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edejo
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Beitragvon edejo » 31.08.2020 10:00 Uhr

Bin neu im Forum.
Möchte Buderus Brennwertanlage GB 172 19kW mit Buderus Solarpaket bestehend aus
4x Buderus Flachkollektor Logasol SKN4.0-s, 2,37 m², Bauform
Kombinationsspeicher Logalux P750 S, 750 Liter,
Komplettstation Logasol KS0110 mit Solarmodul SM200/2
anschaffen.

Meine Frage: Der Kombispeicher enthält einen innenliegenden Trinkwasserspeicher mit ca. 170 Liter im oberen Bereich. Im unteren Bereich ist der Wärmetauscher für Solar. Im Speicher befindet sich das Heizungswasser, das laufend durch die gesamte Heizungsanlage gepumpt wird.
Ich halte den Trinkwasserspeicher für einen guten Kompromis zwischen Legionellenproblematik und dem geringe Volumen eines spiralförmigen Wellrohr-Durchlauferhitzers alternativer Hygienespeicher.

1. Meine Frage nun: Im Speicher sollte sich ja eine Temperaturschichtung des Heizwassers aufbauen, oben heiß, unten beim Solarwärmetauscher etwas kühler. Stört der 170 Liter Frischwasserspeicher nicht so stark, dass die Schichtung verloren geht und die Gasheizung häufig anspringt? An Euren Erfahrungen/Meinungen wäre ich interessiert.

2. Muss für BAFA nachgewiesen werden, dass der Anteil Solarenergie tatsächlich erreicht wird unter den aktuellen Vor-Ort- Bedingungen wie Ausrichtung des Dachs, Abschattung durch Bäume etc? Oder genügen die kW-Herstellerangaben der Solarmodule in Bezug zur Heizlast des Gebäudes?

Besten Dank

elnino
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Beitragvon elnino » 01.09.2020 06:31 Uhr

Hallo
Ist die Anlage überhaupt das richtige für dich ?
Du solltest mit Hilfe eines Fachplaners z.B hier aus dem Forum eine Bedarfsanalyse erstellen , damit die Anlage mit den optimalen Kennwerten angeschafft werden kann.
Eine fachgerechte Anlagendimensionierung spart in der Regel teure Folgekosten .

Gruß
energieprojekt
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Beitragvon energieprojekt » 01.09.2020 10:05 Uhr

edejo hat geschrieben:Bin neu im Forum.
Hallo edejo, ich möchte einmal versuchen etwas Licht ind Dunkel zu bringen.
Möchte Buderus Brennwertanlage GB 172 19kW mit Buderus Solarpaket bestehend aus
4x Buderus Flachkollektor Logasol SKN4.0-s, 2,37 m², Bauform
Kombinationsspeicher Logalux P750 S, 750 Liter,
Komplettstation Logasol KS0110 mit Solarmodul SM200/2
anschaffen.

Meine Frage: Der Kombispeicher enthält einen innenliegenden Trinkwasserspeicher mit ca. 170 Liter im oberen Bereich. Im unteren Bereich ist der Wärmetauscher für Solar. Im Speicher befindet sich das Heizungswasser, das laufend durch die gesamte Heizungsanlage gepumpt wird.
Ich halte den Trinkwasserspeicher für einen guten Kompromis zwischen Legionellenproblematik und dem geringe Volumen eines spiralförmigen Wellrohr-Durchlauferhitzers alternativer Hygienespeicher.

diese, von dir favorisierte Speicherkombination mit innenliegendem Boiler, halte ich für nicht gut. Ich möchte dir auch erklären warum:
-keine vernünftige Temperatursteuerung
-keine Möglichkeit einer vernünftigen Dimensionierung des Brauchwasserbedarfs für Haus
- absolute Beschränkung des möglichen Nutzvolumens des Speichers, und damit ca 30% verschenktem Nutzungsgrad. Hintergrung ist hier die meist thermische Beschränkung des Speichers auf 60°C, weil bei höheren Temperaturen ein erhöhter Kalkausfall zu erwárten ist, bei einem reinen Heizungspuffer kann ich aber problemlos 90°C einlagern und somit mehr Energie einlagern (dem eigentlichen Sinn eines Pufferspeichers) Darüber hinaus haben die meisten eingesetzten Boiler (Mutter-Kindspeicher) dann auch noch eine Emaillierung die über eine Opferanode gesichert werden muss.


1. Meine Frage nun: Im Speicher sollte sich ja eine Temperaturschichtung des Heizwassers aufbauen, oben heiß, unten beim Solarwärmetauscher etwas kühler. Stört der 170 Liter Frischwasserspeicher nicht so stark, dass die Schichtung verloren geht und die Gasheizung häufig anspringt? An Euren Erfahrungen/Meinungen wäre ich interessiert.
Ja das steht zu erwarten, siehe Schilderung oben. Bei Brauchwassernutzung wird sofort 12-15° kaltes Wasser in die Speichermitte gespült. Schichtungstechnisch eine absolute Fehlentwicklung

2. Muss für BAFA nachgewiesen werden, dass der Anteil Solarenergie tatsächlich erreicht wird unter den aktuellen Vor-Ort- Bedingungen wie Ausrichtung des Dachs, Abschattung durch Bäume etc? Oder genügen die kW-Herstellerangaben der Solarmodule in Bezug zur Heizlast des Gebäudes?

Bei meinen Kunden wird auf jeden Fall eine solarsimulation gemacht, diese kann natürlich nur so gut sein wie die Angaben. Ich weiß von einigen Anlagen wo die Erträge auch nachw´gewiesen werden mussten, dies ist allerdings nicht die Regel
Mit sonnigem Gruß Udo von www.energieprojekt.biz

Besten Dank

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Beitragvon edejo » 01.09.2020 10:25 Uhr

Hallo elnino,
besten Dank. Deine Frage ist richtig. Unsere Situation ist so. Wir haben seit 40 Jahren eine Gasheizung mit getrennter Gas-Warmwasserversorgung. Der Gasbrenner (Hochtemperatur) der Fa. Rohleder läuft noch gut, wenngleich natürlich nicht mehr zeitgemäß. Ich muss davon ausgehen, dass der Kessel in den nächsten Jahren kaputt geht. Daher möchte ich vorsorgen und eine Neuinstallation jetzt angehen.

Freistehendes Einfamilienhaus mit ELW, 280 qm, BJ 1980, sehr gut isoliert, 70% Fußbodenheizung, Rest Heizkörper, Berechnete Heizlast ca. 15-16 kW (inkl. WW). Standort Nähe Stuttgart.

Habe mich eingehend mit modernen Heizungskonzepten befasst. Meine anfängliche Begeisterung für eine Wärmepumpe für das große Haus habe ich aufgegeben, wegen möglicher Lärmbelästigung der Nachbarn, besonders bei tief-frequentem Schall. Da scheinen auch die Grenzwerte noch zu hoch zu sein. Auch haben die hohen Gerätepreise noch nicht die Massenanwendung eingeläutet. Pelletheizung kommt nicht in Frage, da zu großer Umbau im Keller nötig. Elektroheizung mit PV noch nicht wirtschaftlich bei energiepolitisch festgelegtem Strompreis. Bleibt also nur eine effiziente Gasheizung mit Solarunterstützung, denn der Austausch der Gasheizung allein ist ja nicht mehr erlaubt. Es müssen immer erneuerbare Energien dabei sein.
Eine optimale Gas-Hybridheizung mit Solar wird sich bei Südost-orientiertem Dach und mit gewissen Abschattungen durch Bäume in unserem Fall wohl berechnen lassen und man wird m.E. auf mehr als 4 Konvektoren (9 qm Minimalvorschrift BAFA bei Bestandsgebäude und Heizungsunterstützung) kommen. Betrachtet man aber bei deutlich mehr Kollektoren die höhere Anfangs-Investition, die höhere Störanfälligkeit und die Tatsache, dass Hersteller nur eine Garantie für 8-10 Jahre geben, also mit Ersatzinvestitionen zu rechnen ist, wird eine größere Lösung gefühlsmäßig wohl nicht wirtschaftlich sein. Daher würde ich mich gerne auf die Minimalanforderung BAFA zurückziehen.
Ist das falsch, was ich da meine?

Gerne greife ich den Rat eines Energieberaters im Forum auf. Wie sind die Konditionen?
Habe bereits mehrere Angebote von Heizungsbauern vorliegen, allerdings ohne vorherige Planung angepasst auf den Standort und die Sonnenabdeckung.

Besten Dank für alle Ratschläge.
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Beitragvon edejo » 01.09.2020 11:02 Uhr

Hallo Enegieprojekt Experte,

besten Dank für die klare Stellungnahme, die mich überzeugt. Ich werde den Mutter-Kind-Hygienespeicher verwerfen. Hygienespeicher mit Frischwasser-Wendel werden von den großen Heizungsherstellern Viess...Bude... meist nur mit max. ca. 30 Liter Volumen in der Wendel angeboten. Das scheint mir etwas wenig, denn bei geringerer Temperatur von sagen wir nur 40 Grad des Speicherwassers im kühlen Sommer bei fehlendem Sonnenschein und abgeschalteter Zuheizung durch Gas, tritt ja wenig Wärmefluss zum Duschwasser mit 35 Grad auf?

Es gibt allerdings von speziellen Herstellern Speicher, bei denen das WW-Wellrohr bis sogar 50 Liter fasst. Wäre sowas dann anzustreben oder bezahlt man auch da stark mit dem Nachfluss kalten Wassers in der Wendel?

Wenn es ein Speicher mit Frischwasser-Wendel wird, wäre mein Vorzug, 2 Wärmetauscher für externe Energiequellen zu haben, so dass man später ev. eine kleinere Wärmepumpe zuschalten kann, wenn deren Technologie weiter gereift und die Preise gefallen sind. Gibt es Erfahrungen, ob die zweite Spirale die Thermik im Speicher sehr stört?

Besten Dank.
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Beitragvon energieprojekt » 01.09.2020 13:05 Uhr

Es gibt hier verschiedene Ansätze,
Mein Favorit für überschaubares Geld wäre ein Schichtspeicher mit Warmwassergegenstromtausecher innen. Der kommt mit 3-4 K Übertemperatur im Speicher aus (teilweise auch mit 0°C).
Zu deinen 30 L, diese Tauscher haben bei entsprechender Energie im Speicher eine Leistung die deutlich über der eines Boilers liegen und lassen sich auf den Bedarf abstimmen. Selbst Warmwasserleistungen für Hotels lassen sich so abdecken.
Ich bin kein Freund von Wendel für Wärmeerzeuger innendrin, das lässt sich eleganter lösen.
Falls eine WP bei dir die Option ist sollte der Speicher direktkondensierend sein.
Udo von www.energieprojekt.biz

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Beitragvon edejo » 02.09.2020 20:59 Uhr

Guten Abend Udo,

besten Dank für die guten Hinweise.
Wo kann ich Informationen bekommen für den erwähnten "Schichtspeicher mit Warmwassergegenstromtauscher innen" und
"Speicher direktkondensierend" ?

Mir ist die Frischwasserstation bekannt, die allerdings recht teuer ist und wohl auch wartungsintensiv.

Besten Dank, edejo
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Beitragvon WP- Profi Kälteheinz » 18.09.2020 15:38 Uhr

Wir vom Technikspezialteam vom Kälteheinz unterstützen das Vorhaben. Die Sommer werden immer intensiver und länger. Energie zum Nulltarif, bis auf die Erstellungskosten, gilt es zu nutzen.Das Gefühl unter der Dusche, wenn kostenloses WWW kommt, ist nicht zu bezahlen. Auch kann man mit der Solarinvestition den Pool kostenlos erwärmen. Wir vom Technikspezialteam vom Kälteheinz empfehlen eine sparsame Anwendung einer Stagnationsregelung

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