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low-tech-D
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Beitragvon low-tech-D » 22.11.2020 20:52 Uhr

Guten Abend zusammen, wir planen den Neubau eines Einfamilienhauses und sind gerade dabei ein Energiekonzept zu erstellen.
Dies mag unkonventionell klingen, wir wären aber um die kompetenten Meinungen der Forum-Schwarmintelligenz dankbar.

Es handelt sich um ein unterkellertes Einfamilienhaus im Voralpenland mit 200qm Wohnfläche. Die Wohnfläche befindet sich auf einer einzelnen Ebene und besteht aus einem großen nach Westen ausgerichteten Wohn/Ess/Küchen-Raum, unter dem Giebel zwei Bäder und ein Hauswirtschaftsraum und im Osten zwei Kinderzimmern und einem Elternschlafzimmer.

Gebaut wird in Holzständerbauweise und es handelt sich um ein hochgedämmtes Niedrigenergiehaus mit 35cm Zellulose-Einblasdämmung, 3-fach-Verglasung mit besten U-Werten etc.

Geplant ist eine PV-Anlage mit mindestens 9,9kW, ggf. auch deutlich mehr.

Nun das Energiekonzept:
- Stromerzeugung mittels PV-Anlage, aus ökologischen Gesichtspunkten zunächst kein Batteriespeicher
- Heizung des großen Wohnbereichs im Westen über einen einzelnen Pelletofen mit automatischer Steuerung über Raumluftthermostat
- bedarfsweise Heizung der Kinderzimmer über (z.B. Haller) Infrarotheizungen mit Thermostat
- keine Heizung im Elternschlafzimmer
- elektrische Fußbodenheizung sowie elektrische Handtuchheizung in den (2) Bädern, steuerbar über Thermostat und Zeitschaltuhr (in der Früh und am Abend)
- Brauchwassererwärumg ausschließlich über elektrische Durchlauferhiter (2xBad, 1xKüche)
- Minimalvariante einer Lüftungsanlage mit Wärmetauscher

Vorteile:
- low-tech mit geringen Anschaffungs-/Installations- und Wartungskosten
- es gibt kein Warmwasser-Kreislauf, kein stets zu erwärmender Pufferspeicher
- erwärmt wird, was verbraucht wird
- Massivholzboden möglich

Nachteile:
- alles Stromabhängig, Batteriespeichertechnik für uns (noch) nicht attraktiv aber eine Konzept für die Zukunft

Wir wären über konstruktive Kritik / Gedanken sehr dankbar.

Viele Grüße

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Beitragvon energieprojekt » 23.11.2020 07:27 Uhr

Grüße dich low-tech
Interessant wie manche an ihr Energiekonzept heran gehen, vielleicht ein paar Gedanken dazu.
Heizen und Warmwasserbereitung mit Strom kann ein Groschengrab sein.
Das duschen wird dich jedesmal ca 1 € kosten
Deine PV-Anlage wird in den Wintermonaten nur ca 2-5% der Nennleistung erbringen, die restlichen "paar" Prozent 95% wirst du dann aus dem öffentlichen Netz beziehen....

Zu der Größe der PV-Anlage hier musst du (momentan) noch auf die 10 KWp Grenze achten.

Falls du eh schon Pellet und Lüftung planst (wobei du hier auf externe Verbrennungsluft für die Heizung achten musst) könntest du auch einen Pelletkessel mit Luftverteilung nehmen und diese mit der Lüftungsanlage kombinieren.

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Beitragvon low-tech-D » 23.11.2020 09:13 Uhr

Vielen Dank!

Pelletkessel mit Luftverteilung hätte in meinem Verständnis den Nachteil, dass eine individuelle Temperierung der einzelnen Räume (Kinderzimmer warm, Schlafzimmer kälter) nicht mehr möglich ist, lieg ich da richtig?


Bezüglich Strom teile ich die Bedenken! Auch ein Stromspeicher/PV Anlage wird sich mit der hohen kurzzeitig benötigten Leistung eines Durchlauferhitzers schwer tun, richtig?

Wäre es eine vernünftige Alternative, die Brauchwassererwärmung im Winter über Wassertasche im Pelletofen sowie PV Anlage/Solarthermie im Sommer zu erfolgen zu lassen?
Nachteil, Pufferspeicher/Warmwasserzirkulation, jedoch auf Dauer ökonomischer bei einem 4-Personen-Haushalt mit entsprechendem Wasserverbrauch?
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Beitragvon energieprojekt » 23.11.2020 13:22 Uhr

nun du kannst die Luftzufuhr natürlich steuern und so die Temperatur im Raum beeinflussen.
Anders machst du es ja auch mit Luft/Luft WP auch nicht.

Bei den Batteriespeichern in Verbindung mit dem Durchlauferhitzer gebe ich dir völlig recht, dewegen bin ich auch kein Freund davon.

Pelletkessel mit Solarthermie ist sicherlich eine Alternative, so beheize ich mein Mietobjekt auch.
Das leidige Thema Zirkulation hast du bei den meisten zentralen Warmwasserbereitungen.
Falls du allerdings das Rohrnetz vernüftig planst kann du ggf auf die Zirkulation verzichten oder aber auf dezentrale Trinkwasserwärmetauscher in den Bädern setzen.

Aber nochmal, bitte unbedingt vernünftig planen lassen
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Beitragvon low-tech-D » 23.11.2020 13:29 Uhr

Herzlichen Dan für die Meinungen.
Selbstverständlich wird das ganze noch ausführlich mit einem Energieberater besprochen und dieser wird den Prozess begleiten. Ich versuche mir im Vorfeld Gedanken zu machen und Optionen auszuschliessen bzw zu erwägen.
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Beitragvon energieprojekt » 23.11.2020 14:09 Uhr

Ein Energieberater wird hier alleine der falsche Ansprechpartner sein.
Zuerst solltest du dir jemanden suchen der dir eine verlässliche Heizlastberechnung erstellt. Dann kannst du dir einen TGA-Planer suchen mit dem du deine Wünsche und dann die technischen Möglichkeiten besprichst.
Mit diesem Konzept kannst du dir dann von verschiedenen Heizungsbauern vergleichbare Angebote erstellen lassen.
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