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Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Nie wieder Handwerk!!!!!!
Ich bin seit über 20 Jahren im Handwerk selbständig. Meine Außenstände belaufen sich auf ca. einer Viertelmillion Mark. Das schöne daran ist, das ich zweimal von der "Unrechtsprechenden" deutschen Justiz zu hohen Gekdstrafen verurteilt worden bin.
Grund? Ich konnte meinen Lieferanten nicht bezahlen, weil mein Kunde nicht bezahlt hat.
Die Antwort des Richters: "Der Kunde wird schon einen Grund haben!" Logisch hat er einen Grund, denn er weiß ja schließlich, daß er mit Hilfe der Justiz den Handwerker um seinen Lohn bescheißen kann.
Und jetzt..... ?
NIE WIEDER HANDWERK!!!

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Dieses leidige Problem haben leider nicht nur Handwerker, sondern wohl alle, die in irgendeiner Form selbständig sind. Einen 100% Schutz gibt es leider nicht, aber man kann schon etwas dagegen tun.
So gibt es Schuldnerverzeichnisse, in denen die "Schwarzen Schaffe" eingetragen sind und monatlich aktualisiert werden.
Dann gibt es noch eine Internetseite ( es wurde hier in diesem Forum schon mal vorgestellt!) welches Tipps und auch Informationen über zahlungsunwillige Kunden gibt. Dann kann man noch bei der Creditreform beitreten ( Jahresgebühr ca. 800 DM) dort kann man Kunden per Telefon checken lassen und wenn dann doch einer nicht zahlt, übernehmen die gegen Gebühr das Inkasse ( die haben damit oft mehr Erfolg als Gerichte - aber einen großen Teil nehmen diese Institute für ihr Risiko und ihre Kosten!) Es kann sich aber dennoch lohnen.
Unbekannt verzogene Kunden bekommt man gegen Nachweis des Schuldtitels ( Vollstreckungsbescheid / Urteil) am besten über die Einwohnermeldeämter ( 9 bis 15 DM Gebühr!) oder beim Postboten ( Gebühr!) heraus.
Kommt man selbst, wie Sie in Schwierigkeiten, sollte man sich am besten schnell und offen und ehrlich an den Lieferanten halten und eventuell einen Kredit mit ihm aushandeln, den man mit Zinsen ( das ist nur fair) abstottert. - Die kennen diese Probleme auch und lassen da oft mit sich handeln - denn für die ist es auch besser sie bekommen ihr Geld in Raten, als gar nicht und behalten sie als Kunden!
Dann gibt es noch eine ganz elegante und gemeine Lösung : - man tritt den Titel dem Finanzamt ( klappt leider nicht immer!) gegen die Steuerschuld ab - die schaffen es fast immer ihr Geld einzutreiben.
Falls sie wissen, dass Ihr Schuldner eine Arbeitsstelle hat, können Sie auch Teile seines Lohne / Gehaltes pfänden lassen.
Wenn dies alles nicht klappt, dann wird es meist sehr schwer und das Geld ist oft als teures Lehrgeld verloren!
Deshalb würde ich mir frühzeitig Abschlagszahlungen oder sogar eine kleine Vorkasse geben lassen, dann sehen Sie auch gleich, wie die Zahlungsmoral des Kunden ist.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Leider haben wir als Selbstständige, insbesondere als Handwerker, kaum eine Lobby? Weil viele von uns wenig über den Horizont des eigenen Unternehmens hinausschauen! Viele Handwerker engagieren sich leider, leider zu wenig im politischen Bereich (Innung, Fachverband, Parteipolitik...). Hierfür gibt es sicherlich viele akzeptale Entschuldigungsgründe, im Ergebnis haben wir dann aber mit der unzureichenden rechtlichen Situation zu leben. Im Bundestag gibt es nur eine minimale Beteiligung von Handwerkern. Daraus resultieren viele Gesetze, die ohne Berücksichtigung der betriebliche Realität von KMU-Unternehmen beschlossen werden (z.B. Zahlungssicherheit, Strafverfolgung von säumigen Zahlern etc.). Hier die Richter zu beschuldigen greift daneben. Gerichte wenden immer nur bestehende Gesetze an. Änderungen können nur auf der legislativen Ebene erfolgen.
Also, nur Mut: Jeder der Änderungen will, wird nicht darumherum kommen, daß er sich politisch intensiv engagiert.
Hier liegt die Wurzel des Übels. Also nicht jammern, sondern politisch engagieren!
Arbeiten Sie engagiert in Innung, Fachverband und Partei mit. Nur dann kann es (allmählich) besser werden.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Die Zahlungsmoral der Kunden wird immer schlechter, wahrscheinlich ist jeder Selbstständige schon mal "hineingestolpert".
Auch wir haben damit unsere Erfahrungen gemacht und daraus gelernt. Gerade mit bestimmten Bauträgern haben wir so manche grauen Haare bekommen. Diese ehrerwerte Berufsgruppe wird bis auf ein paar wenige Ausnahmen nicht mehr bedient. Trotzdem kann ich nichtgezahlte Außenstände von der Höhe 250.000 Mark nicht verstehen, so wie es aussieht haben Sie zwischendurch mit Zwischenzahlungen geschlafen. Lassen Sie nicht so hohe Beträge auflaufen. Bei größeren Baustellen erstellen wir immer einen Auszahlungsplan je nach Bauabschnitt, im Bauvertrag werden einzelne Zahlungen je nach Fertigstellung verlangt. Es ist zwar etwas mehr Aufwand, aber man kann nie mehr als 15.000 Mark verlieren.
Je nach Größe der Baustelle fordern wir 10.000 Mark- Schritte ein. Es klappt wunderbar.
Sollte am Zahler etwas faul sein, haben wir sofort den Überblick und können reagieren.
Bei dubiosen Privatkunden verlangen wir teilweise auch eine Anzahlung (die Küchenbauer machen das Grundsätzlich).
Trozdem gilt gerade für Handwerker, alle Rechnungen SOFORT schreiben und nicht zu lange warten, die Zahlungsmoral der Kunden wird bei langen Wartezeiten bestimmt nicht besser. Nach dem Motto: Nach einem halben Jahr kommt er mit der Rechnung daher, der hat es bestimmt nicht Eilig und nötig...
Ein kleiner Zahlenüberblick: Jahr 2000, bei 4,5 Mio Umsatz sind 12460 DM unweigerlich durch nichtbezahlte Rechnungen weg. Mit diesem Betrag läßt es sich ganz gut leben. Tipp: Immer dran bleiben, lieber eine Zwischenrechnung zuviel schreiben als eine zuwenig.
Besser bei säumigen Zahlern persönlich anrufen und fragen was los ist, denn Papier ist geduldig und wird oft ignoriert.
Besten Gruß aus München
Richard Häusler
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Um seine Forderungen auf ein minimales Risiko zu bringen, sagen wir bereits dem Kunden am Telefon, dass unser Monteur angewiesen ist, sofort die Rechnung zu schreiben und natürlich zu kassieren. Die Firma Vaillant macht es auch, warum sollten es wir dann nicht auch machen?
So entfällt im Büro wieder jede Menge Schreibkram und das Geld ist wieder sofort verfügbar.
Übrigens, diese Ansage war gebührenfrei :-)
und wieder mal ein Tipp für das so harte Handwerkerleben.
Gruß von Richard Häusler

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