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rasimodo
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Beitragvon rasimodo » 08.03.2010 10:21 Uhr

Hallo,

wir werden ein Passivhaus mit ca. 200m2 beheizte WohnfLäche bauen. Aus Komfortgründen möchte ich evtl. eine WP mit Direktverdampfung und Fussbodenheizung einbauen. Wenn man mal von den 15kWh pro Jahr und m2 ausgeht und 5 Personen im Haushalt wohnen, haben wir eine Wärmebedarf von max 6000 kWh und eine maximale Heizlast von 2kW (bei 10W/m2).
Auf das Dach kommt eine 10kWp Photovoltaikanlage.

Eine Selbstnutzung des Stroms der PV Anlage ist durch das Vergütungsmodell interessanter da ich nicht nur die 33ct bekomme sondern 22ct plus die Ersparnis des Haushaltsstroms (ca. 21ct). Es ist klar, dass ich die meiste Heizwärme im Winter brauche, wobei ich meine Warmwasser das ganze Jahr warmhalten muss. Vor allem beim Passivhaus (mit >4 Personen) macht das WW oft den grösseren Anteil des gesamten Wärmebedarfs aus.

Die Idee wäre nun die WP bei "Sonnenschein" brummen zu lassen und durch einen etwas grösseren WW-Speicher mal einen Tag ohne Sonne zu überbrücken.

Jetzt zur Frage:
- hat jemand schon mal berechnet wieviel WP Strom man über das gesamte Jahr aus der PV Anlage holen kann?
- gibt es DV-Wärmepumpen die man so programmieren kann, dass sie sich einschaltet wenn die Sonne scheint oder noch besser, eine Schnittstelle haben die ich von aussen ansteuern kann? Es dürfte als Informatiker einfach sein, anhand von Wettervorhersagedaten der WP mitzuteilen wann sie am besten laufen soll bzw. an welchen Tagen die Wahrscheinlichkeit bzgl. Sonnenschein grösser ist
- kennt jemand von euch die Verteilung des Heizwärmebedarf über alle Jahresmonate in %? Ich weiss wieviel eine PV-Anlage über die Monate bringt, somit könnte ich einfach berechnen wieviel ich an WP Strom abdecken kann.


Viele Grüsse

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 08.03.2010 12:07 Uhr

Grundsätzlich sehe ich keine hohen Deckungsgrad des Strombedarfs für die Wärmepumpe bei direkter Einspeisung des Fotovoltaikstroms.
Wenn man einen teuren Stromspeicher mit ausreichender Kapazität zur Pufferung nutzt, kann dies bei niedrigen Wärmebedarf wie im Passivhaus und ausreichend dimensionierter PV-Anlage sicherlich funktionieren. Aber unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten macht dies eigentlich auch keinen Sinn. Die Speichertechnologie muss ja auch eine Brückung im Winter von mindestens 2 - 4 Wochen gewährleisten. Wer soll, will und kann das bezahlen?

Selbst bei einer thermischen Solaranlage geht das nicht auf. Die Wärmemengen in der wolkenverhangenen Zeit, hier wird die meiste Heizungswärme benötigt, zwischen Ende Dezember 2009 und Mitte Februar 2010 haben eine Nutzung der Solaranlage weder zur Heizungs- noch zur Brauchwasserunterstützung in unserer Region (Ostwestfalen-Lippe) nur in sehr geringem Maße zugelassen. Leider sind Solarthermien bei mangelnder Sonnenscheinsdauer nicht besonders wirtschaftlich.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon testfahrer » 08.03.2010 16:44 Uhr

Grundsätzlich möglich aber wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Wenn Du was für die Umwelt tun möchtest wechsel zu Ökostrom für 18,5 Cent.
Bekommst Du nicht 39 Cent oder wird das erst nach Juli in Betrieb genommen?
Wie ist denn die Ausrichtung der PV Anlage und wo ist der Standort.
Hier kannst Du den zu erwartenden Ertrag berechnen.
http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps/p ... map=europe

Meine Anlage von 10,2KWp hatte 2008 eine Ertrag von 10014KWh.
Wobei der Winterertrag Dez. bis Feb. Nur ca 10% ausmachen.
Ich werde es so machen, dass ich die WP auf Ökostrom laufen lasse. Das ist zwar etwas teurerer als ein WP Sondertarif aber den Mehrpreis ist mir der Ökostrom wert. Und es gibt keine EVU Abschaltzeiten.
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Beitragvon rasimodo » 09.03.2010 12:12 Uhr

Hallo,

Gute Idee evtl. ökostrom zu nehmen.

Die Anlage geht noch in 2010 in Betrieb (Nov oder Dez).
Ich habe schon mit einem eher pessimistischen Wert von ca. 800kWh/kWp gerechnet weil wir an der Westseite einen Berg haben und eine frühere Verschattung eintreten wird. Aussrichtung SSW und 35-38° Dachneigung. 80qm. Fläche

Die Seite die du angeb en hast berechnet für den Kreis Trier-Saarburg ein Jahrliche PV Leistung von 874 kWh/1kWp im Durchschnitt.
Ich sollte also nicht so verkehrt liegen mit 800kWh pro Jahr für ein kWp

Wenn ich anschaue wie das Wetter die letzten Tage war: sonnig und kalt dann könnte die PV Anlage bestimmt die WP versorgen. Ich denke es kommt hier auf eine clevere Regelung an die die aktuellen Wetterlage berücksichtigt und einen etwas grösseren Wärmepuffer der 1-2 Tage überbrücken könnte. Es gibt WP Hersteller die eine Webschnittstelle anbieten. Ich kann mir denken, dass man über diese Webschnittestelle auch die WP ein wenig regeln kann. Das Auswerten von Wettervorhersagedaten ist eine Sache von einem Wochenende für einen Informatiker. Ein Versuch wäre es wert.

Viele Grüsse
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Beitragvon testfahrer » 09.03.2010 14:21 Uhr

Hallo Rasimodo,

hier mal ein Link zu meiner PV Anlage. (http://www.solarlog-home.de/huelzsolar/)
Schau dir die Erträge der letzten Tage an. Da könnte es mit der PV Anlage reichen bei einem gut gedämmten Haus es auch zu beheizen.
Schau dir aber auch die Erträge im letzen Winter an und da wirst du sehen, dass es nicht reicht.
Besser ist es nicht zu puffern, dann geht auch nichts verloren.
All den Erzeugten Strom der PV Anlage ins Netzt speisen und die WP nur dann mit dem Heizen zu beauftragen, wenn die Wärme wirklich benötigt wird.
Das steuern und regeln der Anlagen geht auch mit den Web Modulen nicht einfach mal so.
Die WP die ich für meine Hütte z. Z. favorisiere ist die Zubatherm. (http://www.zubatherm-deutschland.de/com/)
Die hat eine frei programmierbare Steuerung von Technische Alternative (http://www.ta.co.at/) mit Netzwerkanschluss.
Es gibt in Merzig eine Anlage die man sich ansehen kann. War schon mehrmals da und muss sagen, alles was da gemacht wurde sieht gut aus und funktioniert auch sehr gut.
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Beitragvon rasimodo » 09.03.2010 15:20 Uhr

Hallo testfahrer,

habe mir deine Daten mal angeschaut. Nach welchen Kriterien hast du den soll Ertrag berechnet?

Eine Frage aus reinen Interesse, wie hast du die Messdaten auf die Webseite? Ist das ein fertiges Modul oder ist das Eigenentwicklung?

Habe ich es richtig verstanden: Du speist alles ein und nutzt ökokstrom für die WP?

Wie regelt du deine WP mit der "Technsichen Alternative" Regelung.
Was genau macht die Anlage in Merzig?

Danke für die vielen Links
Gruss

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Beitragvon testfahrer » 09.03.2010 16:39 Uhr

Hallo Rasimodo,

die Solldaten sind die von der obigen Seite errechneten Werte.
Waren glaube ich 900KWh je KWp.
Der Datenlogger ist ein Gerät was alle Daten von den WR sammelt und über das Internet an eine Datenbank sendet.
Die Internetseite ist fertig. Man kann aber auch die Daten für eine eigene Internetseite nutzen.
Das Gerät kommt von Solare Datensysteme.
Ich bin bei der WP noch in Planung.
Ja ich speise alles ins Netz und werde die WP mit Ökostrom betreiben.
Mein Haushaltsstrom ist auch Ökostrom.
Die Regelung von TA ist bei Zubatherm für die komplette Steuerung zuständig.
Aber man kann sie mit mehr Funktionen programmieren, wenn es notwendig ist.
Aber bei Deiner Heizlast ist die Zubatherm eher zu groß.
Da die aber ein eher kleiner Laden sind, bauen sie Dir evt. auch eine kleinere Anlage.
Ruf doch einfach mal bei Zubatherm an. Die sind alle sehr nett und kompetent.

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