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Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Im März des Jahres 1996 ist das nachfolgende Verkaufsgespräch mit den nachfolgend erwähnten Argumenten geführt worden. Aufgrund der Argumente kann man erkennen, daß unseriöse Solar-Geschäftemacher auch heute noch leichtes Spiel haben, potentiellen Solar-Kunden eine Solaranlage schmackhaft zu machen:

Solarkunde: "Herr Solaranbieter, Sie werben in Ihrer Werbeanzeige mit dem Begriff "Brauchwassererwärmung". Was ist denn unter dem Begriff "Brauchwasser" zu verstehen ? Ist damit auch das Wasser für die Raumheizung gemeint ?

Solaranbieter: Wenn nur das Trinkwasser gemeint wäre, welches durch die Solaranlage erwärmt werden würde, dann würde dort "Trinkwasser" stehen und nicht "Brauchwasser". "Brauchwasser" beinhaltet mehr als nur "Trinkwasser."

Solarkunde: "Ist denn in den "60%-70%" auch die Erwärmung des Raumheizungswassers enthalten ?"

Solaranbieter: "Aber Herr Solarkunde, wenn von 60%-70% Warmwasserbedarf die Rede ist bei einer Heizungsanlage und Sie und auch nahezu alle Haushalte in Deutschland nur EINE Heizungsanlage haben, die sowohl Trinkwasser erwärmt als auch das Wasser für die Raumheizung erwärmt, dann ist mit "Warmwasserbedarf" das gesamte warme Wasser gemeint, was durch eine Heizungsanlage normalerweise erwärmt wird. Ist doch logisch, oder ? Denn eine Solaranlage erzeugt bekanntlich Wärme und erzeugt kein Wasser. Denn die Betonung liegt auf (Solar)-Wärme und nicht auf "Wasser" bei dem Begriff "Warmwasserbedarf".

Solarkunde: "Aber wenn der Solarkollektor wirklich 60% der Heizenergie einsparen kann, wieso schafft sich dann nicht jeder umgehend einen Solarkollektor an ?

Solaranbieter: "Die Investitionskosten haben in der Vergangenheit viele Solar-Interessenten abgeschreckt. Aber jetzt werden ja Zuschüsse für die Anschaffung gezahlt, die Sie auch bekommen, Herr Solarkunde. Und Investitionskosten, die dann noch übrigbleiben, die holen Sie ruckzuck durch die 60% Energieeinsparung wieder rein.

Solarkunde: "Aber im Winter ist doch kälter als im Sommer". Wirkt sich das nicht auf den Solarertrag aus ?

Solaranbieter: "Schauen Sie sich doch die Prospekte der Firma P. (und auch unter www.solaranlagen-abc.de) an...es steht dort, daß Sonnen-LICHT in Wärme umgewandelt wird...und ist es im Winter etwa dunkel...? Nein, nicht war...im Winter gibt es oftmals klarere Sonnentage als im Sommer, sodaß der Solarertrag im Winter sogar noch höher sein kann als im Sommer...

Solarkunde: "Das Prospekt der Firma P. sagt sogar, daß man sogar "80% des "Warmwasserbedarf in den Monaten März bis Oktober" decken kann...

Solaranbieter: "Das ist richtig... an manchen Sonnentagen im Sommer können es sogar 100% sein. Aufs gesamte Jahr gesehen kann 60%-70% des Warmwasserbedarfs gedeckt werden, da im Winter bekanntlich die Sonneneinstrahlung nicht so intensiv ist... aber es scheint ja trotzdem die Sonne...und dunkel ist es bekanntlich im Winter auch nicht...somit kann im Winter auch Licht in Wärme umgewandelt werden.

Solarkunde: "Aber nochmal zurück zum "Warmwasserbedarf" und "Solarertrag". Kann man einen Wärmemengenzähler installieren, mit dessen Hilfe man den Solarertrag ablesen kann und gleichzeitig damit die ordnungsgemäße Funktionsweise der Solaranlage erkennen kann...??

Solaranbieter: "Würde ich nicht empfehlen, da diese Wärmemengenzähler die Solaranlage ausbremsen und somit den Solarertrag negativ beeinflussen.

Solarkunde: "Welche Kollektorgröße benötige ich denn, wenn ich sowohl das Trinkwasser als auch die Raumheizungswasser damit erwärmen will ?

Solaranbieter: "Ihre Dachfläche läßt wohl eine Kollektorfläche von 7,5qm zu...und ist dafür vollkommen ausreichend...ist sogar mehr als genug...Es kommt vielmehr auf einen möglichst großen Wasserspeicher an, der möglichst viel solar-erwärmtes Wasser speichern kann. Zu empfehlen sind hier mindestens 750 Liter...die Kollektorfläche ist eher zweitrangig.

Kurz vor Installation stellte der Solaranbieter fest, daß der 7,5qm-Kollektor auf der vorgesehenen Dachfläche keinen Platz findet und kann deshalb nur einen 6,5qm-Kollektor installieren...Es war bereits ein Zuschuss für 7,5qm-Kollektorfläche beantragt worden.

Solarkunde: "Ist denn der 6,5qm-Kollektor nachwievor groß genug, um das Haus ausreichend solartechnisch mit Wärme zu unterstützen ?

Solaranbieter: "Der 7,5qm-Kollektor war ja eh schon etwas zu groß dimensioniert, sodaß der 6,5qm-Kollektor jetzt genau richtig ist.

Dieses "Verkaufsgespräch" mit den gleichen Verkaufsargumenten hat im Jahre 1996 in der ähnlichen Form mit meinem Solaranbieter stattgefunden, der gleichzeitig im lokalen Branchenbuch mit "20 Jahren Erfahrung im Solarbereich" geworben hat. Mittlerweile (nach 5 Jahren) hat er diese "Erfahrung" auf 15 Jahre nach unten korrigiert...hat also vorher 10 Jahre Erfahrung "hinzugedichtet".

Die Ursache für die Möglichkeit solcher unseriösen Verkaufsgespräche ist die Tatsache, daß die Fach-Begriffe laufend irreführend und nicht eindeutig verwendet werden und auch nicht definiert werden. Insbesondere der Begriff "Warmwasserbedarf" baut eine Suggestion zur Raumheizung auf, die in Deutschland überwiegend Wasser als Wärmeträgermittel verwendet.

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Solarkunde: "Sie reden in Ihrer Anzeige von 200 Liter Wasser, was durch die Sonne an einem Tag erwärmt wird ?". In der Raumheizung hat man aber immer die gleichbleibende Menge Wasser, die erwärmt wird...

Solaranbieter: "Nochmal, Herr Solarkunde, die 200 Liter ist ein Wert um die Kraft der Sonne besser zu veranschaulichen und um die Wirtschaftlichkeit besser darzustellen. Diese 200 Liter reichen am dreimal Tag aus, um auch für die Wärme für die Raumheizung zu sorgen.

Das komplette Gespräch kann man unter
http://home.t-online.de/home/hoffi_re/solwerb.htm

nachlesen...

Vielleicht schafft es dadurch die Solarbranche nochmehr thermische Solaranlagen an den Mann zu bringen...viel Spass dabei...die Wahrscheinlichkeit wird dabei nicht geringer, auf noch einen "Herr Hoffmann" zu treffen...

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