Hallo Tanja,
wir haben den Gerco GD8 seit 1 1/2 Jahren. Wir sind mehr oder weniger zufrieden.
Pluspunkte: Durch die Luftleistung von ~ 3 kW wird unsere gut gedämmte Hütte bei den gegenwärtigen Minusgraden nicht zu schnell warm. Erst nach mehreren Brennstunden möchte man aufhören, weil es zu warm wird. Mit einem Standardofen (> 6 kW Luftleistung) wäre das viel schneller der Fall, wie uns in der Bauhphase versichert wurde. Grundlast erzeugen wir daher mit der FBH, Wohlfühltemperatur mit dem Kaminofen. Der Ofen schafft die Heizlast unseres Hauses aber auch alleine. Wenn er läuft, hat die Brennwerttherme Pause.
Nachteile: Verarbeitung ist hier und da problematisch. Die Prallplatte aus Vermiculite musste ich schon einmal erneuern, weil die darüber liegende Umlenkplatte nicht fühlbar eingerastet ist. Sie hatte sich nach einer Reinigung gelöst und die Vermiculite-Platte zerbrochen. Kostenpunkt ca. 35 €. Oberhalb von der Ofentür blättert die Farbe ab. Die integrierte Heizungspumpe sorgt für eine typische Geräuschkulisse, weil die Steuerung die Pumpe nach einem besonderen Verfahren ansteuert. Wenn man es wirklich still haben will, stört das etwas.
Wichtig ist zu wissen, dass Holzscheite für den GD8 nur unterarmdick sein dürfen. Daher muss ich handelsübliches Brennholz immer nochmal nachbearbeiten, bevor es der Ofen frisst. Ich lege nicht mehr als zwei solcher Scheite gleichzeitig ein. Wenn diese zur Glut heruntergebrannt sind (=keine Flamme mehr zu sehen), lege ich nach.
Hatte letzte Saison etwas feuchteres Holz. Da musste ich immer trockene Holzbriketts aus dem Baumarkt beifüttern, um das verbrannt zu bekommen. "Ofentrocken" ist halt nicht immer wirklich ofentrocken. Auch "offizielle" Lieferanten (hier eine städtische Stelle) versuchen, feuchtes Holz als ofentrocken zu verkaufen.
Sichtwort heißes Wasser: Entscheidend für die Nützlichkeit der Wassertasche ist wirklich, ob die Einbindung des Ofens richtig gemacht wurde. Bei uns scheint das der Fall zu sein.
Mein Ofen erhält Rücklauf von gut 60° und wärmt diesen auf 70 bis 75° auf (so ist die Einstellung der Betriebstemperatur in der Regelung, es ginge auch noch höher). Da wir einen Pufferspeicher haben, kann dieser Zustand so über lange Zeit aufrechterhalten werden, bis der Speicher durchgewärmt ist. Wenn der Ofen keine ausreichende Wärme liefern würde, würde die Gastherme anspringen. Leider fehlt mir da die Kontrolle, ob der Ofen wirklich genügend beiträgt zur Wärmeversorgung unseres Hauses.
Warmes Brauchwasser kommt über einen Wärmetauscher, der frisches Leitungswasser aufwärmt. Dazu wird (unabhängig vom Kaminofen) aus dem Pufferspeicher der obere Bereich (=wärmster Bereich) genommen. Das klappt auch hervorragend.
Ich hoffe, da war etwas an Antwort für Dich dabei.
Robert