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schnippig
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Beitragvon schnippig » 02.06.2009 11:26 Uhr

Möchte ganz theoretisch einen Gedanken durchspielen und ich hoffe hier in dem Forum bekomme ich ein paar Antworten.
Mal angenommen ich hätte einen Investor gefunden, um ein 300 Personen Einwohner Dorf mit einem Windrad zu versorgen ( ca. 80 Haushalte, keine Industrie ). Günstige Windlage ( hoch gelegen ) , Grundstück und Gemeindegenehmigung wären vorhanden. Nun meine Fragen dazu:
Wieviel müsste die Anlage produzieren ; reichen da 0,3MW aus oder ist das schon zuviel ?
Welchen Durchmesser hätte dann ein geeignetes Windrad und wie hoch in etwa wäre der Mast ?
Wieviel würde ein komplette Anlage dann ca. kosten ( am Besten natürlich gebraucht ) und muss man rein rechtlich den Strom ins Netz einspeisen oder könnte man auch autark nur das Dorf mit eigenem Strom versorgen ( zur Not Stromerzeugerfirma gründen ?! ) ?
Danke für Eure Antworten !!!

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Beitragvon bernhard geyer » 02.06.2009 18:29 Uhr

Autark wird schwierig.
Erstens müsstest du das Leitungsnetz im Dorf vom lokalen Anbieter abkaufen und würdest auch eine Lizenz benötigen das du als Energieversorger auftrittst. Und ob du genügend Pufferkapazität bereitstellen kannst um auch mehrere Tage praktische Windstille zu überbrücken ...
Uwe Hallenga
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Beitragvon Uwe Hallenga » 04.06.2009 06:17 Uhr

Moin Moin

bei 80 Haushalten mit rund 4.000kWh Strombedarf würdest Du ca. 320.000kWh im Jahr benötigen. Diese Menge mit einer 300kW Anlage zu erzeugen wäre selbst bei einem guten Standort mit ordentlichen Windverhältnissen nur sehr schwer zu erreichen. Das größere Problem dürfte sein, den Strom dann zur Verfügung zu haben wenn er gebraucht wird und kein Wind weht.

Autark zu sein ist ein schöner Gedanke, aber eine sehr aufwändige Geschichte und soweit ein öffentliches Netz vorhanden ist, keine sinnvolle Sache.

Welche Windanlage mit welchem Durchmesser und welcher Nabenhöhe ausreichend wäre, hängt ausschließlich vom Wind, der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit und der Umgebung ab in der die Windanlage stehen soll. Am schlechten Standort wird ein 1MW Anlage nicht ausreichen, am Küstenstandort vielleicht doch schon eine 300kW mit 60m Mast und 35m Rotorduchmesser.

Die Versorgung mit Strom ist eine hoheitliche Aufgabe und unterliegt dem öffentlichen Interesse, von daher ist es nicht ganz leicht so etwas auch rechtlich auf die Reihe zu bekommen. Beispiele wären zB. die kleinen Energieversorgungsgenossenschaften. Aber auch denen fällt es zum Teil nicht leicht bei Versorgungsgrößen von etlichen 1000 Haushalten noch wirtschaftlich zu arbeiten. es ist kaum vorstellbar, das es mit einer einzelnene Windanlage wirtschaftlich möglich wäre.

Vielleicht solltet Ihr statt die autarke Stromversorgung zu planen lieber eine neue, moderne große Gemeinschaftswindanlage planen, an der alle Haushalte beteiligt sind (Bürger-Windanlage). Beispiele dazu gibt es in Deutschland genug.

Gruß Uwe Hallenga
Besucht doch mal die Internetseite: Kleinwindanlagen (siehe mein Profil)
Bekramo
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Beitragvon Bekramo » 05.06.2009 08:47 Uhr

Ich denke auch das es recht schwierig ist mit einer 0,3 Mw Anlage.

Auch bezweifle ich das du es in der von dir angestrebten Form zugelassen bekommst.

Moeglich ist es aber schon, in Norwegen z.B. exestiert eine Anlage mit zwei 1 Mw Anlagen, mit denen wird Wasserstoff hergestellt.

Eine Einspeisung ist dort nicht moeglich, die Anlage wird auf einer Insel betrieben.
Mit dem Wasserstoff wird dann in einem BHKW Strom und auch Waerme fuer die ganze Insel hergestellt.

Ob und wie sich eine solche Anlage rechnet, kann ich nicht sagen, geschweige von denn sicher Recht schwierigen Zulassungsbedinungen in Deutschland.
Aber selbst wenn eso eine Anlale zugelassen wuerde denke ich, dass sich dann die grossen Energieversorgen das Leitungsnetz nicht aus der Hand nehmen lassen.
In dem Fall ist es sicher rechnerisch besser den produzierten Strom ein zu Speisen und die Waerme dierekt zu nutzen.

Aber bei aller Theorie, mal eben mit gebrauchten Anlagen ist das nicht zu realisieren.
Auch an Wartung und Reperaturen muss gedacht werden, ist halt ein schoener Traum autark zu sein, aber nicht einfach durchzufuehern.

PS. : Denkt nicht immer an Strom, ein Haus zu Heizen verursacht meist die hoeheren Kosten. :D
schnippig
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Beitragvon schnippig » 05.06.2009 15:35 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten. Wie gesagt, ist alles nur theoretisch und ihr habt das Fachwissen, welches ich hier nicht habe.
Das Dorf ist in Osteuropa und ca. 700m hoch im Gebirge gelegen, daher sehr windig. Hier hat fast jeder ein Stück Wald und geheizt wird sowieso überwiegend mit Holz ( das kostet die meisten Leute nur Arbeitskraft ). Trotzdem ist der Strom hier derartig teuer ( Monopolstellung EON ) ; man muss für alles was zahlen ( Stromleser , Stromlieferung , Strombereitstellung, Strom an sich... ) , nicht mit BRD zu vergleichen.
Was würdet ihr denn schätzen , wie hoch der Anschaffungspreis inkl Montage für eine gebrauchte 0.3MW Anlage sein würde. Oder geht das schon in den hohen 6-stelligen Bereich ?
Bekramo
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Beitragvon Bekramo » 05.06.2009 17:23 Uhr

Ich kann leider nichts darueber aussagen ob und zu welchem Preis du eine solche Anlage bekommen kannst.
Bis jetzt habe ich auch noch nicht gehoert das die Dinger gebraucht verkauft wurden.

Aber wenn, wie du sagst das Dorf in Gebirge liegt ist es vielleicht einfacher und auch billiger mal ueber Wasserkraft nach zu denken.

Wenn dort ein Bach, See oder so etwas exestiert ist die Sache doch viel einfacher, auch mit der Bestaendigkeit.
Das Wasser fliesst jeden Tag, auf diese Weise treten auch keine Schwankungen oder Ausfaelle auf, wie wenn der Wind mal nicht weht oder eben zu wenig.


Und ich denke in dem Bereich der dir vorschwebt recht einfach zu Bauen und duerfte mit Sicherheit weit unter dem Investionsvolumen einer WKA liegen.

Vielleicht ist das eine Loesung fuer das Dorf.


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