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djalex
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Beitragvon djalex » 20.03.2007 22:53 Uhr

Hallo Leute,

nach langen und anstrengenden Recherchen kam ich zum Schluß eine Erdwärmepumpe auf Kollektorenbasis zu betreiben. Habe über den Schiwegervater ein ordentliches Angebot für eine Paket aus Viessmann-Sole-Wasser-WP, Puffer und Heizwasserspeicher bekommen.

"Wärmepumpensystem 10,8 kw" - Vitocal 300, Vitocell-V 100, Vitocell 050 - 32er PE-Rohr als Soleverteiler

Hier mal ein paar Grundlagen:

Haus: 24er Wände, 8cm Dämmung, 4 cm Luft, 11.5 cm Klinker = 48 cm dicke Wände - Ug-Wert der Fenster 1,1 - Region Kassel (Mitte Deutschlands)

Wohnfläche: 2 Vollgeschosse und Keller, davon insg. 190 m² beheizte Fläche mit Fussbodenheizung, zusätzliche 65 m² im Keller bleiben praktisch ganzes Jahr über unbeheizt (z.B. Garage, Technikraum, Partyraum)

freie Grundstücksfläche: 300 m² - leichter Hang (2 m Hang bei 20 Metern Länge) - unbebaut

Bodenbeschaffenheit: weicher, eher lehmiger Boden (ca. 20-25 W/qm)


Nun die Fragen:

1). Welche WP-Leistung ist völlig ausreichend für mein Haus? Reichen hier nicht auch 8,3 kw völlig aus? Mein Haus ist doch verklinkert und daurch gut gedämmt. Was nimmt man an Wärmebedarf bei so einem Haus im Schnitt an - 40W pro m² beheizter Fläche oder weniger? Läuft man bei einer zu großen Pumpe nicht Gefahr zu viel Strom zu verbrauchen?

2). Reicht mir die Kollektorenfläche auf dem Grundstück?

3). Laut Viessmann-Berechnung muss ich 5 x 100 m verlegen bei dieser Pumpe. Ich habe aber 4x100 im Abstand von 70 cm geplant, damit es mit der Fläche passt. Wieviel brauche ich denn nun genau? Welcher Abstand ist bei meinem Boden zwischen den Rohren akzeptabel? Hat jemand einen guten Richtwert für mich. Bei einem anderen Anbieter hiess es sogar 4 x 60 m?? Welche Tiefe ist denn nun angebracht 80, 120 oder 150 cm?

4). Was ist mit dem subventionierten Strom? Kann mir jemand beispielhaft berechnen, warum dieser Sinn oder keinen Sinn macht?
Zusätzlicher Zähler, größere Pumpe sprechen doch eigentlich dagegen - oder doch nicht?

5). Was ist mit dem Puffer in diesem VIESSMANN-Paket. Braucht man den wirklich? Schadet der eventuell, wenn man den hat? Im Paket ist der ja schon deutlich günstiger! Aber die Fussbodenheizung ist doch auch ein Speicher?

6). Was ist Eure allgemeine Meinung zu meinem Vorhaben?


Ich habe sehr viele unterschiedliche Information aus unterschiedlichen Quellen erhalten. Es wäre schön von erfahrenen Leuten hier zu erfahren, was Eurer Meinung nach richtig ist!

Schöne Grüße
Alexander

fdl1409
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Beitragvon fdl1409 » 20.03.2007 23:59 Uhr

Hallo Alexander,

du stellst schon genau die richtigen Fragen.

Ganz wichtig: lass eine Heizlastberechnung machen; kostet ein paar hundert Euro, aber das Geld holst du mehrfach wieder herein.
Die brauchst du für die Auslegung der Pumpe, und daran hängt alles andere. Den Keller lass aus der Berechnung heraus. Kellerdecke und Dachboden mußt du noch dämmen wenn nicht schon geschehen.

Die WP kannst du sogar etwas kleiner auslegen als die Normheizlast, denn die tatsächliche Heizlast ist immer nur 1/3 bis 2/3 des berechneten Wertes. Das liegt an inneren Gewinnen ( Abwärme von Elektrogeräten, Mensch und Tier usw. ), Sonneneinstrahlung uvm.
Habe mehrere Häuser saniert und immer deutlich kleinere Heizungen eingebaut. Z.B. 20kW in ein Mehrfamilienhaus mit 28,3 kW Heizlast. Auch bei -25° war es mollig warm. Habe für einen Bekannten letztes Jahr Planung gemacht. Normheizlast 7,7 kW. Heizungsbauer wollte 10,8 kW.
Eingebaut haben wir Viessmann Vitocal 300 BW 106 mit 6,4 kW.
Am kältesten Tag mit -10° Ende Januar und gleichzeitig Hochnebel ist die WP 15 Stunden gelaufen, davon 1 Stunde Warmwasser. Wenn du das hochrechnest kommst du zu dem Ergebnis daß die Anlage auch bei -30° noch reicht.
Geh davon aus daß der Heizungsbauer heftig protestieren wird. Die arbeiten immer noch mit den Sicherheitszuschlägen von früher, was bei WP sehr schädlich ist. Mein Bekannter mußte sogar seinen Heizungsbauer wechseln. Hat am Ende mehrere 1000 Euro gespart und ist damit und mit den bisherigen Betriebserfahrungen mehr als zufrieden.

Um die kleine Anlage nehmen zu können haben wir auf WP-Tarif verzichtet. Spart einmal die Zählergebühr. Er ist dann mit dem ganzen Strom zu Stadtwerken Düsseldorf gewechselt. Vorher 48 Euro/Monat nur für Haushaltsstrom, jetzt 84 Euro Abschlag für alles. Und es sieht so aus als ob er eine dicke Rückzahlung bekommt, geht eher Richtung 70-75 Euro/Monat.

Die kleine Anlage hat noch weiteren Vorteil: brauchst ganz sicher keinen Pufferspeicher. Das geht bei meinem Beannten sogar bei Heizkörperheizung, und erst recht bei Fußbodenheizung.

Was den Kollektor angeht kenne ich mich nicht so gut aus daß ich verbindliche Aussagen machen würde.
Aber: tiefer ist besser und spar nicht an der Fläche. Wenn die Fläche begrenzt ist verleg die Rohre etwas dichter. Kostenmäßig fällt das nicht so sehr ins Gewicht.
Was soll der Viessmann-Warmwasserspeicher kosten? Wir haben das Ding nicht genommen und stattdessen einen sehr preiswerten 450l-Speicher mit Wassererwärmung im Durchflußprinzip ( Edelstahlwellrohr )genommen; Bruttopreis frei Haus incl Dämmung 1281,80 Euro.
Da du eine Viessmann-WP kaufst kannst du die Umwälzpumpen frei aussuchen, da die bei Viessmann nicht fest eingebaut sind. Das bringt ein Einsparpotenzial von 10-20% Strom bei Mehrkosten von 300 Euro. Frag mich wenn du Details hast über Heizlast, genauen WP-Typ, Kollektor usw. Kann dir die passenden Pumpen dann mitteilen.
Nimm auf jeden Fall einen Raumtemperatursensor. Kostet nicht viel und bringt eine Menge. Erzähl ich dann evtl später mal im Detail.

MFG
Frank
djalex
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Beitragvon djalex » 21.03.2007 09:39 Uhr

Hallo Frank,

danke wie immer für deine ausführliche Antwort.

1). Den Keller kann ich nicht ganz aussen vor lassen, da ich den Haupteingang durch den Keller habe und in den beheizten 190 m² steckt im Keller ein 18 m² großes Büro und der Flur mit drin. Die restlichen 65 m² sind die, die nicht beheizt werden. Hat diese Konstellation gewisse Auswirkungen?

2). Was heisst genau die Kellerdecke dämmen?

3). Ich habe nur Vollgeschosse - mein OG hat somit 2 Decken - die Holzdecke über dem Geschoss und die Aussenflächen des Daches (es ist ein Zeltdach). Müssen denn alle Flächen gedämmt werden, oder nur die über dem Geschoss? Mein Verständnis ist, dass wenn die Wärme die OG-Decke verlässt, ist es danach praktisch eh egal? Stimmt das?

4). WIr haben einen Neubau. Ist die Heizlastberechnung nicht der Wärmeschutznachweis vom Statiker? Er hat diesen auf Basis einer Gasbrennwert-Anlage erstellt. Reicht das? Oder was bringt mir die Heizlastberechnung, wo ich doch mich wohl nur zwischen 8,3 und 10,8 kw zu entscheiden habe. Ist mir nicht ganz klar geworden. Bei casanova hatte ich um die 50 W/m²a. Dabei konnte ich aber nicht angeben, dass im Keller auch noch was beheizt ist und dass mein Haus verklikert ist.

5). Bei dem subventionierten Strom wird mir nicht ganz klar, warum der günstigere Strom sich auf Dauer nicht gegen den Einsatz eines Extra-Stromzählers rechnet? Ist der Strom nicht ständig ca. 5 ct günstiger für die WP?

6). Der Heizwassepufferspeicher Vitocell 050 kostet ca. 400 EUR für mich.

7). Fläche ist ja eben begrenzt, aber bei gewissen Abständen besteht doch Einfriergefahr der Leitungen?

Was hat das denn genau mit der Umwälzpumpe auf sich? Wie und was kann man sich denn aussuchen?

Danke für deine hilfreichen Antwortstellungen im Voraus!

Gruß
Alexander

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