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montecuma
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Beitragvon montecuma » 25.12.2010 12:52 Uhr

Ich möchte hier meine Erfahrung mit der Europa 303 weitergeben.
Wir haben uns diese Warmwasseraufbereitungswärmepumpe Anfang 2009 nebst einer Ochsner GMSW 10 als Heizung zugelegt.
Warmwasser wird von 4 Personen mit einem mäßigen Verbrauch von ca 35 Kubikmetern im Jahr genutzt. Im Schnitt genehmigt sich das Gerät zur Zeit zwischen 2 und 2,5 kWh täglich, also ca 840kWh. Das sind ca 50 Cent täglich und hört sich zunächst nicht viel an. Man muss sich schon tiefer in die Materie der Wärmekunde vorarbeiten, um die Missstände zu erkennen.
Im Datenblatt der Europa steht eine Leistungszahl von 4,4.
Auf der Homepage von Ochsner kann man mittels eines Online-Brauchwasser-Rechners seinen Ernergieverbrauch für Warmwasser ermitteln. Dort wird bei einem Verbrauch von 36500 Litern jährlich ein elektrischer Verbrauch von 424,82kWh ermittelt bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5.
Wie jetzt schon schön zu erkennen ist, ist der Verbrauch doppelt so hoch, wie von Ochsner angepriesen. Ich habe mehrere Tests gefahren, bei denen ich Wärmeabgabeverluste weitgehend ausgeschlossen habe und kam nur auf eine Leistungszahl von maximal 3,12. Meine Jahresarbeitszahl liegt bei ca 1,7.
Hier noch ein paar Daten des Versuchs zum Rechnen:
Ich hatte die Wärmepumpe bis zum Abschaltpunkt (50Grad)aufheizen lassen und dann 100 Liter Heiß-Wasser entnommen. Dann ließ ich die Pumpe wieder aufheizen.
Wassereintrittstemperatur vor und nach Aufheizen: 20°C
Wasseraustrittstemperatur vor Heißwasserentnahme und nach Aufheizen: 50°C
Temperaturdifferenz Wasser Kalt/Warm:30°
Lufteintrittstemperatur vor und nach Aufheizen: 23°C
Luftaustrittstemperatur während dem Aufheizen: 16°C
Temperaturdifferenz Luft Zuluft/Abluft: 7°
aufgeheizte Wassermenge: 100l
elektrischer Verbrauch gemessen: 1,24kWh
thermischer Verbrauch errechnet: 3,49kWh
errechnetete Leistungszahl: 2,81

Mein Fazit: Wenn ich die Pumpe nicht zum Trocknen der Wäsche im Keller einsetzen möchte, würde ich mir dieses Gerät zur Warmwasseraufbereitung nicht noch einmal kaufen.
Für das nicht investierte Geld kann man auf Jahre mit einem Durchlauferhitzer arbeiten.

mfg montecuma

roro
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Beitragvon roro » 25.12.2010 13:05 Uhr

Ist an sich kein überraschendes Ergebnis. Eine eigene BW-WP rechnet sich selten. Frage wieso macht Ihr das WW nicht über die Heizungswärmepumpe?
montecuma
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Beitragvon montecuma » 25.12.2010 13:18 Uhr

Weil ich zunächst der Firma Ochsner mit ihren Angaben vertraut hatte. Nach Inbetriebnahme habe ich die Leistungsfähigkeit mehrmals bemängelt und Ochsner hat seinen Kundendienst geschickt, um die Stromaufnahme zu messen. Die ist natürlich in Orndnung.
Im Nachhinein habe ich Testergebnisse eines Instituts gefunden, die der Europa nur eine Leistungszahl von 3,4 - 3,5 bescheinigen. Ochsner gibt also falsche Werte an. Die Jahresarbeitszahl kann bei einer LZ 3,4 natürlich nicht 3,5 sein. Meine eigenen Werte sind wohl realistisch.
Ochsner meint, die Luftführung wäre falsch installiert.
Im Sommer ziehe ich von aussen Luft und führe sie in den Aufstellraum. Die Tür des Raumes ist immer offen, so dass die Luft über zwei andere Räume mit Lüftungslöchern entweichen kann.

"Frage wieso macht Ihr das WW nicht über die Heizungswärmepumpe?"
Das Kaltwasser wird schon über einen Wärmetauscher, der von der WP versorgt wird, geführt. Sonst wären die Werte noch katastrophaler.
roro
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Beitragvon roro » 25.12.2010 19:54 Uhr

Das Kaltwasser wird schon über einen Wärmetauscher, der von der WP versorgt wird, geführt. Sonst wären die Werte noch katastrophaler.


D.h. Eure JAZ ist noch schlechter, da Ihr eigentlich auch den Energiebedarf der 1. WP mitrechnen müsstet.
Aber andersherum, wenn das Kaltwasser direkt von der BW-WP aufgeheizt würde, wäre die JAZ der BW besser, da hier von einem niedrigerem Temperaturniveau ausgegangen würde.
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Beitragvon montecuma » 25.12.2010 22:37 Uhr

Die Werte (JAZ 1,7) sind ohne Wärmetauscher entstanden. Mit Wärmetauscher lässt es sich nicht errechnen, da die Zulauftemperatur schlecht ermittelbar ist.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 26.12.2010 20:37 Uhr

Eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe neben einer Heizungswärmepumpe - Muss das sein?
Vielleicht sollte durch den getrennten, zweigleisigen Aufbau die Arbeitszahl der heizungsunterstützenden Wärmepumpe beschönigt werden. Es macht vom zusätzlichen Investment und von der mangelnden Energieeffizienz (erhöhte Bereitstellungsverluste) keinen Sinn.

Gruß

Thomas Heufers


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Beitragvon montecuma » 12.01.2011 11:50 Uhr

Genau zu diesem Punkt bin ich jetzt auch gekommen. Was mich am meisten stört, ist, dass Ochsner ganz bewusst falsche Angaben in den Datenblättern wiedergibt. (siehe LZ 4,4)

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