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Hans

Beitragvon Hans » 14.04.2006 20:10 Uhr

Hallo,
wir würden gerne ein Kfw40-Haus realisieren. Ist das mit Poroton T9 möglich (d.h. U-Wert 0,23), wenn andere Bezugsgrößen positiver zu Buche schlagen?
Danke im Voraus für Tipps und Infos.
Schöne Grüße
Hans

Fachplaner Passivhaus
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Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 15.04.2006 08:33 Uhr

Anforderungen an die Aussenwände für freistehende Einf.häuser,
Erfahrungswerte, unabhängig von Lage, Gebäudeform, Technik
EnEV Uw< 0,29 (36,5 cm - T11)
KfW 60 Uw< 0,20 (42,5 cm - T9)
KfW 40 Uw< 0,17 (47,0 cm - T8 )
Passivhaus Uw< 0,10 (79,0 cm - T8 )
Der T8, z.B. von Wienerberger ist mit Perlite gefüllt.

Ab dem kfw40 ist KS (17,5) oder HLZ (24 cm),
mit WDVS (KfW 40, 12-16 cm /PH 26-30 cm) sinnvoll,
auch wegen der Wärmebrückenfreiheit.

Interessant ist die Werbung der Ziegelhersteller, für monolithische Wände, ohne WDVS :
1. Der T9 ist nach deren Angabe der Ziegel fürs KfW 40-Haus
2. der T8 entsprechend der Ziegel fürs Passivhaus (!!!!!!??).
Das geht vielleicht bei sehr großen Mehrfamilienhäusern gut, wegen des günstigen A/V-Verhältnisses, aber nicht bei 1-2-Familienhäusern, was das gößte Interesse der Bauherren aber ausmacht.

Weiter interessant ist, dass die EnEV-Berechnung niemand genauer prüft,
auch nicht bei KfW-Förderungen. Es lässt sich also viel "hinrechnen".
Was aber nützt dem Bauherren ein "schön" gerechnetes Haus, um die Förderung zu bekommen, wenn der Unterhalt dauerhaft hoch bleibt ?
Ausserdem ist es Subventionsbetrug !

Zu Zeiten der Wärmeschutzverordnung 1995-2001 wurde bei flächendeckenden Untersuchungen in Baugebbieten festgestellt, dass bis zu 80% der als Niedrigenergiehaus geförderten Gebäude, nicht den Standard der Förderung hatten.
Neuere Untersuchungen zur EnEV 2002-2005 haben gezeigt, dass ca. 30% der Gebäude den EnEV-Standard nicht erreicht haben.
Ich kann das aus meiner Erfahrung nur bestätigen und würde den Anteil der uns vorgelegten, falschen Berechnungen eher auch auf >80 % ansetzen ! Die Tendenz geht aber dazu, daß die gravierenden Fehler nicht mehr so häufig sind. Zum Teil sind auch die richtig vorgegebenen Dämmstärken, Wärmleitfähigkeiten am Bau nicht entsprechend ausgeführt worden.

Also aufpassen beim Hausanbieter und den EnEV-Nachweis im Zweifelsfall einem unabhängigen Energieberater, oder einer EB-Agentur zur Prüfung vorlegen !!
Oder Sie lassen den Nachweis gleich von einem unabhängigen, mit KfW-Förderungen und Energiesparhäusern erfahrenen Architekten/Ingenieur machen und nehmen diesen zur baugegleitenden Qualitätssicherung (Prüfung der Werkpläne und Leistungsverzeichnisse, 2-3 Baustellentermine, Abnahme BlowerDoor, evtl Thermografie).
Das kostet Sie ca. 1 % der Bausumme und Sie sind sicher !
Wir machen das in gesamt Süddeutschland (Bayern, B-W, Hessen- Rheinl-Pfalz) und in Tirol !
Zuletzt geändert von Fachplaner Passivhaus am 16.04.2006 13:09, insgesamt 1-mal geändert.
Bauen ist nicht eine Chance der Gegenwart, sondern im Besonderen eine für die Zukunft !
*Denen gehört die Zukunft, die sich bereits heute darauf vorbereiten* Zitat Martin Luther King
Hans

Beitragvon Hans » 16.04.2006 10:27 Uhr

Hallo Experte,
vielen Dank für die ausführliche Antwort. Verwirrt war ich aber, dass Sie Außenwandwerte unabhängig von der Heiztechnik angeben. Hatte gedacht, die Wahl der Heizung spiele eine größere Rolle.
Unser Haus hat nur die vier notwendigen Kanten, wir vermeiden Wärmebrücken, planen große Fensterflächen im Süden (im Westen auch positiv?). Hilft das auch bei der Berechnung? (bzw. natürlich auch bei der späteren tatsächlichen Heizkosteneinsparung, aber die kann ich ohnehin weiter optimieren als für Kfw40 erforderlich, wichtig ist zunächst mal die Erreichung der Mindestwerte, damit ich die Förderung beantragen kann - Zeitdruck wegen eventuell steigender Zinsen).
Hat so ein dicker Wärmedämmschutz nicht auch Nachteile? Gifte im Material, keine Diffusion möglich, schwieriger Fenstereinbau? Das sind meine Überlegungen, wegen derer ich Poroton T 9 / 8 vorziehen würde.
Danke wieder im voraus!
Vielleicht haben auch andere schon Erfahrungen?
Frohe Ostern!
Hans (übrigens aus Bayern, was kostet eine Überprüfung der Energieberechung?)
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Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 16.04.2006 11:33 Uhr

die enev bietet die möglichkeit die haustechnik explizit zu bewerten und die bilanz der verluste und gewinne gegeneinander aufzurechnen und hinsichtlich der primärenergie zu bewerten. darum beneiden uns energieberater in anderen ländern.
das Ergebnis aus dieser Betrachtung nach EnEV, ist der Qp-Wert =
spez. Primärenergieverbrauch des Gebäudes unter Berücksichtigung der Form, der Lage, der Dämmwerte, der Luftdichtheit, der Wärmebrücken, der Technik und der Energieträger, bezogen auf den qm theoretische Nutzfläche An, nach EnEV.
Damit aber jemand, der einen primärenergiearmen Energieträger, wie z.B. Holz einsetzt, nicht schlechter dämmt als es vor der EnEV üblich war, wurde der zweite Sollwert eingeführt, genannt Ht.
Der Ht ist nichts anderes als der durchschnittliche, spez. U-Wert der gesamten, wärmeabgebenden Gebäudehülle, bezogen auf den qm Hüllfläche.
Beim Ein- und Zweifamilienhaus, nach EnEV, sind die Sollwerte wie folgt:
Qp < 100-120 kwh/qm.a, je nach Gebäudeform (A/V-Verhältnis)
Ht < 0,55-0,60 W/qm.K
Beim Ein- und Zweifamilienhaus, KfW60, sind die Sollwerte wie folgt:
Qp <= 60 kwh/qm.a, unabhängig von der Gebäudeform
Ht <= 70% von 0,55-0,60 W/qm.K
Beim Ein- und Zweifamilienhaus,KfW 40, sind die Sollwerte wie folgt:
Qp <= 40 kwh/qm.a, unabhängig von der Gebäudeform
Ht <= 55 % von 0,55-0,60 W/qm.K
Wäre dieser Ht-Wert nicht eingeführt worden, wären viele Häuser auf CO2-reduzierte, renerative Systeme, z.B. Holzheizungen oder Wärmepumpen umgestellt und wesentlich schlechter gedämmt worden, als es Ende 2001 Standard war. Das konnte nicht im Sinne des Klimaschutzes und auch nicht im Sinne eines nachhaltigen Umganges mit reg. Energien sein. Eine intelligente Entscheidung des Gesetzgebers !
Sämtliche Energiespar- und Wärmeschutzverordnungen haben sich in den letzten 25 Jahren immer am geforderten Mindeststandard orientiert, den der Massivbau (Ziegelindustrie) in der Lage war zu liefern.
Der Holzbau z.B., war im Mindeststandard, in diesen Jahrzehnten bis heute, immer schon um 20-30 % besser als die Verordnungen.
Die Wärmeleitfähigkeit der Ziegel hat sich die letzten 10 Jahre kontinuierlich verbessert, von Lambda=0,13 Anfang der 90er, auf 0,11 Ende der 90er, 0,09 seit 2002 und 0,08 seit 2005. Auch durch das Kleben der Ziegel, anstelle dem Mörteln, wurde die Gesamtdämmung der Wände faktisch verbessert, obwohl diese Fugenanteile bei früheren Nachweisen, nur selten berücksichtigt wurden.
Normal ist heute der 0,11er-Ziegel, aufgrund der Anforderungen nach EnEV. Tendenz geht zum 0,09er.
Wobei die Mauerer nicht glücklich sind mit dieser Entwicklung, soweit es um die Standfestigkeit und Bearbeitbarkeit des leichten, sehr brüchigen und u.U. gefüllten Ziegels geht.
Auch ist kein wirklicher Kostenvorteil mit diesen leichten und teuren Ziegeln verbunden, da Wände aus Wärmedämmverbundsystemen (>=120 mm) auf normalen, hochfesten und preisgünstigen HLZ-Ziegeln (240 mm, Lambda 0,18-0,40) nicht dicker und insgesamt nicht teurer, aber im Wärmeschutz locker um 20-30% (Vergl. zu 36,5cm, T9) besser sind.
Für WDVS stehen Systeme auf Basis PS, Steinfaser, Mineralstein und Holzfaserplatten zur Verfügung.

Angebotspreise zur Prüfung einer Berechnung (EFH, ZFH), sind ohne Plan (Genehmigungsplanung), Leistungsverzeichnis/Angebot des Herstellers und Einsicht in die vorhandene Berechnung nicht möglich.

Kostenrahmen der reinen Prüfung, ohne Nachrechnen
ab 350.- Euro netto + Mwst.
Weiterführende Beratungen und Recherchen nach Aufwand.

Standard-EnEV-Nachweise gibts
ab 750.- Euro netto + Mwst.
Weiterführende Beratungen und Vor-Ort-Termine, nach Aufwand.

Wärmeschutztechnische Qualitätssicherung, von der Beratung in der Planungsphase, Prüfung der Berechnungen, LV`s und Werkpläne, 2 Vor-Ort-Terminen (bis 200 km Entfernung), incl. 1x Abnahme mit Blowerdoor, gibts
ab 2.500.- Euro netto + Mwst.
Weitere Leistungen wie Termine, Beratung Handwerker, Berechnungen und LV`s erstellen, nach Aufwand oder weiterem Angebot.

Alles weitere direkt per mail oder Telefon !
e-mail und homepage sind unten verlinkt
Schöne Ostern !
Zuletzt geändert von Fachplaner Passivhaus am 16.04.2006 19:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Fachplaner Passivhaus » 16.04.2006 13:29 Uhr

wir bauen nur noch kfw40-häuser und besser (passivhaus), sowohl in holzbauweisen, als auch in ziegel, jedoch nicht mit den neuen leichtbauziegeln lambda < 0,13 !
bei kfw 40 und passivhaus geht es um energieeffizienz und neues denken.
die neuen details mit wdvs, sind mittlerweile nicht nur in unserem büro bewährt.
von der ökologie, wärmespeicheranforderung, diffusion, usw. wird das bauen mit massivbauteilen und wdvs qualitätiv deutlich besser, mit garantiert niederen unterhaltskosten.

weitere infos zur energie- und kosteneffizienz unter
www.baukosteninfo.de
Zuletzt geändert von Fachplaner Passivhaus am 16.04.2006 19:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Neuling

Beitragvon Neuling » 02.06.2006 18:08 Uhr

Da der T8 aufgrund von Produktionsproblemen nicht verfügbar sein soll, hat unser Architekt vorgeschlagen mit einem normalen T12 zu bauen. Die Nachteile im Wärmeverlust sind dabei zu vernachlässigen bzw. haben einen Ht Unterschied von 0,002 bei E+D mit ca. 145 qm Wohnfläche.
Kann das stimmen?
Robert

Gast

Beitragvon Gast » 02.06.2006 21:02 Uhr

Ich würde sagen: Nein.

Es wäre nur gleich wenn Du die Außenmauer in der Stärke von 62 cm bauen würdest. Ansonsten müsstest Du die schlechtere Wärmedämmung der Außenmauer z.B. durch bessere Dachdämmung oder bessere Gebäudetechnik (z.B. Pellets statt Gas oder Wärmepumpe) um u.U. trotzdem wieder den Kfw40-Standard zu erreichen.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 29.06.2007 17:00 Uhr

Um ein Aufsteigen der Kälte in den Warmbereich zu verhindern, empfehlen wir bei Massivhaus-Bauweisen den Einsatz von Wärmebrückensteinen im Fußbereich der Mauern im Erdgeschoss gegen Bodenplatte/Kaltkeller. >>
http://www.energie-effizientes-haus.de/html/unsere_leistungen.html#Waermebrueckenstein
[img]http://www.foamglas.de/bilder/anwendungsbereiche/anwend_06_01.jpg[/img]
http://www.foamglas.de/hochbau/framesets/fs_anwend6.htm

Ziel ist die Verhinderung einer Wärmebrücke!
Siehe Beschreibung Wärmebrücke >> http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rmebr%C3%BCcke


Gruß

Thomas Heufers

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