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Biogas, Biogasanlagen, Fermenter
Jenny
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Beitragvon Jenny » 05.03.2007 17:12 Uhr

Hallo
wir haben folgendes Problem:
Seit gut 2 Jahren läuft in unserem Neubau ein Hoval Biolyth Pelletsbrenner mit 15 KW Leistung.
Nach dem ersten Winter 2004/2005 wunderten wir uns über einen sehr hohen Pelletverbrauch, den wir aber auf den Betrieb noch während der "Restbauphase" zurückführten.
Im folgenden sehr langen und kalten Winter lag der Verbrauch wiederum sehr hoch.
Vor gut einem Jahr ging's dann los:
1. Rüttelrost kaputt - wurde behoben
2. Schnecke zur Ascheaustragung läuft unrund und kann daher das Rührwerk nicht richtig drehen, ergo: keine Ascheaustragung - nicht wirklich zu reparieren
3. Rostfrass am Brenntopf

Mit unserem Heizungsbauer kam jemand von Hoval und erklärte, dass die defekten Komponenten ersetzt würden und man uns den Einbau eines Pufferspeichers 500l empfehlen würde. Die Heizung habe zu viele Starts und daher wohl auch zu hoher Verbrauch und Verschleiss.

Für das Haus wurde seinerzeit eine Wärmebedarfsrechnung erstell. Ergebnis: 9.7 KW ohne Warmwasser werden benötigt.

Für mich liegt nahe, das die Heizung überdimensioniert ist und man besser einen 10 KW Brenner einbaut als das Monster von Pufferspeicher, mal abgesehen von den Wahnsinnskosten dafür.
Das WW kann man ja auch elektrisch wärmen.
Was halten Sie davon?
Ist der Vorschlag unseres Heizers und von Hoval seriös oder nicht?

Ich bin dankbar für Ihre Ratschläge!

Stephan Ostermann
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Beitragvon Stephan Ostermann » 05.03.2007 17:51 Uhr

Hallo...

der Vorschlag von Hoval ist nicht verkehrt. Es ist immer zu empfehlen einen Pelletkessel mit einem Pufferspeicher zu koppeln. Dadurch das Pellets länger brauchen um komplett zu verbennen, werden bei kurzer Brenndauer viele halb verbrannte Pellets in den Aschebehälter gegeben.

Ascheaustragung ist natürlich auf komplett verbrannte Pellets bezogen. Da könnte man eine Verbindung erstellen.

Die Größe des Puffers mit 500l ist ausreichend bemessen. Da bei euch das WW wohl über Durchlauferhitzer bereitet wird, reicht ein reiner Puffer. Wichtig ist, dass der Puffer zwischen Kessel und Heizkreis gesetzt wird.

Zum Thema Rost eine Frage: Ist der Kessel mit einer Rücklaufanhebung ausgestattet?
Grüße vom

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Jenny
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Beitragvon Jenny » 05.03.2007 18:25 Uhr

Lieber Herr Ostermann
vielen Dank für Ihre Meinung!

Ich weiss nicht, ob diese Rücklaufanhebung existiert, aber ich werde das erfragen.
Zumindest wurde die Vermutung geäussert, dass der Rostfrass etwas mit dem häufigen Takten der Anlage zu tun haben könnte.

Zum WW: wir haben bisher über die Heizung das Wasser erwärmt und zu diesem Zweck bereits einen 300 l Speicher in der Waschküche.
Was mich am Vorschlag Pufferspeicher stört, ist das Monstrum, dass nun noch ebenfalls dorthin käme...und natürlich die Tatsache, dass dieses Teil inkl. Steuerung nicht gratis ist. Ich hatte ja eigentlich eine Heizanlage gewollt, die sich problemlos betreiben lässt und nicht nach 2 Jahren anders konzipiert werden muss.
Meinen Sie denn, dass der 10 KW Brenner zu klein ist?
Freundliche Grüsse von Jenny
Stephan Ostermann
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Beitragvon Stephan Ostermann » 05.03.2007 18:43 Uhr

Hallo Jenny !

10 kW sollte für euer Haus ausreichen. Den Wert hast du ja schon der Wärmebedarfsberechnung entnommen.

Der 10 kW Kessel hat die gleich Außmaße wie die 15 kW Variante. Mit dem Wechsel von ein paar Teilen und ändern der Einstellungen ist euer Gerät bestimmt zu drosseln.
Grüße vom

AS Solar Kundendienst
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Beitragvon machtnix » 05.03.2007 19:41 Uhr

Wie man aus einem 15kW Kessel einen 10 Kw Kessel macht würde mich auch brennend interessieren.
Da der Kessel wohl im Original von der Firma Windhager kommt und wohl nur in einem anderen Blechkleid steckt,dürfte das wohl etwas schwierig werden.
Auch die kleinere Leistung wird Ihnen nicht weiterhelfen.Es gibt nur zwei Pelletskessel am Markt bei denen es ausdrücklich in der Montageanleitung beschrieben ist das der Kessel auch ohne Pufferspeicher betrieben werden kann:Guntamatic und Hargassner.
Bei allen anderen Herstellern am Markt wird ein Pufferspeicher empfohlen,manchmal sogar vorgeschrieben.
Genauso verhält es sich mit der Rücklaufanhebung,bei manchen Herstellern schon integriert,bei manchen wiederum vorgeschrieben.

Euer Heizi hat euch vermutlich was billiges angeboten damit er auch ja den Auftrag bekommt.Keinen Puffer und keine Rücklaufanhebung.Damit wird er wohl etwas billiger als der Konkurrent gewesen sein der ein seriöses Angebot abgegeben hat und nun ist das Kind in den Brunnen gefallen.

Also die Kiste hat zwei Jahre Garantie,dann soll der depperte Kollege mal seinen Bockmist in Ordnung bringen.
Wahrscheinlich hat die Pfeife keine Ahnung von Hydraulik und kennt noch nicht mal einen Pufferspeicher,dann noch 500 Liter?Viel zu wenig.
800 - 1000 Liter sollten es schon sein.Dann soll er noch den Warmwasserspeicher zurücknehmen und einen Puffer mit Durchlaufprinzip anbieten.
Es ist einfach nicht zum aushalten was manche Kollegen so in deutschen Kellern einbauen.
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Beitragvon jobas » 06.03.2007 03:15 Uhr

Hi Jenny und wiedereinmal Machtnix

Seit 3Jahren habe ich einen Pelletofen, der moduliert zwischen 3-10Kw so wie auch alle heutigen Zentral Öffen.
Nur bei Pellets gibt es ein Problem, je nach Feuchte,Schüttdichte,und Staub verändern sich die Abgasswerte und die Verbrennung.
Die Folge einer Unsachgemäßen Softwareeinstellung, Wartungsfehlern und hohen Umgebungsfeuchte zb im Massiv Neubau ist als erstes am Brenntopf bemerkbar als Rostfrass.
Ebenso ist dies auch durch alle Bedienungsfehler möglich.
Eine Pelletheizung war noch niemals Plug and Play und dadurch Idiotensicher, der Betreiber sollte sich immer die ersten Jahre verstärkt um die Anlage kümmern.
Beobachten sollte man alle Pellet Anlagen auf jeden Fall die ersten Jahre.
Ist der Brennstoff von gleichbleibender Qualität únd stimmen die Reinigungsinterfalle geht kaum etwas schief.
In den Servicemenues aller Pelletheizungen lassen sich für alle verschiedenen modulierenden Leistungsstufen des Kessels, Drehzahl Abgassvenilator, Pellett Schüttmenge usw einstellen.
Passen tut es je nach Kamin fast nie deswegen mußte es man es immer selbst einstellen dann läuft er erst 100%.
Winter 2006 war ein Energiesparendstes Jahr wie lange nicht mehr.
Wenn du mehr verbraucht hast, hast du zu hoch geheizt oder bist erst in Neubau eingezogen.
Der Öl und Pelletverbrauch war bei mir auch anfangs 3mal so hoch da Massivbau.
Öl und Pellet erreichte ich damals fast 50000kw/h, nach drei Jahren heute nur noch 12000Kw/h.
Es lag an der RESTFEUCHTE im Bau.
Habe übrigens schon den zweiten Lüfter,den zweiten Brenntopf,und die zweite Steuerung wie die meisten anderen Pellet Genossen auch.
Der erste Italienischer Axiallüfter hatte eine Lagertoleranz von 0,03 also klappert bereits nach 3 Wochen im Wohnzimmer lautstark.
Ersatz hatte 0,006 läuft heute noch sehr ruhig.
Einen Brenntopf habe ich mal bei ca 1400°C bei Weizen durchgeglüht.
Eine Steuerung hat sich einfach nach 1Jahr verabschiedet als Frau mal einschaltetet, Halbleiterdefekt.
Österreicher Pelletoffen calimax hatte ca 2800€ gekostet und Ersatzteile nach 1-2Jahren ca 600€.
Es war aber ein Österreichischer Prototyp, viele Nachbesserungen waren für Deutsche VDE Verhältnisse erforderlich.
Österreich muß ein Entwicklungsland sein wenn sie solchen elektrischen Müll noch bauen dürfen, kurz vor Lebensbedrohlich.
Heute läuft er wenn auch selten!

Gruß

Jenny
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Beitragvon Jenny » 06.03.2007 07:23 Uhr

Guten Morgen allerseits

danke für Eure Antworten.
Ich bin erstaunt über die unterschiedlichen Meinungen, was mich in der Annahme bestätigt, dass man sich in der Fachwelt wohl nicht einig ist über die richtige Verfahrensweise.
Die Aussage, dass bis auf 2 Ausnahmen ALLE P-Heizungen mit Pufferspeicher betrieben werden sollen ist auch aus juristischer Sicht interessant. Wo finde ich diese vorgabe des Herstellers? Gab es diese Weisung/Empfehlung auch schon Anfang 2004?
Aus anderen Kehlen habe ich aber auch schon gehört, dass eine Pelletsheizung NICHT mit Pufferspeicher betrieben werden soll, sondern die Dimensionierung für reibungslosen Betrieb sorgen soll.
Der Beitrag von "Jobas": ich hätte nicht für möglich gehalten, dass ich mich mal mit Heizkurven, hydraulischem Abgleich und derartigen Kram beschäftigen muss. Unsere Heizung wird brav spätestens alle 6 Wochen gereinigt (auch so ein Beschiss - von wegen alles automatisch) und die Pellets werden furztrocken gelagert und sind DIN+ Qualität.
Freundliche Grüsse!
machtnix
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Beitragvon machtnix » 06.03.2007 12:05 Uhr

Auch hier wir mal wieder viel Schmarrn verzapft.
Wie kann man es nur gutheißen da nach einem jahr der Brennerkopf kaputt ist und andere diverse Teile ausgetauscht werden mußten?
Solche Kunde wie jobas suchen ich und meine Kollgen schon lange,sehr handzahm und umgänglich,Respekt.

Das nur 2 Kessel ohne Pufferspeicher betrieben werden können/sollen steht eigentlich immer in den Montageanleitungen der Hersteller.
Bei Hargassner und Guntamatic habe ich in solchen Fällen immer noch Garantie,bei den anderen Herstellern kann es sein das man noch Garantie gewährt,muß aber nicht.
Tatsache ist aber wohl das du keinen Pufferspeicher hast und auch keine Rücklaufanhebung.Die Rücklaufanhebung dient dazu das zuerst der Kessel auf Temperatur gebracht wird,um über den Taupunkt hinwegzukommen.
Ist dies nicht der Fall,bildet sich an den Innenwänden des Kessel Schwitzwasser und fängt an zu korrodieren.

Einfach mal den Telefonhörer in die Hand nehmen und bei einigen Kesselherstellern anrufen ob deren Anlagen mit oder ohne Puffer funktionieren.
Der Hoval Kessel scheint ein Windhager zu sein,rufe doch dort mal an:
www.windhager.com
Jenny
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Beitragvon Jenny » 07.03.2007 08:37 Uhr

Die Rücklaufanhebung wird das Thema der nächsten Besprechung sein, Vielen Dank für den Tipp!
Lt. Montageanleitung ist der Einbau eines Puffers erst ab einer Differenz
zwischen Kesselleistung und benötigter Leistung von 7 KW nötig. Genauer:
Beim 15 KW Kessel wird der Puffer empfohlen, wenn nur max. 8 KW fürs Haus benötigt werden.
Das führt mich auch wieder zu meiner Eingangsfrage:
Ist mein Kessel überdimensioniert?
Käme ich mit einem 10 KW Kessel aus? WW könnte man im strengen Winter ja auch mal über Strom heizen.
Danke für Eure fachkundigen Antworten und Grüsse!
ohe
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Beitragvon ohe » 16.03.2007 15:17 Uhr

Hallo Jenny,

ich habe in anderen Foren z.B. Haustechnikdialog gelesen, dass man den Biolyt 15 per DIP Schalter auf der Platine auf 10 kW umschalten kann.
Es kann aber sein, dass dies erst ab dem neuen Modell ab Herbst 2005 geht. Hoval bietet eine kostenlose technische Hotline an, einfach mal fragen.

Gruß Ohe

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