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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo an alle Leser dieses Forums,
ich habe eine Frage die mir als Installateurmeister nicht so ganz klar ist.
Ich habe vor 6 Jahren eine Feststoffkesselanlage (15Kw)mit
Pufferspeicher(500Ltr) und Gaskessel(20 Kw) eingebaut.Das Haus ist ein Neubau mit einem Wärmebedarf von 10.9 KW
Da mein Kunde den Gaskessel über den KesselThermosthat abriegelt,sackt der Pufferspeicher von der Temperatur durch.
Dieses hat zur Folge wenn
Holz nachgelegt wird dauert es 3,5 Std bis Wärme in das Haus geht.
Also bin ich verklagt und verurteilt worden den
Kessel auszubauen.
Jetzt habe ich Termin beim Oberlandesgericht
und habe einen Kostenvorschlag von einem Kollegen vorliegen,der in dieses Haus einen 35 Kw Kessel
einbauen will.
Diese Auswechselung soll
21500 € kosten,jetzt meine Fragen?

Darf ich solch einen überdimensionierten Kessel einbauen?

Kollegen würdet Ihr den
Preis als marktüblich
sehen?

Für Anregungen im Forum
wäre ich sehr verbunden.

Thomas Wrütz (Lübeck)

Zu dem Thema Hersteller-Großhandel-Handwerker möchte ich noch zu einem
anderen Zeitpunkt schreiben,da ich mich in einem Schwebenden Verfahren befinde.

Wer genaueres Wissen möchte darf mich ruhig anschreiben.

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Bei einem Wärmebedarf von 10,9 Kw soll ein 15 kW- Kessel nicht ausreichen? Da die volle Heizleistung vielleicht max. 20 Tage im Jahr benötigt wird, sollte der Kessel wohl doch genügen. Hier kann doch eigentlich nur ein hydraulisches Problem vorliegen. Ausserdem gibt es ja wohl nichts schlimmeres als einen Feststoffkessel zu groß auszulegen. Der ist nämlich schneller versüfft ehe die Rechnung des Bauherrn bezahlt ist. Und eine Verordnung dazu gibt´s auch (kann Sie jetzt bloß nicht finden).
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Wer hat Sie denn verurteilt, Herr Wrütz? Das muß wohl ein Richter mit mangelnder mentaler Kapazität gewesen sein. Leider gibt es zu viele von denen.
Der Speicher sollte größer sein. 50 l pro kW.
Ihr Kunde kann erst dann heizen, wenn der Speicher geladen ist. Zudem sollte man wissen, daß man das, was man hinten entnimmt, mindestens vorn hineinstecken muß.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Sind ja ne Menge Fragen die da auftauchen.

Also wolln mal sehen

1 Ich kenne die Preise im Raum Lübeck nicht, aber Ich bitte sie Herr Kollege die Frage ob 21500€ für die Montage eines 35 KW Kessels Marktüblich sind beantwortet sich doch wohl von selbst. In dem Gebiet dem ich tätig bin würde man die Hälfte schon als überzogen betrachten.

Die Kollegen Haase und Omnis haben schon die richtigen Ansätze finde ich. Auch ich bin der Meinung, dass man hier Hydraulisch eventuell das eine oder andere optimieren könnte. Fakt ist 50 l pro KW, Herr Omnis sagte dies bereits,da liegen sie sogar noch drunter, bei einem größeren Gaskessel würde das Verhältnis schlechter, was zur Folge hätte, dass bei Offenem Feuerungsregler und vollständiger Befüllung des Kessels Holzkessels ein Wärmestau auftreten würde, der dann nur noch über die Thermische Ablaufsicherung notgekühlt werden könnte. Das müsste auch einem Sachverständigen vor Gericht klar sein.

Ebenso Würde der Holzkessel wie Herr Haase sagte in jedem Fall versotten Holzteer eignet sich nicht mal zum Straßenbau, als Kesselbeschichtung auf jeden Fall gar nicht, also das kann nicht die Lösung sein. Es sei denn der Kunde will gar nicht mit Holz heizen, weil’s ihm zuviel Arbeit ist, das würde einiges erklären.

1. Ich würde mich gegen das Urteil wehren.. Eventuell ein Vergleichsverfahren und eine Gütliche Einigung anstreben, falls es da noch Spielraum gibt, juristisch bin ich jedoch nicht so bewandert, dass ich ihnen da Tipps geben könnte

2. Würde ich wen überhaupt in der vorhandenen Anlage eine kleine Änderung vornehmen. Und zwar ein Thermostatisch gesteuertes 3-Wege-Umschaltventil. Eingang A vom Puffer her kommend. Eingang B vom Gaskessel kommend. Ausgang A/B zur Anlage. Ein kleiner Sachaltkasten und zwei Thermostate Ist der Puffer über dem Sollwert wird A-A/B geöffnet. Ist der Puffer unter dem Sollwert, der Vorlauf des Gaskessels jedoch über dem Sollwert, Wird B-A/B geöffnet. Das läst sich relativ schnell nachrüsten, und der Kunde hat immer dann wen er kein holz aufgelegt hat, und somit die Wärme aus dem Gaskessel benötigt immer direkt die Volle Leistung des Gaskessels zur Verfügung. Ist der Puffer wieder aufgeladen ist alles im Normalzustand.

Ich hoffe ich konnte ihnen ein klein wenig helfen.

Gruß Alfons Hoffrogge
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Erstmal vielen Dank für das Interesse an meinem Fall.Auch im besonderen an die Kollegen die mir
Mails geschickt haben und
mit denen ich Telefoniert habe.
Ich werde über den gesamten Fall noch berichten.
Aber nun kurz zu dem Urteil des Oberlandesgerichtes Schleswig.
Da nicht eindeutig feststellbar war was der Kunde wollte,bzw.das was er bekommen hat war nicht das was er sich vorgestellt hat,wurde das
Urteil aus Lübeck aufgehoben und ein Vergleich angeboten.
Diesem Vergleich mußte ich notgedrungen zustimmen da man mir 1 Stunde lang mitteilte was ich als Handwerker
verkehrt gemacht habe.
Letztendlich stand meine Aussage gegen die von 3 Zeugen.
So das es ich dem kunden
sein Geld wiedergebe und er im Gegenzug mir die
Anlage.
Er hat kurz vor der Verhandlung die Anlage
tauschen lassen gegen eine Unical-Anlage mit
25 Kw. zum Preis von 14500 € .
Ich habe diesem Vergleich
zähneknirschend zugestimmt da bei mir das
Nervenkostüm nach 6 1/2 Jahren doch etwas angeschlagen war.
Kurzfassung meines "Fehler´s"
Ich hätte den Kunden bei
einem Holzkessel darauf hinweisen müssen das er "mehrmals" Holz einwerfen
muß damit es warm wird.
Nun das werden wir beim
nächsten mal in Angriff nehmen.
Was nur sehr Schade ist,
wenn ein Handwerker der
Künzel Kessel einbaut ein
Problem hat wird er von
diesem Hersteller ziemlich allein gelassen
und abgespeist.
Aber ich werde demnächst
den Fall einmal beschreiben damit vielleicht einige Kollegen nicht denselben Fehler machen.

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.
Thomas Wrütz

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