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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Vergleich WP, Solarthermie, kontrollierte Be- und Entlüftung

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STBMS

Erfahrung:
Anmeldedatum: 13.04.2008,
Beiträge: 1
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Hallo,

wir werden in naher Zukunft ein Haus bauen. Dabei müssen wir uns entscheiden, welche Energieversorgung für uns die richtige ist.
Es wird ein 1,5 Geschosser mit ca. 170m² Wohnfläche, Fußbodenheizung.
Ich weiß, dass bspw. die Erdwärmepumpe, bei der gebohrt wird (Sole-Wasser-WP, Erdsonde bzw. Grundwasser), wohl am effizientesten ist. Aber eben leider auch am teuersten.
Hat hier jemand Informationen, ob vielleicht auch eine WP mit Grabenkollektor (ist ja schon billiger) ausreicht. Oder vielleicht doch "nur" die Luft-Wärmepumpe.
Macht eine Kombination mit Solarkollektoren, die ja auch wieder Geld kosten, Sinn?
Wie vergleichen sich die Wärmepumpen zu einer kontrollierten Be- und Entlüftung (Abluft-WP)? Kann ich die kontrollierten Be- und Entlüftung auch zum Heizen benutzen?

Für eine baldige Rückmeldung bin ich sehr dankbar.

Simon
(STBMS/at/web.de)

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GMil

Erfahrung: *****
Anmeldedatum: 29.02.2008, Wohnort: Nähe Fürth / Bayern
Beiträge: 671
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Hallo Simon,

"ausreichende" WPn gibt es von jedem der aufgezählten Typen. Die spezifischen Vor- und Nachteile wurden ja auch schon aufgezählt: Die Luft-WP hat das niedrigste Pärchen aus Anschaffungspreis und Wirkungsgrad, die Sole-WP das höchste, wenn man die nur selten nutzbare Grundwasser-WP mal außen vor läßt. Welche Lösung über die erwartete Laufzeit von 20 Jahren gesehen kostengünstiger ist, läßt sich m.E. verallgemeinert nicht sagen. Für einen konkreten Fall läßt es sich dagegen wohl grob überschlagen, wenn wenigstens ein Bodengutachten vorliegt. Unübersichtlich bleibt in jedem Fall der Faktor Strompreisentwicklung.

Bei mir z. B. wäre eine Solepumpe rd. 10-14 k€ teurer geworden als meine Luft-WP. Wenn ich mal ein COP-Verhältnis von 3 : 4,5 annehme und von 10 MWh Jahresbedarf der Luft-WP bei 15 ct je kWh ausgehe, würde es bei gleichbleibenden Stromkosten 20 - 28 Jahre dauern, bis sich die Mehrausgaben für die Solepumpe amortisiert hätten. Das war mir denn doch zu ungünstig, zumal der reale Aufwand für die Erdbohrung(en) erst unmittelbar nach der ersten Bohrung genau festliegt.

Wer jetzt wegen der bestimmt steigenden Stromkosten die Sole-WP dennoch im Vorteil sieht, dem sei gesagt, daß ja auch die anderen Parameter eines Hauses selten über 20 Jahre konstant bleiben. Wenn ich also z. B. in 10 Jahren neue Dämmungen vorsehe, etwa die keramische Super-Reflexions-Wandfarbe o.ä., dann wird mein Stromverbrauch günstiger und somit die eingesparte Differenz wieder geringer.

Bestimmte Kreise sprechen gar heute schon vom Passiv-Haus als Standard in 2020. Ich halte es daher für nicht mehr zeitgemäß, Investitionen mit einer Über-Alles-Amortisationszeit von länger als 12 Jahren zu tätigen, wenn nicht äußere Umstände dazu zwingen (etwa ein Totalschaden des bestehenden Heizsystems).

Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die sonst empfehlenswerte Brauchwasserbereitung per Solarthermie bei WPn abzulehnen; die Kosten würden sich rein rechnerisch erst in weit mehr als 20 Jahren amortisieren. So lange hält kein Solarkollektor durch.

_________________
Gruß

Gerhard

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Thomas Heufers

Erfahrung: *****
Anmeldedatum: 21.07.2006, Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1982
Benutzer-Profile anzeigen E-Mail senden http://www.energie-effizientes-haus.de Antworten mit Zitat

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An erster Stelle steht die energiesparende Ausführung der Gebäudehülle.
Eine gut gedämmte Gebäudehülle vermeidet von vornherein unnötigen Energieverbrauch. Die Kosten für Dämmung sind beim Neubau nicht so gravierend, der Lohnanteil bleibt eigentlich gleich. Bessere Dämmung gleich niedrigerer Energiebedarf, das senkt die Energiekosten und ermöglicht den Einbau einer kleineren Heizungsanlage (kW-abhängig), dies senkt auch die Investitionskosten für die Heiztechnik.

Im günstigsten Fall ist das Haus so gut gedämmt, dass eine Wärmepumpe die wirtschaftlich und ökologisch beste Lösung (hohe Jahresarbeitszahl) ist. Dies ist nämlich entscheidend davon abhängig, wie die energetischen Werte (niedrige Transmissionswärmeverluste, geringe U-Werte der Außenbauteile, kleiner Wärmebrückenanteil) des Gebäudes sind.

Welche kontrollierte Be- und Entlüftung?

Dezentral ist nicht zu empfehlen, zentral ist empfehlenswert.

Über den Kreuzgegenstrom-Wärmetauscher wird die Wärmeenergie der Abluft direkt an die Zuluft abgegeben.

Quelle:http://www.baunetz.de/sixcms_4..._4/sixcms/detail.php?id=142942

Die Verbräuche einer Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Solarthermie, zentraler und kontrollierter Wohnraumlüftung sind unter folgendem Link veröffentlicht. >>
http://ecotec-energiesparhaus....rgieverbrauch_waermepumpe.html

Gruß

Thomas Heufers

_________________
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