Thailand gehört zu jenen Ländern, die nur über wenige eigene Ressourcen an fossilen Brennstoffen wie Öl und Kohle verfügen. Die eigenen Ölvorkommen im Golf von Thailand, die Braunkohlevorkommen im Land und die Wasserkraftwerke reichen nicht aus, den zunehmenden Energiebedarf im Land zu decken. Der industrielle Sektor verbraucht fast 50 Prozent des Energiebedarfs, während Geschäfte 25% Prozent und der Wohnsektor ebenfalls 25% verbrauchen. So ist insbesondere der Import von Öl und Gas notwendig. Alleine die Ölimporte kosten Thailand jedes Jahr über 7 Milliarden US-Dollar.
Seit Jahren beschäftigt man sich deshalb auch in Thailand intensiver mit den guten Bedingungen im Land, verstärkt Solarstrom in der Energiepolitik des Landes einzubeziehen. Es folgten viele Einzelprojekte und vor etwa 10 Jahren wurde offiziell das erste Haus in San Kamphaeng (Nordthailand) mit einem Solardach zu Versuchszwecken ausgerüstet. Danach gab und gibt es Projekte für die Energieversorgung von Wohnungen, Krankenhäuser und öffentlichen Gebäuden, aber auch u.a. die Energieversorgung kleinerer Pumpen für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen. Auch das öffentliche Interesse für saubere Energie nimmt stetig zu.
Eines der vielen kleinen Projekte war zum Beispiel das Solar-Wasserpumpen-Projekt im District Sangkhorm in der Provinz Udon Thani (Nordostthailand), das im Jahr 2000 fertig gestellt wurde. Für rund 13.000 US-Dollar wurden hier, in Zusammenarbeit mit der Naresuan Universität Thailand aus Phitsanulok, der Tambol Administrative Organization (TAO) und der thailändischen Firma Solartron Ltd., zwei solarangetriebene Wasserpumpen für die Bewässerung der Felder und die Versorgung mit Trinkwasser für 80 Familien errichtet. Dadurch konnten drei alte Dieselgeneratoren ersetzt werden.
Aufgrund der günstigen Bedingungen für Solarstrom hat die Solarenergie eine sehr gute Zukunftschance, die auch von der Thailändischen Energiebehörde EGAT, Electricity Generating Authority of Thailand, gefördert wird. Auch plant man besonders in den abgelegenen Regionen die umweltbelastenden Dieselgeneratoren und kleinen Dieselkraftwerke ersetzen zu können.
Ökologen haben ausgerechnet, das Thailand sogar 20-25% seines Energiebedarfes mit Sonnenenergie bis 2020 decken könnte, würde man den Bau von Sonnenkraftwerken und Solardächern intensiver fördern. Thailändische Energieexperten gehen nach dem heutigen Stand der Dinge davon aus, das 10% realistisch sind.. Die thailändische Regierung plant bis 2020 insgesamt 300.00 Häuser und weitere öffentliche Gebäude mit Solardächern auszustatten. Noch ist die Solarenergie etwa fünfmal teurer als die Energie aus fossilen Brennstoffen.
Die große Pilotanlage in Mae Hong Son
In der Provinz Mae Hong Son entsteht in einem Naturschutzgebiet fast unbeachtet das Regierungsprojekt Solarstrom für Thailand. Mit einer geplanten Kapazität von etwa fünf Megawatt, gehört dieses Solarstrom-Projekt zu den größten in ganz Südostasien und ist eines der größten in der Welt. Es ist auch zugleich das derzeit erste und größte Sonnenkraftwerk Thailands und begann erst im März 2004 mit seiner Produktion von sauberer Energie.
Die bisherige Energieversorgung der vielen Dörfer erfolgt durch lokale Wasser- und Dieselkraftwerke. Besonders der Einsatz von Dieselkraftwerken mit ihren Generatoren belasten zunehmend die Umwelt und erzeugen viel Lärm. Weil der Energieverbrauch stetig zunimmt, wie im ganzen Land, könnte dieser zusätzliche Bedarf derzeit nur durch weitere Dieselkraftwerke gedeckt werden, oder man ließe kilometerlange Überlandleitungen bauen, die jedoch den Schutz der Landschaft gefährden. So entschloss man sich nach einigen Diskussionen zum Bau eines Sonnenkraftwerkes, einer großen Pilotanlage. Hier in Mae Hong Son beginnt der große Einstieg Thailands, die Sonnenenergie als einen festen Bestandteil der Energiepolitik des Landes weiter zu fördern, um später im ganzen Königreich weitere Sonnenkraftwerke bauen zu lassen.
Der Bau dieser Photovoltaikanlage wurde der deutschen Firma RWE Solution (RWE Schott Solar) vergeben, die sich mit ihrem Konzept gegen vier internationale Konkurrenten durchsetzen konnte. Im März 2004 wurde nach 15monatiger Bauzeit das erste schlüsselfertiges 500 KW Solar-Kraftwerk übergeben. Weitere fünf dieser Kraftwerke werden noch in der Provinz Mae Hong Son gebaut. Zusammen können dann alle sechs fertig gestellten Solar-Kraftwerke eine Gesamtleistung von 4.740 Megawatt erzeugen.
Doch dies ist nur der Beginn einer neuen Energiepolitik im Königreich. Für die Zukunft ist der Bau weitere Solar Kraftwerke beabsichtigt. Insgesamt plant die thailändische Regierung die Erzeugung von Solarstrom landesweit bis 2006 auf 30 Megawatt zu erhöhen, wobei die Provinz Mae Hong Son weiterhin Vorreiter bleibt. In Planung ist sogar ein Sonnenkraftwerk mit einer Kapazität von 42.5 Megawatt.
Der ganze Beitrag mit Bildmaterial:
http://www.thaipage.ch/berichte/stevens/vermischtes/solar.htm...