Hallo Dominikohz,
ich habe mir ein Passivhaus gebaut und vieles auch in Eigenleistung erbracht. Einerseits aus Kostengründen , andererseits aus Qualitätgründen. Ich versuche mal auf einige Fragen zu antworten die du gestellt hast.
Wenn man handwerklich nicht gerade zwei linke Hände hat, kann man eine Menge Eigenleistung erbringen. Allerdings sollte man sich nicht mit der zu benötigenden Zeit verkalkulieren. Wenn es nicht darauf ankommt, das der Bau mal 2 Monate länger dauern kann, sollte das kein Problem sein. Schwierig wird es, wenn andere Gewerke auf der Matte stehen und nicht ran können, weil du nicht fertig bist.
Wie und in welcher Stärke du dein Haus/Dach dämmen musst, solltest du eigentlich von deinem Archi erfahren. Er hat ja den Energienachweis gerechnet und muss dazu ja mit irgendwelchen Ansätzen rangegangen sein.
Wieviel du durch die Eigenleistung sparst, kannst du am besten feststellen, wenn du dir Angebote für die Leistungen machen lässt. Anschließend kalkulierst was DU für das Material ausgeben musst und dann siehst, wo die Differenz ist. Aber bedenken, das deine Einkaufs-/Materialpreise meist höher sind, wie die der Handwerker. Eventuell kannst du auch mit anderen am Bau beteiligten Firmen verhandeln. Ich konnte z.B. über meinen Rohbauer im Baustoffhandel zu seinen Konditionen einkaufen, genau wie beim Dachdecker und Maler bei ihren Händlern. Da waren Rabatte bei Einzelposten bis zu 80% drin.
Teilweise konnte ich auch bei den einzelnen Gewerken mitarbeiten und dadurch noch einmal etwas sparen.
Luftwärmepumpe = Finger weg! Ich halte eh nicht so viel von Wärmepumpen, wahrscheinlich weil die wenigsten Installateure hier wirklich Ahnung haben. Ich meine mit Ahnung hier nicht Anbauen, sondern verstehen was wieso da funktioniert.
Aber das ist wohl alles eine Glaubensfrage.
Zu den Fenster, eindeutig 3-fach-Verglasung. Dabei aber auch auf ein vernünftiges (am besten ebenfalls gedämmtes) Rahmenprofil achten. Es hilft dir nicht wenn du Fensterglas mit einem U = 0,7 hast, aber dann am Rahmen Sturzbäche Kondenswasser fließen. Die Art des fachgerechten Einbaus ist hier auch sehr wichtig. Einfach mal Infoprospekte bei verschiedenen Herstellern anfordern.
Vom Empfinden her sind die Fenster einfach genial. Draußen Minus 15 Grad und du stehst am Fenster und merkst keinen Kälteschleier / -zug.
Und von draußen kommt kaum ein Geräusch ins Zimmer.
Also ich empfehle dir auch auf jeden Fall ein Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Das Erlebnis zu jederzeit frische warme Luft im Haus zu haben ist schon etwas, was ich nicht mehr missen möchte. Bevor ich die Anlage fertiggestellt hatte, haben wir ein viertel Jahr im Haus gewohnt und durch Fenster gelüftet. Gerade wenn es kalt wird, macht man die Fenster nicht so lange auf wie eigentlich notwendig. Und jetzt, bin ich jedesmal erstaunt, wenn ich wo anders zu Besuch bin, wie "schlecht" dort die Luft ist. Vorher bekam man das gar nicht mit, weil es "normal" war.
Danke @ Thomas Heufers für die Skizze. Bei dem Prinzip muss nix gewartet werden. Keine Betriebskosten. Nix kann dran kaputt gehen.
Gruß Michael