Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Tools, Onlinerechner und Newsletter Diskussionsforum forum
Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
DaDa
Beiträge: 2
Registriert: 24.11.2019 13:47
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 0 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Deutschland

Beitragvon DaDa » 24.11.2019 14:55 Uhr

Hallo,

ich bin auf der Suche nach einer möglichst effizienten Wärmepumpe für meine Anwendung.

Kurz zu den Randbedingungen:
Ich habe ein Flächenerdkollektor (horizontal) mit etwa 15-25kW max. Leistung (1200m²; ~2m tief; 3x300m DN32 Leitungen). Eine Erweiterung um einen zusätzlichen 300m Kreis der dann aber nicht parallel zu den anderen drei ist wäre denkbar (+>5kW).

Die Heizlast wird über das Jahr und über die Lebensdauer (der Heizung und ggf. auch meiner) nicht konstant sein. Als Heizlast wird ein Einfamilienhaus (~800m³; H_T~0,2) das meiste Jahr über geheizt, mal gesamt, mal aber auch nur 1/3 des Hauses und auch mal für einige Woche nur minimal um Bauschäden vorzubeugen. Im idealfall soll gelegentlich auch mal ein Gästehaus mit beheizbar sein.

Das Problem ist nun für das eig. Haus würde eine klein 5-6kW Anlage eigentlich ausreichen. Wenn das Haus aber im Winter dann mal angeheizt wird, nach dem es ein paar Wochen kalt war, soll es aber auch nicht Tage dauern bis es dann endlich mal Warm ist. Zu dem wäre es schön auch für die Zukunft noch ein paar Reserven zu haben, falls man mal an oder umbauen willen und dadurch die Heizlast steigt. Das besagt Gästehaus wäre optional, mit ein paar kW Wärmebedarf dann noch mit zu versorgen, dass ist aber auch auf anderen nicht so effizienten Wege möglich.

Jetzt zu meinen Fragen:
Nun bietet sich hier eigentlich meiner Meinung nach nur eine Inverter gesteuerte Pumpe an, um diese breite Spanne an Heizlasten adäquat abzudecken, oder wie seht ihr das?

Nun sind die Wärmepumpen aber immer so schlecht dokumentiert (Ausnahme sind hier die Anlagen von Viessmann) damit kann ich den Arbeitspunkt nicht mehr bestimmen, in dem die Anlagen dann wirklich laufen. Also bei 5kW Entzugsleistung werde ich wahrscheinlich nicht bei der Standard Soletemperatur von B0°C landen, sondern eher deutlich höher. Für das anheizen ist allerdings die W35°C Vorlauftemperatur für die Heizung vielleicht zu gering. Im dauer Betrieb hingegen würde ich durch die Wand & Fußbodenheizung auch mit W30°C noch gut hinkommen. Nun frage ich mich aber, kann man nicht die Werte eig. auch auf die anderen der Hersteller übertragen. Denn eig. funktionieren die Anlagen ja alle gleich. Was ich meine: Wenn Hersteller A bei B0W35 einen COP von 4,8 angibt und Hersteller B das auch tut und Hersteller B jetzt auch für B5W35 Werte hat, wird dann nicht auch die Anlage von Hersteller A diese Werte im B5W35 Arbeitspunkt erreichen (gleiche Leistungen vorausgesetzt)? Oder ist das zu naiv gedacht?

Meine letzte Frage wäre in diesem Zusammenhang, die Wärmepumpen werden ja immer effizienter (laut Datenblatt) je mehr Leistung sie Bereitstellen können. Wäre es dann nicht mit Inverter-Anlagen sinnvoll, gerade in meinem Fall, eher eine hohe Leistung zuwählen, oder ist der höhere COP eher durch Offset-Verbräuche bedingt (also Standby Stromverbrauch, mind. Leistungen der Pumpe etc.) und damit bei Runterreglung durch den Inverter wieder futsch?

GESBB
Aktivität: hoch
Beiträge: 427
Bilder: 0
Registriert: 16.05.2010 16:48
Lob gegeben: 28 Mal
Lob erhalten: 22 Mal
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon GESBB » 25.11.2019 08:22 Uhr

DaDa hat geschrieben:Ich habe ein Flächenerdkollektor (horizontal) mit etwa 15-25kW max. Leistung (1200m²; ~2m tief; 3x300m DN32 Leitungen).
Um eine Solequelle zu dimensionieren, muß der tatschächliche Leistungs- und Energiebedarf für Heizung und WW bekannt sein.
DaDa hat geschrieben: Eine Erweiterung um einen zusätzlichen 300m Kreis der dann aber nicht parallel zu den anderen drei ist wäre denkbar (+>5kW).
Hydraulisch sollte der schon parallel geschaltet sein. :wink:
DaDa hat geschrieben:Die Heizlast wird über das Jahr .....Als Heizlast wird ein Einfamilienhaus (~800m³; H_T~0,2) das meiste Jahr über geheizt, mal gesamt, mal aber auch nur 1/3 des Hauses und auch mal für einige Woche nur minimal um Bauschäden vorzubeugen. Im idealfall soll gelegentlich auch mal ein Gästehaus mit beheizbar sein.
Sehr stark differierende Bedarfsanforderungen. Die müssten erstmal verifiziert werden. Die Solequelle muß dem max. Bedarf genügen!
DaDa hat geschrieben:Wenn das Haus aber im Winter dann mal angeheizt wird, nach dem es ein paar Wochen kalt war, soll es aber auch nicht Tage dauern bis es dann endlich mal Warm ist.
Dann muß man paar Tage früher "anheizen". :wink:
DaDa hat geschrieben:Nun bietet sich hier eigentlich meiner Meinung nach nur eine Inverter gesteuerte Pumpe an, um diese breite Spanne an Heizlasten adäquat abzudecken, oder wie seht ihr das?
Hierzu müsste man die jeweiligen Bedarfswerte exakt kennen.
DaDa hat geschrieben: Wäre es dann nicht mit Inverter-Anlagen sinnvoll, gerade in meinem Fall, eher eine hohe Leistung zuwählen,...
Leistungsmodulation ist nicht verlustlos möglich.

Um wirtschaftlich und CO2-arm zu sein, müssen Anlagen für Heizung und WW-Bereitung fachgerecht dimensioniert werden!
Ohne fachgerechte Anlagendimensionierung sind Energieausweise nicht rechtskonform.

Evtl. nachträglich eingefügte Werbung stammt nicht von mir!
energieprojekt
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 1603
Registriert: 23.04.2014 10:17
Wohnort: Westerwald
Lob gegeben: 12 Mal
Lob erhalten: 191 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: > 13 Jahre
Interessensgebiet: Sanitär-/ Heizungs-/ Klimatechnik
Land: Deutschland

Beitragvon energieprojekt » 25.11.2019 08:32 Uhr

Hallo DaDa,
willkommen hier im Forum.
GESBB, hat dir ja schon einige Fragen beantwortet.
Ich bin auch der Meinung das du im Vorfeld eine genaue Planung erfolgen muss und nicht mit Annahmen gearbeitet werden sollte.
Die Hersteller geben Leistungsdaten an die sie oder beauftragte Unternehmen ermittelt haben.
Natürlich sind die Ergebnisse unterschiedlicher Pumpen nicht alle Identisch, es gibt immer wieder technische herangehensweisendie auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen
Udo von www.energieprojekt.biz
Wir haben die Welt von unseren Kindern geliehen und nicht von unseren Eltern geerbt. So sollten wir auch damit umgehen !
rosebud
Aktivität: durchschnittlich
Beiträge: 92
Registriert: 06.10.2018 13:59
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 9 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 4-8 Jahre
Interessensgebiet: Windenergie
Land: Deutschland

Beitragvon rosebud » 25.11.2019 08:48 Uhr

In der Antwort von GESBB wird das ganze Elend der ohne Leistungsreserven projektierten Heizungsanlagen schreiend deutlich: Das Anheizen dauert mehrere Tage. Wenn ich es etwas wärmer haben will, muß ich tagelang vorher planen. So ein Schwachsinn.
Der ärgste Gegner der erneuerbaren Energien ist die Dreisatzrechnung
DaDa
Beiträge: 2
Registriert: 24.11.2019 13:47
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 0 Mal
Kontotyp: Verbraucher
Erfahrung: 0 Jahre
Interessensgebiet: Wärmepumpen
Land: Deutschland

Beitragvon DaDa » 25.11.2019 18:55 Uhr

Hallo an Alle,

GESBB hat geschrieben:Um eine Solequelle zu dimensionieren, muß der tatschächliche Leistungs- und Energiebedarf für Heizung und WW bekannt sein.

Um die Solequelle geht es eig. hier weniger, die ist wie ich ja geschrieben habe vorhanden in den entsprechenden Dimension. Möglich wäre eine Erweiterung für höhere Leistungen.
GESBB hat geschrieben:Hydraulisch sollte der schon parallel geschaltet sein.

Ja klar ;) Ich meinte hier thermisch, da ein weiterer Kreis sich dann an einem physischen anderen Ort befände als die anderen drei.
GESBB hat geschrieben:Sehr stark differierende Bedarfsanforderungen. Die müssten erstmal verifiziert werden. Die Solequelle muß dem max. Bedarf genügen!

GESBB hat geschrieben:Hierzu müsste man die jeweiligen Bedarfswerte exakt kennen

Naja da liegt ja das Problem, da sich das letztlich nicht sagen lässt. Wenn das Gästehaus nicht geheizt wird, dann brauch ich weniger Leistung, genauso, wenn ich nicht da bin und die Heizung gedrosselt läuft, das ist ja klar. Für eine immer fixe Raumtemperatur in den jeweiligen Räumen bei einer hypothetischen Normaußentemperatur die Verlustleistung zu berechnen wäre trivial, geht aber am eig. Grundproblem vorbei. Eine genaue Berechnung wäre nur dann möglich wenn die exakten Randparameter bekannt wären, aber wenn das Haus ein Jahr im Februar gar nicht geheizt werden muss, im nächsten Jahr aber das gedammte Jahr, dann wird es problematisch. Für eine 0815 Nutzung mit für mich üblicher Lüftung würden wie gesagt max. etwa 5-6kW benötigt.
GESBB hat geschrieben:Dann muß man paar Tage früher "anheizen".

Nee das wäre Blösinnig ;) Das soll ja gerade vermieden werden, das man Tagelang im Kalten sitzt oder anders gesagt, das man sich der Technik anpasst und nicht die Technik sich einem anpasst.
GESBB hat geschrieben:Leistungsmodulation ist nicht verlustlos möglich.

Ja das ist genau der Punkt, aber wie siehen denn hier die konkreten Zahlen aus? Was man verliert man dadurch (Effizientsbedingt), was gewinnt man dadurch (geringeres delta T bedingt)? Mit was für Werten kann man hier rechnen?

energieprojekt hat geschrieben:Hallo DaDa,
willkommen hier im Forum.

Hallo und danke ;)
energieprojekt hat geschrieben:Ich bin auch der Meinung das du im Vorfeld eine genaue Planung erfolgen muss und nicht mit Annahmen gearbeitet werden sollte.
Die Hersteller geben Leistungsdaten an die sie oder beauftragte Unternehmen ermittelt haben.

Naja wie gesagt, ich kann ja nicht mein Verhalten und Lebenssituation auf die nächsten ...30 Jahre vorplanen, in einem Terminkalender festhalten und mich dann daran halten und im Zweifelsfall sagen, heute geht es nicht, sonst kommt meine Heizung zuhause durcheinander (etwas zugespitzt). Daher lässt sich das nicht genau planen.
energieprojekt hat geschrieben:Die Hersteller geben Leistungsdaten an die sie oder beauftragte Unternehmen ermittelt haben.
Natürlich sind die Ergebnisse unterschiedlicher Pumpen nicht alle Identisch, es gibt immer wieder technische herangehensweisendie auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen

Da komme ich jetzt nicht ganz mit was das heißen soll :)

rosebud hat geschrieben:In der Antwort von GESBB wird das ganze Elend der ohne Leistungsreserven projektierten Heizungsanlagen schreiend deutlich: Das Anheizen dauert mehrere Tage. Wenn ich es etwas wärmer haben will, muß ich tagelang vorher planen. So ein Schwachsinn.

Ja das ist genau das was ich vermeiden will.

Viele Grüße
DaDa

Zurück zu Geothermie & Wärmepumpen



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: [Beratung/gesucht] Sole-Wasser Pumpe mit Inverter