1500 Euro kosten, wenn man vor fünf Jahren angefangen hätte damalige Module in Großserien zu produzieren? Vielleicht müßte man diese Anlage dann flächenmäßig 20% größer auslegen als heutige moderne Systeme, aber wäre das so ein Problem? Und dann schauen wir uns doch mal an, wer diese Forschung und Entwicklung an den Modulen am meisten voran treibt und wem diese Firmen gehören.
Ein Golf bringt übrigens keinen nennenswerten Vorteil gegenüber anderen Autos - ein PVA gegenüber fossilen Energieträgern sicher schon!

Noch zum Sparbuch und so:
Ich nehme 4500 Euro für 3% als Kredit auf und lege die auf ein Sparbuch mit 2,5% Zinsen. Also zahle ich 135 Euro Zinsen für den Kredit und bekomme 112,5 Euro Zinsen aufs Sparbuch im ersten Jahr, macht also insgesamt -22,5 Euro. Und dieser Verlust steigt jedes Jahr. Sehen Sie da irgendwann mal einen Gewinn?
Das Geld ist zwar weg aber dafür habe ich die Anlage! Die ist nicht weg! Im Notfall könnte ich die auch noch verkaufen, auch wenn ich dann nur noch einen Teil ihres Anschaffungswertes dafür bekomme! Aber ich lasse die natürlich auf dem Dach! Dann hat die noch ihren Wert von 4500 Euro!

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