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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
JBA

Beitragvon JBA » 13.02.2006 11:38 Uhr

Hallo!

Wir tragen uns mit dem Gedanken, ein Bungalow Bj. 80 zu kaufen, dass mit Erdwärme beheizt wird. Seit also gut 25 Jahren wird dieses Haus mit einer WP betrieben.
Wir sind etwas skeptisch, was diese Art von Heizung angeht...

Auf was sollten wir achten?

Wie hoch ist der Stromverbrauch ein solcher Heizung/WP? Das Haus hat etwa 250qm Wfl. und Fußbodenheizung.
Welche Defekte/Mängel u.ä. können nach 25 Jahren bei der WP auftreten? Welche Reparturkosten sollte man ggf. einkalkulieren?

Und ganz wichtig: In den 80ern wurde die Erdwärme gerühmt und als DIE Heizart der Zukunft deklariert. Warum hat sie sich dann nicht durchgesetzt, sprich, warum hört man heute so wenig davon? Welche Nachteile hat sie also?

Unterm Strich: Worauf sollten wir achten??

Wäre dankbar über einige Tipps!

LG!

P.S. Das Haus befindet sich im Großraum München.

zweimeter
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Beitragvon zweimeter » 13.02.2006 14:27 Uhr

Hallo,

das Heizen mit Erdwärme ist wirtschaftlich wesentlich günstiger als mit Öl oder Gas wenn der erdseitige Wärmetauscher richtig ausgelegt wurde (Erdwärmesonde oder Erdwärmekollektor). Also zunächst die Stromrechnungen der letzten Jahre (Jahrzehnte) anschauen. Eine Anlage läuft gut, wenn der Strombedarf für die Wärmepumpe relativ gleichmäßig war, zumindest nicht tendenziell von Jahr zu Jahr angestiegen ist. Ferner sollte der jährliche Strombedarf für die Wärmepumpe in kWh etwa 1/3 bis 1/4 (oder weniger) des jährlichen Wärmeenergiebedarfes in kWh vom Gebäude betragen (je kleiner der WP-Stromanteil vom gesamten Wärmeenergiebedarf desto besser). Der Wärmeenergiebedarf eines Gebäudes kann vom Fachmann bestimmt werden (ggf. Recherche im internet über Energieagenturen, Energiepass).
Wärmepumpen haben wie alle Energieerzeuger eine begrenzte Lebendauer. Mit 25 Jahren gehört eine WP eher zu zu den Senioren.

Grüße Zweimeter
JBA

Beitragvon JBA » 13.02.2006 15:39 Uhr

Hallo Zweimeter!

Ja, das dachten wir uns auh, dass 25 Jahre doch nicht gerade wenig ist für eine WP...
Was kostet denn so ein Teil neu bzw. kann man es ggf. einfach ersetzen oder würde sich das eher schwierig gestalten?

Besten Dank für die Antwort!!
Ben
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Beitragvon Ben » 13.02.2006 17:47 Uhr

Wärmepumepnhersteller haben heute auch immer noch Wasser Wasser WP im Sortiment. Am besten beim Sanitärbetrieb des Vertrauens nachfragen. Vielleicht auch eine Wasserprobe nehmen lassen, da die neueren WP etwas empfindlicher auf nicht hundertprozentig gutes Wasser reagieren.
Wenn das wasser und die Brunnen in Ordnung sind kann man das grät einfach austauschen.
Je nachdem wie alt die Brunnenpumpe ist, muss man hier auch mit Ersatz rechnen auf die Dauer.
Gast

Beitragvon Gast » 13.02.2006 21:18 Uhr

Die Anschaffungskosten für eine neue Wärmepumpe sind abhängig von deren Leistung, der erwünschten Vorlauftemperatur und natürlich vom Anbieter. Bei Erdwärmesonden oder Erdwärmekollektoren ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe erforderlich, bei einer thermischen Grundwassernutzung (kommt eher selten vor) wird eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe eingesetzt.

Also zunächst nach dem Bestand schauen. Im Bedarfsfall verschiedene Angebote einholen. Denn: Ein Heizung mit ergekoppelter Wärmepumpe ist wesentlich kostengünstiger als eine mit Gas oder Ölheizung.

Grüße Zweimeter
Mukkel
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Beitragvon Mukkel » 13.02.2006 22:02 Uhr

Moin moin,

unser Haus ist Bj78 und 100% Fussbodenheizung. Ich habe die ERSTE Wärmepumpe nun auch gegen eine Neue ausgetauscht. Der Vorbesitzer hat über die Kosten die im Laufe des Lebens der WP zusätzlich investiert wurden genaustens Buch geführt. Das waren incl. Wartung ca. 1000DM!!

Der Austausch war ohne Probleme möglich, nur ein paar Stutzen und 4x 1,20m CU Rohr drangequetscht, Grundwasserpumpe auch neu, die sind heute bei geringerer Watt-Zahl deutlich leistungsfähiger.

Und schon sitzt man wieder im warmen.

Die WP ist ungefähr so pflegeintensiv und anfällig wie ein Kühlschrank ... die meiste Arbeit hast du mit Staub wischen auf der WP :wink:

Gruss

Mukkel

Gast

Beitragvon Gast » 14.02.2006 00:48 Uhr

meine WP läuft seit 1986. Ggf. fällt ein Austausch der Umwälzpumpe an. Wegen hoher Luftfeuchtigkeit ist bei mir die Elektrik ausgefallen. Wegen nicht ordnungsgemäßer Herstellung war Luft in der Zuleitung zum Ausdehnungsgefäß, das in die Leitung gelangt ist und die UWP zum Ausfall brachte.
Ein Austausch gegen eine neue WP gestaltet sich recht schwierig, weil ich in einer neuen WP alle Fehler vermeiden will. Insbesondere hat eine neue WP einen besseren Wirkungsgrad. Dadurch muß mehr Wärme aus der Erde geholt werden. Bei verlegten Leitungen wird so die Planung schwierig.
Ich beabsichtige auch, eine neue WP einzusetzen, aber wegen der Schwierigkeiten geht das noch nicht.

Das Haupthindernis liegt in der schwierigen Planung solch einer Anlage und den noch verhältnismäßig günstigen Anlagekosten der Gasanlagen. Deshalb wird die WP noch selten eingesetzt, was aber jetzt wieder besser wird.

mfg
Quehl
kora

Beitragvon kora » 26.02.2006 12:52 Uhr

Hallo, Mukkel,

welche Heizlast und welches Fabrikat hast du jetzt eingebaut? War die damalige WP auch überdimensioniert? Wieviel qm WF werden beheizt?
Ich steh auch vor dem Austausch (BJ. 82).

Wie waren die Verbräuche in den Vorjahren (HT+NT). Laufstunden Kompressor?

Wäre für Daten dankbar.
Gruss
marsipulami

Beitragvon marsipulami » 26.02.2006 18:58 Uhr

@JBA
Sie haben sicher eine Grundwasser-WP im Grossraum München. Es gibt sehr viele dieser WP die seit 25 Jahren einwandfrei laufen und es auch noch lange tun werden...
Ein Totalschaden betrifft meist den Verdichter. Solange der aber läuft, gibt es keinen Anlass zur Sorge. Und selbst wenn, eine neue WP ist schnell installiert und meist auch noch mit einem höheren Wirkungsgrad versehen.

Oftmals lassen sich ältere WP auch noch auf den Stand der Jetztzeit bringen (vom Verdichter abgesehen), wurde mal etwas repariert ist sicher auch das früher gebräuchliche R22 ausgetauscht worden.

Um eine genaue Diagnose abgeben zu können, muss weitaus mehr ins Detail (=Keller) gegangen werden.

:idea: Der zu erwartende Stromverbrauch lässt sich am besten über den Betriebskostenrechner des www.klima-innovativ.de, Wärmepumpe-Vorteile ermitteln.
iszmiruebel
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Beitragvon iszmiruebel » 26.02.2006 21:41 Uhr

@JBA!

Betreibe seit 1984 eine WW-WP

siehe priv. Energie HP

Die aktuellen Daten des WP-Betriebes in diesem Winter (WW-WP seit Sept.05 neu) - P.S.: an den Daten im Febr. wird sich nicht mehr viel ändern!
Bild

Gruß Ernst

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