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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
GESBB
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Beitragvon GESBB » 17.11.2017 10:00 Uhr

Eine neue Studie des Instituts für Bauforschung e.V. (IFB) und des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) zeigt erhebliche Mängel bei Wärmepumpenanlagen auf.

Bereits vor Jahren gelangte das Frauenhofer IBP im Rahmen eines Praxis-Monitoring zu ähnlichen Schlussfolgerungen.

Die häufigsten Mängelursachen sind Planungs-, Ausführungs- und Einstellungsfehler. Wärmepumpen sind diesbezüglich sehr sensibel. Die gewünschten und möglichen Effizienzvorteile werden in der Praxis oftmals nicht erreicht bzw. kehren sich ins Gegenteil.
Neben überhöhten Verbrauchskosten, verursachen uneffiziente WP Anlagen überhöhte CO2 Emissionen, welche ohne Komforteinbuße eigentlich problemlos vermeidbar wären.


Folgendes sollte eine hinreichend notwendige, fachgerechte Anlagendimensionierung enthalten:

1. Luftmengenplan (Lüftungskonzept nach 1946-6), falls KWL m/o WRG vorgesehen.
2. Heizlastberechnung, Raumheizlasten unter Berücksichtigung Pkt.1.
3. Optimierte Heizflächendimensionierung nach Pkt 2.
4. Rohrnetzberechnung unter Berücksichtigung integrierter Heizkreispumpen bei Wärmeerzeugern (Restförderhöhe) bzw. Pumpenauswahl (Hydraulik) unter Berücksichtigung Pkt 1…4.
5. Berücksichtigung der standortspezifischen Klimadaten (besonders wichtig bei LWP).
6. Ermittlung des tatsächlichen Energiebedarfs für Hzg u. WW-Bereitung.
7. Auswahl/Empfehlung Wärmeerzeuger.
8. Ermittlung des tatsächlichen Energieverbrauchs für Hzg u. WW-Bereitung.
9. Optimierung WW-Bereitung.
10. Hinweise und Kontrollmöglichkeiten zur Überwachung/ Überprüfung der ausführenden Firmen (Hzg, WW, Lü)
11.) Hilfestellung bei der Quellendimensionierung von SWP

Pkt. 1…5 sind unverzichtbar. Ergänzend Pkt. 6…11 hinreichend notwendig.

Pkt 6 kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da vollständig unabhängig jeglicher Anlagentechnik.

Hiermit lassen sich die Verbrauchskosten relativ genau vorab feststellen (Anlagenaufwandszahl, Pkt 8) und im späteren praktischen Betrieb mittels geeichter WMZ vom Anlagenbetreiber leicht überprüfen.

Kosten hierfür:
Das kostet relativ wenig im Verhältnis zu den übrigen Planungskosten oder gar Baugestehungskosten.
Diese richten sich nach beauftragtem Leistungsumfang und besonders nach der Geometrie des Baukörpers, Anzahl der Nutzungseinheiten, beheizter Keller (ja/nein), Nutzerverhalten etc..

Tipps für angehende Bauherren:

- Folgen Sie den Empfehlungen der Studie. Setzen Sie auf erfahrene Planer und verlangen vom jeweiligen Anbieter eine JAZ Garantie.
- Sein Sie besonders kritisch, wenn Anbieter bereits Hersteller/Gerät vordefiniert haben.
- Machen Sie Pkt 1…11 zum Vertragsbestandteil, ehe Sie Verträge/ Aufträge unterschreiben!

Anfängliche Versäumnisse lassen sich nachträglich selten mit vertretbarem Aufwand korrigieren.
Um wirtschaftlich zu sein, müssen Anlagen für Heizung und WW-Bereitung fachgerecht dimensioniert werden!


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