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Beitragvon EuRegEn » 26.03.2014 22:27 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Power-to-Gas

Eine mögliche Definition von Power to Gas lautet:
„Der Begriff Power-to-Gas steht für ein Konzept, bei dem überschüssiger Strom dazu verwendet wird, per Wasserelektrolyse Wasserstoff zu produzieren und bei Bedarf in einem zweiten Schritt unter Verwendung von Kohlenstoffdioxid (CO2) in synthetisches Methan umzuwandeln. Als Speicher für dieses Methan und bis zu einem gewissen Volumenanteil auch des elementaren Wasserstoffs könnte die bestehende Erdgasinfrastruktur, also das Gasnetz mit den angeschlossenen Untertagespeichern, verwendet werden.“
Power-to-Gas bezeichnet also die Umwandlung regenerativ erzeugter elektrischer Energie in chemische Energie und deren Speicherung im verfügbaren Gasnetz in Form verschiedener Gase.

Das Grundkonzept, nämlich mittels Windenergie elektrolytisch erzeugten Wasserstoff als Energieträger zu nutzen, wurde bereits Mitte des 19. Jahrhundert vorgeschlagen. Einen Aufschwung erhielt das Konzept im 20. Jahrhundert als Baustein der angestrebten Vision einer Wasserstoffwirtschaft bzw. zur Speicherung von regenerativ erzeugtem Strom im Rahmen der Energiewende. Erst seit etwa dem Jahr 2009 wird die Möglichkeit diskutiert, Methan statt Wasserstoff zu erzeugen.

Während in Deutschland bei der Binnenlandwindkraft die Volllaststunden im Schnitt bei 1.500 liegen, sind diese an guten Standorten im Meer um das Dreifache (300 %) höher.
Damit könnte beispielsweise bei einem 10.000 MW Windpark 2/3 der Arbeit schon im Meer in Gas verwandelt werden, dann könnte mit 1/3 der Jahresarbeit immer noch die gleiche Menge (Vergleich Binnenland) an Strom zur Küste geliefert werden. Strom vom Meer würde also nur dann geliefert, wenn der Wind eine Leistung von über 2/3 der Nennlast erzeugt, oder wenn im Binnenland der Strom gebraucht wird.

Die Gasnetze in der Nordsee sind schon vorhanden, die Gasspeicher ebenfalls. Es wäre fatal, stünden diese Gasspeicher nicht unter staatlicher Aufsicht, noch besser: Sie stehen im Eigentum des Staates.

http://www.bsh.de/de/Meeresnutzung/Wirt ... biete_.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Untergrundspeicher

Ein Teil der Speicher sollte nur Wasserstoff aufnehmen, der in nahegelegenen GuD-Kraftwerken wieder in Strom verwandelt werden kann. Für die flächendeckende Versorgung wird es wohl zweckmäßiger sein, H2 in CH4 zu verwandeln. Somit kann mit der vorhandenen Infrastruktur gearbeitet werden.
Bei der Verwandlung von Strom in H2 fallen 20 % Verlust an, bei der Weiterverwertung in CH4 fallen weitere 20 % Verlust an. Hier könnte eine Anbindung an ein Nah- oder Fernwärmenetz vorteilhaft sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserelek ... ektrolysen
http://www.now-gmbh.de/fileadmin/user_u ... e-2011.pdf


„Der energetische Wirkungsgrad der Elektrolyse von Wasser liegt bei über 70 %. Mehrere Anlagenhersteller (z. B. Electrolyser Corp., Brown Boveri, Lurgi, De Nora, Epoch Energy Technology Corp.) bieten große Elektrolysegeräte mit einem noch höheren Wirkungsgrad – über 80 % – an. „


Eine Rückverstromung von CH4 erfolgt idealerweise mittels BHWK als Teil von virtuellen Kraftwerken, die einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 % haben.

Dieses Verfahren könnte an allen windigen Küstenlinien in Europa durchgeführt werden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwimmend ... _in_Europa

Versorgungssicherheit: Ausgleich in Europa

Während über dem europäischen Binnenland längere, großräumige Flaute beobachtet werden können, ist dies über den Meeren in dieser Form nicht der Fall. Die guten Standorte auf den Meeren haben höhere Volllaststunden. Im Regelfall nimmt sowohl der Wind, als auch die Meerestiefe mit zunehmenden Abstand zur Küste zu, was dann zwingend den Einsatz von schwimmenden Windparks erfordert. Noch bedeutsamer ist die saisonal unterschiedliche Stromproduktion. So hat die Südwestspitze von Portugal die Höchsterträge im Sommer, gleiches gilt für die Ägäis.

Damit kann der Bedarf an Backup-Kraftwerken systematisch reduziert werden, indem der Aufstellungsort gezielt ausgewählt wird. Zeigt es sich, dass gesamteuropäisch im Sommer mehr Strom aus Wind gewünscht wird, dann müssen die Windparks vor Portugal und der Ägäis erweitert werden. Leistungsfähige HGÜ-Trassen, wie sie z.B. in China schon Realität sind, werden dann vorausgesetzt. Damit lässt sich die Kritik der mangelnden Versorgungssicherheit vermindern.
Die Windkarte über den europäischen Meeren:
http://www.all-creatures.org/hope/gw/GD ... Europe.jpg

Und genug zu ernten gibt es auch:

http://www.verivox.de/nachrichten/die-z ... 19783.aspx

„... könnte mit dem Windangebot der Nordsee sogar "der gesamte europäische Stromverbrauch etwa vierfach abgedeckt werden", schreibt Windenergieexperte Siegfried Heier ("Nutzung der Windenergie", 5. Auflage 2007, S. 11). „

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Beitragvon EEWELT » 08.01.2016 15:55 Uhr

Zusammengedacht mit Großspeichern - dann machen die erneuerbaren Energien richtig Freude!

Norwegen - Ja! Aber es gibt nicht nur Wasserkraft in Norwegen, sondern überall in Europa - wenn auch nicht so riesige Speicher.

http://energiespeicher.blogspot.de/2012 ... terie.html

"Norwegen, eine andere Dimension
Die Speicherseen in Norwegen spielen in einer anderen Liga, die erschlossene Kapazität beträgt 84 TWh, das entspricht ziemlich genau 10.000 mal Goldisthal. Das bedeutet, auch wenn wir jedes Jahr 100 solche Speicher bauen würden, erst nach hundert Jahren hätten wie die gleiche Speicherkapazität!"
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Beitragvon Rolf Fischer » 27.02.2016 08:44 Uhr

Super Beitrag. Wir können alle unsere benötigte Energie mit Photovoltaik für unter 12 Cent, und mit Windkraft für 8 (bzw. nach 5 Jahren für 5 Cent) je KwH herstellen, und mit Pumpspeicherwerken (neuerdings sogar in Betonkugeln am Meeresgrund) und Power to Gas speichern und ohne einen Cent Mehrkosten weiterhin für 26 Cent verbrauchen. 100 % Abgasfrei, NULL Grad Klimaerwärmung.
Statt dessen beschließt A.Merkel z.B. in dem Koalitionsvertrag von 2013 und am 20.01.2016 mit dem Gesetz zur "Weiterentwicklung" des Strommarktes eine weitere Begrenzung (!) des Ausbaus der regenerativen Energien.
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Beitragvon EEWELT » 14.09.2016 22:32 Uhr

Ja, Netze und Speicher sind zentrale Bausteine der Energiewende in Europa.
Zum Thema:
https://www.welt.de/print/die_welt/wirt ... ovinz.html

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