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Forum Bauen: Energiesparendes Bauen

Thema: Wandaufbau EE70: 3 Angebote - 3 Meinungen

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Marcus17

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Hallo Forum,

ich lese schon seit einiger Zeit eifrig mit, da wir gerade dabei sind, mit einem GU einen EE70-Neubau zu planen.

Nach einigen schlechten Erfahrungen sind jetzt 3 Anbieter über, die uns aufgrund guter Erfahrungen empfohlen wurden und die auch bzgl. Baubeschreibung einen guten Eindruck machen.

Vorhaben:
EFH 1,5 geschossig, 140qm Grundfläche, 128qm Wohnfläche.
Fußbodenheizung und Luftwärmepumpe, kein Keller

Jetzt haben wir hier 3 verschiedene Wandaufbauten zur Auswahl und ich bin da etwas unschlüssig:

Anbieter 1: zweischaliges Mauerwerk mit Klinker

17,5cm Poroton
10 cm Mineralfaser-Dämmung
2cm Griffuge
11,5cm Klinker

(edit: Habe gerade gesehen, daß für EE70 hier noch ein Dämmpaket für Wand, Boden und Dach dazukommt. Leider ohne
Angaben, wieviel gedämmt wird, werde ich mal nachfragen!)


Anbieter 2: zweischaliges Mauerwerk mit Klinker
17,5cm Gasbeton PP4
4cm Luftschicht
12cm Kerndämmplatten KD1
11.5cm Klinker

Anbieter 3: einschaliges Mauerwerk

17,5cm Hochlochziegel
14cm PS-Hartschaumdämmung WLG 035

Eigentlich möchten wir eine Klinkerfassade, würden aber notfalls darauf verzichten um für das Geld besser dämmen zu können...

Sind die 3 Angebote gleichwertig oder verstecken sich irgendwo gravierende Nachteile?

Vielen Dank schonmal!
Marcus

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Oswald

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Beiträge: 495
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hallo...

Ich würde mir von allen 3 Angeboten den U-Wert schriftlich geben lassen, dann sind die Aufbauten zumindest energetisch vergleichbar.

Ich würde immer einen U-Wert kleiner 0,15 anstreben.

Klinker ist schön aber er dämmt so gut wie NIX!
Ob er dran ist oder weg ist energetisch ziemlich das Gleiche.

Aus dem Bauch raus finde ich alle drei Wandaufbauten ECHT MIES!
Sicherlich ist es auch eine Preisfrage aber so würde ich nur für meinen Feind bauen! Wink

Wenn es von den Anbietern Häuser gibt mit den Bezeichnungen Energie-Effizienz-Haus 55 oder 70 würde ich mich mal grob an deren Wandaufbau orientieren.
Aber wenn die von der Haustechnik auf PEllets oder SEHR GROSSE Solaranlagen um die Standards gerade mal so zu erreichen setzen , ebenfalls "Finger weg"!

Grüsse
Oswald

_________________
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Ohne Konservierungsstoffe (lt. Gesetz). Ohne Farbstoffe. Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe.

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Marcus17

Erfahrung:
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Oswald hat Folgendes geschrieben:


Aber wenn die von der Haustechnik auf PEllets oder SEHR GROSSE Solaranlagen um die Standards gerade mal so zu erreichen setzen , ebenfalls "Finger weg"!

Grüsse
Oswald


Ne, darauf habe ich schon geachtet, weder Kamin noch Solar sind angeblich nötig.
Wie gesagt, als Heizung ist FBH und Luftwärmepumpe enthalten.
Solar würde bei einem Angebot erst dazukommen, wenn wir auf EE55 gehen wollen.
Dann würde Solar und bessere Dämmung für ca. 10 TEU dazukommen.

Die U-Werte habe ich nur für Anbieter 3, dort ist der U-Wert für
den Maueraufbau 0,19.
Dafür ist dort 3-fach Verglasung mit Ug=0,7 enthalten...
Die anderen habe ich schon angefordert.

Aber daß die Wandaufbauten soo schlecht sind, hätte ich jetzt nicht gedacht...das Thema mit dem "schönrechnen" durch Solar und Kamin ist mir auch bekannt und hatte ich extra erwähnt, daß ich sowas nicht will...

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Thomas Heufers

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Zum 17,5er Stein kann man sagen, dass dieser baustatisch grenzwertig sein kann. Das kommt auf die Grundrisse an und Verknüpfungen an den Außenwänden. Dazu sollte man einen Statiker befragen, der nicht im Kontakt mit dem Auftraggeber steht.

Da ich mit dem Werkstoff Holz beruflich viel zu tun habe, würde ich hier ein Holzhaus empfehlen. Schmale Wände und guter U-Wert sind da kein Problem, die hohe Wärmebrückenfreiheit ist ein weiterer Pluspunkt.


Folgende Broschüre der unabhängigen dena (Deutsche Energieagentur) geht auf die Vorteile energiesparenden Bauens ein.
dena - Bauen für die Zukunft
Technische und wirtschaftliche Aspekte energieeffizienten Bauens und die Anforderungen, die der Gesetzgeber in der neuen Energieeinsparverordnung an Neubauten stellt.
http://www.zukunft-haus.info/fileadmin/zukunft-haus/publikationen/BfZ_...


Woran man bei der Auftragsvergabe denken muss.
Checkliste zur Auswertung für Bau- und Leistungsbeschreibungen für Ein- und Zweifamilienhäuser
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/Checkliste_Baubeschreibung_Bu...

Musterbaubeschreibung als Vorlage für den Hausbau vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/Muster-Baubeschreibung.pdf...

Viel Erfolg bei den weiteren Planungen!

Gruß

Thomas Heufers

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Marcus17

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So, ich habe jetzt mal die Wandaufbauten und Dämmstärken bekommen:

Für EE70 wären das:

Mauerwerk:
17,5cm Ytong PPW4, Lambda 0,16, Rohdichte 0,60
12-14cm WDVS WLG 035

Fenster:
2-fach Fenster mit Uw= 1,3

Dachflächen:

20-24cm Mineralwolle WLG 040

Bodenplatte:

18cm Beton
10cm PS-Hartschaum WLG 040
Estrich


Für EE55 würde sich folgendes verändern:

Mauerwerk:
Ytong wie oben
14-16cm WDVS WLG 040

Fenster:
3-fach mit Uw=0,9

Dachflächen:
24-28cm Mineralwolle WLG 040

Bodenplatte unverändert

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Oswald

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Also......

Der Anbieter scheint ja nicht in der Lage zu sein U-Werte für sein Angebot zu liefern.

Das wird schon seine Gründe haben.
Es ist mir persönlich jetzt zu mühseelig die Wandaufbauten in Helena-EPass einzutragen, um die U-Werte rauszufinden.

Ich bin der Meinung: Ein Hausanbieter, der was auf sich hält, und auch sein Angebot mit anderen vergleichbar und messbar machen kann und will teilt seine U-Werte öffentlich mit.

Nö! Würde bei mir in die Schublade "Ausschuss" kommen.
Ich empfehle weitersuchen!

Grüsse
Oswald

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Thomas Heufers

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Unter folgendem Link ist ein U-Wert-Rechner.
Gib die Werte der Bauteile ein und lass die Konstruktion von dem Tool durchrechnen!
http://www.bastelitis.de/u-wert-rechner...

Oswald hat mit seiner Feststellung durchaus recht. Lambda-Werte (W/mK) sehen schön aus, haben aber erstmal nichts mit dem U-Wert (W/m²K) zu tun, außer das ein ² (hoch 2) fehlt.

Gruß

Thomas Heufers

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bernhard geyer

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Du baust nicht selbst, also hast du nichts davon das die Bauarbeiter hier einen Gewichtsvorteil haben?

Ich schlage folgendes vor:

17er KS oder schwerer Hochlochziegel + 20 cm 032/035 Dämmmaterial

3fach verglaste Fenster mit mindestens 1,1er Rahmen

Dachdämmung auf jedenfall 035 Material. Evtl. überlegen ob hier nicht Aufdachdämmung genommen wird.

Wenn keine gedämmte Bodenplatte vorliegt sondern innen gedämmt wird, so ist ein 040er Material-Dämmwert aus den 80er des letzten Jahrtausends und vermutlich fast nur noch als Restposten bei den Baustoffherstellern zu bekomen. Hier sind Werte an die 020 erreichbar.

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Marcus17

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bernhard geyer hat Folgendes geschrieben:


17er KS oder schwerer Hochlochziegel + 20 cm 032/035 Dämmmaterial


Wenn keine gedämmte Bodenplatte vorliegt sondern innen gedämmt wird, so ist ein 040er Material-Dämmwert aus den 80er des letzten Jahrtausends und vermutlich fast nur noch als Restposten bei den Baustoffherstellern zu bekomen. Hier sind Werte an die 020 erreichbar.


Das würde ja für Anbieter 3 sprechen, dort einfach nur die 14cm auf 20 cm erweitern...der Rest passt dort schon (24cm Sparrendämmung mit WLG 035 und 3-fach Verglasung)

Was wäre denn ein guter Aufbau der Bodenplatte? Natürlich unter Berücksichtigung von Kosten und Nutzen. Das ganze muss ja auch finanziert werden...

Ich habe mal mit dem U-Werte Rechner rumgespielt...ein U-Wert von 0,16 für Wand wäre ja erreichbar, allerdings bekomme ich das nicht mit einer Klinkervariante hin...

Ist ein guter U-Wert für die Wand mit Klinker schwerer zu erreichen?
Wenn ich das richtig verstanden habe, bin ich ja mit der Dämmstärke dort eingeschränkt auf 15cm - Griffuge...
Also Klinker und EE55 nur mit einer atombombensichern Mauerstärke??

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Oswald

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hallo...


wie schon mal erwähnt bringt Klinker ausser gut ausehen zur Dämmung nullkommanix!

Man kann einen U-Wert von 0,1 mit knapp unter 50 cm Wandaufbau (inkl. Aussen- und Innenputz hinbekommen).
Wenn man die gleiche Wand Klinkern wollte fällt aussen der Putz weg und der Klinker trägt ungefähr noch mal mit 11cm auf.
Ich würde schätzen das sind dann ca. 55-57cm gesamt.
Das wäre allerdings vom U-Wert her schon eine Passivhauswand.

In meiner aktuellen Mietswohnung ist die gesamte Aussenwand auch schon 40cm stark und ich finde noch nicht den geringsten Ansatz zur Bunkerwirkung.

Muss man halt auch mal positiv sehen:
Auf einem breiten Fensterbrett kann man auch mal mehr als nur eine Weinflasche abstellen.

Grüsse
Oswald

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bernhard geyer

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Marcus17 hat Folgendes geschrieben:
Das würde ja für Anbieter 3 sprechen, dort einfach nur die 14cm auf 20 cm erweitern

Mann sollte immer schauen was Mehrkosten bei verwendung des besten U-Wertes ist. Die Lohnkosten sind gleich ob 030 oder 040er Material verwendet wird.

Marcus17 hat Folgendes geschrieben:
Was wäre denn ein guter Aufbau der Bodenplatte? Natürlich unter Berücksichtigung von Kosten und Nutzen. Das ganze muss ja auch finanziert werden...

Wärmebrückentechnisch eine dämmung unter der Bodenplatte. Wobei mir (und andere) nicht sicher sind ob ein Kunststoff nicht in 30 oder mehr Jahren doch verrottungserscheinungen aufweisen. Ansonsten ist bei Nicht Dämmenden Mauerwerk (also KS oder tragender Ziegel) ein Dämmstein als erster Mauerreihe über Bodenplatte anzuraten.

Marcus17 hat Folgendes geschrieben:
Ist ein guter U-Wert für die Wand mit Klinker schwerer zu erreichen?
Wenn ich das richtig verstanden habe, bin ich ja mit der Dämmstärke dort eingeschränkt auf 15cm - Griffuge...

Du sagst es. Es ist schwerer. Mittlerweile ist aber 032er Dämmstoff "State of The Art" bei Fassadendämmstoff (Ca. 10% Bessere Dämmung als 035). Falls das nicht reicht würden Vakuumdämmblatten existieren. Dort ist aber das Kosten-Nutzenverhältnis problematisch.

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Thomas Heufers

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Ein Beispiel für einen Wärmebrückendämmstein auf Schaumglas-Basis (englisch Foamglas).
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/Informationsbroschueren/FOAMG...

Es gibt auch so genannte Kimmsteine mit ähnlicher Funktion.
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/BuL/KS-ISO-Kimmstein.pdf...

Wenn irgend möglich, dann würde ich auch die Dämmung unter der Bodenplatte vermeiden, oberhalb der Bodenplatte kann man hoch wärmedämmende PU-Dämmung (Polyurethan) verwenden, um die Aufbauhöhe zu reduzieren.
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/BuL/EUROTHANE-PUR-Hartschaump...
In der Praxis kommt man meistens nicht auf die Dämmung unterhalb der Bodenplatte verzichten. Entscheidend ist hier, wie bei allen Außenbauteile der U-Wert. Ein gute Isolierung der Randbereiche ist zu beachten.

Gruß

Thomas Heufers

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http://energiesparprojekte.info/...


Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 02.10.2009 10:16, insgesamt einmal bearbeitet

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Oswald

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hallo....


nochmal zum Thema Dämmung der Bodenplatte..

Würde ich IMMER SEHR GUT machen denn an diese Stelle kommt man im Leben eines Hauses NIE MEHR HIN.

Ich bin persönlich beim System Isoquick hängen geblieben.
kostet in der "kleinsten" Variante ca. 65,-€/m²
Dann brauchts nur noch Drainage, Verfüllung, Blitzabloeiter, Bewehrung und Beton.

Grüsse
Oswald

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