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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
GESBB
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Beitragvon GESBB » 29.04.2017 09:16 Uhr

GU = Generalunternehmer, GÜ = Generalübernehmer

Nach Information vom BSB werden ca. 90% der Neubauvorhaben von EFH/ZFH über GU/GÜ realisiert, frei planende Architekten sind hierbei inzwischen nahezu chancenlos geworden, was für diese sicherlich keine positive Werbung ist.

Von gut geschulten Verkäufern wird die Traumvilla zum Niedrigstpreis, völlig bequem mit „Alles aus einer Hand“ mit einem „Rundum-sorglos-Paket“ beworben.

Was anfänglich nahezu jeden Bauherren anspricht, erweist sich nachträglich leider jedoch nicht selten als reine Kostenfalle, die nachträglich, wenn überhaupt, rechtlich nur mit erheblichem Kostenaufwand korrigierbar ist.
Die anfängliche „Traumvilla“ wird nachträglich hinsichtlich der tatsächlichen Verbrauchskosten häufig zum Alptraum.
Herzstück von Bauverträgen mit GU/GÜ ist stets die Bauleistungsbeschreibung (BLB), welche Bauherren vorab von verkaufsunabhängigen Externen sorgfältig fachlich und rechtlich analysieren lassen sollten.
Hierbei ist der Bauherr nicht unbedingt auf die teueren Anbietungen von BSB oder VPB angewiesen, deren Fachkompetenz im anlagentechnischen Bereich wenig vertrauensvoll erscheint.
In BLB häufig verwendete Formulierungen wie z.B. „gleichwertig“, mahnen dabei zur besonderen Vorsicht.
Sind tatsächlich alle anfallenden Kosten, auch die nicht unerheblichen Baunebenkosten in der spezifischen Kalkulation enthalten? Was oftmals nicht der Fall ist.
Nicht selten wird zunehmend die zeitweise Abtretung des Haurechts verlangt, was grundsätzlich abzulehnen ist.
Mitunter werden BLB im Verkaufsinteresse preislich zunächst erheblich „abgemagert“ präsentiert, wohl wissentlich, das diese nicht normalen Nutzergewohnheiten bzw. Bedürfnissen entsprechen.
Ein nicht unerhebliches Geschäft wird dann mit teuren Nachaufträgen realisiert.

Abgesehen vom Baukörper, bedienen GU/GÜ sowie frei planende Architekten den anlagentechnischen Bereich überwiegend nur höchst unzureichend.

Daher sollte man auf Folgendes achten:

- Vollständige, bedarfsgerechte Grundlagenermittlung und Anlagendimensionierung sowie Übergabe der hierzu notwendigen Unterlagen vor Baubeginn, was vertraglich vereinbart sein sollte.
[url](https://www.xing.com/communities/posts/ ... 1012980564)[/url]

Seriöse Anbieter haben kein Problem z.B. mit:

- Von Bauherren beauftragter, externer Unterlagenprüfung vor Vertragsunterzeichnung, Baubeginn sowie späterer Baubegleitung und Bauüberwachung/Kontrolle.

- Einer Garantie für die Anlagenaufwandszahl, welche die späteren Verbrauchskosten wesentlich bestimmt und hierfür notwendige Investitionen tatsächlich auch rechtfertigt.

- Der vertraglichen Vereinbarung einer Anlagenaufwandszahl.

- Dem Verbau von WMZ, welche die Anlagenaufwandszahl im praktischen Betrieb auch nachweisen lassen (Transparenz).

- Freie Wahlmöglichkeiten (Hersteller) für Hzg, WW-Bereitung, Lüftung, Kühlung, je nach individuellen Notwendigkeiten und Besonderheiten.

Deutlich kritisch sind anlagentechnisch, einseitig, herstellerbeschränkte Vorgaben von GU/GÜ, insbesondere, wenn sie in der Anbietung sogar gerätespezifisch sind, zu bewerten!

Aus o.g. Gründen wählen fachlich verständige Bauherren inzwischen einen anderen Weg, indem sie geschlossene Rohbauvorhaben zwar GU/GÜ antragen, die Anlagentechnik jedoch individuell vergeben.
Das ist sicherlich nicht sonderlich bequem, aber insgesamt sehr wirtschaftlich und sinnvoll

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Beitragvon gergendv » 29.04.2017 10:23 Uhr

wer oder was ist BSB?
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Beitragvon GESBB » 30.04.2017 06:18 Uhr

gergendv hat geschrieben:wer oder was ist BSB?

BSB = Bauherren-Schutzbund
VPB = Verband Privater Bauherren
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Beitragvon energieprojekt » 30.04.2017 10:50 Uhr

Ich kann hier GESBB nur beipflichten.
In Zeiten von Geiz ist geil und allinclusive begeben sich viele Bauherren in die Hände und Fänge von GU/ GÜ .
Dies sieht man nicht zum Schluß an den vielen Musterhausausstellungen.
Wenn es eben geht würde ich auch zu einem frei geplanten Haus raten, mich im Vorfeld etwas einlesen und dann mit Fachplanern das Projekt umsetzen
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Beitragvon gergendv » 01.05.2017 08:09 Uhr

Leute: man sollte nicht vergessen, dass in vielen Fällen die GRUNDSTÜCKE von den Bauträgern kommen und dadurch die Auswahlmöglichkeiten z.T. extrem eingeschränkt sind!
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Beitragvon energieprojekt » 01.05.2017 10:26 Uhr

Nun nur um an ein Grundstück zu kommen würde ich mich aber nicht an einen GU/ GÜ binden....
Überall bieten auch Gemeinden und Kommunen Grundstücke an.
Ansonsten einfach Augen auf in der Region wo man bauen möchte
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Beitragvon elnino » 01.05.2017 18:31 Uhr

Mit nem Architekten kann einem aber auch was passieren ... Bei uns in Dorf hat einer alles dem Architekten überlassen und der hatte denn auch Pfusch am Bau.. Ok ist 15 Jahre her aber drüber gucken bzw skeptisch sein sollte man immer auch selber . Beim Fertigbauhaus sollte man wie geschrieben die paar Euro ausgeben und den Vertrag prüfen lassen ... Denn die Anbieter schreiben da ja immer eindeutig zweideutige Sachen.

Wobei es erschreckend ist das trotz vieler Bausendungen und dem weltweiten Datennetz es immer noch zu genüge vorkommt das die Leute sich beim Hausbau in massive Probleme bringen , weil sie zu blauäugig an die Sache ran gehen .
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Beitragvon GESBB » 02.05.2017 06:52 Uhr

gergendv hat geschrieben:... dass in vielen Fällen die GRUNDSTÜCKE von den Bauträgern kommen und dadurch die Auswahlmöglichkeiten z.T. extrem eingeschränkt sind!

Ich schrieb vom Bauen mit GU/GÜ, nicht vom Kauf von BT.
Der Trick mancher GU/GÜ, welche mittels externer Erschließungsgesellschaften, eine Trennung zwischen Gebäude und Baugrund nach außen dokumentieren wollen, um Grunderwerbssteuer einzusparen, funktioniert nun glücklicherweise nicht mehr :!:
Auch die Finanzämter sind inzwischen schlauer geworden ;-)
Schlimm für den Bauherren, der sich auf derartige Konstrukte eingelassen hat!
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Beitragvon GESBB » 02.05.2017 07:02 Uhr

elnino hat geschrieben: ... Denn die Anbieter schreiben da ja immer eindeutig zweideutige Sachen.
Das ist sicherlich nicht ganz zufällig ;-)
elnino hat geschrieben: ...das die Leute sich beim Hausbau in massive Probleme bringen , weil sie zu blauäugig an die Sache ran gehen .
Weil sie von der Informationsflut überfordert sind und als Laien fachlich nicht die Spreu vom Weizen trennen können. Zudem für Viele ein Zeitproblem. Daher vertrauen sie den Anbietern, was meist schamlos ausgenutzt wird.

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