Hallo!
Ich habe eine alte Girard-Turbine (Bj.1901), die bis vor 20 Jahren eine Mühle angtrieben hat, für die Stromerzeugung revitalisiert.
Bei einer konstant zur Verfügung stehenden Ausbauwassermenge von 1000 l/s und einer Fallhöhe von 2m liefert diese Turbine lediglich eine Leistung von 5.5 kW ab Generator.
Bei der Revitalisierung wurden die Turbinenlager erneuert, und die gesamte elektrische Anlage (Generator mit Riementrieb, Steuerungs- und Schaltanlage) neu errichtet. Das Laufrad selbst wie auch das Getriebe (Kammrad) wurden im Originalzustand belassen, da sie keine sichtbaren Schäden aufweisen.
Zwei Vermutungen über die Verluste habe ich bereits angestellt, doch fehlt mir die Erfahrung um zu beurteilen, ob es wirklich daran liegen könnte:
1) Die Drehzahl
Ich habe keine Unterlagen über die Girard-Turbine bzgl. ihrer optimalen Drehzahl. Nach der Faustregel "halbe Durchgangsdrehzahl" (Durchgangsdrehzahl ca. 90 U/min) würde die momentane Drehzahl (43 U/min) ungefähr stimmen, aber sicher bin ich nicht.
2) Freistrahlturbine
In allen Aufzeichnungen wird diese Turbine als "Girard-Turbine" beschrieben, bei der das Laufrad frei möglichst knapp über dem Unterwasserspiegel installiert ist. In einer alten Planskizze jedoch ist die Turbine vom Unterwasser her eingestaut.
Die Frage ist, wie kann ich erkennen, ob die Turbine als Freistrahltubine konzipiert ist, oder nicht, und wie viel würde der "falsche" Betrieb an Verlust bedeuten.
Ein Austausch der alten Turbine durch einen modernen herkömmlichen Turbinentyp (Kaplan, Francis) kommt leider wegen der sehr beengten baulichen Verhältnisse (kein Platz für ein Saugrohr) nicht in Frage.
Leider konnte mir bis jetzt niemand sagen wo genau das Problem für diese großen Verluste liegt, wobei allerdings zu erwähnen ist, dass ich noch niemanden gefunden habe der jemals eine Girard-Turbine in Betrieb gesehen hat.
Sollte jemand hier im Forum Erfahrung mit diesem - oder ähnlichen - alten Turbinentypen haben, oder eine Vermutung haben, wie ich dem Problem auf die Spur kommen könnte, ich wäre um jede Hilfe sehr dankbar.
MfG
Josef Fischer