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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Fast alle Handwerksbetriebe klagen über rückläufige Bewerbungen für freie Ausbildungsplätze in den Betrieben.
Kamen noch vor einigen Jahren mind. zehn Bewerbungen pro Betrieb so scheinen es in den letzten 2 – 3 Jahren nur noch die Hälfte zu sein.
Eine Statistik der Handwerkskammer Bremen besagt allerdings, das seit 1998 die Auszubildenden in Handwerksberufen fast gleichbleibend waren.
1998 haben sich 950 junge Menschen für einen handwerklichen Beruf entschieden. 1999 waren es sogar 987 und im Jahr 2000 waren 958 Berufsanfänger im Handwerk dabei.
Favorit bei der Berufswahl, war bei den männlichen Azubis, der KFZ Mechaniker, bei den weiblichen Azubis die Friseurin.
Schlusslichter in der Beliebtheitsscala sind bei den männlichen Berufsanfängern der Beruf des Dachdeckers, bei den weiblichen Azubis die Raumausstatterin.
Der Berufswunsch Maler und Lackierer liegt im oberen Drittel, Gas- und Wasserinstallateure in der Mitte der Beliebtheit und Zentralheizungs- und Lüftungsbauer sind im unteren Drittel zu finden.
Was soll also ein Betrieb tun, um genug Auszubildende zu bekommen, damit der dringend benötigte Nachwuchs ausgebildet werden kann?
Als zukunftsweisend hat sich eine Zusatzqualifikation im Bereich der Sanitär- und Heizungstechnik an der gewerblich - technischen Berufsschule in Marburg erwiesen. Dort können sich die Auszubildenden den Zugang zur Zusatzausbildung verdienen. Voraussetzung dafür sind gute Leistungen im Betrieb und in der Schule. Das Prinzip ist einfach. Für sechs Monate wird der Auszubildende zusätzlich für einen Schultag im Betrieb freigestellt. Während der Zeit werden dem Lehrling zusätzliche Grundlagen über Technologie, elektronische Datenverarbeitung, kundenorientiertes Verhalten sowie Wirtschafts- und Baurecht vermittelt. Um die Idee der Zusatzausbildung zu verwirklichen, mussten Schulen, Innungen, Betriebe und staatliches Schulamt kooperieren. Zusätzlich wurden noch einige Hersteller mit ins Boot geholt. Die Firmen stellten sowohl Schulungsräume als auch kompetente Ausbilder zur Verfügung.
Würde so ein Beispiel Schule machen, können die Ausbildungsinhalte zu einer Praxis- und Dienstleistungsorientierteren Ausbildung entwickeln. Damit werden auch ganz andere Perspektiven in die Ausbildung gebracht. So wird der Beruf für den jungen, nach Ausbildung suchenden Menschen wieder ein Stück interessanter.
Nähere Informationen gibt es bei: Adolf-Reichwein-Schule, Weintrautstr. 33, 35039 Marburg oder unter www.Adolf-Reichwein-Schule.de. Ansprechpartner sind Herr Wolfram Möller und Herr Ulrich Müller.
Susanne Gerken, 2. Vorsitzende

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Ich finde das Angebot der Adolf-Reichwein-Schule in Marburg auch klasse. Aber meiner Meinung nach liegt der Knackpunkt woanders. Wir hatten für dieses Jahr eine Ausbildungsstelle für eine Bürokauffrau/-mann gemeldet. Bewerbungen: Reichlich! Ergebnis: Keine(n) eingestellt! Warum? Katastrophale Noten!! Das Ergebnis der Pisa-Studie ist tatsächlich sehr aufschlußreich, denn genau so sieht es bei den meisten Schülern und Schulabgängern aus! Eine Bewerbung war die Krönung, da stand unter Bemerkungen: "Durch ihr aufsässiges und aggressives Verhalten dem Lehrer gegenüber störte sie ständig den Unterricht." Wie das bei den gewerblichen Auszubildenen zur Zeit aussieht, weiß ich nicht, habe dort zuletzt vor 3 Jahren jemanden eingestellt. Kann mir aber vorstellen, dass das dort auch nicht besser ist.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Wir hatten zweimal einen Lehrling - einer ging nach 6 Monaten, der zweite kurz vor der Zwischenprüfung. Gründe: Zu wenig Geld verdient, nicht die Schule besucht, Krankheit vorgeschoben u.ä. Jetzt versuchen wir es noch einmal. Wir haben bei der örtlichen Hauptschule angerufen und eine Lehrstelle angeboten. Bewerbungen: Zwei - scheint nicht der Traumberuf zu sein. Eingestellt: Einen. Die Jungs vorher mal ein paar Tage mitlaufen lassen (wobei der eine gleich den richtigen Eindruck bekam: 5 Stunden Verstopfung beseitigt).
Wir geben es nicht auf mit der Ausbildung, denn den Mitarbeiter den wir brauchen könne wir uns nur selber "backen".
Christian Bahne, Sanitär+Heizung
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Ich erinnere mich gut an eine Aussage bei der Einweihung einer Fahne im Rathaus Bremen...das Jahr? 199...? leider vergessen und auch der Redner will mir nicht einfallen, ist aber egal, denn die Aussage trifft den Nagel auf den Kopf:
" Bald gibt es 100 Leute, die berechnen können, wieviel Wasser bei einem Rohrbruch aus dem Rohr strömt...aber nur noch einen, der den Schaden beheben kann"!
Ich kann mir diesen Ausspruch bildlich vorstellen.
Auch wir haben unter unseren Auszubildenen immer "faule" Eier. Aber ab und an ist einer dabei, der die Chefts begeisert. Dieser junge Mensch ist mit voller Elan und viel Liebe bei der Arbeit. Wir haben inzwischen festgestellt, das es sehr viel ausmacht, wie das Elternhaus aussieht. (Trifft aber nicht immer zu)
Für uns als Ausbildungsbetriebe bleibt nur eine Möglichkeit - mit offenen Augen weiter suchen und nicht aufgeben.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Wo ist eigentlich der Unterschied??
Ich kann mich einnern, dass ich sehr stolz war zu sagen: Ich bin ein "Klempner-Installateur-Lehrling!"
Meine Definition für Lehrling und Auszubildende ist folgende:
Der "Lehrling" der WILL was lernen, der "Auszubildende" WILL ausgebildet werden! Merken Sie worauf ich hinaus will??
Das mit den "faulen Eiern" kann ich nicht gelten lassen. Es liegt immer mit an dem Ausbildungsmeister und nicht allein an dem jungen Menschen.
Ich (55) habe Lehrlinge ausgebildet die mehrere 5 im Zeugnis hatten. Ein Zeugnis hat mich noch nie beeindruckt. Für mich zählt nur der Wille, und den kann man z.B. während einer vierwöchigen "Schnupperlehre" feststellen.
Mein Lehrmeister, er war 56 Jahre als ich bei ihm in die Lehre kam, hat mir manchmal eine runtergehauen wenn ich nicht das gemacht habe was er wollte. Nach meiner Meisterprüfung habe ich mich persönlich bei meinem Lehrmeister für die Leistungen und Mühe die er mit mir hatte bedankt. Auch ich war ein schlechter Schüler gewesen. Auch habe ich ein Jahr zweimal gemacht. Was solls?? Dafür habe ich im gleichen Monat meine Gesellenprüfung absolviert, den Schulabschluß nachgeholt und den Führerschein gemacht. Wenn Sie jetzt glauben, das meine Eltern mir dabei geholfen haben, dann muß ich Sie enttäuschen. Es gab nur einen der mir geholfen hat mein Selbstvertrauen zu festigen: Mein Lehrmeister!!!
Ich würde jederzeit wieder einen Lehrling, keinen Auszubildenden, mit schlechten Noten einstellen!!!
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Auch wenn ich lieber Lehrling sage, mögen viele diese Bezeichnung nicht so gerne. Hier fängt das Problem schon an. Der eine will etwas lernen, der andere will ausgebildet werden.

Ich bin als Fachlehrer in der Lehrlings- und Meisterausbildung tätig. Da sehe ich immer wieder, dass die meisten AZuBis meinen, sie müssen nichts dazu beitragen, um etwas zu lernen. Ein Lehrling, vorgeprägt vom Meister, kann gar nicht genug Wissen aufnehmen.

Das mit der Rückläufigkeit der Ausbildung kann ich nur bestätigen.

Liegt das vielleicht an der neuen Ausbildungsverordnung?
Ich habe da den Verdacht, dass die Firmen unsicher geworden sind. Dabei sollte doch das Image der SHK-Berufe durch die Berufsbezeichnung angehoben werden.

Gruß

me. Bruno Bosy, NF


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