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Brennholz-Heizungen, Heizeinsätze, Kaminöfen, wasserführende Holzöfen
Rafaelsen
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Beitragvon Rafaelsen » 24.04.2017 08:03 Uhr

Hallo Forum,

wir wollen in näherer Zukunft bauen und machen uns Gedanken wie wir das Haus später mal warm halten.
Mir schwebt schon seit einiger Zeit ein Heizkamin vor. Meine Frage ist nun wie lässt sich die Wärme im Haus verteilen. Der Kamin soll aber nicht wasserführend sein. Keep it Simple.
Da wird eine zentrale kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wollen stellt sich die Frage ob man diese nutzen kann um die Wärme des Kamins im Haus zu verteilen?
Macht es Sinn warme Luft am Kamin abzugreifen und durch den Wärmetauscher zu führen um die frische Zuluft stärker zu erwärmen?
Oder wird sich die Wärme vom Wohnzimmer von selbst durch die Lüftung verteilen. Im Wohnzimmer sind ja Zubringer für die Frischluft und die wandert dann Richtung Küche und Bad wo die Abnehmer der "verbrauchten" Luft sind.
Hat jemand Erfahrungen?
Viele Grüße

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Beitragvon GESBB » 25.04.2017 06:14 Uhr

Rafaelsen hat geschrieben:...Mir schwebt schon seit einiger Zeit ein Heizkamin vor.

Das wird wohl Nichts werden. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass Stückholzverbrennung die uneffizienteste Energieverwendung ist.
Rafaelsen hat geschrieben:...Macht es Sinn warme Luft am Kamin abzugreifen und durch den Wärmetauscher zu führen um die frische Zuluft stärker zu erwärmen?
Vermutlich nicht.
Rafaelsen hat geschrieben:...Oder wird sich die Wärme vom Wohnzimmer von selbst durch die Lüftung verteilen.....

Das wäre möglich, aber wohl kaum sinnvoll. Mal die einzelnen Raumheizlasten vergleichen.
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Beitragvon Rafaelsen » 25.04.2017 07:51 Uhr

Hallo GESBB,

hast du auch eine Begründung?
Werden Heizkamine bald verboten?

Welche Probleme würde es machen die Lüftung mitt der warmen Luft es Kamin zu füttern?
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Beitragvon energieprojekt » 25.04.2017 10:00 Uhr

Guten Morgen Rafaelsen,
herzlich willkommen bei EP24.de.
Nun ich versuche dir mal ein paar Gedankenansätze zu geben.
Das heizen mit einem "Heizkamin" wie du ihn umschreibst ist natürlich möglich und diese Geräte werden auch nicht verboten.
Sicherlich sind sie einigen Leuten ein Dorn im Auge, zb der Stromlobby.....
Wiese deren alten Kraftwerke mit einem Wirkungsgrad <40% und Netzverlusten somit in Summe einem Wirkungsgrad von ca 30% Umweltschonender sind als ein Kaminofen erschließt sich mir nicht ganz aber ok ist halt politisch so gewollt.....
Auch eine Luftpumpe im Winter ist nicht der Hit.
Aber zurück zu deiner Frage, wenn du schon mit Luftverteilung arbeiten möchtest würde ich auf Systeme zurückgreifen die auf den Wärmeerzeuger abgestimmt sind. Bei der von dir geplanten Variante wird es unter Umständen zu Verwirbelungen, ungleichmäßiger Verteilung und Staubbelästigung kommen....
Machbar ist letztendlich fast alles....
Ich würde hier lieber auf eine wassergeführte Variante zurückgreifen. Dies hat mehrere Vorteile
-die produzierte Wärme kann gespeichert und somit zeitversetzt genutzt werden
-die Wärme kann auch zur Warmwasserbereitung genutzt werden.
-es werden niedriger Systemtemperaturen benötigt
-Punkte wie Luftverwirbelung und Staub hatte ich ja schon angesprochen.
Gruß Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon GESBB » 25.04.2017 10:31 Uhr

Rafaelsen hat geschrieben:...hast du auch eine Begründung?

Wärmetransport, -verteilung, -übergabe wassergeführt wird nicht völlig sinnfrei nahezu bestimmend angewendet.
Luftführung ist bestenfalls bei echten PH sinnvoll.
Die Erklärung findet sich z.B. in den Energie- und Leistungsbilanzen sowie in den Strahlungs- und Konvektionsanteilen. Daher hatte ich auch nach den Raumheizlasten gefragt ;-)
Rafaelsen hat geschrieben:...Werden Heizkamine bald verboten?

Kann ich nicht sagen, da schließlich kein Hellseher.
Für eine nachhaltige, alleinige Energieversorgung sind sie abseits von PH völlig ungeeignet, was sich allein aus dem EnEV Nachweis ergeben dürfte und sich auch in KfW Nachweisen wiederfindet.
Luftgeführt sind sie energetisch höchst uneffizient und eigentlich Klimakiller, wenn man hier das gelegentliche Feuer- und Wohlfühlerlebnis ausklammert, was ohnehin nach der anfänglichen Euphorie sehr schnell nachlässt.
Rafaelsen hat geschrieben:...Welche Probleme würde es machen die Lüftung mitt der warmen Luft es Kamin zu füttern?

Technisch ist alles möglich bzw. machbar, selbst wenn völlig Unsinn und in welcher Hinsicht auch immer.
Hierzu bedarf es glücklicherweise bei Neubauten einer Genehmigung (Zulässigkeit).
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Beitragvon holz-metall-artinger » 25.04.2017 12:41 Uhr

1, von nichts kommt nichts, es muss entsprechend Holz geschleppt und geschürt werden
2, Scheitholz kann berufsbedingt, altersbedingt ausscheiden.
3, Bequemlichkeit, oft nachschüren ist abhängig von der Füllmenge. Großen Füllmengen erfordern einen technischen Aufwand(Sturzbrand HV-Technik)
4, Wie soll eine kontrollierte und gleichmäßige Wärmeabgabe stattfinden, geht nur über Wasser und Puffer. mfg. josef

Josef
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Beitragvon Rafaelsen » 26.04.2017 09:18 Uhr

Hallo alle.

Der Heizkamin soll nicht die einzige Wärmequelle sein. Das ist wohl falsch rüber gekommen.

Wir planen ein Einfamilienhaus mit ca. 150 qm Wohnfläche und Keller.
Energetisch wollen wir in der Minimalanforderung der Enev bleiben.
Also nicht mehr machen als nötig. Keine KfW-Standards erfüllen.
Als Heizung überlege ich noch. Eine Fußbodenheizung wird es auf jeden Fall. Entweder an einer Gasbrennwerttherme oder einer Luft-Wasser WP. Hier im Rheinland wird es nicht so kalt.
Soviel zum Gebäude.
Die Lüftungsanlage kommt auch.
Die Frage ist jetzt ob ein Kamin Sinn macht. Ich möchte eben nicht, dass das Wohnzimmer überhitzt und die Wärme transportieren.

Zu GESBB.

Ich habe gefragt, ob Kamine nun verboten werden, weil du auf mein Ansinnen einen Heizkamin zu installieren geantwortet hast: "Das wird wohl Nichts werden"

Mir ist auch schlicht egal ob ein Kamin nun effizient ist oder nicht. Holz ist eh teurer als Erdgas also ist ein Heizkamin nur ein Komfortfeature.


Zu energieprojekt.

Du schreibst hier "unter Umständen zu Verwirbelungen, ungleichmäßiger Verteilung und Staubbelästigung kommen...."
Ich hätte jetzt gedacht, dass ein geeigneter Kamin der Raumluftunabhängig sein muss eben solche Probleme nicht hat.

Ich habe einen Bekannten, der von seinem Heizkamin in den Wänden passive Luftkanäle in die einzelnen Zimmer geführt hat. Der Kamin steht sehr zentral im Haus und versorgt die Räume mit warmer Luft. Sobald das Feuer brennt dauert es ca. 10 Minuten und ein schöner Warmluftzug kommt aus den Gittern (Auslassöffnungen in Bodennähe) in den Zimmern.

Die kontrollierte Lüftung, die wir wollen, sorgt ja für eine Zirkulation im Haus. Reicht das zur Wärmeverteilung?
Oder wird das nichts.
Hat jemand einen Heizkamin und eine kontrollierte Be- und Entlüftung? Ich bin ja sicher nicht der erste der auf diese Idee kommt.

Viele Grüße
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Beitragvon energieprojekt » 26.04.2017 09:49 Uhr

Rafaelsen hat geschrieben:Hallo alle.

Der Heizkamin soll nicht die einzige Wärmequelle sein. Das ist wohl falsch rüber gekommen.
Ok dann ist es was anderes

Wir planen ein Einfamilienhaus mit ca. 150 qm Wohnfläche und Keller.
Energetisch wollen wir in der Minimalanforderung der Enev bleiben.
Trotzdem solltest du dir die Planung im Vorfeld genau überlegen und einen Fachmann zur Seite nehmen
Also nicht mehr machen als nötig. Keine KfW-Standards erfüllen.
Als Heizung überlege ich noch. Eine Fußbodenheizung wird es auf jeden Fall. Entweder an einer Gasbrennwerttherme oder einer Luft-Wasser WP. Hier im Rheinland wird es nicht so kalt.
Naja kommt drauf an wo in Rheinland Pfalz, hier im Westerwald kann es schon recht kalt werden (-15/-20°C) aber evtl ist das ja deine Wohlfühltemperatur :wink:
Soviel zum Gebäude.
Die Lüftungsanlage kommt auch.
Die Frage ist jetzt ob ein Kamin Sinn macht. Ich möchte eben nicht, dass das Wohnzimmer überhitzt und die Wärme transportieren.

Zu GESBB.

Ich habe gefragt, ob Kamine nun verboten werden, weil du auf mein Ansinnen einen Heizkamin zu installieren geantwortet hast: "Das wird wohl Nichts werden"

Mir ist auch schlicht egal ob ein Kamin nun effizient ist oder nicht. Holz ist eh teurer als Erdgas also ist ein Heizkamin nur ein Komfortfeature.


Zu energieprojekt.

Du schreibst hier "unter Umständen zu Verwirbelungen, ungleichmäßiger Verteilung und Staubbelästigung kommen...."
Ich hätte jetzt gedacht, dass ein geeigneter Kamin der Raumluftunabhängig sein muss eben solche Probleme nicht hat.
Hier hast du etwas falsch verstanden raumluftunabhängig bezieht sich auf die Zufuhr der Verbrennungsluft nicht auf den Raumluftverbund im Haus......

Ich habe einen Bekannten, der von seinem Heizkamin in den Wänden passive Luftkanäle in die einzelnen Zimmer geführt hat. Der Kamin steht sehr zentral im Haus und versorgt die Räume mit warmer Luft. Sobald das Feuer brennt dauert es ca. 10 Minuten und ein schöner Warmluftzug kommt aus den Gittern (Auslassöffnungen in Bodennähe) in den Zimmern.
Dies ist eine völlig andere Konstruktion !!!

Die kontrollierte Lüftung, die wir wollen, sorgt ja für eine Zirkulation im Haus. Reicht das zur Wärmeverteilung?
Oder wird das nichts.
Hat jemand einen Heizkamin und eine kontrollierte Be- und Entlüftung? Ich bin ja sicher nicht der erste der auf diese Idee kommt.
Wie gesagt es gibt Ofenhersteller die genau solche Systeme anbieten

Viele Grüße

Udo von www.energieprojekt.biz
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Beitragvon GESBB » 26.04.2017 10:05 Uhr

Rafaelsen hat geschrieben:...Der Heizkamin soll nicht die einzige Wärmequelle sein. Das ist wohl falsch rüber gekommen.

Dann sollte man die Ausgangsfragestellung auch dementsprechend exakt formulieren, denn meine Antworten beziehen sich darauf.
Rafaelsen hat geschrieben:...Energetisch wollen wir in der Minimalanforderung der Enev bleiben.

Das ist kein verkehrter Ansatz, denn die EnEV Anforderungen sind inzwischen dermaßen hochgesteckt bzw. "scharf", dass sich darüber Hinausgehendes wirtschaftlich meist kaum lohnt.
Die Vermutung, dass durch die KfW großzügig Geschenke verteilt werden, ist meist aus wirtschaftlicher Sicht irrig.
Rafaelsen hat geschrieben:... Entweder an einer Gasbrennwerttherme oder einer Luft-Wasser WP. Hier im Rheinland wird es nicht so kalt. Soviel zum Gebäude. Die Lüftungsanlage kommt auch.

Bei GBW wird man im Nachweisverfahren um eine STA, die in EFH meist unwirtschaftlich ist, nicht herumkommen.
Rafaelsen hat geschrieben:..Die Frage ist jetzt ob ein Kamin Sinn macht. Ich möchte eben nicht, dass das Wohnzimmer überhitzt und die Wärme transportieren.

Korrekt, daher ja auch meine Ausgangsfrage nach den Raumheizlasten, insbesondere des Aufstellraumes des Kamins!
Sinnvoll muß man zudem definieren.
Wirtschaftlich nachhaltig und ökologisch sind Kaminöfen keinesfalls, für das gelegentliche und seltener werdende Feuererlebnis jedoch durchaus geeignet.
Zusätzlicher Schornstein und externe Zuluftführung sowie jährliche Schornsteinfegergebühren sind ja auch mit entsprechenden Kosten verbunden.
Überhitzungen lassen sich durch entsprechende Raumheizlasten ausgleichen, indem Aufstellräume großzügig geometrisch dimensioniert werden.
Günstig hier z.B. die "offene" Gestaltung von WoZi, Ess-Zi u. Kü.
Steht Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, wäre hier ein Grundofen z.B. als Raumteiler bestens geeignet, da die Fußbodenheizflächen sehr träge reagieren.
Rafaelsen hat geschrieben:..Zu GESBB......geantwortet hast: "Das wird wohl Nichts werden"

Das bezog sich auf "alleinige" Energiequelle sowie Nachweisverfahren/ Bauzulässigkeit.
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Beitragvon RalfMayer » 22.06.2017 06:39 Uhr

da habe ich auch einiges dazu gelernt

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