Meine Anlage besteht noch kein Jahr (seit Anfang 09/2007). Wenn ich aber davon ausgehe, daß die eigentliche Heizsaison vorbei ist und nur noch Brauchwasser erzeugt werden muß (zu etwa 1,5 kWh el. Aufnahme täglich, am wöchentlichen "Whirlpool-Tag" etwa 3 kWh), komme ich noch deutlich unter 10.000 kWh pro Jahr weg (meine Prognoserechnung liegt bei 9.300 kWh).
Mein Haus ist ein 21 Jahre alter Bestandsbau (freistehendes Einfamilienhaus, einstöckig, 135 qm WFL) ohne jegliche nachträgliche Dämmung, ohne Fußbodenheizung, mit Hochtemperatur-Radiatoren im Einrohr-Verbund (= ca. 15 % Verlust gegenüber Zweirohr-Systemen). Verbaut ist eine modulierende Hochtemperatur-L/W-WP von Golden Energy. Zuvor hatte das Haus jährlich 2500 - 2700 l Öl verbraucht (2700 l im 10-Jahres-Mittel, 2500 l im Mittel der letzten 5 Jahre, so auch in 2006 / 2007).
Praktisch alle Fachleute (auch z.B. hier im Forum) haben mir von diesem Schritt abgeraten oder ihn sogar für abwegig erklärt, da mein Haus prinzipiell schon nicht, aber erst recht nicht ohne vorherige Komplettsanierung für eine WP jeder Art geeignet sei. Angeblich sind ja WPn nur für gedämmte Häuser mit Fußbodenheizungen geeignet, wenn man effizient heizen will.
Heute bin ich froh, nicht auf diese Fachleute gehört zu haben und mir selbst ein Bild von der aktuellen Technik verschafft zu haben, denn die WP spart in diesem Einsatzfall immerhin noch ca. 34 % Energie. Das sind beim aktuellen Ölpreis allemal um die 1.100 €, und fast täglich werden es mehr

. Somit wird sich das Ding, wenn die Entwicklung anhält, in 7 Jahren statt in den erwarteten 15 amortisiert haben.

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Zur Ehrenrettung der zitierten Fachleute ist übrigens zu sagen, daß sie bei Ölpreisen um 50 ct / l durchaus recht hatten. Meine damalige Break-even-Rechnung ergab 67 ct / l, ab denen die WP günstiger liegt als die Ölheizung. Von diesen Öl-Traumpreisen sind wir inzwischen weit entfernt; schon im Juli soll ja der € /l Heizöl überschritten werden.
Damit ist übrigens die (richtige!!) Wärmepumpe für den Altbau der Kostensparer Nummer Eins und rangiert in der Effizienz (Anschaffungskosten zu Einsparung) deutlichst (!!) vor anderen Sanierungsmaßnahmen wie Fassaden-, Fenster- und Dachdämmung etc. Dies mußte auch mein Energieberater (etwas widerwillig

) zugeben.
Wer noch mehr Energie sparen will, kann natürlich sein Haus auch noch zusätzlich dämmen, aber das Kosten- / Nutzenverhältnis weiterer Maßnahmen wird deutlich schlechter als bei der WP! Ich habe z.B. Kostenvoranschläge für Fassaden-, Fenster- und Kellerdeckendämmung, die lt. Energieberater zusammen 40 % Heizkosteneinsparung bringen sollen. Kosten komplett: grob ca. 30.000 €; das Doppelte einer WP! 40 % Einsparung von 10.000 kWh = 1.400 € sind aber nur 560 €. Somit ergibt sich eine Amortisationszeit einer solchen Komplettmaßnahme von gut 53 Jahren, und das selbst ohne Berücksichtigung der Sollzinsen fürs eingesetzte Kapital! Das ist also völlig unrentabel, wenn nicht andere Gründe für eine Sanierung vorliegen oder man der Umwelt Gutes tun will.
Damit ist auch gleich die alte Mär widerlegt, nach der eine Dämmung VOR dem Einsatz einer Wärmepumpe vorgenommen werden sollte! OK, wenn man sowieso vorhat, beides zu tun, kann und sollte natürlich die Größe der WP auf die nach der Dämmungsverbesserung zu erwartende Heizleistung abgestimmt werden, um sie nicht zu groß zu kaufen. Wer sich aber beides auf einmal nicht leisten kann / will, ist mit einer WP ohne weitere Verbesserungen hervorragend bedient und kann andere Maßnahmen aufschieben, bis die Bausubstanz punktuell eine Nachbesserung verlangt.
Und keine Angst: eine moderne modulierende WP verschlechtert ihren Wirkungsgrad bei sinkendem Leistungsbedarf nur minimal (meine reicht z. B. von 5 bis 14 kW). Es ist also absolut kein Problem, wenn sie im Zuge weiterer Maßnahmen allmählich zu groß wird. Sie läuft dann eben langsamer, während herkömmliche Constant-Speed-Anlagen ins Takten kommen und somit erheblich an Wirkungsgrad verlieren.
Ich kann daher jedem Althausbesitzer nur raten, diesen Schritt zu wagen; speziell dann, wenn wie bei mir die Erneuerung der alten Heizung sowieso ansteht, denn dann geht ja nur der Aufpreis der WP gegenüber einer Standardheizung in die Rechnung ein.
Ähnliches Potential sehe ich evtl. auch bei Stirlingmotoren auf Pelletsbasis (Sunmachine), nur muß man dafür den (gegenüber Öltanks doppelten) Platz haben. Die Technik ist ebenfalls sehr jung und vom Wirkungsgrad her durchaus vielversprechend, liegt aber in der Anschaffung sehr deutlich über einer WP, benötigt einen Kamin und ist nicht wartungsfrei. Über die Dauerhaltbarkeit liegen ebenfalls noch keine Aussagen vor, wogegen die modulierenden Klimageräte, die den Kern moderner Split-WPn bilden, seit Jahrzehnten ausgereift sind.