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Nico2xl
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Beitragvon Nico2xl » 05.12.2013 11:32 Uhr

Hallo alle zusammen,

ich bin neu hier im Forum. Ich bin auf der Suche nach dem paassendem Heizsystem für unser neues Haus, was derzeit noch in der Planungsphase steckt, also alles ist noch möglich. Ich möchte nur schon viel vorher vergleichen bevor ich zu unserem Architekten gehe. Wir werden das Haus mit ihm planen und die Vergabe mit ihm durchführen.So haben wir auch unser jetztiges Haus gebaut.

Mal kurz zu den Daten, Stadtvilla mit 2 Vollgeschossen, 195m² Netto Wohnfläche, Walmdach,kein Keller. Mischfassade (EG Verblend, OG Putz), alle Fenster + Hauseingangstür in 3 Fach Verglasung und alles mit Jalousie, 3Pers.Haushalt.
Ich muß dazu sagen, daß wir vor 4 Jahren unser derzeitziges Haus gebaut haben. Ich damals schon vor der Frage stand, WP mit Flächenkollektor (Tiefenbohrung nicht erlaubt) Luft Luft Wärmetauscher oder eben Gas. Die Luft Luft Geschichte viel sofort raus, da die Mehrkosten sich nicht gerechnet hätten. Bei der WP mit Flächenkollektor wäre ich damals erst nach 20J. +/- Null gekommen.(Berechnet mit einer jährl. Gaspreissteigerung von 5%) So haben wir derzeit eine Vissmann Vitodens 222 verbaut mit Fußbodenhzg im EG+OG. Sind mit der Anlage auch voll zufrieden.
Jetzt wo wir nochmal neu bauen wollen, stellt man sich natürlich wieder die Frage. Wieder Gas oder welche Gute Alternative, die sich auch ökonomisch darstellen läßt, ist vorhanden. Da ich auf dem jetztigen Haus eine PV Anlage (7,5kwp) installiert habe, soll auf das neue auch eine rauf, mit der Option wenn die Akkupreise mal fallen diese mit einem Akku zu kombinieren.

Wie träge sind die alternativen System überhaupt? Bei der Gasanlage gehe ich hin, dreh den Temp.regler für den jeweiligen Raum hoch und die Anlage gibt "Gas"....im wahrsten Sinne des Wortes... Frauen sind da, also ohne diskriminieren zu wollen, doch etwas Temp.fühliger als wir Männer :lol: . Heißt, das Bad muß morgens schön warm sein....zb....und ein Raum der Ihr mal zu kalt vorkommt, sollte dann auch in einer angemessenen Zeit aufgeheizt werden können...

Für Anregungen und Erfahrungen bin ich sehr dankbar, für Kritik sowieso...

Gruß Nico

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 05.12.2013 19:19 Uhr

Hallo Nico!

Ich beschäftige mich seit 10 Jahren beruflich mit dem Thema energiesparendes Bauen (KfW-Programme 40 55 usw. Passivhaus, Plusenergiehaus usw.).
Über die vielen realisierten Projekte, die wir fast ausschließlich mit U-Werten der Gebäudehülle von kleiner 0,15 bis zu 0,09 W/m²K umgesetzt haben, können wir auf sehr gute Erfahrungen der Bauherren zurückblicken. Was die Sparsamkeit und den Komfort der Holzrahmen-Bauweise angeht, haben wir sehr gute Resonanzen.

In 80 Prozent dieser Gebäude ist eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser verbaut.
Bei hoch wärmegedämmten Bauweisen mit Fußbodenheizung ist die Luft-/Wasser-Wärmepumpe insgesamt ein optimale Alternative, siehe auch unsere Statistik unter http://www.ecotec-energiesparhaus.de/en ... istik.html .
Unter http://www.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/ sind Vergleichsdaten von mehreren Hundert installierten Wärmepumpen unterschiedlicher Betriebsweisen (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser, CO2-Tiefensonde, Direktverdampfer) und Hersteller erfasst.

Welches System du nimmst, ist von deinen individuellen Vorgaben abhängig? Auch eine Gas-Brennwert-Therme erfüllt ihren Zweck und ist i.d.R. für einen schmalen Etat zu bekommen. Ein günstigeres Investment für die Heiztechnik als ein Gas-Brennwert-Anlage gibt es am Markt nicht! Die monatlichen Verbrauchskosten der Gastherme liegen im Schnitt 10 - 20 € (bei ca. 150 - 200 m² beheizte Wohn-/Nutzfläche) über der Wärmepumpentechnologie. Im Gegenzug liegt die gesamte Investition für eine Heizungsanlage mit Brennwert-Therme 3.000 bis 5.000 Euro unter der Wärmepumpenvariante. Für die eingesparte Mehrinvestition in WP-Technologie kann man über einen langen Nutzungszeitraum (15 - 25 Jahre) monatlich 10 - 20 Euro aufwenden.

Du musst für dich entscheiden, welche Technik dir zusagt. Auch ob du den technischen Überbau einer Solaranlage oder komplexe Speichertechnik haben willst. Sämtliche Systeme sind voll praxistauglich. Egal ob Wärmepumpe oder Gas, deine Frau wird bei keinem Systemen den Komfort vermissen.

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 07.12.2013 10:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Nico2xl » 06.12.2013 11:38 Uhr

Hallo Herr Heufers,

vielen Dank für die ehrliche Antwort.
Vielleicht geh ich diese Sache auch etwas falsch an, da ich das "Paket" Heizung rein aus der wirtschaftlichen Seite betrachte.
Heißt für mich, ok wenn ich am Anfang mehr investiere möchte ich auf eine bestimmte Sicht auch einen Vorteil bzw eine Ersparniss rein holen. Wie Sie am Ende ja selbst schreiben ist eine Gastherme im Schnitt 3-5000€ billiger als eine Wärmepumpeanlage, bei Mehrkosten für Gas von 10-20€ pro Monat. Heißt für mich mal den Mittelwert genommen, 4000€ Mehrkosten bei 15€ monatl. mehr Betriebskosten, würde ich nach 22Jahren +- Null stehen. Wartungskosten bei beiden Anlagen mal außer acht gelassen, sowie Gas u Stromkosten anpassung, wird beides teurer.
Da sehe ich ehrlich gesagt keine "echte" wirtschaftlichkeit drinne. Und nach 22 Jahren läuft da denn wohl eh schon eine neue Heizung, denn nichts hält ewig.
Aber wie ich anfangs sagte, vielleicht betrachte ich das auch alles aus einem falschen Blickwinkel.
Dazu kommt dass ich ungerne einen solchen "Kasten" draußen am Haus stehen haben möchte, so wie es hier bei mir 2-3 Nachbarn haben.
Ich sehe schon, es wird nicht einfach... 8)
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Beitragvon machtnix » 06.12.2013 13:16 Uhr

Okay dann probieren es mal:
Wärmepumpe mit Erdkollektoren wäre wohl das beste was man sich ins Haus holen könnte.Jedoch sollte man im Moment unbedingt die Strompreise im Auge behalten.
Für das Haus wäre eine Heizlastberechnung nach DIN 12831 unbedingt erforderlich,damit keine zu große Heizung wählt.
Wenn man eventuell mit einer Brennwertherme liebäugelt wäre vielleicht die Remeha mal ganz interessant: http://www.remeha.de/191/%3Cb%3EKraft-W ... ng%3C_b%3E
Macht auch Strom,so kann man vielleicht auf Photovoltaik verzichten und stattdessen eine Heizungsunterstützende Solaranlage auf's Dach bauen.

Von einer Luftwärmepumpe halte ich im Neubau rein gar nichts.
Bei Außenaufstellung ist der Ärger mit dem Nachbarn meist schon vorprogrammiert.
Erdkollektor oder Wasser-Wasser wären meine Favoriten.

Ich gehe mal davon aus im ganzen Haus eine FBH reinkommt.
Träge?Wenn man es richtig macht bekommt man davon gar nichts mit.

Ach ja beinahe vergessen,der Vorteil einer WP:
Kein Kamin notwendig,keine Kaminkehrerkosten,keine Zählergebühr,keine teuren Gasanschlußkosten von der Strasse ins Haus.
Wenn man das alles zusammenrechnet wird die WP schon wieder attraktiver.
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Beitragvon Michael0815 » 09.02.2014 19:34 Uhr

Hallo Herr Heufers,

ich denke sie haben in ihrer Gegenüberstellung WP vs Gas einen zu starken Preisvorteil für die Gasheizung angenommen.
Eine Luftwärmepumpe ist nicht wirklich teurer als eine Gasbrennwerttherme + Solarthermie + Gasanschluss. Dazu kommen laufende Kosten wie Kaminkehrer und Wartung, wo die Gasheizung deutlich teurer ist.

Wenn man jetzt noch beachtet, dass die Solarthermie in minimaler Ausführung kaum einen praktischen nutzen hat (ausser im Energieausweis) ist eine Gasheizung meiner Meinung nach nicht mehr ökonomisch sinnvoll.

Viele Grüße,
Michael
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Beitragvon Thomas Heufers » 09.02.2014 21:26 Uhr

Des Kundenwunsch ist sein Himmelreich!

Es ist auch heute so, dass nicht jeder auf die Wärmepumpe als energieeffiziente Wärmetechnik einsteigt. Die Gründe sind vielfältig. Ob man mehr Geld in die Hand nimmt oder keine Außeneinheit im Garten stehen soll......

Gruß

Thomas Heufers


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Beitragvon Michael0815 » 09.02.2014 21:40 Uhr

Da gebe ich dir natürlich Recht! Wenn jemand unbedingt etwas will, dann muss man ihn nicht vom Gegenteil überzeugen :)

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