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Schneehasser

Beitragvon Schneehasser » 24.03.2009 14:44 Uhr

Hallo zusammen,

wir werden nach den aktuellen Planungen ein 2 Familienhaus bauen (insgesammt 6 Bewohner).
Der Architekt hat einen Transemmisionswärmeverlust von 0,29 W(m² K) und einen Jahresprimärenergiebedarf von 24,4 kWh/(m²*a) errechnet.

Dabei ist er davon ausgegangen, dass solarthermie für Brauchwasser und Heizung sowie ein Wasserführender Kaminofen zum Einsatz kommt.

Nun meine Frage:
Bedeuetet dies, dass wir in der Zeit von oktiber bis März wie "bescheuert" den Kaminofen anmachen müssen um Duschen zu können bzw. für die Heizung?

Es wird eine Fussbodenheizung mit 235m² beheizter Fläche werden.


Ferner hatte ich an eine WP und zusätzlich einen Wassergefürten Kaminofen gedacht, weil ich nicht "rund um die Uhr" Holz verheizen möchte. Mein Architekt hat aber gasegt dass sei ökonomisch unsinnig und Solar und Kamin wie oben beschriebn würde voll ausreichen?!?

Ich kann mir dass nicht vorstellen.
Auch die Tatsache, dass zur Not ein Elektroheizstab anspring um das Wasser aufzuwärmen gefällt mich nicht so sehr...was meint ihr?


Vielen Dank.
Kay

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Beitragvon roro » 24.03.2009 15:12 Uhr

Der Architekt hat einen Transemmisionswärmeverlust von 0,29 W(m² K) und einen Jahresprimärenergiebedarf von 24,4 kWh/(m²*a) errechnet.


Bei 0,29 wird ein Primärenergiebedard von 24,4 aber nur mit einer Solar- und Holzheizung möglich sein. Jede andere Form würde diesen Wert deutlich erhöhen. (Ich habe z.B. einen Transemmisionswärmeverlust von 0,26 und erreiche mit einer WP "nur" KfW50.)
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 24.03.2009 15:28 Uhr

Dein Architekt hat die Wärmebereitstellung nach einem günstigen Primärenergiefaktor ausgerichtet, dabei schneidet Solar und Holz recht ab. Wenn das die beiden einzigen Energieträger sind, dann geht er davon aus, dass Du in der Heizperiode Deinen Ofen regelmäßig mit Holz fütterst.
Überschlägig kann man bei dem genannten Jahresprimärenergiebedarf davon ausgehen, dass Eure Planungen noch einiges Einsparpotential in der Gebäudehülle ungenutzt lassen. Also solltest Du darauf hinweisen, dass der spezifische Transmissionswärmeverlust H'T kleiner wird. Ein H'T-Wert unter 0,25 W/(m²K) ist anzustreben.

Wie sind die U-Werte der Außenhülle - Dach, Wand, Fenster, Kellersohle, Bodenplatte?

In folgendem Dokument ist der Zusammenhang erklärt.

Energiesparhäuser und Passivhäuser? - Auf den Punkt gebracht!
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/Energiesparhaeuser-und-Passivhaeuser.pdf

Gruß

Thoas Heufers

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Beitragvon Schneehasser » 24.03.2009 16:17 Uhr

Vielen Dank für eure Infos und Antworten.

Da wir sowieso Kaminofen fans sind, uns auch einen holen wollten, jedoch nicht primär damit heizen wollen (holz kostet auch Geld) stellt sich für mich die Frage,
ob ie Kombination WP (Erdwärme) und wassergeführter Kaminofen
genauso gut hinsichtlich des Primärenergiebedarfs abschneidet wie solar und Holz.

Könnt ihr mir helfen?
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Beitragvon Thomas Heufers » 24.03.2009 16:24 Uhr

Schneehasser hat geschrieben:ob ie Kombination WP (Erdwärme) und wassergeführter Kaminofen genauso gut hinsichtlich des Primärenergiebedarfs abschneidet wie solar und Holz.
Dem ist nicht so.

Aber mit einem niedrigeren Transmissionswärmeverlust kann die Wärmepumpe die langfristige bessere Alternative sein.

Warum soll man drei Systeme einsetzen, wenn eins ausreichend ist. Neben der höheren Investition sind die Folgekosten für trivalente Heiz- und Wärmetechnik (Solarthermie und Holzofen) zu berücksichtigen. Mit zunehmender Infrastruktur wird das System wartungsanfälliger und verliert zwangsläufig an Effizienz.

Sicherlich kostet eine besser gedämmter Baukörper auch Geld, diese Kosten verhalten sich aber unterproportional, im Wesentlichen sind dies nur die Mehrkosten für das Material. Montage- und Rüstkosten bleiben annähernd gleich. Im Gegenzug können die Zusatzinvestition in den zweiten und dritten Energieträger schönerweise wegfallen, da die verbesserte Dämmung den effektiven Heizwärmebedarf absenkt.

Bei optimaler Planung kann das Solosystem Wärmepumpe mit einer niedrigen Grenztemperatur für Heizung (Vorlauf < 33° Celsius) und Warmwasser (< 45° Celsius) im Sommer wie im Winter gefahren werden.
Es fallen dann keine kritischen Systemtemperaturen mehr an!

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Schneehasser » 24.03.2009 20:28 Uhr

:idea: Vielen Dank für die Antwort

Ich meinet aber "nur" bivalent, also grundsätzlich ErdWP mit WasergeführtemKaminofen.

Meinst Du mit dieser Kombination komme ich bei unserem Transmissionswärmeverlust auch auf KW40?


Vielen Dank und ich hoffe ich nerve nicht :oops:

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Beitragvon Thomas Heufers » 24.03.2009 20:30 Uhr

Vermutlich ja!

Gruß

Thomas Heufers


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