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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
Georg

Beitragvon Georg » 31.08.2005 16:42 Uhr

Hallo an alle!
Ich würde mir gerne ein Fertigteilhaus mit Erdwärme bauen. Jetzt stellt sich die Frage wie weit die Flächenkollektoren gegen die Wurzeln der angrenzenden Bäume gefärdet sind. Besteht die Gefahr das die Wurzeln die Rohre brechen bzw. abknicken können. Wie geht man vor um dieses zu Vermeiden?

Wenn es dann aus irgendwelchen Gründen doch passiert ist muss ich dann den ganzen Garten aufgraben?


Vielen Dank für die Antworten

Mfg

Georg

Klaus

Beitragvon Klaus » 31.08.2005 16:42 Uhr

Hallo, Deine Annahmen sind richtig. Die WP Typ DS 5011.3 mit 2,1 und 8,4 kW ist für 1800 Std/Jahr ausgelegt, der Kollektor ist ein einfaches U (kein Doppel-U) mit 40 mm Durchmesser. Brauchwasser wird auch aufbereitet. Die Bohrung wurde durch den Bohrtrupp des WP-Herstellers durchgeführt, ein Geologe war auch dabei. Die Bodenbeschaffenheit soll für den Kollektor gut gewesen sein. Nun fühle ich mich bestärkt, die Anlage nochmals überarbeiten zu lassen. Gibt es neutrale, fähige Gutachter? Und wie findet man diese? Falls Du noch Geduld hast, und um das Ganze nicht öffentlich auszudiskutieren, könntest Du mich bitte anmailen, ev. mit Angabe Deiner Telefonnummer? Ich würde Dich gerne anrufen.
Grüße,
Klaus.
H. Frank

Beitragvon H. Frank » 31.08.2005 16:42 Uhr

@Klaus

Sorry, wie komme ich denn auf 90m, es sind doch 108m, was habe ich denn da gelesen?
Trotzdem, unter der Annahme von einer Kälteleistung von 6,2 kW wären es nach VDI bei 50W Entzugsleistung/m Sondenlänge und einer Betriebsdauer von 1800 h/Jahr eine Länge von 124m. Kommt die WP außer für die Heizung auch noch für das Brauchwasser auf, sollte auf die Sondenlänge noch ein Zuschlag gemacht werden. Wird auch im Sommer viel Wärme entzogen, so lässt die Soletemp. mit den Jahren auch etwas nach.
Mit höherer Wärmeleitfähigkeit des Bodens steigt die spez. Wärmeentzugsleistung der Sonde und man kann die Bohrung selbstverständlich kürzer ausführen. Wenn der Anlagenbauer so argumentiert, dann soll er dir bitte auch die relativ niedrigen Soletemperaturen erklären.

Leistungszahl = COP Coefficient of performance
Verhältnis aus Heizleistung zu elektrischer Aufnahmeleistung von Verdichter, Abtauvorrichtung und Förderorganen

Arbeitszahl
Verhältnis zwischen der Wärmemenge ab WP, ohne Speicherverluste (sofern vorhanden) und dem WP spezifischen Elektrizitätsbedarf, inklusive der Hilfsaggregate
wie Umwälzpumpen und Carterheizung. Senkenseitig wird nur der Strom
verbrauch zur Überwindung des Druckabfalls über dem Verflüssiger einbezogen.
Konkret wird bei Anlagen mit parallel geschaltetem Speicher der Stromverbrauch
der Ladepumpe voll eingerechnet. Bei den restlichen Anlagen wird der Pumpenstromverbrauch des Verflüssigers über dessen Druckverlustkennlinie, den realen
Volumenstrom und einen angenommenen Pumpenwirkungsgrad (15%) abgeschätzt.

H. Frank
Klaus

Beitragvon Klaus » 31.08.2005 16:42 Uhr

» Hallo an alle!
» Ich würde mir gerne ein Fertigteilhaus mit Erdwärme bauen. Jetzt stellt
» sich die Frage wie weit die Flächenkollektoren gegen die Wurzeln der
» angrenzenden Bäume gefärdet sind. Besteht die Gefahr das die Wurzeln die
» Rohre brechen bzw. abknicken können. Wie geht man vor um dieses zu
» Vermeiden?
»
» Wenn es dann aus irgendwelchen Gründen doch passiert ist muss ich dann den
» ganzen Garten aufgraben?
»
»
» Vielen Dank für die Antworten
»
» Mfg
»
» Georg

Hallo Georg,
auf Grund schlechter Auslegung und zusätzlichem Pfusch beim Verlegen ist mein Flächenkollektor innerhalb der Garantiezeit geplatzt. Die undichte Stelle wurde vom Anlagenbauer mit einen akustischen Horchgerät abgesucht- ohne Erfolg. Anschließend wurde der Kollektor unter Spannung gesetzt, und mit einem Feldstärkemeßgerät die Grasfläche abgesucht, so machen es die Wasserwerke bei Leckagen. Auch dies hatte keinen Erfolg. Graben auf Verdacht brachte auch nichts. Allerdings hatte ich dabei den Eindruck, daß Wurzeln im Bereich der Rohre keinen Schaden anrichten können, da sie drumherumwachsen. Dies hört man auch von anderer Seite öfter, angeblich gibt es Obstplantagen, unter denen Kollektoren verlegt wurden.
In meinem Fall wurden Tiefenbohrungen gebohrt (Garantie): 2x54 m für eine 8 kW-Anlage. Ich bin allerdings etwas skeptisch, ob das reicht, auf Grund folgender Werte: Ausgangstemperatur der Sole: ca. -2,3°C, Eingang ca. 0°C. Splittung also unter den so oft genannten 4°C. Beim Bereiten des Brauchwassers fällt die Splittung auf unter 2°C ab. Ist das in Ordnung? Wer kann mir zu diesem Thema etwas sagen?
Grüße
Klaus.
H. Frank

Beitragvon H. Frank » 31.08.2005 16:42 Uhr

@Klaus

90m Sondenlänge sind sehr knapp ausgeführt. Da geht die Soletemp. im Laufe des Winters noch ganz schön in den Keller.

Die relativ geringe Temp.-Spreizung der Soleleitung ist gut für die Leistungszahl der WP, aber schlecht für deren Arbeitszahl (Strom der Umwälzpumpe). Die Leistungsaufnahme der Umwälzpumpe sollte unter 10% der Aufnahme des Wärmepumpenverdichters liegen.
Die Verringerung der Temp.-Spreizung zw. Vor- u. Rücklauf der Soleleitung bei Brauchwasserladung ist normal.

H. Frank
Klaus

Beitragvon Klaus » 31.08.2005 16:42 Uhr

» @Klaus
»
» 90m Sondenlänge sind sehr knapp ausgeführt. Da geht die Soletemp. im Laufe
» des Winters noch ganz schön in den Keller.
»
» Die relativ geringe Temp.-Spreizung der Soleleitung ist gut für die
» Leistungszahl der WP, aber schlecht für deren Arbeitszahl (Strom der
» Umwälzpumpe). Die Leistungsaufnahme der Umwälzpumpe sollte unter 10% der
» Aufnahme des Wärmepumpenverdichters liegen.
» Die Verringerung der Temp.-Spreizung zw. Vor- u. Rücklauf der Soleleitung
» bei Brauchwasserladung ist normal.
»
» H. Frank

Hallo Frank, vielen Dank für die schnelle Antwort. Die 108 m sind knapp...Wie kann ich das dem Anlagenbauer beweisen? Und wie muß ich das mit der Leistungszahl und der Arbeitszahl verstehen?

Grüße
Klaus.

H. Frank

Beitragvon H. Frank » 31.08.2005 16:42 Uhr

@Klaus

weiteres Forum, schau mal hier:
http://www.haustechnik-dialog.de/forum.asp?art=0

H. Frank
Thomas

Beitragvon Thomas » 31.08.2005 16:42 Uhr

Hallo Klaus,

» ist für 1800 Std/Jahr ausgelegt, der Kollektor ist ein einfaches U (kein
» Doppel-U) mit 40 mm Durchmesser. Brauchwasser wird auch aufbereitet.

Der Einsatz einer Einfach-U-Sonde (40er) kostet im Vergleich zur üblichen Doppel-U-Sonde (32er) in deinem Fall etwa 10-12% Entzugsleistung (Simulationsergebnis mit EED). Selbst bei sehr ordentlicher Geologie ist deine Anlage daher etwas zu kurz geraten.

» Bohrung wurde durch den Bohrtrupp des WP-Herstellers durchgeführt

Ja, das kennen wir: Terramex....:-(

» überarbeiten zu lassen. Gibt es neutrale, fähige Gutachter?

Ja, die gibt es. Zum Beispiel mal bei www.systherma.de vorbeischauen.

Gruß
Thomas
Klaus

Beitragvon Klaus » 31.08.2005 16:42 Uhr

Danke an alle, die mir geantwortet haben.
Fazit: ein gutes Prinzip (WP) wird durch Inkompetenz zunichte gemacht.
Schlimmer als in den 70ern, als die WP laufen lernten: weil wir inzwischen die Möglichkeit hatten, aus den Fehlern zu lernen...
Grüße,
Klaus.
H. Frank

Beitragvon H. Frank » 31.08.2005 16:43 Uhr

Stimmt, Doppel-U-Sonden sind heute Standart. Einfach-U sind veraltet.

H. Frank

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