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volkskuehler
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Beitragvon volkskuehler » 06.06.2007 17:24 Uhr

Hallo zusammen,

jetzt check ich hier schon seit zwei Tagen das Forum durch, aber eine handfeste Aussage zu diesem Thema konnte ich nicht wirklich finden.

Zur Info: wir haben seit ca. einem Monat eine 5m² Röhrenkollektoren Anlage von Paradigma auf dem Dach. WW-Speicher 300L mit Heizungsunterstützung.

Was ich bisher aus dem Forum weiss: pro m² Röhrenkollektor ca. 65L Speicher notwendig. Der WW-Speicher reicht also so eben.
Durchschnittlicher Jahresertrag eines m² Röhrenkollektors bei ca. 700KWh. Würde also bei 5m² einem Gesamtjahresertrag von 3.500 KWh entsprechen. Das kommt nach dem ersten Monat mit ca. 300 KWh Ertrag hin. Jetzt habe ich aber dem WWW entnehmen können, dass 1 Liter Heizöl rein physikalisch einem Brennwert von ca. 10 KWh entspricht. Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass wir uns im Jahr nur ca. 350 Liter Öl sparen würden. Ist das richtig, oder muss eine andere Faustregel, z.B. wegen Wegfall des "Kurzstreckenbetriebes" des Brenners, angewendet werden? Oder wie kommt man sonst, wie ich ebenfalls dem Forum entnehmen konnte, auf eine Durchschnittliche Jahresersparnis von 20-30%? Das wären in unserem Fall (wir brauchen im Jahr ca. 3.800 Liter! Jaja, das gibts noch) mindestens 760 Liter.

Kurzgesagt, wie kriegt man KWh Daumen mal Phi in Liter und damit Geld gebacken?

Hoffnungsvoll

Robert

TheK
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Beitragvon TheK » 06.06.2007 17:32 Uhr

1l Heizöl sind irgendwas bei 10 kWh (wieviel ganz genau müsste in der Rechnung stehen). Bei der Einsparung kann man zumindest davon ausgehen, dass du das sparst, was das Warmwasser verbraucht. Und richtig, genau dabei wird (weil Sommer und Schwachlast) weit mehr Energie verpulvert als ins Wasser "investiert", dann werden es gerne mal nur noch 5 kWh pro 1l...
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Beitragvon Energiesparer » 06.06.2007 23:57 Uhr

Sinn der Solaranlage sollte es doch sein, das von Frühjahr bis zum Herbst die Heizung aus bleibt bzw. Warmwasser damit erzeugt wird.
Entscheidend dafür ist das Gesamtkonzept der Anlage. Also getrennte Speicher für Solarwasser und Warmwasser!
Solarwasserspeicher kann bis 95° geladen werden im Sommer bei Wärmeüberschuss, bzw kann schon ab 35° für Heizzwecke verwendet werden.
Den Warmwasserspeicher sollte man mit max 60° laden, somit vermeidet man Verkalkung und Legionellenprobleme.
Eric Heiligenstein
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Beitragvon Eric Heiligenstein » 07.06.2007 10:13 Uhr

Hallo Volkskuehler,

leider ist es in der Realität nicht so einfach. Ganz besonders nicht bei der Heizungsunterstützung.

Hast Du ein Haus das eine hohe Vorlauftemperatur benötigt wird die Anlage praktisch nichts zur Heizungsunterstüzung beitragen weil die solare Einstrahlung in den Zeiten wo Du heizen must meist nicht ausreicht das nötige Temperaturniveau überhaupt zu erreichen.

Kannst Du eine Niedertemperaturstrategie fahren sieht die Sache viel günstiger aus: die Temperaturen die nötig sind um in das Heizungsystem einzuspeisen werden viel öfter erreicht, das heißt die gleiche Anlage bringt in einem anderen Haus einen viel höheren Nutzen !

Im Vergleich mit anderen Heizungsystemen wird es noch viel schwieriger. Eine ältere Ölheizung die den ganzen Sommer über nur wegen des Brauchwassers anspringt erwärmt doch nicht das Wasser mit 10 KW pro Liter Öl. Die hat in dem Betriebsmodus abenteuerliche Verluste - z.B. müssen bei jedem Start ca. 150 kg Eisen mit erhitzt werden, die nach dem Brennerstopp wieder auskühlen usw...

Die Ersparnis wird wohl wesentlich höher ausfallen als nur Energiebedarf geteilt durch 10 KWh pro Liter Öl.

Diese mißliche Situation führt zu den sehr mißverständlichen, unterschiedlichen Aussagen die auf unterschiedlichen Durchschnittswerten gründen, oft aber mit der realen Situation nicht übereinstimmen (deshalb hat man in den Foren ja so viel Spaß !).

Wenn man belastbare Aussagen machen will muß man tief in die Rahmenbedingungen einsteigen sonst vergleicht man "Äpfel mit Birnen" und redet häufig aneinander vorbei.

Eine Formel qm Kollektor = x Liter Öleinsparung wird es immer nur für bestimmte definierte Bedingungen geben, nicht allgemein gültig.

Gruß

Eric
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Beitragvon volkskuehler » 08.06.2007 09:42 Uhr

Hallo Leute,

danke für eure Beiträge. Jetzt sehe ich zumindest klar, warum es keine Pauschalaussagen/Faustregeln gibt und auch in Zukunft nicht gegeben wird, da einfach zuviele Parameter mit im Spiel sind. In letzter Konsequenz bleibt also nur Abwarten bis der nächste Öl-Einkauf ansteht und dann mit dem alten Verbrauch vergleichen.

Grüße

Robert
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Beitragvon Penzium » 08.06.2007 10:22 Uhr

Moin,

genau da hat du auch wieder ein Problem. Verbräuche kann man eigentlich nur unter gleichen Bedingungen, in diesem Fall die Aussentemperaturen und Sonneneinstrahlung, vergleichen. Die wiederholen sich aber eher selten. Also bleibt es auch hier eher beim Schätzeisen.

Gruss

Eric Heiligenstein
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Beitragvon Eric Heiligenstein » 08.06.2007 13:06 Uhr

Hallo Forum,

so vollständig ohne Aussage muß man nun auch nicht nach Hause gehen. Es gibt gute Simulationsprogramme (z.B. Getsolar) die bereits viele Parameter berücksichtigen.

Wenn ein guter Solateur mit etwas Erfahrung (es liegen ja inzwischen genug Erfahrungswerte vor) die Sache simuliert/abschätzt kommen sicher ganz brauchbare Aussagen raus - natürlich immer nur für Durchschnittsjahre, der April 2005/6 hat sich ja entscheidend vom April 2006/7 unterschieden - manches Jahr bringt also auch wieder andere Ergebnisse.

Man darf sich nur nicht wundern wenn die gleiche Anlage bei verschiedenen Häusern unterschiedliche Ergebnisse bringt und wenn die prognostizierten Erträge etwas "streuen".

Buchalterisch veranlagte Charaktere haben mit dieser Technik ihre liebe Not ! Den (möglichen) hohen Nutzen sollte man darüber aber nicht vergessen.

Gruß

Eric
www.******.de

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