Hallo
Nachdem ich ja früher schon mal die Idee "Aluminium als Energiespeicher", Folgethread "Wasserstoff"

gepostet habe hatte sich nach einer Diskussion darüber (leider nicht hier) eine Folgeidee ergeben.
Aluminium wird ja in großen Wannen mit Kryolith als Schmelzpunktsenker und Kohleelektroden per Elektrolyse aus Tonerde (Al2O3) gewonnen.
Pro Tonne verschlingt der Umwandlungsschritt Tonerde -> Reinaluminium 14.000 kWh Strom
Man kann ca 60% des eingspeisten Stroms aus Reinaluminium durch eine geignete Anordnung wieder zurückgewinnen und bekommt so wieder ein Aluminumoxid.
Wenn man die Schmelzwanne isolieren und eine Zusatzprozess entwickeln würde der das gewonnene Reinaluminium wieder verstromt könnte könnte man in der Aluschmelze riesige elektrische Energiemengen kurzspeichern.
Die Idee ist den Prozeß der Aluminiumelektrolyse so zu modifizieren daß man nicht nur Aluminium aus Tonerde gewinnen sondern den Prozeß auch wieder umkehren kann und so große Strommenge wieder aus der Schmelze ziehen kann.
Man hat also eine super isolierten Schmelzwanne (unter 950°C, vielleicht mit meiner Alufolienisolation....) in der eine Suppe aus Kryolith, Tonerde und Reinaluminium schwimmt. Scheußliches Zeug... Aber Abfälle.. aus der Kernenergie und die Folgen der normalen Energieproduktion sind imho viel schlimmer...
Je nachdem ob man Überschußstrom hat oder Spitzenlaststrom braucht erzeugt man Reinaluminium oder Tonerde (unter Stromentzug).
Da wie gesagt 1 Tonne Alu 14.000 kWh "speichern" kann ist die Menge überschaubar die man braucht um zB die halbe Tagesproduktion eines 1GW-Blocks zu speichern.
Die Verluste sind natürlich groß, sowohl durch die Verstomung wie auch durch die Wärmeverluste.
Die Frage ist ob sich so ein Prozeß angesichts der Kosten für die Stromregulierung nicht trotzdem lohnen würde.
Halb- Tagesproduktion 1GW-Block: 12x10^6 kWh
Schmelzwanne: 5/6 Kryolith, 1/6 Tonerde
Optimistischsterer Gesamtwirkungsgrad

50 %
Speicherdichte 14.000 kWh/Tonne Aluminium, also 2330 kWh/Tonne Schmelze, ein Bleiakku hat 30kWh pro Tonne oder so...
Dichte Kryolith/Tonerde/Aluminium ca 2,8 t/m^3
Benötigtes Aluminium für die Speicherung von 12x10^6 kWh: 857 Tonnen
x0,5 Wirkungsgrad: 1714Tonnen
x 6: 10285 Tonnen
/2,8: 3673 m^3 Schmelze
3700 m^3 Schmelze bei 900^C werden gebraucht um die Tagesproduktion eines halben Atommeilers zu speichern.
Also 10 Behälter 10x7,4x5m
Keine Ahnung ob man sowas bauen kann und ob es sich lohnt.
Aber jeder Fortschritt in Punkto Speichertechnik bringt die regenerativen Energien voran.