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Oetsch
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Beitragvon Oetsch » 24.06.2008 18:47 Uhr

Hi Zusammen

ich hab mich noch nicht sonderlich lange mit Solarthermie befasst, hoffe aber trotzdem ein paar Antworten von Euch zu bekommen.

Wir wohnen mit 3 Personen in einem freihstehen Einfamilienhaus Baujahr 1978, was wohl für damalige Verhältnisse gut gedämmt ist. Wir haben 2004 einen neuen Ölbrenner/Kessel bekommen, da der erste kaputt ging.
Es handelt sich um einen Fröhling Bicitherm 20 Heizung. Mit dieser Anlagen verbrauchen wird etwa 2000Liter Heizöl im Jahr. Die Hauptwohnfläche in der Paterre hat 100m², in der ersten Etage wird auf ca 30% davon geheizt und im Keller normalerweise gar nicht. Denke also dass ne Rechnung mit 150m² hinkommen dürfte. Wir haben Radiatoren und keine Fußbodenheizung.

Gibt es eine sinnvolle Möglichkeit Solarthermie zur Warmwasserbereitung und oder zur Heizungsunterstützung zu nutzen?

Wovon ich keine Ahnung hab, ob die Fröhling Anlage mit sowas kombinierbar wäre.

Kann man so eine Investition grob abschätzen, was es im Ölverbrauch bringen würde?

Vielen Dank
Gruß
Ralf

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 24.06.2008 21:09 Uhr

Oetsch hat geschrieben:in einem freihstehen Einfamilienhaus Baujahr 1978, was wohl für damalige Verhältnisse gut gedämmt ist.
Das kann ja alles bedeuten. Es empfiehlt sich, einen energetische Auswertung zu erstellen und den Wärmebedarf zu bestimmen.

Oetsch hat geschrieben:etwa 2000Liter Heizöl im Jahr...... Denke also dass ne Rechnung mit 150m² hinkommen dürfte.
Das sind ca. 135 kWh/m² und Jahr. Dieser Verbrauch spricht für eine energetische Sanierung der Gebäudehülle.

Oetsch hat geschrieben:Gibt es eine sinnvolle Möglichkeit Solarthermie zur Warmwasserbereitung und oder zur Heizungsunterstützung zu nutzen?
Ja, die Systeme gibt es. Nur ob die in diesem Fall sinnvoll sind? Wohl nein, streng ökonomisch gesehen. Das Budget sollte zuerst in die Optimierung der Gebäudehülle investiert werden. Die Energieeinsparpotentiale sind da am größten.

Tipp - Auf jeden Fall eine Bau- und Energieberatung bei einer Verbraucherzentrale machen!

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon GMil » 25.06.2008 00:36 Uhr

Eins dürfte klar sein: je schlechter die Dämmung, desto effizienter die Solarthermie! Warum? Schlechte Dämmung erzeugt per se hohe Heizkosten. Mit Mitteln wie der ST kann es gelingen, diese Kosten um einen (vergleichsweise konstanten) Prozentsatz abzusenken. Dieser Prozentsatz steht aber bei hohen Heizkosten (= schlechte Dämmung) für mehr Geld als bei insgesamt niedrigen Heizkosten (= gute Dämmung). Wer also harte Euros sparen will, steckt sein Geld besser in Heizungsverbesserungen als in Dämmstoffe, das ist die (vllt. traurige?) Realität.

Solarthermie hat jedoch einen entscheidenden Haken: in Deutschland gibt es kaum eine Gegend, wo sie als alleinige Heizung brauchbar wäre. Dazu reicht die Einstrahlung im Winter nicht aus. Gut, daß das hier nicht erforderlich ist, da hier der relativ neue Ölbrenner einspringen kann.

Für das Brauchwasser ist die Solarthermie schon mit wenigen qm Größe unbesehen effizient einsetzbar (ca. 2-3 qm je Person im Haushalt), wenn man nicht gerade eine Wärmepumpe als Hauptheizquelle hat (dann rentiert sich auch ST nicht mehr). Die Kosten dafür sollten auch bei Hocheffizienz-Röhrenkollektoren und Edelstahlpuffer noch unter 8.000 € liegen.

Für eine Heizungsunterstützung mit ST braucht man sehr viel mehr Kollektorfläche und einen sehr großen Speicher, was die Anschaffungskosten deutlich in die Höhe treibt. Da müßte man vorher schon sehr genau drüberrechnen, ob sich der Einsatz wirklich lohnt.
Gruß

Gerhard
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Beitragvon machtnix » 25.06.2008 17:48 Uhr

So ein Schmarrn,die Kohle in die Gebäudehülle stecken.
Ja ne is klar,hat wohl so ziemelich mal,jeder so fünfzigtausend Euronen in der Hand.
Investiere lieber in eine neue Heizung oder Solar,das Geld dafür ist da und es rechnet sich am allerersten.

Den alten Kessel kannst du natürlich behalten,eventuell auch deinen alten Speicher,das sollte der Kollege vor Ort entscheiden.
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Beitragvon Oetsch » 26.06.2008 12:39 Uhr

Hi

Wie war das 7 Köpfe 25 Meinungen :)

Eins nur mal zum klarstellen. Wir werfen bestimmt keine vollfunktionsfähige recht neue Heizung in den Schrott werfen, wer das rät kann nicht rechnen, so gut kann ich wieder rechnen :)

Gebäudedämmung ist auch recht schwer zu realisieren, da unser Haus von außen verklinkert ist und daran rumzubasteln kostet richtig Geld. Von innen würde jede Menge Renovierung bedeuten und somit Geld und Dreck etc etc.

Die Sache mit dem Verbrauch ist halt so ne Sache. Wie gesagt ca 100m² pro Etage, wenn was schönrechnen will nimm ich 300m² für Keller und 1 Etage mit dazu, dann wären es noch 66 kWh/m², gut ne.


Ne Also Spaß beiseite, ich möchte nur wissen ob es geht und ob es sich rechnen könnte Solarthermie in Verbindung mit der jetzigen Ölheizung zur Warmwasserbereitung zu nutzen. Bringt ja rein gar nichts, wenn ich Warmwasser vom Dach bekomme und die Heizung böllert trotzdem.
Ebensowenig wenn ich für 100l Heizöl im Jahr zu sparen 20000€ in die Hand nehmen muß. Kann man sowas grob abschätzen. Achso unser Haus steht in Aachen und das Dach mit ca 30° Neigung steht nach Norden und Süden.

Danke
Gruß
Ralf
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Beitragvon machtnix » 26.06.2008 12:46 Uhr

Na klar man das grob abschätzen.lade dir das kostenlose Programm in Demoversion von Get Solar herunter und spiele damit ein wenig rum.
Auch in der Demoversion ist dies voll funktionsfähig man nur die Daten nicht speichern,mußt also jedesmal neu drucken.

Natürlich kann die jetzige Heizung bestehen bleiben.

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Beitragvon Oetsch » 26.06.2008 15:50 Uhr

Hi

Also ich habe gerade mal sehr grob rumgerechnet.

Komme in etwa auf eine spezifische Wärmeleistung von 210kWh/m²a Kollektorfläche. Hab mal in nen großen Topf gegriffen und ein Combiset von Viessmann für 3100€ komplett mit 300L Speicher angesetzt und 5,7m² Kollektorfläche.

Dann bin ich bei ~1200kWh/a in Heizöl sind das 120Liter.

Saen wir mal 120Liter = 120€ dann bräuchte ich knappe 26 Jahre bis ich die Investition raus hab und da sind jetzt noch keine Montagekosten dabei.

Ist das so etwa richtig überschlagen?

Danke Gruß
Ralf

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