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Frit42z
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Beitragvon Frit42z » 17.09.2012 12:32 Uhr

Guten Morgen Allerseits

In einigen Jahren Stellt sich uns die Thematik der energetischen Sanierung eines EFH, ich selbst bin sehr konservativ und bin der Meinung, wenn das Ding schon 80 Jahre im jetzigen Zustand zusammengehalten hat, sollte man sich nicht auf Experimente einlassen. Ich versuche deshalb abzuschätzen, was Sinn macht, im Bereich Dämmung bin ich skeptisch eingestellt, und habe mein Augenmerk gerade auf den Fenstern. Die Fenster des Objekts sind etwa 30Jahre alt und doppel verglast. In der Theorie kann ich recht gut nachvollziehen, was es bringt diese durch Fenster mit einem geringeren U-Wert zu ersetzen.
Seit einigen Jahren mache ich oft die Erfahrung, dass auch im Winter immer weniger Leute die Läden, resp Storen schliessen, wenn es dunkelt. Ich frage mich daher wie die Wärmeverluste bei einem Fenster zusammengesetzt sind (nicht genau, aber Grössenordnung). Der U-Wert sagt ja eigentlich nur etwas aus über die Konduktion des Fensters, womit indirekt auch noch die Konvektion betroffen ist, wie verhält es sich aber mit der Radiation, der Strahlung? Ich meine dass ein Fenster bei Nacht wie ein Loch in der Wand ist, aus welchem die Infrarotstrahlen ohne spürbaren Widerstand entweichen können, dies deckt sich auch mit meinen Erfahrungen, schliesse ich die Läden, spüre ich, dass die Raumtemperatur merklich weniger schnell sinkt. Kennt jemand dazu genauere Zahlen? Liege ich mit meiner Einschätzung richtig? Ich stelle mir dabei die Frage ob es sich tatsächlich lohnt, wegen etwas besserem U-Wert viel Geld in die Hand zu nehmen, wenn es vielleicht sogar mehr bringt, wenn man einfach die Läden schliesst.

Ich danke euch schon mal für die Antworten und wünsche allerseits einen schönen Tag

Frit42z

Onclueed
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Beitragvon Onclueed » 25.09.2013 07:50 Uhr

Hallo Frit42z,

scheinbar hat sich noch niemand an Deine Frage herangetraut. Der Thread ist zwar schon älter, aber das Thema ist immer noch brandaktuell.

Tatsächlich ist es schon merkwürdig. Alle streben nach dem besten U-Wert und reden von der absoluten Wärmedämmung, dichten alles ab, dass ja keine Wärme verloren geht. Auf der anderen Seite wird vergessen, dass die vielen kleinen Schlitze, Ritzen etc. eine natürliche Belüftung für den Raum waren. D.H. das Raumklima leidet auf alle Fälle darunter, wenn alles dicht ist.

Deswegen wer sich dazu entschließt ein Fenster mit Passivhauseigenschaften zuzulegen, muss auch ein dementsprechendes Lüftungskonzept haben. Dazu gibt es sogar eine Norm DIN 1946-6. Wer das nicht hat muss anderweitig sich um eine Lüftung kümmern. Manche Hersteller machen deßhalb in den Fenstergummi kleine Löcher damit die Luft wieder reinkommt. Eigentlich grotesk. Hier z.B. gibt es einige Infos zu Alternativen Lüftungsmöglichkeiten. Fensterfalz-Lüfter Aeromat Mini nennt sich das. Das ist eine Kontrollierte Dauerlüftung mit automatischer Volumenstrom-Begrenzung. Mittlerweile gibt es auch Schiebefenster, die eine sog. Rundumspaltlüftung haben.

Das beantwortet immer noch nicht deine Frage. Die Frage stellt sich hier eigentlich nicht nach dem U-Wert. Denn ein modernes Fenster mit einem schlechten U-Wert kann trotzdem so dicht sein, dass wieder weniger Luft in den Raum kommt als benötigt wird. Es kommt sogar noch schlimmer. Bei einem Fenster mit einer 3-fach Verglasung bildet sich weniger Kondenswasser am Fenster mit einer 2fach Verglasung. Die Schimmelbildung wird durch eine 3fach Verglasung auf alle Fälle verringert. Es können sich außerdem im Raum keine sogenannten Kaltluftseen bilden. Die Wärmestrahlung, die du hier ansprichst, kann bei einem Fenster mit 3-Fachverglasung und einem guten Uw-Wert weniger entweichen, als bei einem alten Fenster mit schlechtem Uw-Wert.

Ich selbst habe mich für neue Kunststofffenster mit Passivhauseigenschaften entschieden. Du spürst es wenn du im Winter daneben stehst. Wie bei einem Ofen der Wärme abstrahlt, strahlt auch ein Fenster im Winter Kälte ab. Und das kann durch z.B. eine 3fach Verglasung verringert werden. Ebenso gibt es mittlerweile noch andere Möglichkeiten wie z.B. der Abstandshalter an bzw. in der Scheibe. Dieser kann als Swiss Spacer V oder mit einer warmen Kante ausgestattet werden. Dadurch wird diese Kältestrahlung nochmals vermindert werden.

Gruß
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Beitragvon michaellausser » 27.09.2013 08:28 Uhr

Servus,
danke auch nochmal für den vorherigen Beitrag. Ich möchte dazu kurz aus meiner Erfahrung berichten. Wir hatten Fenster wesentlich jüngeren Baualters eingebaut (Fenster U-Wert 1.1). Diese fingen nach einigen Jahren an zu bauchen.

Somit wurden diese getauscht und zwar dann gleich gegen eine Dreischeibenschutzverlgasung. "Leider" waren von der Bauchung nicht alle betroffen, da einen Großteil der Kosten der Hersteller trug.

Der Unterschied in den Wohnräumen ist jedoch Sommer wie auch Winter enorm. Natürlich bringt es einiges bei den Fenstern mit zwei Scheiben die Rolläden zu schliessen und ich habe noch viele weitere Schwachstellen entdeckt, die man ohne hohe Kostenaufwände eliminieren kann.

Die Wirkung einer Dreischeibenschutzverglasung hat sogar meinen Holzverbrauch (Kachelofen Ganzhausheizung) um ca. 15% gesenkt, auch wenn ich das rechnerisch selbst nicht ganz nachvollziehen kann.

Der Wohnkomfort hat in diesem Räumen im Sommer und Winter enorm zugenommen! Die Kältestrahlung der Fenster ist weg, das Zuggefühl kalter Luft ist komplett verschwunden. An kalten Winterabenden / Nächten kommt trotzdem noch der Rolladen runter.

Mit belegbaren Werten kann ich nicht dienen. Wenn Du allerdings sehen möchtest wie gravierend der Unterschied ist, kann diese eine Wärmebildaufnahme veranschaulichen.

Ich fände es interessant zu erfahren wie du Dich entschieden hast.
Viel Erfolg und Grüße
Michael
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Beitragvon BobsBaueister » 27.11.2013 13:55 Uhr

Guten Tag Frit42z,

generell kann ich die vorhergegangenen Aussagen unterstreichen. Der U - Wert eines Fenster / einer Scheibe stellt den
Wärmeverlust / m² / 1h bei einem Temperaturunterschied bzw. Temperaturgefälle (x) von innen nach außen dar.

Selbstverständlich ist die Oberflächentemperatur im Innenbereich bei einer modernen Isolierverglasung mit Ug = 0,7 W/m²K und thermisch getrenntem Randverbund wesentlich höher als bei einer alten zweifach Isolierglasscheibe mit konventionellem Aluminiumrandverbund.

Somit verbessert sich natürlich auch die Behaglichkeit und Wohnqualität, da der warme Körper des Menschen nicht mehr soviel Wärme an die kalte Scheibe abstrahlt (bzw. die kalte Scheibe entzieht dem Körper keine Wärme). Dies ist insbesondere in Bädern und sonstigen Räumen in denen man eher leicht bekleidet unterwegs ist wichtig. Übrigens völlig richtig auch, was im Winter gegen Kälte gut ist, ist im Sommer auch gut gegen Hitze.

Dreifach Isolierverglasungen mit Ug = 0,7 W/m²K stellt Heutzutage nicht umsonst fast schon den Standard dar.

Vorsichtig sollte man allerdings bei Isolierglasscheiben mit zusätzlicher Beschichtung sein, da sich hier der g - Wert und somit der Solare Wärmegewinn stark verschlechtert

Der Anfangs höhere Anschaffungspreis amortisiert sich in Abhängigkeit von der verbauten Glasfläche mesit schon nach wenigen Jahren, da langfristig mit einem weiteren Anstieg der energiekosten zu rechnen ist.

Unterstützend ist es natürlich immer gut bei schwerem Wetter oder Kälte die Rollladen oder Fensterläden zu schließen.

Genaue Zahlen sollte ein Energieberater oder vereinzelt auch spezialisierte Fassadenbauer leisten können.

Fenster stellen nach wie vor bei gut gedämmten Gebäuden bezogen auf den U Wert einen Schwachpunkt dar, weshalb hier ein besondere Augenmerk wichtig ist.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 27.11.2013 20:10 Uhr

Da es hier um einen 30 Jahre alten Altbau geht, betrifft es das "Thema "Energetische Sanierung".
Unter folgendem Link habe ich hierzu Informationen zusammengefasst.
http://www.ecotec-energiesparhaus.de/li ... erung.html

Die PDF-Broschüre ...Altbau - Fit für die Zukunft
Energiesparmaßnahmen reduzieren den Wärmebedarf bestehender Gebäude um bis zu 70 % und steigern gleichzeitig den Wohnkomfort ... geht auf die Einsparpotentiale der einzelnen Dämmmaßnahmen wie Dach, Wand, Boden und auch FENSTER ein.
http://www.ecotec-energiesparhaus.de/fi ... ukunft.pdf

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon mindamino » 08.06.2016 02:49 Uhr

Demnach ist kein Unterschied vom Energievrebrauch zwischen 3 und 2 lagigen Fenstern:
http://www.tfo-meran.it/wp-content/uplo ... acubes.pdf

https://www.youtube.com/watch?v=FXMr_Hew2JU

Im Winter ist allerdings die Oberflächentemperatur innen höher was als angenehmer empfunden wird.

Nachts die Rolladen runter machen dürfte die sinnvollere Lösung sein.


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