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command
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Beitragvon command » 26.03.2008 20:07 Uhr

Bin gerade dabei mir ein Haus zu kaufen und stehe dann vor dem Problem, welche Heizung ich einbaue - ich denke, dass man mir hier im Forum helfen kann:

Das Haus wurde 1910 erbaut.
Wohnfläche: 100 qm (Haupthaus)
35 qm (Nebengebäude)
6 Personen

Das Haus verfügt über keine besondere Isolierung, lediglich doppelt verglaste Fenster. Zum Dach hin wird die Decke isoliert.

Zurzeit ist im Haupthaus eine Gaszentralheizung (25 Jahre alt)
Im Nebenhaus ist eine Ölheizung (die muss auf jedenfall weg!)

Unser Plan ist, mit der Heizung aus dem Hauptgebäude auch das Nebengebäude (ist ca. 10 m vom Hauptgebäude entfernt - da müssten natürlich Leitungen gelegt werden) mit zu versorgen. Evtl. kommen im Nebengebäude noch ca. 20 qm dazu.
Die Heizung soll außerdem für Warmwasser sorgen.

So das war's erst mal, was mir dazu einfällt. Jetzt bin ich froh um jeden Tipp, den man uns geben kann.
Ach ja, wir haben so ca. 15.000 Euro für die Heizung veranschlagt - ist das realistisch?
Nach Möglichkeit wollen wir die alten Heizkörper drin lassen.

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 26.03.2008 20:33 Uhr

Es gibt sicherlich viele Gründe, die für deine Kaufentscheidung sprechen.
Aber ein Grund es nicht zu kaufen, ist der energetische Stand des Gebäudes.
[img]http://ecotec-energiesparhaus.de/assets/images/Energieverbrauch-nach-Haust.gif[/img]
Die scheinbar günstige Immobilie zieht doch noch viele Investitionen (Instandhaltungen, Erneuerungen, energetische Sanierungen etc.) nach sich. Nur bei einem sehr guten Preis-/Leistungverhältnis (Lage, Standort, Gebäudezustand etc.) kann man diese Option empfehlen. Der Immobilenmarkt für Altbauten wird in den nächsten Jahren Preiskorrekturen nach unten erfahren. In Zeiten niedriger Energiepreise ist man die alten Schätzchen an auch ungünstigen Standorten (...auf dem Land) gut los geworden. Das sieht heute schon anders aus.

Zu der Fragestellung der Heizungsanlage: Sinnvoll ist natürlich die gemeinsame Versorgung beider Gebäudeteile über eine Heizungsanlage. Das ist auch technisch gut lösbar.

Die Sanierung ist grundsätzlich eine Budgetfrage. In der Regel sollte erstmal eine energetische Verbesserung der Gebäudehülle angestrebt werden und dann die Heizungsanlage geplant werden.
Es ist klar, dass eine neue Heizungsanlage alleine den Energieverbauch nicht gravierend absenken kann.


Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 27.03.2008 19:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon machtnix » 26.03.2008 21:07 Uhr

15000€ ist zu wenig,viel zu wenig.
Wenn ihr bei Öl oder Gas bleibt,dann könnte es gerade so hinhauen.

Pellets oder Wärmepumpe auf keinen Fall.
Hackschnitzel und Holzkessel wird wohl auch nicht reichen.
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Beitragvon command » 26.03.2008 21:32 Uhr

Nun, was spricht für das "alte" Haus?
Ein neues Haus, das die idealen Dämmwerte bringt wäre in dieser Lage für mich unbezahlbar. In dieser Größe müsste ich mindestens 50% des Kaufpreises (plus Sanierung) drauflegen.
WEnn ich weiter rausgehe, aufs Land, fressen innerhalb kürzester Zeit die Fahrtkosten zur Arbeit den finanziellen Vorteil auf. Also, gehe ich davon aus, dass es für mich zurzeit keine Alternative gibt: es wird in jedem Fall ein sanierungsbedürftiges Haus sein. Die Sanierungskosten plus Kaufpreis liegen immer noch weit unter einem neuen bzw. neueren Haus.

Machtnix schreibt, dass Pellets oder Wärmepumpe auf keinen Fall in Frage kommen und Hackschnitzel und Holzkessel wohl auch nicht reichen werden. Wie teuer käme denn so eine Anlage für "mein" Haus mit ca. 150 qm Wohnfläche?

Ich habe ein Angebot für eine 15 KW pelletheizung für ca. 12000 Euro (ohne Arbeitskosten).
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Beitragvon machtnix » 26.03.2008 22:17 Uhr

Na dann würde ich doch mal zuschlagen,diesen Billiganbieter wird es im nächsten Jahr wohl nicht mehr geben,dann kannste dich gleich beim Zuschlag des Angebotes nach einem anderem Kollegen umsehen der dir dann eventuell bei Reparaturen weiterhilft.

Also wenn ich mal alles zusammenpacke und dann meine ich wirklich alles:
Kessel,Speicher,FriWa oder Speicher im Durchlaufprinzip,Mischer,Regelung,Austragung(Bunkerbau oder Sacksilo),Kaminsanierung,Rohre,Formstücke(Fittinge),
Dann werde ich bei 12... erst mal lauwarm.
Arbeitszeit mindestens 4 mit 2 Monteuren,zzgl.MwSt.

Dann sieht die Sache doch wohl gleich wieder ganz anders aus.
Bei den meisten Billigkollegen fehlt mit Sicherheit was,erstmal billig rein um den Auftrag abzugraben und hinterher geht's dann los.
Das wurde nicht besprochen,haben wir nicht gesehen,unvorhersehbare Schwierigkeiten,Sonderwünsche kosten Aufpreis.

Mache ich jeden Tag mit.Alles schon durch.
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Beitragvon GMil » 27.03.2008 15:55 Uhr

Bei einer umfassenden Heizungssanierung müßten sicher die alten Heizungen komplett entfernt und neue eingebracht werden. Allerdings frage ich mich, ob man das nicht in Portionen machen könnte, wodurch sich die Kosten ggf. etwas zeitlich strecken ließen.

Ich bin kein Fachmann, aber für 15 - 18 k€ könnte ich mir sogar eine L/W-Wärmepumpe vorstellen, wenn die Heizkörper zunächst drinbleiben dürfen, wie geschrieben. Dazu müßte man aber mal vorrangig die bisherigen Verbräuche kennen, um den Wärmebedarf abschätzen zu können.

Ferner wäre wichtig zu wissen, welche Eigenleistungen denn erbracht werden können. Z.B. würde ich die Erdverlegung oder zumindest Aushub und Verfüllung zwischen den Häusern auch als absoluter Baulaie selbst versuchen; diese Kosten könnte man sich bestimmt sparen. Außerdem wird der Heizungsbauer diese Arbeiten eh nicht machen wollen. Meiner hier hat das jedenfalls rundweg abgelehnt, als ich meine WP noch an der Garage aufstellen wollte. Da hätte ich den Graben für die Kabel und Rohre sowie das Fundament des Außengeräts entweder selbst ausschachten oder meinerseits eine Firma beauftragen müssen. Durchbrüche durch die Außenwand und deren fachmännische Abdichtung im Erdreich wären dann wieder was für den Fachmann (oder das eigene Fachwissen, falls vorhanden).

Ganz wichtig wäre auch zu wissen, welche sonstigen Sanierungsmaßnahmen ggf. kurzfristig vorgesehen sind. Das hätte einerseits Einfluß auf die Bemessung der Heizung (und damit wieder auf die Kosten) und könnte andererseits bestimmte Alternativen erleichtern oder gar erst möglich machen (z. B. Fußbodensanierung = Möglichkeit zum Einbau einer FBH usw.)

Umgekehrt würde ich mir ein altes Haus nicht wegen nötiger Sanierungsmaßnahmen ausreden lassen, wenn Preis und Gegenwert stimmen. Allerdings glaube ich auch, daß ältere Immobilen in naher Zukunft über Gebühr im Wert sinken werden, wenn die energetische Sanierung aussteht. Das gilt zumindest so lange, wie der aktuelle Energiespar-Hype noch anhält. Nicht daß das Energiesparen a priori schlecht oder unnütz wäre, aber wie fast immer in D wird auch da gelegentlich gerne mal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. :)

Gruß

Gerhard
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Beitragvon command » 28.03.2008 05:40 Uhr

Also, wenn Ihr denkt, dass die Pelletheizung zu teuer wird muss ich wohl eine andere Lösung finden (auch wenn die Umwelt sich nicht so sehr darüber freut):
Wie sieht es den mit einer Wärmepumpe aus. Wie groß ist da der Kostenaufwand? Wie groß der Aufwand sie einzubauen?

Und wenn alle Stricke reißen, dass muss ich wohl oder übel die alte Gasheizung durch eine neue ersetzen. Da müssten die Kosten ja dann schon deutlich drunter liegen, oder?
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 28.03.2008 10:12 Uhr

Ich empfehle auf jeden Fall einen unabhängigen Energieberater um Rat zu bitten. Man muss sich vor Ort einen Gesamteindruck machen und kann dann ein ausgereiftes Sanierungskonzept vorschlagen.
Dies sollte eigentlich vor jedem Erwerb einer Altbau-/Bestandsimmobilie selbstverständlich sein. Der Energieberater nennt dann auch einen etwaigen Kostenrahmen und geht auf Schwächen des Gebäudes ein. Vielleicht ist dann das vermeintlich Schnäppchen aus objektiven Gründen ausgeschieden.

Die Verbraucherzentralen bieten diesen Service gegen geringe Gebühr an.
http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/


Gruß

Thomas Heufers


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