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Wiese
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Beitragvon Wiese » 16.02.2020 13:28 Uhr

Hallo zusammen
ich bin eigentlich recht fit, was Solaranlagen, Öl- und Gaskessel betrifft. Nun will ich in einem Reihenhaus, das noch mit Öl beheizt wird auf eine LWWP umstellen.
Jetzt möchte ich grundsätzlich wissen, ob ich mit den bisher erarbeiteten Grundlagen richtig liege.

Bei der herkömmlichen Heizung werden die Heizkörper mit Thermostatventilen geregelt, die mehr oder weniger Wasser durchfließen lassen. Mit der FBH macht man es oft genau so, wobei hier eigentlich nur die Temperaturregelung über den Mischer für die richtige Wärme sorgen soll, der Volumenstrom sollte hier nicht verändert werden. Bei mir in meinem Haus ist das so, aber das hab ich auch selbst gebaut, ich habe keine Steuerventile in der FBH, nur eine Grundeinstellung für den richtigen Volumenstrom je Heizkreis.

Baut man nun eine solche Anlage auf WP um, hat man ein großes Problem. Erstens sind die VL-Temp der Heizkörper zu hoch und zweitens begrenzen sie den Volumenstrom.
Richtig müsste es doch sein, so wie die FBH auch die Heizkörper immer voll zu durchströmen. Leider ist es aber mit 30°C VL unmöglich einen Raum mit einem normalen Heizkörper warm zu bekommen, während das für eine FBH in der Regel bis an die Null Grad Grenze ausreicht.

Um einen zweiten wärmeren Heizkreis für die Heizkörper zu vermeiden, denke ich daran Jaga Heizkörper mit Ventilatoren einzubauen. Ein HB der sich die Sache angeschaut hat liegt sicher richtig damit, dass die alte Verrohrung untauglich ist, und will daher das ganze Haus auf FBH umrüsten, was uns aber zu aufwändig und auch zu teuer ist.

Nun verstehe ich nicht, warum auch die Jaga-Heizkörper mit Thermostaten geregelt werden. Das macht für mich keinen Sinn. Die WP braucht, so verstehe ich das, einen ständigen hohen Volumenstrom. Ich habe ausgerechnet, dass bei einer Heizlast von 10 kW (die bei minus 15°C zu erwarten ist) und einer Spreizung von 5 K (35/30°C) ein Volumenstrom von 1400 l/h erforderlich ist. Da der Volumenstrom beibehalten werden muss, sinkt bei einer Heizlast von 5 kW die Spreizung auf 2,5 Kelvin. Wenn ich alles richtig verstanden habe, würde in diesem Bereich die WP einwanfrei und effizient arbeiten.
Regelt man die Heizkörper über Thermostatventile, sinkt der Volumenstrom, und die WP bekommt Probleme. Zumindest wird der Wirkungsgrad der WP dadurch sinken, weil sie entweder ständig ein und aus schaltet, oder die Differenz VL/RL steigt. Diese Problem wird offensichtlich gerne mit einem sogenannten Trennspeicher gelöst, den ich aber für ziemlich kontraproduktiv halte, weil er eigentlich nur gebraucht wird, wenn die Auslegung der Heizkreise verbockt wurde.

Liege ich richtig damit, dass man, wenn man Heizkörper verwenden muss, diese am besten ohne Thermostatventile verbaut, und nur den Volumenstrom gleichmäßig verteilt. Da Heizkörper mit 35 Grad oder weniger ohnehin so gut wie keine Heizleistung liefern, müsste es doch ausreichen die Raumtemperatur nur über die Ventilatordrehzahl zu regeln. Leider werde ich aus den Beschreibungen bei Jaga nicht so recht schlau. Da gibt es Heizkörper mit 3 Gebläsestufen und es gibt welche mit einer elektronischen Regelung, die aber auch ein Thermostatventil steuern.

Das nächste Problem das ich lösen muss ist die WW-Bereitung. Eigentlich bin ich ein Fan von FRIWAS und habe schon 3 Stück selbst gebaut. Eine super Sache, wenn man mit 45°C Puffertemperatur genügend WW hat, und Legionellen kaum eine Chance haben.
Jetzt lese ich aber, dass eine WP besser zurecht kommt, wenn die einen WW-Speicher über einen Rohrwärmetauscher erwärmen kann, weil ein Pufferspeicher (unten raus - oben rein) eine viel zu große Spreizung hat. Was ich bisher abgelehnt habe, ist nun also für die WP besser? Aber auch hier muss dann die Wärmeabgabe des Wärmetauschers im WW-Speicher exakt zu WP passen. Wäre das Problem Volumenstrom uns Wärmeabgabe eventuell doch mit einem Pufferspeicher und einer FRIWA besser hinzubekommen?

Im Moment überlege ich mir hier einen Fachmann zu Rate zu ziehen, der die Berechnungen durchführt, verstehen würde ich es aber trotzdem gerne.

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Beitragvon GESBB » 19.02.2020 07:10 Uhr

Wiese hat geschrieben: Leider ist es aber mit 30°C VL unmöglich einen Raum mit einem normalen Heizkörper warm zu bekommen,...
Das hängt u.a. von der Raumheizlast ab. :wink:
Wiese hat geschrieben:... denke ich daran Jaga Heizkörper mit Ventilatoren einzubauen.
Ob man sich zusätzliche Lärmquellen unbedingt einbauen sollte, muß jeder selbst entscheiden.
Wiese hat geschrieben:Da der Volumenstrom beibehalten werden muss, sinkt bei einer Heizlast von 5 kW die Spreizung auf 2,5 Kelvin.
Die Spreizung wird nur kleiner, wenn der Volumenstrom steigt. :wink: Eine Gleichung mit mehreren Unbekannten ist direkt mathematisch nicht lösbar!
Wiese hat geschrieben:Liege ich richtig damit, dass man, wenn man Heizkörper verwenden muss, diese am besten ohne Thermostatventile verbaut,...
Nein. Siehe u.a. EnEV.
Wiese hat geschrieben:Jetzt lese ich aber, dass eine WP besser zurecht kommt, ...
Man soll nicht kritiklos alles glauben, was da so im I-Net geschwafelt wird.
Wiese hat geschrieben:Im Moment überlege ich mir hier einen Fachmann zu Rate zu ziehen, der die Berechnungen durchführt,...
Nur das könnte ich empfehlen.
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Beitragvon gergen-dv » 19.02.2020 08:39 Uhr

GESBB:
Ob man sich zusätzliche Lärmquellen unbedingt einbauen sollte, muß jeder selbst entscheiden.
Hast Du jaga-Konvektoren schon mal laufen gehört? Ich ja, habe schon etliche verbaut!
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Beitragvon GESBB » 19.02.2020 10:25 Uhr

gergen-dv hat geschrieben:Hast Du jaga-Konvektoren schon mal laufen gehört?
Ja, begeistert war ich da überhaupt nicht. Beachtenswert sicherlich die jeweilige Grundschallkulisse. Im Proberaum einer Rockband ist das natürlich uninteressant. :wink: Hinzu kommt die zunehmende, aktive Staubverquirlung. Staub ist ja schon bei normalen HK problematisch.
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Beitragvon gergen-dv » 19.02.2020 11:36 Uhr

Du vergleichst jetzt Radiatoren (mit 55 ° VLT) und Konvektoren mit 35 ° VLT?
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Beitragvon Wiese » 23.02.2020 02:20 Uhr

Eure unterschiedlichen Meinungen zu Jaga bzw. Konvektor und Radiator sind für mich natürlich problematisch.

Aber eine Sache würde ich da gerne noch wissen:
Wenn ich einen Konvektor nehme, und den mit FBH-Temperatur betreibe, also für FBH und HK den gleichen Heizkreis nehme, wird der ohne Ventilatorbetrieb so gut wie keine Heizleistung bringen. Bei 33 Grad fühlt sich das Teil kalt an und mein Fußboden ist bei 33°C VL auch nicht warm. Da macht es halt die Fläche, die ein HK nicht hat.
Wenn so ein Heizkörper also ohne Ventilator fast nichts bringt, wozu sollen dann Thermostatventile gut sein? Die bewirken doch dann nichts, außer dass die den Volumenstrom verändern.

Ich habe jetzt auch schon öfter gelesen, dass eine WP einen Mindestvolumenstrom braucht, oder als Ersatz für eine vernünftige Planung einen Trennspeicher. Ein hoher Volumenstrom mit 3 Kelvin Spreizung soll doch besser sein, als ein niedriger Volumenstrom mit 6 Kelvin. Das Heizungssystem sollte sich doch an die Pumpe anpassen und nicht umgekehrt oder?

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Beitragvon GESBB » 23.02.2020 07:22 Uhr

Wiese hat geschrieben:Bei 33 Grad fühlt sich das Teil kalt an und mein Fußboden ist bei 33°C VL auch nicht warm.
Es kommt nicht darauf an wie warm eine Heizfläche ist, sondern eher darauf, ob die gewünschte RT erreicht wird.
Wiese hat geschrieben:Ich habe jetzt auch schon öfter gelesen, dass eine WP einen Mindestvolumenstrom braucht,...
Das gilt grundsätzlich für alle Wärmeerzeuger.
Wiese hat geschrieben:.... oder als Ersatz für eine vernünftige Planung einen Trennspeicher.
Bei einer fachgerechten Anlagendimensionierung ist normalerweise kein "Trennspeicher" erforderlich, da Effizienzkiller.
Wiese hat geschrieben:Das Heizungssystem sollte sich doch an die Pumpe anpassen und nicht umgekehrt oder?
Die WP wird nach dem tatsächlichen Leistungs- und Energiebedarf für Heizung und WW-Bereitung, unter Beachtung des spezifischen Nutzerverhaltens, ausgewählt (Grundlagenermittlung). Danach wird dann die Anlage ausgelegt (Heizflächen, Rohrhydraulik, etc.)Letztere unter Beachtung der Kennlinie einer integrierten Heizkreispumpe (Restförderhöhe).
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Beitragvon energieprojekt » 23.02.2020 11:34 Uhr

Ich glaube dem ist nicht viel hinzu zufügen. Allerdings ist es für die User des Forums auch nicht dienlich zu ein und dem gleichen Thema mit unterschiedlichen Überschriften neue Fragen zu stellen.
Im prinzip geht es hier doch um das gleiche wie in deiner ersten Frage und dort hast du uns doch gesagt einen Lösungsansatz gefunden zu haben
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Beitragvon WP- Profi Kälteheinz » 19.09.2020 12:56 Uhr

ALLGEMEIN KANN MAN sagen, eine Invertertechnik kann anders aufgebaut werden als eine Non_invertertechnik. Wir vom Spezialtechnikteam vom Kälteheinz sehen da eine 2 stufige Hochtemperatur- WP für Altbauten für die Zukunft. Ihr Spezialtechnikteam vom Kälteheinz

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