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moni8
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Beitragvon moni8 » 10.06.2007 13:49 Uhr

Hallo Zusammen,
ich bin auf der Suche im Internet zufällig auf dieses Forum gestossen und hoffe dass ich hier mit meinen, ich gebe zu, sehr laienhaften Fragen :oops: überhaupt richtig bin.
Wir werden im August umziehen in ein Haus das mit Heizöl beheizt wird (Heizkörper und Fußbodenheizung). Ausserdem gibt es einen großen Kachelofen und einen Schwedenofen. Da ich mit Holzheizen überhaupt keine Erfahrung habe, möchte ich mich vorab erkundigen was ich alles beachten muss:
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Ster, Raummeter, Festmeter?
Was hat mehr Brennwert - Hartholz oder Weichholz?
Ich muss/kann das dort lagernde Holz ablösen - lt. Vormieter sind es 14 Ster. Ich hab den Stapel gesehen und zweifele an dieser Angabe. Wie kann ich das denn "nachmessen".
Wie betreibe ich einen Kachelofen energiesparmäßig am sinnvollsten? Durchgehend brennen lassen oder nur zeitweise in der Übergangszeit.
Wie kann ich mit einem Kachelofen meinen Heizöl Bedarf am geringsten halten?
Ich weiß sehr viele Fragen, aber ich möchte nichts falsch machen und meine zur Verfügung stehenden Heizmöglichkeiten so sinnvoll wie möglich nutzen. :wink:
Danke an alle User die mir hier mit der einen oder anderen Frage weiterhelfen können.
gruß
Monika
Nein, ich bin nicht die Signatur - ich putze hier nur

Eric Heiligenstein
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Beitragvon Eric Heiligenstein » 11.06.2007 09:28 Uhr

Hallo Moni8,

bin selber seit einigen Jahren begeisterter "Holz-Zuheizer".

Zu den Einheiten und den Brennwerten googel doch mal. Da gibt es jede Menge Tabellen und Zusatzinformationen zum einlesen.

Meine Empfehlung wäre: nicht Bange machen lassen wegen verschiedener Holzqualitäten - alles wird verbrannt was günstig zu kriegen ist und trocken genug ist !

Wenn Du mit dem Holz Deine Heizung optimal unterstützen willst solltest Du einen Ofen - möglichst den größeren - mit einem Wärmetauscher ausstatten. Dazu benötigst Du noch einen relativ großen Pufferspeicher.

Das ermöglicht es den Abbrand eines starken Holzvergasers gut zu puffern und nach einmaligem starken "feuern" womöglich bis zu 2 Tage genug Wärme zu haben und möglicherweise auch noch warmes Brauchwasser zu erzeugen.

Das ist natürlich schon eine Menge Aufwand aber es bringt auch viel Komfort und einige Optionen für die Zukunft (z.B. noch ein Einbindung von Solarkollektoren oder andere Heizungsformen) - wenn der Pufferspeicher entsprechend flexibel aufgebaut ist.

Wenn man dauerhaft Zugriff auf günstiges Holz hat und die damit verbundene Bewegung sportlich sieht kann man eine Menge sparen und hat eine sehr angenehme Form von Wärme.

Gruß

Eric
www.******.de
Jens der Heizer
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Beitragvon Jens der Heizer » 14.06.2007 11:27 Uhr

Hartholz ist besser als Weichholz!
Einen Kachelofen nie auskühlen lassen, jedes hochfeuern aus einem kaltem Zustand setzt ihn unter Spannung, weil das trockene Material nach dem Heizen Wasser zieht und wieder raus muß beim anfeuern.
Einen kalten Ofen langsam hoch feuern, damit das Wasser durch die Kachelofenwände langsam entweichen kann und nicht Rausgepresst wird (Rissgefahr). Ich lege einen Anzünder rein ohne Holz und lasse ihn brennen, dann noch einen mit ein bisschen Anfeuerholz. Nach einigen Stunden noch mal mit etwas mehr Holz. Erst am nächsten Tag wird Vollgeladen und dann bekommt er abends nach meiner Arbeit immer noch eine Ladung.
Mein Ofen ist klein, aber schnell, wenn deiner schwer ist solltest Du zwei bis dreimal nachlegen damit sich es überhaupt lohnt.
G. Simon
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Beitragvon G. Simon » 14.06.2007 17:41 Uhr

"Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Ster, Raummeter, Festmeter?"

Ein Ster und ein Raummeter ist das gleiche. Also aufgestpeltes Holz von 1,0 m x 1,0 m x 1,0 m !
Ein Festmeter wäre ein m³ Holz ohne Hohlräume.
Im Stapelholz ergiebt sich ein Festmeter (fm) = 1,4 Raummeter (rm), also 1.0 m x 1,0 m 1,4 m !

"Was hat mehr Brennwert - Hartholz oder Weichholz?"

Den größeren Heizwert hat Hartholz, doch da ist noch mehr Sorgfalt auf die Trocknung zu legen.
Weichholz ist kein schlechter Brennstoff, gerade in der Anheizphase.

"Wie kann ich das denn "nachmessen"?"

14 Ster (rm) wären nach obigen Angaben 1,0 m x 14,0 m x 1,0 m. Also 14,0 m³ Schichtholz, inklusive Hohlräumen.

"Wie betreibe ich einen Kachelofen energiesparmäßig am sinnvollsten?"

Ein Kachelofen wird nach dem Anzünden mit offener Luftklappe betrieben, bis der Brennstoff durchgebrannt ist. Danach wird die Klappe dicht verschlossen. Bei der Verbrennung speichern sich die Kacheln mit Wärme auf und geben diese langsam in den Raum ab.
Nach Abkühlung das ganze von vorn.

"Wie kann ich mit einem Kachelofen meinen Heizöl Bedarf am geringsten halten?"

Die Ölheizung auf "nur Brauchwasserbereitung" einstellen und nur mit dem Kachelofen heizen.


Es giebt, wie schon von anderen erwähnt, auch die Möglichkeit die Wärme mit in das Heizsystem einzubinden, aber bei bestehenden Feuerstätten ist der Aufwand zu groß.
Ich würde mir lieber die Option offen lassen und irgendwann einmal die Ölheizung ersetzen. Entweder mit einer Holzvergaser- oder Pelletzheizung.
Vieleicht reicht ja sogar eine Solaranlage für die Warmwasserbereitung, und Ihre Öfen zum heizen.
Das wäre rentabel und Umweltverträglich.

Im übrigen können Sie auch getrost ihren Schornsteinfegermeister mit Fragen konfrontieren, der berät Sie gern.
(www.schornsteinfeger.de)
skarabeus
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Beitragvon skarabeus » 11.07.2007 10:09 Uhr

In Festmetern (fm) wird in der Regel nur Stammholz gemessen, d.h. in Festmetern wird die Holzmasse (V) angegeben, die in einem Stamm enthalten ist. Man berechnet diese über den Mittendurchmesser (d) und die Länge (l) des Stammes wie folgt:

V=(d/2)2 * π * l

Ster ist die vor allem in Süddeutschland übliche Bezeichnung für meterlanges, aufgesetztes Holz in Scheiten oder Rundlingen mit der dazwischen befindlichen Luft gemessen, wenn es zu

1m Länge * 1m Breite * und 1,04 m Höhe gestapelt wurde.

Wer den Ster Holz kauft, hat damit aber keinen tatsächlichen Raummeter (rm) kurzes Brennholz erworben! Denn im Ster sind zwischen den geschichteten Holzstücken mehr oder weniger große Lufträume eingeschlossen. Müssen die Meterstücke auch noch gekürzt werden, bevor sie verbrannt werden, fallen Sägespäne an, und es entsteht ein weiterer Holzverlust. Werden die kurzgesägten Spaltstücke dann wieder aufgesetzt, kann man diese natürlich mit kleineren Zwischenräumen stapeln, wodurch ein weiterer Raumverlust entsteht.

Es gilt: 1 Ster Brennholz ~ 0,8 Rm Brennholz, wenn man 2 Sägeschnitte führt, um 30er Längen zu bekommen.

In der Praxis hat sich inzwischen eine weitere Einheit etabliert, der Schüttraummeter (srm)! Dies ist für Produzenten, Lieferanten und Kunden die am einfachsten nachzuvollziehende Einheit, denn zur Kontrolle muss lediglich der Behälter vermessen werden, in dem das Brennholz angeliefert wird. Wenn ein Schüttraummeter wieder sauber gestapelt wird, hat man am Ende ca. 0,7 rm gesetztes Holz.

Manchmal, z.B. bei Sackware, wird das Holz auch nach Gewicht verkauft, dabei gilt aufgepasst! Denn im Holz eingeschlossenes Wasser wird ebenfalls mitgewogen. D.h. je höher die Restfeuchte im Holz, desto mehr Wasser und weniger Holz bekommen Sie für Ihr Geld!

Genaue Umrechnungsfaktoren festzulegen ist fast unmöglich, da die Person, die das Holz aufsetzt eine entscheidende Rolle dabei spielt, wie viel Luft zwischen den einzelnen Holzscheiten verbleibt, trotzdem hier eine kleine Tabelle:




Ster rm srm kg bei 20% Restfeuchte

1 Ster ~ 1 0,8 1,1 355-390

1 Raummeter (rm) ~ 1,25 1 1,4 455-500

1 Schüttmeter (srm) ~ 0,9 0,7 1 320-350



Alle Angaben ohne Gewähr!


Quelle: www.brennholz.de

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