Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Tools, Onlinerechner und Newsletter Diskussionsforum forum
NE-Häuser, Passivhäuser, Energiesparhäuser, Wärmedämmung, Lehmbau,...
bernhard geyer
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Beiträge: 1482
Registriert: 22.06.2006 23:57
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 19 Mal

Beitragvon bernhard geyer » 11.06.2010 08:01 Uhr

mauer hat geschrieben:- Zentrale, kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für 9.500 Euro

Sag mal. Hast du schon irgendwas unterschrieben? Falls ja würde das manchen Preisaufschlag bei Änderungswünschen erklären.

mauer
Aktivität: neu
Beiträge: 6
Registriert: 10.06.2010 10:36
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon mauer » 11.06.2010 08:11 Uhr

Unterschrieben habe ich noch nichts. Befinde mich im Moment noch in der Angebotsphase.

Es handelt sich hier um einen Massivhausanbieter in Systembauweise. Vielleicht sollte ich doch lieber mit einem Fertighausanbieter gehen? Dort scheint zumindest die Haustechnik preiswerter zu sein. Wahrscheinlich haben die einfach mehr Erfahrung damit.

Wirklich schade, da ich mir fast sicher war "meine" Baufirma gefunden zu haben.
bob
Aktivität: gering
Beiträge: 25
Registriert: 28.08.2008 13:53
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon bob » 11.06.2010 09:21 Uhr

mauer hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich plane gerade den Neubau eines KfW70 EFH und bin richtig am verzweifeln was die Heizungstechnik betrifft. Jeder Bauträger empfielt mir etwas anderes und am Ende ist man dadurch auch nicht gerade schlauer.

Zuerst einmal zu den Hausdaten:
- Einfamilienwohnhaus mit Keller. Wohnfläche 115 m² + 35 m² Bürofläche in KG
- Liapor-Leichtbetonwände mit Thermomantel, 20 cm, WLG 035 (U-Wert 0,17 W/m² K)
- Dreischeibenverglasung in den Wohngeschossen und im Büro (U-Wert 0,7 W/m² K)
- Dachsolaranlage (Südausrichtung), ca 5 m² Kollektorfläche zur Brauchwasserunterstützung, Solarspeicher 300 Liter

Ursprünglich wollte ich lediglich einen wassergeführten Kaminofen einbauen. Doch der Bauträger hat mir davon abgeraten einen Kaminofen als alleiniges Heizungssystem zu verwenden. Dieser sollte nur als Zusatzoption verwendet werden.

Um den KfW70 Standard einzuhalten, stehen mir laut Bauträger die folgenden Heizungsoptionen zur Verfügung:
- Wärmepumpe Luft/Wasser mit Pufferspeicher und Elektroheizstab zur Unterstützung
- Pelletsheizung mit Pelletstank als Gewebesilo

Zusatzoptionen:
- wassergeführter Kaminofen zur Heizungsunterstützung für 5.500 Euro
- Zentrale, kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für 9.500 Euro

Eine Wärmepumpe Erd/Wasser wäre natürlich auch eine Möglichkeit, da es sich aber um ein Hanggrundstück handelt könnte die Bohrung kompliziert und dadurch wahrscheinlich auch teuer sein.

Die Kosten werden langsam ziemlich hoch. Fast 10.000 Euro für die Be- und Entlüftung, welche mir dringend angeraten wurde. Ist die wirklich notwendig bzw. wie läßt sie sich vermeiden?

Welche Heizungstechnik könnt und würdet Ihr mir für mein Haus empfehlen?

Ist eine Pelletsheizung noch zeitgemäß? Die Technik an sich gefällt mir sehr gut. Ich mache mir nur Sorgen bezüglich der Pelletspreisentwicklung.

Vielen Dank und schöne Grüße
Marco

bob
Aktivität: gering
Beiträge: 25
Registriert: 28.08.2008 13:53
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon bob » 11.06.2010 09:28 Uhr

Pellets sind eindeutig noch zeitgemäß! Und die finanzielle Förderung aus dem Marktanreizprogramm der Bundesregierung wird in den nächsten Tagen auch wieder freigegeben werden. Pellets sind, was die Heizkosten angeht - allen Turbulenzen der letzten Jahre zum Trotz - kaum zu schlagen. Der Mehrpreis bei der Anschaffung kann darüber hinaus durch öffentliche Fördergelder wettgemacht werden. Mittlerweile erreichen die erhobenen Pelletskessel zudem einen Wirkungsgrad zwischen 90,5 und 102,8 Prozent. Was Nachhaltigkeit und Klimaschutz angeht, punktet die Pelletheizung am besten, da sie als 100 % klimaneutral gilt. Weitere wertvolle Infos dazu siehe http://www.mall.info/produkte/neue-ener ... icher.html
Thomas Heufers
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 2226
Registriert: 21.07.2006 14:22
Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 25 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Thomas Heufers » 11.06.2010 09:33 Uhr

mauer hat geschrieben:Es handelt sich hier um einen Massivhausanbieter in Systembauweise. Vielleicht sollte ich doch lieber mit einem Fertighausanbieter gehen?
Schau mal in Deine pn - Private Nachricht!

Gruß

Thomas Heufers

KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
mauer
Aktivität: neu
Beiträge: 6
Registriert: 10.06.2010 10:36
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon mauer » 17.06.2010 22:05 Uhr

Ich habe mir heute noch mal alle verschiedenen Alternativen durchgerechnet und werde wohl oder übel an einigen Stellen sparen müssen. Sonst wird die ganze Sache einfach viel zu teuer. Manchmal frage ich mich schon wie manch' andere Familien sich das alles leisten können.

Was haltet ihr von der folgenden Kombination:
- Luft/Wasser WP
- wassergeführter Kaminofen
- Fußbodenheizung in EG/OG und Niedrigenergieheizkörper im KG

Die Solaranlage habe ich jetzt herausgenommen, da bei schönen Wetter die WP ja eigentlich ausreichend sein sollte, oder? Im Winter kann ich dann bequem über den Kaminofen zu heizen, habe aber dennoch die WP als Unterstützung.

Macht das eurer Meinung nach Sinn oder sollte eine Solaranlage unbedingt Pflicht sein?

Um noch etwas Geld zu sparen dachte ich eventuell anstatt der Dreifachverglasung nur eine Zweifachverglasung zu nehmen. Dadurch würde ich mir immerhin über 2.000 € sparen.

Auch eine Absenkung der Dämmung von 20 cm WLG 035 (U-Wert 0,167) auf 16 cm WLG 035 (U-Wert 0,206) ist angedacht. Sinnvoll, oder spare ich hier an der falschen Stelle?

Für eure Meinungen wäre ich sehr dankbar.

Gruß
Marco


Thomas Heufers
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 2226
Registriert: 21.07.2006 14:22
Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 25 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Thomas Heufers » 18.06.2010 08:22 Uhr

mauer hat geschrieben:Auch eine Absenkung der Dämmung von 20 cm WLG 035 (U-Wert 0,167) auf 16 cm WLG 035 (U-Wert 0,206) ist angedacht. Sinnvoll, oder spare ich hier an der falschen Stelle?
Beim Neubau macht das am wenigsten Sinn, da sämtliche Montage-, Einbau- und Rüstkosten per se anfallen und es eigentlich nur um den Mehrpreis für das zusätzliche Material geht. Das bedeutet, dass stärkere Dämmung in der Regel immer unterproportional teurer ist. Dann sind beispielsweise 1.500 € für 4 cm dickere Dämmung bei einem Haus mit 150 m² Wohn-/Nutzfläche gut angelegt. Mittelfristig wird sich dieser Mehrpreis immer bezahlt machen. Abgesehen davon, kann man mit dem energiesparenden Gebäudeparameter (Verbesserung des U-Werts) unter Umständen auch ein KfW Effizienzhaus mit entsprechend gutem Gebäudeenergiestandard umsetzen, mit dem schlechteren U-wert wird es dann vielleicht nur ein EnEV-Standard. Mit dem Effizienzhaus-Standard kann man dann auch auf bessere Kreditkonditionen der KfW zugreifen.

Wir haben in 2004 ein Energiesparhaus KfW 40 (U-Wert der Außenwand 0,129 W/m²K) gebaut und sind rundum zufrieden mit dieser Entscheidung. Aus heutiger Sicht würden wir noch mehr dämmen. Der Grund ist, dass wir so weit möglich, unabhängig von Energie sein wollen.
http://ecotec-energiesparhaus.de/galeri ... ie=Detmold
http://ecotec-energiesparhaus.de/energieverbrauch.php

Gruß

Thomas Heufers

KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
klausamsee
Aktivität: hoch
Beiträge: 184
Registriert: 23.03.2006 18:47
Wohnort: Bodensee
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon klausamsee » 21.06.2010 07:04 Uhr

mauer hat geschrieben:Ich habe mir heute noch mal alle verschiedenen Alternativen durchgerechnet und werde wohl oder übel an einigen Stellen sparen müssen.
(...)
Was haltet ihr von der folgenden Kombination:
- Luft/Wasser WP
- wassergeführter Kaminofen
- Fußbodenheizung in EG/OG und Niedrigenergieheizkörper im KG
(...)
Gruß
Marco

Hallo Marco,

lasse Dir mal aufstellen, was so ein wassergeführter Kaminofen zusätzlich kostst. Ich bin der Meinung, daß man hier gut sparen kann. Für die zusätzlichen Wärmetauscher, Pumpe, Sicherheitsbaugruppe etc. kann die Wärmepumpe einiges an Warmwasser bringen, zumal Holz auflegen mit der Zeit lästig wird und das Holz selbst auch irgendwoher kommen muß.
Investiere lieber in ein KWL als in einen Ofen (den Ofen kannst du auch noch 2 Jahre später hinsetzen).
Warum im Keller Heizkörper? Eine Fußbodenheizung kostet heute nicht mehr als Heizkörper, bringt aber eine angenehmere Wärme und hält die Vorlauftemperatur niedrig. Unter den Estrich gehört eh eine gescheite Dämmung.
An der Dämmung würde ich auch auf keinen Fall sparen.

Klaus
oakgast
Aktivität:sehr hoch
Beiträge: 1000
Registriert: 17.07.2009 08:50
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon oakgast » 01.09.2010 09:30 Uhr

Kommentar von "Thomas Nürnberger" erstellt am 01.09.2010,10:24
Thema: Sonstiges(Sonstiger Kommentar/ Tipp)

Herr Heufers: Sie schreiben weiter obne, dass die Kosten für Wanddurchbrüche etc. bei der KWL entfallen. Wir planen gerade ebenfalls ein KfW70-EFH, mit LWP. Mal sehen, was die KWL zusätzlich nach Angebot kostet. Vielleicht können Sie Ihren Preisansatz von oben bitte nochmals erläutern. Wäre super. Vielen Dank.
<a href='http://www.energieportal24.de/b2b/rating/mail_extern_2.php?id=1080' target='_blank'>Mail an Thomas Nürnberger</a>
Thomas Heufers
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 2226
Registriert: 21.07.2006 14:22
Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 25 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Thomas Heufers » 01.09.2010 16:19 Uhr

Es gibt die folgenden Varianten für Wohnraumlüftungen, die Unterschiede sind hier beschrieben.

1. Dezentrale Wohnungslüftunganlage - Hierbei wird die Zuluft mittels Unterdruckfunktion über Wanddurchbrüche (je Raum mindestens ein Zuluftventil) angesaugt. Es gibt keine effiziente Wärmerückgewinnung. Die Kosten bei einem Wohnhaus mit 150 m² liegen überschlägig bei 2.500 - 3.500 €; es ist ein geringerer Material- und Installationswaufwand; das System ist nicht in lärmkritischen Zonen einsatzbar.

2. Zentrale, kontrollierte Raumlüftung - Über Rohrsystem wird die Zu- und Abluft in die Räume zugeführt und abgesaugt. Der Luftwechsel geht über einen Wärmetauscher, in diesem übergibt die Abluft der Zuluft die Wärme (Wärmerückgewinnungsgrad bis zu 94 %). Dies System ist sehr energiesparend und ermöglicht auch mit entsprechenden technischen Komponenten die Funktion der Feuchterückgewinnung zur Regelung der idealen Raumluftfeuchte. Da ein größerer Material- und Installationsaufwand anfällt, liegen die Kosten bei einem Wohnhaus mit 150 m² überschlägig bei 5.500 - 7.000 €, das System auch in lärmkritischen Zonen einsetzbar
------------------------------------------------------------------
Es gibt dezentrale Wohnungslüftungsanlagen, bei denen eine Luft-/Wasser- oder Luft-/Luft-Wärmepumpe mit der Abluft gespeist wird. Diese Systeme sind weniger effizient und nur selten zu empfehlen. Es handelt sich häufig um eine Low-Budget-Variante, hierbei wird häufig bei niedrigen Außentemperaturen eine direkte Nachheizung mit Strom zugeschaltet! Für einen effizienten Betrieb der Luft-/Wasser-Wärmepumpe ist ein hoher Luftdurchsatz über den Verdichter unerlässlich. Die bessere ist eine reine Außenluft-Wärmepumpe, die es als Innen- oder Außenaufstellung gibt.

Gruß

Thomas Heufers


KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
Vorherige

Zurück zu Bauen, energiesparendes Bauen



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • KFW70 Haus
    von oakgast » 21.06.2010 08:02
    2 Antworten
    25254 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Thomas Heufers Neuester Beitrag
    21.06.2010 18:31
  • altes haus keine Heizung
    von Marek » 17.10.2006 15:33
    3 Antworten
    11965 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Eric Heiligenstein Neuester Beitrag
    15.01.2007 17:03
  • KFW70 Nebentür welcher U-Wert
    von tounreal » 09.06.2015 07:36
    3 Antworten
    6122 Zugriffe
    Letzter Beitrag von energieprojekt Neuester Beitrag
    11.08.2015 10:11
  • Haus ist Haus ?!
    von Gast » 31.01.2011 16:58
    0 Antworten
    1331 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Gast Neuester Beitrag
    01.01.1970 01:00
  • Selbstversorgendes Haus?
    von Gast » 14.03.2006 18:32
    4 Antworten
    13480 Zugriffe
    Letzter Beitrag von kraftlos Neuester Beitrag
    12.10.2006 10:23



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Heizung für KfW70 Haus, ab Beitrag 10